Wandern ist Erholung, Bewegung und der Kontakt zur Natur. Du genießt weite Blicke in die Landschaft und entdeckst Pflanzen und Wildtiere ganz nah. Doch: Wie schützen wir genau diese Natur vor uns selbst? Müll und unachtsames Verhalten von Wandernden machen inzwischen vielen Regionen zu schaffen. Dieser Guide beantwortet die Frage „Wie wandere ich nachhaltig?“ mit klaren, sofort umsetzbaren Tipps — für Touren ohne unnötige Spuren.
7 Umweltsünden beim Wandern — diese Dinge solltest du NICHT machen
Bevor wir dazu kommen, wie du deine Wanderungen am besten genießen kannst – also auch auf solche Dinge wie Schuhwerk etc. zu sprechen kommen, möchten wir dich auf die häufigsten Umweltsünden hinweisen:
#1 Verbotszonen ignorieren

Ob gesperrte Wege, Naturschutzgebiete oder “Betreten verboten”-Schilder – sie sind nicht zum Spaß, sondern zu deinem Schutz und dem Schutz der Ökosysteme da. In den Alpen etwa sorgt der Massentourismus zunehmend für Probleme, sowohl was die (Zer-)Störung der Tier- und Pflanzenwelt angeht, als auch wenn es um Rettungseinsätze aufgrund von Unachtsamkeit, Nutzung gesperrter Abschnitte oder Ähnliches geht. Bleib deshalb immer auf den ausgewiesenen Routen und respektiere Beschilderungen.
#2 Wildcampen
Eine Nacht unter dem Sternenhimmel klingt romantisch – aber das ist sie auch auf offiziellen Campingplätzen oder ausgewiesene Biwak- oder Trekkingplätzen. Hier gibt es nämlich wichtige Dinge wie Toiletten und Mülleimer.
#3 Müll und Zigarettenstummel hinterlassen
Auch vermeintlich kleine Dinge wie Bonbonpapier, Taschentücher oder Kaugummi brauchen Jahrzehnte, um zu verrotten. Wenn sie es überhaupt tun! Nimm also deinen Müll wieder mit – auch organische Abfälle wie Obstschalen gehören nicht in die Natur.
#4 Hundekot liegen lassen

Hunde gehören für viele zum Wandern dazu. Aber ihre Hinterlassenschaften enthalten Nährstoffe und Keime, die die alpine Pflanzenwelt verändern können. Also: Immer Tüten dabeihaben und richtig entsorgen. Das gilt übrigens nicht nur für die Hinterlassenschaften des Hunds, sondern auch für deine eigenen!
#5 Baden in geschützten Bergseen
Manche Gewässer wie der Antermoia-See in den Dolomiten oder der Steirische Bodensee in Österreich sind ausdrücklich zum Schutz der Ökosysteme gesperrt. Baden stört Tiere, zerstört Uferpflanzen und kann die Wasserqualität verschlechtern – halte dich an die Regeln, auch wenn das Wasser noch so verlockend ist (mehr dazu hier).
#6 (Geschützte) Wildblumen pflücken
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) gilt die sogenannte “Handstraußregelung”. Das heißt, für den privaten Gebrauch darfst du dir eine geringe Menge an Wildkräutern, Pilzen, Beeren oder Blumen mitnehmen (das solltest du aber wirklich nur tun, wenn du dafür auch Verwendung hast). Doch was viele nicht wissen: Viele Wildblumen sind bedroht. In Deutschland sind beispielsweise fast ein Drittel (26 %) aller Wildblumen geschützt. Dazu gehört z. B. auch das beliebte Weidenkätzchen! Außerdem Eisenhut, Enzian und Krokusse. Tipp: Über Google-Lense oder verschiedene Apps kannst du Pflanzen unterwegs bestimmen und so sichergehen, dass du keine geschützte Art mitnimmst.
#7 Tiere stören
Tiere brauchen Ruhe. Lärm, aber auch die Kamera, können zum Stressfaktor werden. Der Naturschutzbund sagt: Halte respektvoll Abstand zu Tieren und Brutstätten, bleib auf Wegen und verzichte auf Blitzlicht oder nahe Annäherung. So verhinderst du Verhaltensstörungen und bleibst ein respektvoller Gast in ihrem Lebensraum.
Tipps zum nachhaltigen Wandern

Nachdem du jetzt weißt, was du alles NICHT machen sollst, fragst du dich vielleicht: Was soll ich denn tun? Nun, darum geht es JETZT 🙂
Vorbereitung für deine Wanderung
Bevor du die Wanderschuhe schnürst, lohnt es sich, ein bisschen Zeit in die Planung zu investieren.
- Wähle eine Route, die zu deiner Kondition passt – so vermeidest du, dass du dich übernimmst oder abbrechen musst.
- Informiere dich vorher über Naturschutzgebiete, gesperrte Wege und besondere Regeln vor Ort, damit du unterwegs keine Überraschungen erlebst.
- Recherchiere, welchen Tieren und Pflanzen du dort begegnen könntest (und ob diese gefährdet oder gefährlich sind)
- Packe nur das Nötigste ein, um Gewicht zu sparen.
- Nutze für den Proviant wiederverwendbaren Behälter.
- Packe wettergerechte Kleidung ein (am besten “Zwiebellook” für verschiedene Gegebenheiten.) Denke gerade in den Bergen daran, dass sich das Wetter schnell ändern kann und es in den höheren Lagen deutlich kühler wird, als im Tal!
- Buche eine nachhaltige Unterkunft – etwas weiter unten stellen wir dir direkt welche vor!
Mit dem richtigen Outfit in die Berge
Natürlich verstehen wir, wenn du auch beim Wandern gut aussehen möchtest. Und das kannst du auch mit nachhaltiger Wanderkleidung. Viele Eco-Labels stellen Funktionskleidung aus recycelten Plastikflaschen oder aus Bio-Naturfasern her, umweltschonend und dennoch cool. Und die Produktpalette reicht von Schuhen bis zur Mütze. Wenn du noch einen Schritt weiter gehen willst, achte auch auf das Siegel der Fair Wear Foundation, das gerechte Arbeitsbedingungen garantiert.
Nachhaltige Marken für Kleidung sind beispielsweise Patagonia, Vaude, Icebreaker, Engel Natur oder Löffler. Bei Schuhen gehen Hanwag, Ethical Wares, Lowa, Eco Vegan Shoes, Will’s Vegan Store und Doghammer einen nachhaltigeren Weg. (Die Marken sind reine Information, wir erhalten dafür weder Geld noch sonstige Vorteile. Wenn du selbst nachhaltige Outdoor-Marken empfehlen kannst, teile sie gern in den Kommentaren!)

5 nachhaltige Wanderhotels und Ferienhäuser in der DACH-Region
#1 Naturhotel Outside, Osttirol – Wandern mit Guides im Nationalpark

Das Naturhotel Outside in Osttirol holt dich am Bahnhof Lienz ab und bringt dich natürlich bei der Abreise auch wieder dorthin. Mitten im Alpen-Nationalpark Hohe Tauern gelegen, hat das offizielle Wanderhotel eine absolut fantastische Lage für Wanderungen jedes Schwierigkeitsgrades.
Welche Route am besten zu dir passt, kannst du z. B. mit Wanderconcierge Karin Steiner besprechen. Mit ihr haben wir in diesem Artikel mit Insider-Tipps zum Wandern im Nationalpark gesprochen.
“Wir bieten mehrmals pro Woche kostenlose Wanderungen mit unseren Wanderführer*innen an. Zusätzlich gibt es (für unsere Gäste ebenfalls kostenlos) Rangertouren im Nationalpark Hohe Tauern. Rucksäcke und Wanderstöcke gibts im Hotel als gebührenfreie Leihgabe.” – Naturhotel Outside
#2 Hotel Das Rübezahl, Bayern – Entdecke das Allgäu mit Wanderconcierge “Bergbaschdi”

Im Hotel Das Rübezahl in Füssen wartet Wanderconcierge „Bergbaschdi“ darauf, dir die Berge auf eine ganz besondere Art zu zeigen. In unserem Interview verrät er, wie er selbst erfahrene Gipfeljäger*innen wieder für die kleinen Pausen am Wegrand begeistert.
Neben geführten Touren lockt das Hotel mit einem großzügigen Spa-Bereich, ideal zur Entspannung nach dem Wandern.
- Tipp: Wenn du das Berggefühl noch intensiver erleben möchtest, kannst du den Aufenthalt mit einer Übernachtung in der hoteleigenen Edelsberghütte
Der Bahnhof Füssen liegt 3 Kilometer (5 Autominuten) vom Hotel entfernt und es gibt einen kostenfreien Shuttleservice.
#3 LA VIMEA, Südtirol – veganes Wanderhotel

Auch das LA VIMEA in Naturns macht die klimafreundliche Anreise einfach: Das Hotel bietet einen Shuttle-Service vom Bahnhof Naturns an. Eine weitere umweltfreundliche Option ist die Fahrt mit dem Fernbus, z. B. mit dem Flixbus nach Meran, und von dort das letzte Stück mit dem Zug.
Als erstes 100 % veganes Hotel Italiens setzt das LA VIMEA auch kulinarisch auf Nachhaltigkeit. Wanderfans profitieren allerdings nicht nur von den tierleidfreien Lunchpaketen, sondern auch von der idealen Lage inmitten der Südtiroler Bergwelt und fußläufig zum Naturpark Texelgruppe. Hier warten zahlreiche Touren auf dich, die du direkt erkunden kannst. Nach einem aktiven Tag entspannst du im Salzwasserpool, am Natur-Schwimmteich oder in der Sauna.
- Tipp: Hier findest du die vom Hotel vorgeschlagenen Wanderrouten
#4 Lifestyle Resort Zum Kurfürsten, Mosel – Wanderungen mit fernöstlicher Wellness kombinieren
Das Lifestyle Resort Zum Kurfürsten an der Mosel ist die perfekte Wahl, wenn du Wandererlebnisse mit Wellness und Kultur kombinieren willst. In dieser Region erwarten dich sowohl sanfte Rundwege durchs Weinbergsmosaik und malerische Uferpfade, als auch anspruchsvolle (Kletter-)Steige mit schmalen Pfaden, Kletterpassagen und Leitern, sowie verschiedene Ausflugsziele rund um Bernkastel-Kues. Das Lifestyleresort ist komplett nach Feng-Shui ausgerichtet, beherbergt ein TCM-Center und 5-Elemente-Küche.
- Tipp: Hier findest du 10 Wanderwege auf komoot in der Nähe des Hotels.

#5 Summit Lodges Pfunds, Tirol – Blockhaus inmitten der Bergwelt
Wenn du statt eines Hotels lieber ein eigenes Reich hast, sind die nachhaltig geführten Summit Lodges Pfunds perfekt: Die beiden Blockhäuser bieten jeweils Platz für bis zu sechs Personen und liegen ideal für Touren in der Tiroler Bergwelt rund um Pfunds. Ich habe Inhaber Marco Spiess einmal gefragt, was er außer Wandern noch empfehlen kann. Seine Antwort? Na, statt langer Wanderungen könne er auch kurze Strecken empfehlen – z. B. nur 1,5 Stunden in die Pfundser Tschey und dort zum Frudiger (Hausberg von Pfunds).
Ansonsten empfiehlt er Entspannung in den Häusern. Gemütlich im Wohnzimmer sitzen und vor dem Kaminfeuer den Blick auf die Berge genießen.

Nachhaltige Wanderhotels in Teneriffa und Peru
Auch außerhalb von Europa lässt sich natürlich wunderbar wandern. Die Anreise ist – je nachdem, von wo aus du startest – nicht ganz so nachhaltig, doch es gibt Green Pearls® Unterkünfte, die vor Ort konsequent umweltfreundlich arbeiten.
#1 OCEANO Health Spa Hotel, Teneriffa – ganzheitlich Wandern auf der Vulkaninsel

Teneriffa gehört politisch zu Europa, geografisch aber zu Afrika – und ist ein wahres Paradies für Wandernde. Vom OCEANO Health Spa Hotel aus kannst du abwechslungsreiche Touren in die Küsten- und Berglandschaften Nord-Teneriffas unternehmen und dich danach im großzügigen Spa regenerieren. Wir haben kürzlich einen ausführlichen Artikel über einen Wanderurlaub auf Teneriffa veröffentlicht – mit Tipps für Wanderrouten, Naturerlebnisse und Entspannung.
#2 Inkaterra Hotels, Peru – Traumziel Inka-Trail
Der legendäre Inka-Trail in Peru steht für viele Wanderer*innen auf der Bucketlist. Er führt in mehreren Etappen durch die Anden, vorbei an Ruinen, Nebelwäldern und über hohe Pässe, bis zum UNESCO-Weltkulturerbe Machu Picchu. Am Ziel erwartet dich das Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel – ideal, um die Eindrücke der Wanderung inmitten tropischer Gärten nachklingen zu lassen.
Ebenfalls empfehlenswert ist die Inkaterra Hacienda Urubamba. Sie liegt im Urubamba-Tal nahe Cusco. Hier begleitet dich Explorer Guide Hiroshi Sánchez auf Wanderungen, bei denen du nicht nur die Natur, sondern auch die traditionelle Landwirtschaft der Region kennenlernst. Vogelbeobachter kommen bei ihm besonders auf ihre Kosten – von farbenprächtigen Kolibris bis zu seltenen Andenvögeln – Hiroshi zeigt sie dir gern!

Tipp für alle, die noch nachhaltiger wandern wollen: Plogging
Noch ein genialer Tipp, den wir uns von den Schweden abgeguckt haben: packt immer einen Müllbeutel ein. Darin kannst du zum einen deinen eigenen Abfall entsorgen und zum anderen wie beim Plogging (Kofferwort aus dem schwedischen „plocka“ für aufheben und jogging) alles einsammeln, was andere zurückgelassen haben und nicht in den Wald oder die Berge gehört.

Wandern mit Respekt für dich und die Natur
Du bist jetzt bestens gerüstet für deine nachhaltige Tour – und zwar von Anfang an:
- Du weißt, was du lassen solltest: Keine Umweltsünden, keine Spuren, kein Stress für Natur & Tiere.
- Du bist vorbereitet: Mit durchdachter Ausrüstung und passender Tourenwahl – weil weniger oft mehr ist.
- Du reist bewusst: Ob per Bahn, Shuttle oder Bus – so bleibt der CO₂-Fußabdruck kleiner.
- Du bist gut untergebracht: In Unterkünften, die nicht nur für Wandernde designt sind, sondern auch das Naturerlebnis fördern – vom Alpen-Nationalpark bis zu tropischen Gärten.
So wird Wandern zu einem wertvollen Erlebnis – für deinen Körper, deinen Kopf und die Natur. Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass wir die Landschaft nicht nur genießen, sondern auch bewahren – Schritt für Schritt.
Dies ist ein Update vom 12. April 2019
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Wir wollen ja auch in Zukunft wandern gehen können, und das klappt nur, wenn wir gemeinsam Rücksicht nehmen, uns informieren, wo man wandern darf, und die Natur so verlassen, wie wir sie vorgefunden haben (oder sogar ein Stück sauberer, wenn man unterwegs Müll mitnimmt). Für mich beginnt Nachhaltigkeit aber schon vorher: auch bei der Wahl von Outdoorkleidung und Ausrüstung kann man bewusst auf faire und umweltfreundliche Marken achten.
Hallo Peter, vielen Dank für dein Feedback. Ja, gerade bei Outdoorkleidung gibt es zum Glück schon eine Reihe nachhaltiger Vertreter. Bevorzugst du bestimmte Marken? Ich selbst kaufe am liebsten Secondhand – es wurde einfach schon so viel Kleidung produziert. Ich mach da auch bei Schuhen keine Ausnahme, ob wohl da ja viele von abraten 🙂 Nachhaltige Grüße, Laura