Ob Garten, Balkon oder Fensterbank: Die Anbau-Saison startet mit der Anzucht. Zugegeben, dieses Jahr war ich mit Mitte März etwas spät dran, doch für die meisten Pflänzchen reicht das völlig aus. Ich bin inzwischen in meiner dritten Balkon-Hochbeet-Saison. Doch gerade am Anfang erschien mir das ganze Thema Anzucht unfassbar kompliziert. Dabei ist es das gar nicht, deshalb habe ich dir meine Tipps für den Start deiner DIY Anzucht inkl. Upcycling-Tipps einmal zusammengefasst.
Pflanzen selbst anziehen ist nicht teuer oder kompliziert
Starten wir gleich mal mit dem wichtigsten vorweg: Du brauchst kein teures oder spezielles Equipment. Also lass dich nicht dazu verleiten, teure Anzucht-Sets oder ähnliches zu kaufen. Gerade nicht, wenn du dieses Jahr das erste Mal ausprobierst, ob das selbst-Anziehen überhaupt etwas für dich ist!
Das Material, was du für deine erste Anzucht wirklich brauchst:
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Sämereien
Am besten samenfest (d. h. du kannst von deiner erwachsenen Pflanze erneut Samen nehmen und sie im nächsten Jahr wieder aussäen) und bio. Auch kannst du darauf achten, dass du zum Beispiel alte Sorten anbaust und vermehrst und so zu ihrem Erhalt beiträgst. Vielleicht gibt e in deiner Stadt sogar eine Saatgutbibliothek. Dort kannst du dir samenfestes Saatgut „leihen“, was du über die Saison vermehrst und am Ende wieder in möglichst dreifacher Menge zurückgibst.
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Anzuchterde
Der Vorteil, wenn du Anzuchterde im Vergleich zu normaler Blumenerde verwendest, ist, dass sie durch ihren geringeren Nährstoffgehalt deine Keimlinge dazu bringt, verzweigtere Wurzeln auszubilden. Später können die Jungpflanzen dann damit besser die Nährstoffe aufnehmen. Achte darauf, dass du torffreie Erde verwendest!
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Töpfchen, Schalen, etc.
Grob gesagt brauchst du einfach nur etwas, indem du deine Samen ausstreuen kannst. Dass können Plastikschalen sein, kleine Blumentöpfe von vorherigen Pflanzen oder du bastelst dir aus Zeitungspapier und einer Anleitung aus dem Netz eigene Töpfchen.
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Kleine Helferlein
– Eine Sprühflasche mit Wasser hilft, die Erde zu befeuchten (und feucht zu halten) ohne die Samen wegzuspülen. Sonst: Vorsichtig gießen!
– Eisstiele oder kleine Stöckchen helfen dabei, Löcher für tiefer einzupflanzende Samen zu machen. Eisstiele sind auch super, um dein Saatgut zu beschriften! Am besten nimmst du dafür einen Bleistift! Alles andere verwischt mit der Zeit. Alternativ kannst du auch ein Stück Malerkrepp auf den Topf kleben und mit Bleistift oder Permanentmarker beschriften.
– Ein großer Löffel und eine große Schüssel, um Erde in die Töpfchen zu füllen und das Chaos im Zaum zu halten (vor allem, wenn du drin arbeitest.) -
Einen Plan
Was willst du pflanzen? Was kann zusammen im Hochbeet stehen? Und was hat überhaupt Platz? Plane am besten vorher (zumindest grob), was du dieses Jahr ansäen möchtest. Mit einem Plan für dein Hochbeet oder den Fensterbankgarten weißt du genau, was bei dir Platz hat.
DIY-Anzuchttöpfe: Upcycling und Recycling
Wenn es etwas gibt, was du für die DIY Anzucht NICHT kaufen musst, dann sind es Anzuchttöpfe. Glaub mir! Du brauchst keine Kokosfasertöpfchen oder spezielle Behälter. Im Haushalt findest du mit Sicherheit einiges, was du zum Anzucht-Topf umfunktionieren kannst.

Ein paar Ideen:
- Kleine Pflanztöpfe von umgesetzten Zimmerpflanzen
- Trays von Balkonpflanzen
- Ausgewaschene Joghurtbecher. Um überschüssiges Wasser abfließen zu lassen, piekse einige Löcher in den Boden!
- Plastikschalen von Obst und anderen Lebensmitteln (die haben sogar meist schon Löcher)
- Klopapier- oder Küchenpapierrollen, die du an einem Ende verschließt
- Gefaltete Pflanztöpfchen aus Zeitungspapier
- Eierkartons
- Aufgeschnittene Milch- oder Saftkartons
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Den richtigen Standort auswählen für deine Anzucht
Wenn du alle Samen nach den Empfehlungen, die du auf dem Samentütchen findest, eingepflanzt hast, stellst du deine Pflanzenbabys an einen hellen, warmen Ort. Dort hältst du die Erde feucht und wartest. Je nach Pflanze zeigen sich schon nach ein paar Tagen die ersten grünen Köpfchen und du kannst dich am Wachstum erfreuen. Falls du ungeduldig bist kannst du aus durchsichtigen Plastiktüten oder -folie (natürlich wiederverwendete ;)) eine Art Mini-Gewächshaus basteln. Dann treibt das Saatgut schneller aus.
Übrigens: Vielen Jungpflanzen tut es gut, wenn sie nach dem Keimen etwas kühler stehen. So schießen sie nicht in die Höhe, sondern wachsen langsamer und kräftiger.
Die nächsten Schritte
Jetzt heißt es, warten bis deine Pflänzchen bereit für den nächsten Abschnitt sind. Wie der ausschaut, zeige ich dir nächste Woche. Bis dahin: Genieße das freudige und erwartungsvolle Gefühl, morgens zu deiner Anzucht-Fensterbank zu gehen und nachzuschauen, ob wieder etwas gekeimt hat 🙂



