Bananen gehören zu den beliebtesten Früchten weltweit – doch sie wachsen nicht in Europa. Die größten Anbaugebiete liegen in tropischen Regionen wie Lateinamerika (Ecuador, Costa Rica, Kolumbien), außerdem in Teilen von Afrika und Südostasien. Von dort legen sie tausende Kilometer zurück, bevor sie in unseren Supermärkten landen. Trotz der langen Transportwege schneiden Bananen in der Klimabilanz überraschend nicht am schlechtesten ab – vor allem, weil sie meist per Schiff transportiert werden. BILD: Pixabay
Tropische Früchte im Hotel – ein No-Go?
Hotels im Green Pearls® Netzwerk setzen auf regionale und saisonale Produkte. Für viele Häuser in Europa bedeutet das: möglichst keine tropischen Früchte.
Auch im Paradiso Pure.Living Vegan Hotel in Südtirol verfolgt man eine klare Linie. Gastgeber Maximilian Spögler und Küchenchefin Aggeliki Charami erklären:
Tropische Früchte werden bei uns fast nicht angeboten. Alle Produkte, die wir verwenden, sind bio. Bananen nutzen wir nur in kleinen Mengen, etwa für unser hausgemachtes Bananenbrot. Die Bananen beziehen wir aus Europa, aktuell von den Kanarischen Inseln, doch bald hoffentlich aus Sizilien.
Bananen aus Italien?
Was lange undenkbar schien, wird durch den Klimawandel zunehmend Realität: In Sizilien (Region Ragusa) baut Chiquita erstmals Bio-Bananen in Europa an. Rund 20.000 Pflanzen wurden gesetzt, erste Ernten sind ab 2026 geplant – zunächst in kleinen Mengen.
Noch ist unklar, wann diese Bananen wirklich im Handel ankommen. Doch die Plantage wird jetzt schon als Einstieg in den europäischen Markt gewertet und nicht nur ein Pilot-Projekt.
Wie klimaschädlich sind Bananen wirklich?
Eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu, 2020) zeigt: Bananen verursachen rund 0,6 kg CO₂ pro Kilogramm.
Damit schneiden sie schlechter ab als regionale Äpfel (0,2–0,3), aber besser als:
- importierte Äpfel aus Übersee (0,8)
- Gewächshaus-Tomaten (bis zu 2,9)
- Tiefkühlgemüse wie Erbsen (1,2) oder Brokkoli (0,7)
Heißt: Bananen sind nicht perfekt, aber oft klimafreundlicher als ihr Ruf.
Hier kannst du dir das PDF zum ökologischen Fußabdruck von Lebensmitteln herunterladen.
Was tun?
Wenn es möglich ist, sind Bio-Bananen aus Europa die beste Wahl.
Ansonsten gilt:
- Achte auf Bio-Qualität
- Kaufe Fairtrade-Bananen
- Hinterfrage Herkunft und Produktionsbedingungen
Denn neben der Klimabilanz spielen auch soziale Aspekte eine große Rolle. Ein Interview mit einem Gewerkschafter von einer Bananenplantage in Costa Rica zeigt, unter welchen Bedingungen Arbeiter*innen oft leiden. Schlimm ist besonders der Einsatz von Pestiziden. Tausende von Menschen in Mittelamerika leiden bis heute an den Folgen (u. a. Zeugungsunfähigkeit) durch das Pestizid Nemagon, welches in den 80er Jahren verwendet wurde. Heute gibt es andere Pestizide denen die Arbeiter*innen laut dem Gewerkschafter ausgesetzt sind. Bio zeigt hingegen, dass es auch ohne Pestizide möglich ist, und das sollte dir ein paar Cent mehr wert sein!
PS: Sieh dir auch unser Insight über Orangensaft an und ob du diesen bedenkenlos zum Frühstück trinken kannst.



