In Gefahr - Warum der Tourismus Seegraswiesen bedroht

Unscheinbare C02 Speicher in Gefahr– wie der Tourismus Seegraswiesen bedroht

Unscheinbare C02 Speicher in Gefahr– wie der Tourismus Seegraswiesen bedroht

Wenn man an Urlaub am Meer denkt, hat man meist türkisblaues Wasser und weiße Strände vor Augen. Was sich jedoch unter dieser malerischen Oberfläche befindet, erhält selten die gleiche Beachtung. Und genau das wird zunehmend zum Problem. Weltweit verschwinden Seegraswiesen in einem rasanten Tempo – und der Tourismus trägt leider dazu bei. BILD: Wikimedia Comons

 

Die Bedeutung von Seegraswiesen für das Ökosystem 

Anders als man vermuten würde, ist Seegras näher mit den Gräsern an Land verwandt als mit anderen Unterwasserpflanzen. Es bildet Blüten, hat Stängel und Blätter und schlägt sogar Wurzeln. Seine Hauptverbreitungsgebiete sind flache Küstengewässer. Die dichten Unterwasserwiesen gehören zu den wichtigsten Ökosystemen des Meeres. Sie bieten Schutz, Brutstellen und Nahrung für unzählige Arten, darunter kleine Wirbellose, Fische, Meeresschildkröten und Seepferdchen. Gleichzeitig speichern die Wiesen 15-mal mehr CO₂ pro Fläche als Regenwälder, stabilisieren die Küsten, an denen sie liegenund filtern das Wasser sogar. Mit anderen Worten: Die kleinen Halme sind nicht nur für das Tierreich, sondern auch für uns Menschen von enormer Bedeutung.

 

Tourismus als wachsende Bedrohung für Seegraswiesen

Das Gras ist leider nicht nur durch den Klimawandel, die damit einhergehende Erwärmung der Meere und Anstieg des Meeresspiegels bedroht, sondern auch durch den Tourismus. Nicht nur, weil dieser oft mit einer erhöhten Verschmutzung des Meeres einhergeht, die für die Wassergraswiesen tödlich sein kann. Sondern auch, weil Resorts die Wiesen gezielt zerstören, um ihren Gästen einen „schöneren” Strand zu bieten. Hinzu kommt, dass die Wiesen sehr leicht durch Anker und Propeller von Booten zerstört werden können, was häufig durch Touristen oder Rundfahrten verursacht wird. Besonders betroffen davon ist die im Mittelmeer vorkommende Art Posidonia, wie der„Ecologist” berichtet.

                                                       

Was du tun kannst

Als Einzelperson ist es natürlich schwer, den unglaublichen Zerfall zu stoppen, der auf sieben Prozent der Gesamtfläche pro Jahr geschätzt wird. Trotzdem gibt es einige Dinge, die du selbst tun kannst:

  • Das Wichtigste ist, dass du dich, wenn du mit dem Boot fährst, von gekennzeichneten Seegraswiesen fernhältst und weit genug von der Küste entfernt ankerst.
  • Falls du andere Boote oder Yachten beobachtest, die dort Ankern, kannst du diese darauf hinweisen und notfalls die Küstenwache rufen.
  • Das Einpacken und korrekte Entsorgen deines Mülls hilft den Wiesen – am Meer und überall.
  • Verzichte auf Düngemittel, da diese in den Wasserkreislauf geraten und durch die überschüssigen Nährstoffe das Algenwachstum fördern, welches Seegras überwuchert
  • Unterstütze Meeresschutzorganisationen

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