Salz zählt zu den ältesten und am häufigsten verwendeten Gewürzen der Menschheitsgeschichte. Fast jedes Gericht enthält etwas von den kleinen Mineralien. Und gerade in den letzten Jahren ist die Auswahl an verschiedenen Sorten stark gestiegen. Meersalz, Steinsalz, Himalaya-Salz, Kräutersalz, Chilisalz – zuletzt habe ich sogar Bio-Salz gesehen (Das ist übrigens einfach Marketing; Salz kann nicht bio sein. Maximal die Kräuter, wenn es sich um Kräutersalz handelt.) Aber letzteres hat mich zum Nachdenken gebracht und die Frage aufgeworfen: Kann Salz nachhaltig sein? Und wenn ja, welches ist das nachhaltigste? BILD: Pixabay
Wie nachhaltig ist Salz?
Im Vergleich zu vielen anderen Gewürzen und Zutaten, die wir in der Küche verwenden, hat Salz einen geringeren ökologischen Fußabdruck. Schließlich handelt es sich bei Salz um ein Mineral und nicht um ein landwirtschaftliches Produkt. Es benötigt also keine Anbaufläche und kann theoretisch mit minimalen ökologischen Risiken gewonnen werden.
Dennoch liegt der Teufel im Detail. Salz unterscheidet sich in seiner Nachhaltigkeit vor allem durch:
- den Energieverbrauch
- Arbeitsbedingungen
- Art des Abbaus
- Transportweg
Welche Arten schneiden am besten ab?
Leider gibt es beim Kauf von Salz keine One-fits-all-Lösung oder weit verbreitete Labels, die dir auf einen Blick verraten, welches Salz das nachhaltigste ist. Am besten schaust du immer genau nach, aus welchem Land es stammt, wie es abgebaut bzw. hergestellt wurde und um welche Art von Salz es sich handelt. Dabei gilt aber in jedem Fall: Je kürzer der Transportweg, desto besser. Bei Meersalz ist das, das durch natürliche Verdunstung gewonnen wurde, am umweltfreundlichsten.
Die häufigsten Salze und deren Nachhaltigkeit
Abgebautes Salz: Dazu zählen Steinsalz und Himalayasalz. Aufgrund der großen Umweltauswirkungen und der potenziellen Gesundheitsgefahren für die Minenarbeiter gehören sie oftmals zu den am wenigsten nachhaltigen Salzprodukten. Es kommt jedoch stark auf die jeweilige Operation und das Herkunftsland an. So ist Steinsalz aus Deutschland und Österreich beispielsweise besser als Meersalz, das über den halben Globus geschickt und unter schlechten Arbeitsbedingungen abgebaut wurde (Himalayasalz) oder Siedesalz, welches mit erheblichem Energieverbrauch gewonnen wurde.
Meersalz: Meersalz wird – stark vereinfacht – aus verdunstetem Meerwasser gewonnen. Deshalb hat es auch bei weitem den geringsten Umwelteinfluss und Energiebedarf, solange für den Verdunstungsprozess, wie gemeinhin üblich, wirklich nur Sonneneinstrahlung genutzt wird. Du solltest jedoch auch hier auf das Ursprungsland achten, um den Transportweg möglichst kurz zu halten und sicherzustellen, dass vor Ort gute Arbeitsbedingungen existieren.
Siedesalz: Verglichen mit regionalem Steinsalz und natürlich gewonnenem Meersalz schneidet Siedesalz oft schlechter ab. Das liegt vor allem an den hohen Energiemengen die für den Abbau benötigt werden. Denn Siedesalz wird aus salzhaltigem Wasser, der sogenannten Sole, gewonnen. Dazu wird Süßwasser in einen Schacht geleitet, wo es das natürlich vorkommende Salz löst und anschließend wieder an die Oberfläche gepumpt wird. In großen Behältern wird die Sole dann erhitzt, wodurch das Wasser verdampft. Dabei kristallisiert das Salz aus und bleibt als festes Produkt zurück. Im letzten Schritt wird das Salz getrocknet, gereinigt und für den Verkauf aufbereitet. Dennoch ist auch hier die Art der eingesetzten Energiesparmaßnahmen und das Herkunftsland entscheidend.
Fazit also: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann setze beim Kochen vor allem auf natürlich gewonnenes Meersalz mit dem kürzesten Transportweg!



