Fisch schmeckt einfach – und das seit Jahrhunderten. Auch hierzulande, vor allem im Norden, ist der Fischkonsum fast schon Kulturgut. Das merke ich spätestens, seit ich nach Hamburg gezogen bin und mir ständig jemand ein Fischbrötchen aufschwatzen will 😀 Doch im Gegensatz zur traditionellen Fischerei hat die stark hochgerüstete Industrie dahinter mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das die natürlichen Ökosysteme an ihre Grenzen bringt. So sind, wie der WWF berichtet, 37 % aller kommerziell gefischten Arten weltweit mittlerweile überfischt. Mit verheerenden Folgen für die Artenvielfalt und die Nahrungskette. Konsum von Fisch ist also oftmals leider alles andere als nachhaltig. (BILD: Die Äsche ist ein schmackhafter, aber vom Aussterben bedrohter Fisch, dessen Verzehr du vermeiden solltest ©Kaufi | Stock.Adobe.com)
Welche Arten kann man also noch bedenkenlos essen?
Die Antwort ist komplex und hängt stark von der Art, der Herkunft sowie der Fangmethode ab. Ideal wäre es natürlich, wenn wir unseren Konsum weitestgehend einstellen oder zumindest reduzieren würden. Aber für alle, die nicht komplett verzichten wollen, bietet die „Guter Fisch-Liste“ verschiedener deutscher Verbände wie dem NABU eine Orientierung. Sie zeigt, welche Arten von Fisch aktuell als vergleichsweise nachhaltig gelten. Zusätzlich ist es am besten, heimische Fischarten zu konsumieren. Nicht nur wegen der Frische, sondern auch aufgrund der kürzeren Lieferwege.
Die Angabe von Fanggebiet und -methode ist bei unverarbeiteten bzw. frischen Fischen in Deutschland übrigens Pflicht. Leider ist das schwieriger, wenn es um verarbeitete Fischprodukte geht. Dort werden häufig Siegel verwendet, die oft wenig aufschlussreich sind.
Aber eine gute Nachricht vorab: Die Liste ist zum ersten Mal länger geworden!
Deutsche Fischarten:
Flunder: Egal, ob gebraten, gebacken, gedünstet oder geräuchert – die Flunder ist ein Allrounder in der Zubereitung und hat einen angenehm würzigen Geschmack. Wenn sie aus der Ostsee, dem Kattegat, dem Belte oder dem Öresund stammt und mit Reusen oder Fallen gefangen wurde, kannst du ihn bedenkenlos essen.
Scholle: Dieser Plattfisch gehört wohl zu den bekanntesten heimischen Fischarten. Auch hier gilt: Der Konsum ist unbedenklich, wenn das Fischfleisch direkt aus der Ostsee, dem Kattegat, dem Beltt oder dem Öresund stammt.
Schellfisch: Der kleine Fisch zeichnet sich vor allem durch einen hohen Proteingehalt und seinen starken Meeresgeschmack aus. Okay ist der Verzehr, wenn er aus der Nordsee, Schottland oder Skagerrak stammt und mit Haken oder Leinen gefangen wurde.
Kliesche: Auch bekannt als Eisflunder und ebenfalls in der Ostsee beheimatet, erinnert ihr Geschmack stark an den der Scholle. Du kannst sie bedenkenlos kaufen, wenn sie aus Kattegat, Belte, Öresund oder der Ostsee stammt.
Übrigens: Wenn du bei all diesen Ostseefischarten Lust auf Urlaub an der Ostsee bekommen hast, um die Fische direkt frisch gefangen zu genießen, dann kann ich dir unseren Kulinarik-Guide Ostsee und den Artikel über ein nachhaltiges Wochenende am Timmendorfer Strand wärmstens empfehlen.
Internationale Fischarten:
Seelachs: Trotz der irreführenden Bezeichnung gehört er eigentlich zur Familie der Dorsche und stammt häufig aus Alaska. Von dort ist er aber leider nur bedingt empfehlenswert. Besser ist es, wenn er aus der Barentssee, der Norwegischen See, Spitzbergen oder den Bäreninseln stammt und mit Umschleißungs- oder Hebenetzen gefangen wurde.
Weißer Thun: Aufgrund der inzwischen nachhaltigen Bewirtschaftung kann Thunfisch aus fast allen Gebieten bedenkenlos gekauft werden. Vorausgesetzt, er wurde mit Handangel, Angelschnur oder Schleppangel gefangen. Ausnahmen sind die Bestände aus dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean.
Wenn du mehr Empfehlungen möchtest, wirf am besten direkt einen Blick in die Liste!



