Das Europaparlament hat abgestimmt: Begriffe wie Wurst, Steak, Burger oder Schnitzel sollen künftig ausschließlich tierischen Produkten vorbehalten bleiben. Für pflanzliche Alternativen wären also neue, „tierfreie“ Bezeichnungen nötig. BILD: „Cherry Bomb Burger“ ©Flower Burger – die vegane „Burger-Kette“ muss ihren Namen vielleicht bald ändern.
Damit das Gesetz wirklich besiegelt wird, müssen noch die 27 EU-Staaten zustimmen – doch wir dürfen uns schon mal aufregen, dass die Fleischlobby überhaupt so weit gekommen ist!
Aldi, Lidl, Burger King und Rügenwalder Mühle kritisieren den Vorschlag in einem gemeinsamen offenen Brief:
„Die Argumentation, ein Verbot alltagsnaher Bezeichnungen sei zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor Verwirrung notwendig, entbehrt jeglicher empirischer Grundlage. Studien (…) zeigen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher sehr wohl in der Lage sind, zwischen pflanzlichen und tierischen Produkten zu unterscheiden. Stattdessen würde ein Verbot Unternehmen zwingen, alltagsfremde Begriffe zu verwenden, was den Marktzugang erheblich erschwert und die Innovationsdynamik bremst.“
Wenn Wörter verwirren – oder einfach lecker sind
Mal ehrlich: Die Witze schreiben sich von selbst. Vielleicht wird bald auch die „Scheuermilch“ verboten, damit niemand sie sich versehentlich in den Kaffee kippt. Die Hafermilch heißt ja zum Glück schon Haferdrink – vorher war es ja tatsächlich reihenweise vorgekommen, dass getäuschte Verbraucher*innen ganz aus Versehen einen pflanzlichen Cappuccino getrunken haben. Furchtbar!
Als Nächstes folgt dann wohl das Aus für Kinderschokolade? Schließlich sind da gar keine Kinder drin! Und was ist mit Gummibärchen oder Kaugummi – die enthalten ja gar kein Naturkautschuk vom Gummibaum (sondern bei Kaugummi meist Kunststoff, wie bei Autoreifen)!
Sprachpolizei mit Geschmackssinn?
Man darf gespannt sein, welche kreativen Namen uns künftig im Kühlregal erwarten. „Pflanzenpressling rund, flach, bräunlich“ vielleicht? Klingt köstlich. (Und genau darauf will die Fleischlobby ja hinaus!)
Es ist schon wirklich schade, dass nur eine Fleischwurst eine „echte Wurst“ sein darf. Denn Wurst ist leider weder gesund noch gut fürs Klima. Warum will die EU dann also solch eine Werbung dafür machen?



