Altkleider gehören nicht mehr in den Müll – aber wo sollen sie hin?

Altkleider dürfen nicht mehr in den Müll – aber die Container verschwinden. Was tun?

Altkleider dürfen nicht mehr in den Müll – aber die Container verschwinden. Was tun?

Seit Anfang 2025 gilt in der EU eine neue Regelung: Altkleider dürfen nicht mehr im Restmüll entsorgt werden. Ziel ist es, das Textilrecycling zu fördern und die gigantischen Müllmengen einzudämmen. Denn bisher wurden laut EU-Kommission nur rund 22 Prozent der Alttextilien in der EU über spezielle Sammelsysteme entsorgt – der Rest landete in der Verbrennung. In Deutschland liegt die Sammelquote immerhin bei 50 bis 65 Prozent, aber gerade kommt ein neues Problem hinzu. BILD: Karin Jähne | Stock.Adobe.com

 

Container verschwinden – Sammelstellen fehlen

Paradoxerweise verschwinden derzeit in vielen deutschen Städten immer mehr Altkleidercontainer. Laut einem dpa-Bericht ziehen sich karitative Organisationen wie die Johanniter oder die Deutsche Kleiderstiftung aus der Sammlung zurück.
Der Grund: Viele Container versinken im Müll. Viele Menschen halten es anscheinend für praktisch, auch ihren Sperrmüll, Elektroschrott oder anderen Müll dort abzuladen, deren Entsorgung teuer und aufwendig für die gemeinnützigen Organisationen ist und zu Problemen mit der Stadt führt. 

Gleichzeitig nimmt die Qualität der gespendeten Kleidung ab – eine Folge von Fast Fashion, die zu immer billigeren, kurzlebigeren Textilien führt. Viele Stücke sind nicht mehr verwertbar und müssen ebenfalls verbrannt werden. (Der ganze Aufwand der Sammlung und Sortierung war dann umsonst.)

 

Fehlendes System für ein echtes Textilrecycling

Während in Deutschland die Regel gilt, dass kaputte oder stark verschmutzte Kleidung weiterhin in den Restmüll gehört, soll tragbare Kleidung in die Sammlung. Schuhe am besten verbunden (z. B. an den Schnürsenkeln), um Verluste zu vermeiden. Doch die Realität zeigt: Es fehlen funktionierende Sammel- und Recyclingstrukturen.

Auch in anderen Ländern ist die Situation schwierig. The Guardian berichtete im Frühjahr 2025 über britische Aktivist:innen, die ihre alten Kleidungsstücke an Marken zurückschicken – mit dem Hinweis: „You sold it – now recycle it.“ Der Protest zeigt, dass Verbraucher:innen mehr Verantwortung und Transparenz fordern.

Hierzulande werden tragbare Textilien meist an Sozialkaufhäuser oder Sortierbetriebe weitergegeben, die sie ins Ausland exportieren – vor allem nach Osteuropa oder Afrika. Dort werden sie verkauft oder entsorgt, wenn sie unverkäuflich sind. 

Kaputte Textilien werden zu Putzlappen, Dämmstoffen oder Vliesmaterialien recycelt, häufig aber ebenfalls verbrannt.

 

Bewusst konsumieren hilft am meisten

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ein Fehlwurf von tragbarer Kleidung in den Restmüll aktuell wohl keine Konsequenzen hat – dennoch ist das keine Lösung.

Damit die neue EU-Regelung wirkt, braucht es ein flächendeckendes, modernes Textilrecyclingsystem – und ein Umdenken bei uns allen:

  • Nur das kaufen, was wirklich gebraucht wird. 
  • Langlebige, fair produzierte Kleidung bevorzugen. 
  • Kaputte Stücke reparieren oder upcyceln. 
  • Eine Capsule Wardrobe aufbauen. Weniger, aber besser – das reduziert Überkonsum und Müll. Hier liest du mehr über meine Tipps zur Capsule Wardrobe.

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