Neulich bin ich über einen Dessert-Trend gestolpert und dachte zuerst: Okay, jetzt nimmt der Gesundheitswahn aber echt Überhand. Gemüse im Nachtisch? Also wirklich? Brokkoli-Pudding? BILD ©Paradiso Pure.Living Vegan Hotel
Doch dann fiel mir ein: Möhren‑Muffins habe ich sogar mal gegessen. Lecker! Zucchinikuchen? Kein Neuland. Und die veganen Brownies mit Bohnenbasis aus dem Paradiso Pure.Living Vegan Hotel haben auch schon auf dem Blog vorgestellt. Also… vielleicht ist es doch nicht so verrückt?
Oh doch – es ist noch viel verrückter!
Mousse au Chocolat mit Pilz-Streuseln & Co. – der kulinarische Twist
Eater spürt in diesem Artikel dem Gemüse-Dessert-Trend nach. In New York zeigt das Restaurant „Smithereens“ eindrucksvoll, wie Gemüse als Dessert richtig abgeht: Mousse au Chocolat trifft auf wilde Pilzstreusel. Oder Floadie mit Sellerie. Erst kommt ein Eis aus Selleriewurzel mit in Rotweinessig marinierten Luxardo‑Kirschen und einem Hauch Kaffeeöl. Drumherum sprudelt eine selbstgemachte Sellerie‑Soda. Erdige Frische trifft Süße.
„Ich bin ein Fan davon, wenn Desserts möglichst verrückt sind – solange sie gut schmecken.“ – Nick Tamburo, Smithereens, New York
Bei „Moon Rabbit„, dem vietnamesisch inspirierten Lokal, heißt die Devise: süß, salzig und ein kleines „What is that?“-Feeling. Da wandern Rosenkohl, Süßkartoffel oder Gurke in Eis, Sorbets und Puddings.
Starkoch Norbert Niederkofler aus Südtirol (“Cook the Mountain”) hat auch Gemüse-Desserts im Sortiment. Der CIVILIAN berichtet z. B. über Rote‑Beete-Sorbet mit Knochenmark‑Karamell.
5 inspirierende Gemüsedesserts zum Selbermachen
Probier es selbst – Gemüse kann süß echt spannend sein. Hier ein paar Ideen, wie du zu Hause experimentieren kannst:
- Pilz‑Schoko-Mousse mit Streuseln – Mousse au Chocolat (auch vegan) kombinieren mit getrockneten Shiitake- oder Pfifferlingpulver: für Umami und Crunch.
- Sellerie‑Float – Stücke von gefrorener Selleriewurzel mit Sahne in Eiscreme (mit geringer Süße) verarbeiten (z. B. im Thermomix) und mit Gurken‑ oder Apfelsaft‑Soda aufgießen.
- Rote‑Bete-Schokoladenmousse – intensive Farbe, erdiger Geschmack, harmoniert wunderbar mit dunkler Schokolade.
- Karotten- oder Pastinaken-Cookies – süß und würzig zugleich, optional mit Ingwer oder Zimt verfeinert.
- Fenchel‑Zitrus‑Granita – Fenchelblüten oder -saft mit Zitronen‑Essig, Zucker und Wasser zu kühler Granita gefrieren.
Und was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?
Gemüse im Dessert heißt oft: regional, saisonal, möglichst aus Resteverwertung („root-to-leaf“). Das schont Ressourcen, unterstützt lokale Erzeuger und erweitert unseren Geschmackshorizont. Experimentierfreude und Mut sind hier Schlüsselwörter – zusammen mit Zutaten, die vielleicht sonst auf dem Kompost landen würden.
Gesund? Ja und nein.
Ein Möhrenkuchen ist nicht automatisch gesünder als ein Marmorkuchen – der Zucker‑ und Fettanteil entscheidet. Aber Gemüse bringt Vitamine, Wasser und Ballaststoffe mit, oft weniger Fruchtzucker als Obst. Als Snack roh (“Knackgurke statt Bananen”) oder im Dessert clever eingesetzt (etwa mit weniger Zucker) macht Gemüse durchaus Sinn – auch auf dem Nachtischteller.



