Ist ein Verbot von Fleischwerbung gut?

Verbot für Fleischwerbung? Niederländische Gemeinden ergreifen drastische Maßnahme

Verbot für Fleischwerbung? Niederländische Gemeinden ergreifen drastische Maßnahme

Klimanotfall: Bereits drei Gemeinden in den Niederlanden verbannen Fleischwerbung aus dem öffentlichen Raum. BILD: Pixabay

 

Keine Werbung für klimaschädliche Produkte

In den Niederlanden haben nun bereits drei Gemeinden ein Verbot für Fleischwerbung durchgesetzt. Nachdem die Gemeinde Haarlem 2022 den Anfang gemacht hatte, sind jetzt auch Utrecht und Bloemendaal diesem Beispiel gefolgt. Selbst Amsterdam ist auf dem Weg, hat allerdings noch laufende Werbeverträge bis 2028, weshalb es hier noch dauern wird.

  • Es handelt sich nicht um ein komplettes Verbot (das wäre gesetzlich gar nicht zulässig). Doch die genannten Gemeinden wollen zumindest auf den von ihnen verwalteten Litfaßsäulen, Haltestellen und Plakatwänden keine Fleischwerbung mehr erlauben.
  • In Haarlem ist Bio-Fleisch von dem Verbot ausgenommen.
  • In Bloemendaal umfasst das Verbot zudem Produkte, die “auf fossilen Brennstoffen als Energiequelle fußen” sowie Glücksspiel und Alkohol.
  • Das Verbot tritt erst in Kraft, wenn die jetzigen Verträge auslaufen. In Haarlem ist dies 2024.

 

Fleischkonsum ist klimaschädlich

Der weltweite ansteigende Fleischkonsum ist verschiedener Studien zufolge ein Klimakiller.

  • Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die Nutztierhaltung für 14,5 Prozent aller menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich.
  • Hierunter fallen allerdings alle tierischen Produkte wie auch Milchprodukte, Gelatine und Wolle. 

 

Was bringt ein Werbeverbot für Fleisch?

Laut Professor Jan Willem Bolderdijk aus dem Fachbereich Nachhaltigkeit und Marketing der Universität Amsterdam bewirke ein Werbeverbot allein noch keine große Veränderung. Allerdings sagte er zu diesem Thema in einem Interview, dass man somit immerhin nicht mehr das Bild aufrechterhalte, dass Fleischkonsum die Norm sei. 

Die älteren von uns (so wie ich) erinnern sich vielleicht noch an Zigaretten-Werbungen und sind Zeuge davon, dass seit dem Werbeverbot (1975 bis 2007 schrittweise erfolgt) – und dem danach folgendem Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten (2008) – ein drastischer Rückgang im Tabakkonsum erfolgt ist. Nun ist Fleisch nicht das Gleiche wie Tabak, doch viele nachhaltige Hotels sind inzwischen dazu übergegangen, ihren Speiseplan zumindest um vegane Alternativen zu bereichern. 

 

In unserem Blogbeitrag zum veganen Reisen stellen wir vor, wie verschiedene Hotelchefs zum Thema Fleischkonsum eingestellt sind. Während Hotels wie das LA VIMEA in Südtirol bereits komplett vegan sind (auch die Einrichtung betreffend) so bieten andere nur noch regionales Bio-Fleisch an.

Brauchst du noch Fleisch oder reist du schon vegan-vegetarisch?

 


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