Tauben füttern oder vertreiben? Ein Gutachten besagt: Stadttauben sind Haustiere – und darum müssten sich die Kommunen auch darum kümmern, anstatt Futterverbote aufzustellen und Stacheln anzubringen. BILD: D_Fenix249 für Pixabay
5 interessante Fakten zur Großstadt-Taube
1. Stadttauben sind keine Wildvögel
Die Tierschutzbeauftragte des Landes Berlin, Dr. Kathrin Herrmann, gab 2022 ein Gutachten in Auftrag, welches das Fütterungsverbot von Tauben im Tierschutzrecht einordnen sollte. Eine Genanalyse der Gutachter*innen ergab: Stadttauben sind domestizierte Haustiere oder deren Nachkommen. Sie paaren sich nicht mit Wildtauben und sind somit genetisch keine Wildvögel. Demzufolge schlussfolgern die Gutachter*innen, dass sich die Kommunen nun um die Stadttauben kümmern müssten, da die ursprünglichen Besitzer*innen nicht mehr zu ermitteln seien. Die Fürsorgepflicht beinhalte: Fütterung, Pflege und tierärztliche Versorgung.
2. Es gibt über 300 Taubenarten
Weltweit gibt es um die 300 verschiedenen Taubenarten. Die Stadttaube wurde als Haus- und Brieftaube wahrscheinlich aus der Felsentaube gezüchtet.
3. Stadttauben gibt es bereits seit dem Altertum
Die Geschichte von Mensch und Taube geht lang zurück. Bereits im Altertum (also etwa vor 5.000 Jahren) werden Stadttauben erwähnt. Die Taube als Friedenssymbol wird im Alten Testament in der Geschichte von Noah erwähnt.
4. Stadttauben übertragen keine Krankheiten auf den Menschen (bzw. ist die Gefahr gering)
Manche Menschen befürchten, Tauben könnten Krankheiten auf den Menschen übertragen. Laut dem deutschen Tierschutzbund ist das Risiko einer Ansteckung allerdings sehr gering – bzw. nicht höher als bei Haustieren oder Wildvögeln.
5. Tauben füttern: Brot, Chips und Essensreste schaden den Tieren
Tauben ernähren sich pflanzlich und essen in erster Linie Körner. Brot, Chips oder sonstige verarbeitete Lebensmittel enthalten viel Salz und zu viele Kohlenhydrate. Dies ist laut Tauben-Experten kein artgerechtes Futter und nicht gesund für die Vögel. Geeignetes Futter für Tauben seien Maiskörner (Popcornmais), unbehandelte Sonnenblumenkerne, Dinkelkörner oder getrocknete Erbsen. Du kannst aber auch in einer Tierhandlung spezielle Futtermischungen kaufen.
Der Grund dafür, dass Tauben nicht gefüttert werden sollten, ist:
- Aus der Sicht von Tierfreunden: Menschen füttern oft das Falsche
- Aus Sicht von Taubenhassern: Es sorgt dafür, dass sie sich vermehren und die Menschen durch ihre Anwesenheit sowie Lärm und Taubenkot stören.
Der deutsche Tierschutzbund befürwortet Taubenhäuser. In diesen erhalten die Tauben artgerechtest Futter und können die Häuser als Brutplätze nutzen. Die Taubeneier können dann durch Imitate ersetzt werden, um den Bestand zu verringern. Dies wird bereits in mehreren Städten so gehandhabt und konnte dazu beitragen, die Zahl der Tauben zu regulieren, ohne drastische Maßnahmen wie Gift oder Stacheln zu verwenden.
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