Reisen als queerer Mensch - GREEN TRAVEL BLOG

Reisen als queerer Mensch

Reisen als queerer Mensch

Während des Studiums habe ich nebenbei für einen Gutachter Ergänzungen zu Lebensläufen von trans Menschen formuliert, die im Rahmen des absolut veralteten Transsexuellen-Gesetzes ihren Namen und ihr Geschlecht ändern möchten. Die Arbeit hat mich sensibilisiert und ich habe mich auch privat mehr damit beschäftigt, wie ich selbst mein Verhalten und meine Sprache anpassen kann, um Menschen nicht zu verletzen. Das ist unter anderem einer der Gründe, warum ich versuche, konsequent zu gendern, warum ich lieber „Menschen“ als „Männer und Frauen“ schreibe. Und warum ich in diesem Insight mal ein wenig zum Thema „Reisen als queerer Mensch“ schreibe.

 

Ein kleiner Disclaimer am Anfang: Ich bin selbst nicht queer und fasse hier grob zusammen, was ich zu dem Thema gelesen und gehört habe. Falls du dich tiefer einlesen möchtest, empfehle ich dir, queeren Menschen zuzuhören. Das heißt: Folge ihnen auf Instagram, lies Erfahrungsberichte und Blogs oder Experteninterviews wie dieses hier von FairAway.

Und noch etwas: Falls du dich fragst, was das mit nachhaltigem Reisen zu tun hat, kann ich dir sagen: Eine ganze Menge. Denn zu Nachhaltigkeit zählt auch eine soziale Dimension und hierzu wiederum die Einhaltung und das Respektieren der Menschenrechte.

 

Reisen als LGBTQI+ Mensch

LGBTQI+ steht für lesbian, gay, bi, trans, queer, intersex. Das Plus zeigt, dass es weitere Identitäten und Orientierungen gibt, zum Beispiel pan- oder asexuell.

Weltweit ist die Sitiuation für LGBTQI+ Reisende sehr unterschiedlich. Gleichberechtigung in den einen Ländern, relativ freie Orte und queerfreundliche Locations an schwierigen Orten an anderer Stelle, und bis heute Gefängnis- oder sogar die Todesstrafe in einigen Staaten. Das alles macht es nicht einfacher und falls du ebenso wie ich, dir darüber keine Gedanken machen musst, dann darfst du dich jetzt einmal über dein enormes Privileg freuen.

Darüber hinaus ist es für manche Menschen noch einmal schwieriger. Hier kommt das sogenannte Passing ins Spiel, das beschreibt, wie man von anderen Menschen wahrgenommen wird. Wird man als trans Menschn betrachtet oder passed man als männlich?

Die jeweilige Rechtsgrundlage hilft oft bei der ersten Orientierung: Sind zum Beispiel gleichgeschlechtliche Beziehungen bzw. Handlungen strafbar? Auch wir als cis-Reisende dürfen hier überlegen, ob wir die Wirtschaft in Ländern unterstützen wollen, die trans Menschen nicht anerkennen und in denen queere Paare mit Gefängnis rechnen müssen, wenn sie in der Öffentlichkeit Händchen halten.

 

LGBTQI+ freundliche Reiseziele

Wenn wir eine solch wertebasierte Reiseentscheidung treffen wollen, müssen wir uns informieren. Eine gute Anlaufstelle dafür ist der sogenannte Gay Travel Index oder der Rainbow Europe Index. Ganz vorn mit dabei sind aktuell Kanada und Malta.

Auch Initiativen wie die pink pillow collection sind ein guter Orientierungspunkt. Hier präsentieren sich Hotels und Unterkünfte, die sich ausdrücklich für eine Gleichberechtigung aller Menschen einsetzen. Auch bei zertifiziert nachhaltigen Hotels sollte man davon ausgehen, dass alle Menschen willkommen sind und sie mit Respekt behandelt werden. Schließlich haben auch sie sich dem Schutz der Menschenrechte verschrieben.

 


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