Der Name Piemont, oder italienisch Piemonte kommt aus dem lateinischen von ad pedem montium was übersetzt bedeutet „am Fuß der Berge“. Dieser Name klingt sehr passend für die Region im Nordwesten Italiens, die von der beeindruckenden Berg- und Talwelt der Alpen geprägt ist.
Zwischen dem Susa-Tal im Norden und den Seealpen im Süden liegen die Valli Occitane, die okzitanischen Täler des Piemont, zu denen unter anderen auch das Maira-Tal gehört. Dort wird auch heute noch Okzitanisch – die „lingua d’oc“- gesprochen. Einst war sie die Sprache der Troubadoure und Verfasser von Liebesgedichten, wurde aber auch im Alltag gesprochen. Heute schrumpft die Zahl der Sprecher aber das Okzitanische lebt weiter in der Dialektsprache. In den letzten Jahren feiert das Okzitanische sogar ein wahres Comeback. Die Kultur wird gefördert und weitergegeben an die jüngere Generation unter dem Motto „Was Oma noch wusste“. Auch die okzitanische Küche erfährt eine wahre Renaissance. Es erfolgt sogar eine Aufwertung der oft als rückständig wahrgenommenen Berggebiete. Die teilweise noch unberührte Natur wird inzwischen besonders geschätzt.

Locanda Mistral Valle Maira Piemont
DAS MAIRA-TAL: EIN JUWEL OKZITANISCHER KULTUR UND KÜCHE
Ein besonderes Juwel in der okzitanischen Alpentalwelt ist das Maira-Tal. Ein sogennanter „Hidden Gem“, ein Ort fernab von Touristenmassen, der noch besonders authentisch ist und Outdoorbegeisterte mit unberührter Natur und spektakulären Panoramen lockt. Denn die Landschaft im Maira-Tal ist alles andere als eintönig: von den üppigen Eichen- und Kastanienwäldern im unteren Talbereich erreichst du nach nur 45 Kilometern tiefe Schluchten mit senkrecht aufragenden Felswänden. Im Maira-Tal gibt es viele vergessene und inzwischen wiederentdeckte Ecken und Ortschaften, welche alle die Zeichen einer langen Geschichte aufweisen. Allen gemeinsam ist der respektvolle Umgang des Menschen mit der Natur.
Auch die Küche im Maira-Tal folgt der alten Tradition. Die okzitanische Küche des Maira-Tals ist einfach und bodenständig und an die Produkte der heimischen Landwirtschaft gebunden. Die Regionalität der Lebensmittel wird hier also ganz großgeschrieben.

DIE OKZITANISCHE KÜCHE – EINFACH BESONDERS
Über den Ursprung des Sardellenhandels im Val Maira gibt es Legenden und historische Überlieferungen. Fest steht aber, dass die gesalzenen Sardellen als Gericht „Bagna Cuda“ Einzug in die traditionelle piemontesische Küche gefunden haben. Das Gericht enthält Knoblauch – oft auch Milch oder Sahne – und bereichert mit seinem kräftigen Geschmack die Gemüsesorten der Saison.
Im Zentrum der okzitanischen Talküche steht die Kartoffel, die neben den Kastanien bei der Ernährung der Bauern im Alltag schon früher eine große Rolle spielte. Sehr beliebt sind heute die Kartoffeln aus Prazzo, die zwar ziemlich klein, aber dafür sehr geschmackvoll sind. Mit ihnen werden die „Raviolos“, ein typisches Gericht der okzitanischen Täler, zubereitet. In der Suppenküche kennt man beispielsweise „Il Comaut“, eine Art Kürbiscremesuppe mit Karotten, Zwiebeln, Milch, Butter und Salbei. Die „Zuppa antica“ wird mit Kastanien, Brennnesseln, Pilzen, Knoblauch und Gerste zubereitet. Auch wenn es sich hier um alte traditionelle Gerichte handelt, wirken sie fast schon aktuell, modern und irgendwie besonders.
Eine weitere Spezialität der okzitanischen Talküche ist die Herstellung von Butter, Alp-und Frischkäse. Kräftige Käsesorten werden gerne mit lokalem Honig serviert, wie z.B. der Castel Magno, ein typischer Käse von den Bergweiden der Region, der zu den Spezialitäten Italiens gehört. Diesen Käse kannst du beispielsweise in der „Tavernetta di Sagna“ genießen, als Abschluss einer hervorragenden Mahlzeit aus der okzitanischen Küche. Typische Desserts aus der okzitanischen Küche sind Apfelküchlein, gefüllte Pfirsiche oder die bekannte „Torta di Tetti“.

DEN LUXUS IN DER EINFACHHEIT FINDEN
Die okzitanische Kultur der Region des Maira-Tals wiederzubeleben, das ist auch das Ziel der Hotelbetreiber des Locanda Mistral und des Sagna Rotonda. Sie zeigen uns auf ihre Weise, wie Einfachheit Luxus sein kann und wie man auf kreative Weise Tradition und Moderne miteinander verbindet.
Giovanni, Betreiber des Öko-Feriendorfs Sagna Rotonda, zeigt uns, dass Luxus und Bescheidenheit auch gemeinsam funktionieren. Inmitten unberührter Natur der Bergtalwelt liegt auch sein Restaurant Tavernetta die Sagna Rotonda, das durch einfache aber köstliche piemontesische Gerichte besticht. Das Restaurant liegt in einem dort typischen alten Natursteinhaus. Das Gemüse für die Gerichte wird von der eigenen Bio-Farm der Familie bezogen und zum Essen werden regionale Bioweine gereicht.

Renato und Michaela
Renato und Michaela haben es sich zur Aufgabe gemacht Tradition und Moderne zu verbinden. Ihre Idee findet sich nicht nur in der Architektur und Gestaltung des Hotels und der Zimmer, sondern auch im hoteleigenen Restaurant wieder. Typische okzitanische oder piemontesische Gerichte werden von der Chefköchin Manuela neu interpretiert und mit viel Kreativität in neue Gerichte verwandelt. Das Bio-Gemüse stammt zum größten Teil aus dem eigenen Garten. Molkereiprodukte wie Käse und Butter werden von regionalen Molkereien, Honig aus der Nachbarschaft und Fleisch nur aus streng zertifizierter Haltung aus dem Piemont bezogen. Aber vor allem kannst du die Liebe schmecken, die in all ihren Gerichten steckt, denn sie kocht mit Freude und Begeisterung.
Der Luxus liegt aber nicht nur in der Einfachheit der Gerichte, sondern auch in der Lage der Hotels. Denn die Landschaft ist noch unberührt, die Architektur noch authentisch und die Betreiber der Hotels erwecken mit Begeisterung und Liebe einen vergessenen Ort und seine Traditionen zum Leben.
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