Das Weltall und die Unterwasserwelt haben mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick scheint. Und dann auch wieder nicht. Tatsächlich sind die Tiefen unserer Meere sogar noch weniger erforscht als das Weltall. Wir wissen nicht, was da unten ist, was da lebt – und wie. Dieses Fremdartige ist es, was mich persönlich am Tauchen fasziniert. Als Taucherin erlebt man die Unterwasserwelt auf eine ganz besondere und einzigartige Weise und erfährt hautnah, warum Umwelt- und Meeresschutz so wichtig sind und Tauchen und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen.
Faszination Tauchen
Unter Wasser sind wir genauso fremd und auf technische Hilfe angewiesen wie im Weltraum. Wir sind quasi schwerelos und bewegen uns in Zeitlupe. Fast wie im Weltall. Unter Wasser werden Geräusche, Sprache und Zeit beinahe bedeutungslos. Als Taucher*in misst du nur selten in Minuten. Der Tauchgang wird durch den Sauerstoff, der dir noch zur Verfügung steht, begrenzt. (Und von der Tiefe, in die du hinab tauchst, aber das würde jetzt zu weit führen 😀 )
Als Taucher*in dringst du in einen Lebensraum vor, in den du nicht hineingehörst. Die Fische um dich herum, die Pflanzen, die Meeressäuger – Sie gehören hierher, aber wir Taucher*innen sind Gäste in diesem Lebensraum. Wir dürfen beobachten, manchmal sogar ein kleiner Teil davon sein, und wir werden selbst beobachtet.
Es ist immer wieder aufs Neue faszinierend zu sehen, wie sich die Meeresbewohner entweder gar nicht von unserer Anwesenheit stören lassen, oder aber neugierig sind und uns ganz genau beobachten.
Diese Erlebnisse und dieses „Gast-Bewusstsein“ sind die Gründe, warum Nachhaltigkeit und Meeresschutz ganz fest in der Mentalität der meisten Taucher*innen verankert sind. Als Gäste Unterwasser sehen wir aus erster Hand, was Verschmutzung und Co. mit diesem einzigartigen Lebensraum machen. Wie viel Dreck und Müll wir bei unseren Tauchgängen zum Teil mit an Land bringen … Man fragt sich manchmal wirklich, ob die Menschen das Meer als Mülleimer betrachten, wenn man Konservendosen, Angelsehnen und Haken, Glas oder ganze Kunststoffplakate vom Meeresboden sammelt.
Exkurs: Sicherheit beim Tauchen
Ich schreibe übrigens „wir“ vor allem darum, weil man als Taucher*in niemals allein abtaucht. Man ist immer zusammen mit einem oder zwei Tauch-Buddies unterwegs, die im Notfall da sind, um zu helfen. Wie schon am Anfang angedeutet: Wir sind Unterwasser auf technische Hilfe angewiesen. Wenn die ausfällt, ist es lebenswichtig, dass jemand da ist, der mit seiner Technik einspringen kann, bis man wieder an der Oberfläche ist.
Ausbildung, Tauchen und Nachhaltigkeit
Die meisten von uns fangen nicht mit dem Tauchen an, um Müll aus den Ozeanen und Seen der Welt zu ziehen. Ich für meinen Teil habe aus purer Neugier angefangen. Und weil ich Fische beobachten wollte. Bei den meisten ist es diese Faszination für das Leben unter Wasser und die Langsamkeit und Stille, die dich umfängt, sobald du untertauchst, die einen in den nächsten Tauchverein treibt.
Oft auch im Urlaub, damit man die fremde Unterwasserwelt mit ihren bunten Fischen genauer erkunden kann, als beim Schnorcheln. Ob man nach drei Tagen Kurs von Ausbildung sprechen kann, lassen wir jetzt mal außen vor. Ich bin froh, dass ich mehr Zeit hatte, um Sicherheit im Umgang mit der Technik und Vertrauen in meine Fähigkeiten zu bekommen.

Voraussetzungen zum Tauchen
Generell kann beinahe jede*r mit dem Tauchen anfangen. Meist gibt es eine Altersbeschränkung nach unten (ab 10 Jahren meistens) aber nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Einzig eine gewisse grundlegende Fitness sollte vorhanden sein. Bevor du mit dem Tauchschein loslegen kannst, musst du ohnehin zu einem Tauch- oder Sportarzt für eine Tauglichkeitsuntersuchung.
Ich habe meine Ausbildung übrigens nicht im warmen Süden und in kristallklarem Wasser gemacht, sondern in der Ostsee Tauchen gelernt. Bei zum Teil 9 Grad Celsius Wassertemperatur und Sichtweiten von knappen zwei Metern. Manchmal weniger. Auch in Seen kann man seinen Tauchschein machen.
Der Respekt vor dem Meer, der Natur und den Lebewesen unter Wasser wurde uns von Anfang an von unseren Ausbildern beigebracht und vorgelebt (und das geschieht auch in den meisten Tauchresorts und Urlaubskursen). Sowohl Unter- als auch Überwasser. Fest verankert in der Tauchausbildung ist zum Beispiel der Umgang mit Korallen bzw. das Verhalten Korallen gegenüber. Allem voran, dass man sie nicht mit den bloßen Händen berühren sollte.
Exkurs: Tauchen in den Tropen
Vor einiger Zeit hatten wir in der Redaktion einmal ein Gespräch über das unachtsame oder respektlose Verhalten von Touristen und die daraus resultierende Zerstörung von Riffen. Auch Taucher*innen wurden dabei genannt, und auch wenn es mit Sicherheit in der Tauchcommunity schwarze Schafe gibt, so würde ich doch für den größten Teil der passionierten Taucher*innen meine Hand ins Feuer legen und sagen: Sie wissen, wie man sich unter Wasser so verhält, dass nichts zerstört oder beschädigt wird. Im Gegenteil. Sie sind diejenigen, die die Plastiktüten und Flipflops wieder mit an Land bringen, die von anderen dort „verloren“ wurden …

Tauchen auf Reisen: Muss es immer das tropische Gewässer sein?
Wo wir uns gerade schon einmal in gedanklich in den Tropen mit den bunten Fischen und farbenfrohen Korallen aufhalten, stellt sich unweigerlich die Frage: Muss man zum Tauchen immer in die Tropen fahren?
Nein, natürlich nicht! War ich selbst auch noch nicht. Stattdessen habe ich das Leben in der Ostsee beobachtet. Wusstest du zum Beispiel, dass es in der Ostsee kleine blaue Seesterne gibt? Oder wie wunderschön Feuerquallen im sich unter Wasser brechenden Sonnenlicht (und von weit weg!) aussehen?
Trotzdem stehen ein paar Tauchreiseziele auf meiner persönlichen Bucketlist, die weiter weg liegen. Wie man eine solche Reise nachhaltig gestalten kann, kannst du in unserem Artikel „Tauchen in den Tropen“ lesen (da gibt es auch noch weitere Destinationstipps zum Tauchen!)
Tauchen in der Ostsee – Unterkunftsempfehlung
Wenn du jetzt selbst mal die Ostsee beim Tauchen erleben willst, dann gibt es zahlreiche Tauchspots entlang der gesamten Küste. Zum Beispiel auch in Timmendorfer Strand! Kaum zwei Minuten vom Strand entfernt, findest du dort außerdem das nachhaltige Lifestylehotel SAND, das sich zum Beispiel auch für den WDC (Whale and Dolphin Conservation) engagiert. In der Region bietet der WWF übrigens auch Schnorcheltouren an! Perfekt für alle, die (noch) keinen Tauchschein haben.
Nachhaltiges Engagement unter Wasser
Wenn es um den Meeresschutz geht, sind wir Taucher*innen, glaube ich, ziemlich anfällig für Greenwashing. Sehen wir irgendwo eine Möglichkeit, dem Meer etwas zurückzugeben als „Dankeschön“ für die wunderbare Zeit, die wir regelmäßig in ihm verbringen, ergreifen wir sie. Doch wie immer ist nicht alles so grün wie es ausschaut.
Korallenpflanzprojekte stehen zum Beispiel immer wieder in der Kritik, da sie nicht immer von Fachleuten durchgeführt werden, die Korallenstücke von lebenden Korallen abgenommen werden oder nicht auf Biodiversität und genetische Vielfalt bei den Pflanzungen geachtet wird. Besonders bei letzterem kann es sein, dass die empfindlichen Korallen bei der nächsten Katastrophe sterben. Sinnvoller sei es, meinen Forschende, die vorhanden Riffe zu schützen und den Klimawandel einzudämmen. Dann also doch lieber das Säubern und Aufräumen der Riffe statt Korallenpflanzen 😉
Einige Tauchresorts wie das Gili Lankanfushi auf den Malediven bieten Kurse an, bei denen du die Arbeit von Meeresbiologen unterstützt. Hier kannst du dir relativ sicher sein, dass du nicht auf Greenwashing hereinfällst, sondern echten Naturschutz betreibst. Im Gili gibt es zusätzlich auch Vorträge über Naturschutzthemen und Weiterbildung fürTauchausbilder*innen.

In diesem Artikel erfährst du noch mehr darüber, wie und warum du deinen Tauchurlaub nachhaltig gestalten solltest!
Nachhaltigkeit bei den Tauchvereinigungen
Die beiden großen Tauchvereinigungen und Ausbildungsorganisationen PADI und SSI haben sich ebenfalls der Nachhaltigkeit verschrieben. „Unser Ziel ist es, das Tauchen als leuchtendes Beispiel dafür hervorzuheben, wie eine globale Branche harmonisch mit der Natur zusammenarbeiten kann“, schreibt PADI auf seiner Seite.
Auch in der Ostsee zeigt sich immer wieder, das Tauchen als entspannendes und faszinierendes Hobby und praktischer Naturschutz Hand in Hand gehen können. Sei es beim Bergen von Geisternetzen oder eben beim Angelhaken und Plastiktüten sammeln und an Land entsorgen.

5 Tipps, für nachhaltiges Tauchen
Wenn du jetzt Lust bekommen hast, dieses Hobby mit mir zu teilen, fasse ich hier noch mal meine Tipps für den Start zusammen:
- Beginne bei einer Tauchschule in deiner Region (Auch Seen und Binnengewässer haben ihren Reiz). Oft bieten Tauchschulen auch Schnupperkurse an!
- Leihe dir die Ausrüstung bis du weißt, dass du das Hobby wirklich fortsetzen willst. Das Einzige, das du am Anfang brauchst, ist eine gutsitzende Tauchmaske aus dem Fachhandel (nein, nicht vom Discounter!), ein Schnorchel und evtl. Flossen.
Später kannst du dann bei der Auswahl der Ausrüstung auf nachhaltige Hersteller achten. - Fahrt gemeinsam zu den Tauchspots. Achtet beim Einstieg darauf, nicht die umgebende Natur zu zerstören.
- Wenn du deine Ausbildung während des Urlaubs machen willst, achte auf zertifizierte Ausbildungen (wie im Zeavola Resort, wo du PADI-Kurse belegen kannst)
- Behandle die Unterwasserwelt und ihre Bewohner immer mit Respekt. Fase nichts an und achte auf deine Flossenschläge (auch damit kann man einiges zerstören)
Und zu guter Letzt: Genieße es, wenn du unter Wasser unterwegs bist! Tauchen ist faszinierend, aber auch das drum herum, die Gemeinschaft und der Einsatz für die Natur machen es zu etwas ganz Besonderem!
Warst du schon mal tauchen? Dann teile deine Erlebnisse und Erfahrungen gern in den Kommentaren!
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