83 % aller Reisenden halten nachhaltiges Reisen für wichtig – aber nur 1 von 3 setzt es wirklich um. Das deutsche Umweltbundesamt bestätigt: 62 % wünschen sich umwelt- und/oder sozialverträgliche Urlaubsreisen. Damit das gute Vorhaben nicht auch bei dir eine Theorie bleibt, haben wir uns mit Experten aus der Reisebranche zusammengesetzt.
In diesem Artikel findest du das Ergebnis: 15 bewährte Tipps für nachhaltiges Reisen – gesammelt von unserem reiseaffinen Redaktionsteam und ergänzt mit Einblicken von langjährigen Partner-Hoteliers, die Nachhaltigkeit tagtäglich leben. Dich erwarten also praxiserprobte Strategien und Inspirationen direkt aus dem Reise-Alltag. So wird deine nächste Reise wirklich grün!
Bereit? Dann kann die (nachhaltige) Reise losgehen:-)
Du willst lieber erst theoretischer und tiefer ins Thema einsteigen? In diesem Hintergrund-Blogartikel erklären wir dir, was nachhaltiges Reisen eigentlich bedeutet – und warum es so wichtig ist.

Nachhaltig reisen von der Planung bis zur Heimkehr
Eine Reise nachhaltig zu gestalten, ist ein großes Unterfangen. Zumindest im ersten Moment. Deshalb haben wir unsere Tipps in drei große Kategorien unterteilt. So kannst du direkt zu der Stelle springen, die für dich gerade wichtig ist.
Du steckst in der Vorbereitung deiner nächsten Reise? Du weißt, dass eine nachhaltige Reise schon zu Hause bei der Reiseplanung beginnt und du willst wissen, worauf du dabei achten kannst? Dann ist der erste Teil genau richtig für dich!
Du sitzt quasi auf deinem gepackten Koffer oder sogar schon in dem Reiseverkehrsmittel deiner Wahl und willst dich auf deinen nachhaltigen Aufenthalt vor Ort einstimmen? Dir die wichtigsten Dinge noch einmal ins Gedächtnis rufen? Dann scroll zum zweiten Teil, in dem wir dich dabei begleiten, deine Reise nachhaltiger zu machen.
Du bist mit Abschiedsschmerz im Herzen auf dem Heimweg und willst wissen, wie du deine nachhaltige Unterkunft, die Menschen an deinem Urlaubsort oder eine lieb gewonnene Organisation von zu Hause aus nachhaltig unterstützen kannst? Du kommst gerade von einer Reise zurück und überlegst, was du das nächste Mal besser machen kannst und wie du mit den Erfahrungen deiner Reise umgehst? Dann schau im dritten Teil vorbei. Denn eine nachhaltige Reise hört nicht damit auf, dass wir wieder zu Hause sind.
Du bist nur hier, um Inspiration zu sammeln? Dann schau dich in Ruhe um und hinterlasse gern einen Kommentar, wie es dir gefallen hat.
Unsere 15 Tipps für nachhaltiges Reisen (und ein Bonus-Tipp am Ende)
Nachhaltige Reiseplanung

1.) Sei ehrlich, was den Zweck deiner Reise angeht.
Damit meinen wir, dass du dir im Vorhinein, bevor du überhaupt mit der Planung loslegst, bewusst machst, warum du verreisen willst. Geht es dir darum, ein bestimmtes Land oder eine Kultur kennenzulernen? Willst du Natur und wilde Tiere erleben, besondere Bauwerke oder Formationen bewundern? Oder geht es dir vor allem darum, von zu Hause wegzukommen oder einfach nur zu entspannen?
Wenn du eher zu dem Letzteren tendierst, dann muss es vielleicht nicht die Flugreise auf die Kanaren oder nach Ägypten sein, oder? Dann ist ein schönes und nachhaltiges Wellnesshotel oder Ferienhaus in deiner Region oder deinem Land sogar die bessere Wahl.
Tipp von Mara aus der Redaktion: Vergiss die Bucketlist
Oftmals wird es gerade in den sozialen Medien gehypt, wenn man eine ewig lange Bucketlist hat – und schon ganz viel davon „abgearbeitet“ hat. Ich bin kein Fan davon, da es dazu verleitet, Orte nur deshalb zu besuchen, weil man ein Häkchen machen will. Daher sollte man sich in der Reiseplanung immer wieder hinterfragen: Will ich da hin, weil ICH das sehen möchte? Oder weil mir von anderen suggeriert wird, dass ich dahin muss?
2.) Achte bei deinen Recherchen auf Umweltsiegel und Zertifikate.
Blind vertrauen solltest du ihnen aber nicht, denn prinzipiell kann jedes Unternehmen, jedes Hotel oder jeder Anbieter sein eigenes Eco-Label entwerfen und auf seine Website packen. Schau dich also auch auf der Seite um: Werden die Initiativen und nachhaltigen Maßnahmen klar benannt und belegt? Wird das Siegel durch unabhängige Organisationen verliehen? Wie transparent sind die Kriterien?
Allgemein anerkannte Siegel, auf die du im Tourismusbereich achten kannst, sind TourCert, Viabono, GSTC, Swisstainable und die Blaue Flagge für Strände und Gewässer.
Bei Unterkünften kommen weitere dazu: GreenSign zum Beispiel, sowie das EU Eco Label, und verschiedene Bio-Zertifizierungen. Auch bei Green Pearls® findest du nachweislich nachhaltige Unterkünfte, die vor der Aufnahme auf unsere Informationsplattform einen umfangreichen Kriterienkatalog erfüllen müssen. Mehr über unsere Kriterien und worauf wir bei unseren Partnern achten, kannst du auf dieser Seite herausfinden.
3.) Wissen von Expert*innen nutzen
Dieser Tipp schließt nahtlos an den vorhergehenden an und du bist gerade dabei, ihn zu erfüllen. Denn wenn du dich vor deiner Reise darüber informierst, wie du nachhaltig reisen kannst, bist du schon auf dem besten Weg, es auch zu tun.
Dazu gehört auch, dass du dich zuvor damit beschäftigst, wie du an deinem Zielort nachhaltig unterwegs sein kannst. Wie sieht es zum Beispiel mit der Trinkwasser-Qualität aus? Oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln?
Falls du jetzt schon merkst, dass dir das zu viel wird, dann kannst du dich auch an Experten wenden. Viele Reiseanbieter fokussieren sich immer mehr auf nachhaltige Reisen und auch die sozialen Medien sind ein guter Anlaufpunkt, um sich mit anderen Reisenden zu vernetzen und von ihren Erfahrungen zu profitieren.
4.) Beschäftigung mit Kultur und Sprache
Wenn du weißt, wo es hingehen soll, dann solltest du auch anfangen, dich mit dem Land und den Gepflogenheiten vor Ort zu beschäftigen. So vermeidest du (unbeabsichtigtes) respektloses Verhalten und weißt im Vorhinein, worauf du dich einstellen kannst und solltest.
Tipp von Nina aus der Redaktion: Hallo, Bitte, Danke
Ich finde, man sollte wenigstens „Guten Tag / Bitte / Danke“ versuchen in der Landessprache zu können und zu nutzen. Das zeigt Respekt vor den Menschen und man kommt auch eher in Kontakt.
Vorbereitung ist alles: Packen, Dokumente, Anreise

5.) Plane deine Anreise und verzichte, wenn es geht, auf Flüge
Wahrscheinlich ist uns inzwischen allen bewusst, wie umweltschädigend Flüge sind. Daher findest du nicht umsonst immer wieder den Appell, auf Fliegen zu verzichten, wenn es um Tipps für nachhaltiges Reisen geht.
Tipp vom Hotel Klosterbräu, Tirol: Grüne Anreise lohnt sich
Bei einigen nachhaltigen Hotels wird eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln extra belohnt. Im Hotel Klosterbräu stehen dir bei einer Anreise mit der Bahn zum Beispiel für für den gesamten Urlaub E-Scooter und E-Bikes kostenlos zur Verfügung. Vom Bahnhof werdet ihr kostenlos mit einem E-Shuttle abgeholt. Der Bahnhof Seefeld ist übrigens der höchstgelegene ICE-Bahnhof der Welt und nur 3 Minuten entfernt 🙂
Werde kreativ und schaue, ob es nicht auch andere Möglichkeiten der Anreise gibt. Wie wäre es z. B. mit dem Nachtzug oder Fernbus?
Tipp von Mara aus der Redaktion: Einfach europäische Zugverbindungen finden
Statt für jedes Land bei den einzelnen Anbietern nach Verbindungen zu suchen, kann man über The Trainline ganz einfach und schnell innereuropäische Zugverbindungen suchen und buchen.
Wenn es ohne Flug nicht geht, dann beachte eine simple Faustregel: Je länger der Flug, desto länger solltest du vor Ort bleiben. So unterstützt du auch die Bevölkerung und die Wirtschaft vor Ort nachhaltiger.
Du hast jetzt richtig Lust, Europa mit der Bahn zu erkunden? Dann schau doch mal hier vorbei!
6.) Weniger ist mehr: Über Packlisten und Zero Waste
Ja, tatsächlich: Es macht einen Unterschied, wie viel dein Gepäck wiegt! Je weniger Gewicht, desto weniger Treibstoff wird verbraucht, egal ob du mit Auto oder Flugzeug unterwegs bist. Und deine Nerven werden auch geschont.
Tipp von Katharina aus der Redaktion: Capsule Wardrobe
Ich setze beim Packen auf eine „Capsule Wardrobe“ – wenige Teile, alle sind farblich und vom Stil gut miteinander kombinierbar. Je nach Länge der Reise plane ich ein, bestimmte Teile auszuwaschen. Auch hänge ich getragene Kleidung gern auf und lüfte sie aus – das klappt erstaunlich gut und die Sachen riechen dann manchmal fast wieder „frisch“.
Wenn wir schon bei Gepäckeinsparung sind: Die Zeiten von Heftern und Mappen voller Zettel und Tickets sind vorbei. Tickets müssen in den meisten Fällen nur noch digital vorliegen, Reisepläne werden auf dem Handy gespeichert und auch wichtige Dokumente lassen sich abfotografieren oder einscannen und sind über eine Cloud immer verfügbar.
Tipp von Stefany aus der Redaktion: Zero Waste Reisen
Immer mit dabei: Plastikflasche, wiederverwendbarer Kaffeebecher, Korb oder Jutebeutel und für Autoreisen bereiten wir Essen vor, sodass wir unterwegs nicht auf verpackte Sandwiches oder ähnliches zugreifen müssen.
In diesem Blogartikel findest du noch weitere Tipps speziell zum Zero Waste Reisen und der Plastikvermeidung im Tourismus
Nachhaltig Reisen: Tipps für unterwegs

7.) Buche nachhaltige Unterkünfte
Einer der wichtigsten Punkte beim nachhaltigen Reisen neben der Anreise ist die Wahl deiner Unterkunft. Wenn du eine nachhaltige Unterbringung wählst, hat das enorme Auswirkungen für die Umwelt und auch für die lokale Bevölkerung. Denn ein nachhaltiges Hotel achtet zum Beispiel nicht nur auf erneuerbare Energien oder Wassersparmaßnahmen, sondern unterstützt auch die Region, beschäftigt Mitarbeiter aus der Umgebung und setzt sich für Umwelt- und soziale Projekte ein.
Tipp vom Naturresort Gerbehof: Auf Zimmerreinigung verzichten und Gutes tun
Nachhaltige Hotels verzichten inzwischen zunehmend auf eine tägliche Zimmerreinigung und das ständige Wechseln von Handtüchern und Bettwäsche. (Warum das so wichtig ist, erfährst du hier) Im Naturresort Gerbehof am Bodensee hat der Verzicht auf die Zimmerreinigung einen weiteren Effekt. Für jede Zimmerreinigung, auf die von den Gästen verzichtet wird, spendet das Hotel vier Euro an das Kinderprojekt „Kinderdorf der Liebe – Sternenland“. Auch der Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa im Berchtesgadener Land generiert auf diese Weise viele Spenden. Pro Zimmerreinigung, auf die verzichtet wird, gehen 5 Euro an die regionale Bergwacht.
8.) Nutze öffentliche Verkehrsmittel, fahre Fahrrad oder gehe zu Fuß.

Nicht nur die Anreise, auch deine Fortbewegung an deinem Reiseziel spielt in deine Bilanz oder deinen ökologischen Fußabdruck mit hinein. Versuche also, wenn es möglich ist, dich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen. Oder leihe dir ein Fahrrad aus und erkunde damit die Region. Ein Nebeneffekt ist, dass du deine Destination ganz anders und intensiver kennenlernst, als wenn du mit dem Auto durchfährst. Und du wirst mit den Einheimischen ins Gespräch kommen und deren Alltag miterleben, statt in deiner Touristenblase zu bleiben.
Tipp von Nina aus der Redaktion: Erkunde Städte zu Fuß
In Städten mache ich sehr viel zu Fuß. Das bringt dann je nach Länge des Aufenthalts sogar dieses „Zuhause“-Gefühl mit sich, weil man die Umgebung rund um die Unterkunft kennt.
Und bei (Stadt-)Führungen kann man auch darauf achten, dass diese von Einheimischen durchgeführt werden bzw. der Erlös an die Menschen vor Ort geht.
9.) Unterstütze die lokale Bevölkerung
Apropos, lokale Bevölkerung. Zum nachhaltigen Reisen gehört nicht alleine, dass wir die Auswirkungen auf die Umwelt im Blick behalten, sondern auch die Soziale Nachhaltigkeit und die Menschen vor Ort. Ihnen nutzt es gar nichts, wenn du lediglich geführte Touren mit ausländischen Guides unternimmst, nur im Hotel oder einem internationalen Franchise-Restaurant isst und importierte Souvenirs kaufst.
Mit unserem Geld unterstützen wir unsere Werte.
Das heißt: Jeder Cent, den du ausgibst, ist eine Entscheidung für nachhaltiges Reisen oder dagegen. Für Umweltschutz und lokale Kultur oder für ausländische Konzerne. Das muss dir bewusst sein.
Wie du nachhaltig die Menschen vor Ort unterstützen kannst:
- Gehe in lokale und von Einheimischen geführte Restaurants
- Kaufe auf Märkten, an Straßenständen oder direkt beim Bauern deine Lebensmittel ein.
- Schlafe in familiengeführten Unterkünften statt in Hotels von großen Ketten.
- Bewege dich abseits der beliebten Touristen-Attraktionen. Nicht nur erlebst du dort ganz neue Dinge, du verteilst auch die Vorteile und positiven Effekte weiter.
- Buche Touren bei einheimischen Guides. Die wissen außerdem besser Bescheid und können dir den ein oder anderen Geheimtipp verraten;)
- Gib Trinkgeld.
Tipp von Stefany aus der Redaktion: Do like the Romans
Das heißt: Restaurants außerhalb der Touristenhochburgen suchen und sich von lokaler, frischer Küche und lokal traditionellen Gerichten inspirieren lassen. So kommt man auch mit den Locals ins Gespräch
10.) Bewusster Umgang mit Ressourcen
Was uns zu Hause in Fleisch und Blut übergegangen ist (Licht aus, Wasser abdrehen, …), vergessen wir im Urlaub allzu leicht. Dabei ist es je nach Region bzw. Reiseland gerade da besonders wichtig, Wasser und Energie zu sparen. Also: Licht aus, Wasserhahn zu und Klimaanlage nur dann einschalten, wenn es nicht anders geht und du sie wirklich brauchst.
11.) Respektvoller Umgang mit Menschen und Natur
Zum nachhaltigen Reisen zählt auch ganz allgemein ein respektvoller Umgang mit der Natur und den Menschen, deren Heimat du besuchst. Dazu gehört, dass du die Kultur achtest und dich an die Verhaltensregeln hältst. Hier haben wir uns zum Beispiel angeschaut, wie du in Thailand respektvoll und angemessen unterwegs sein kannst oder was Touristen auf Bali oft falsch machen.

Tipp vom Hotel Luise in Erlangen: Zero Waste im Hotel
Nachhaltige Unterkünfte unterstützen dich gern dabei, deine Reise so nachhaltig, umweltfreundlich und respektvoll wie möglich zu gestalten und geben dir vielleicht sogar Inspiration dazu, was du zu Hause noch besser machen kannst. Das Hotel Luise in der bayerischen Stadt Erlangen hat z. B. Hotelzimmer aus komplett nachwachsenden und kreislauffähigen Materialien gebaut. Außerdem bietet es “Astronautenduschen”, wo das verwendete Wasser sofort gefiltert und wiederverwendet wird, du isst an Tischen aus recycelten Kühlschränken und das Frühstücksbuffet ist so auf Zero-Waste optimiert, dass pro Gast nur noch wenige Gramm (Lebensmittel-)Abfall anfallen.
Auch der Natur gegenüber solltest du, genau wie zu Hause, achtsam gegenübertreten und bei Wanderungen zum Beispiel keinen Müll in die Natur werfen (nein, auch keine Bananenschalen oder Apfelreste!). Noch besser: Du hinterlässt Orte sauberer, als du sie vorgefunden hast!
Tipp von Mara aus der Redaktion: Lerne „Nein“ zu sagen
In manchen Ländern, die ich bereist habe, war es kaum möglich Zero Waste unterwegs zu sein. Bei jedem Einkauf wurde alles in Plastiktüten verpackt. Und zum Teil nur ein, zwei Produkte in eine Tüte und schwupp, wurde die nächste rausgezogen. Lerne hier „Nein“ zu sagen. Und zwar schnell genug 😉 Das Gleiche gilt übrigens auch für Strohhalme, Plastikbesteck etc. Wenn du dabei freundlich bist und es mit einem Lächeln tust, wird dir das keiner übelnehmen! Und falls du mal zu langsam warst: Nutze die Tüte ein zweites und drittes Mal!
12.) Engagiere dich vor Ort.
Beach Clean-up, der Besuch einer Auffangstation oder das Mitanpacken bei Umweltprojekten: Möglichkeiten, sich während einer nachhaltigen Reise zu engagieren, gibt es viele. Frage bei deiner Unterkunft nach, ob es Aktionen oder Organisationen gibt, bei denen du dich beteiligen kannst. Ein bisschen Vorsicht ist bei Auffangstationen geboten. Worauf du da achten solltest, haben wir in unserem Artikel über Tierschutz auf Reisen behandelt.
Doch für Engagement brauchst du keine Organisation. Es reicht ein Müllbeutel und ein bisschen Motivation. Sammle bei deinen Spaziergängen und Wanderungen einfach den Müll ein, der dir auffällt. Und wenn du gerade keinen großen Müllsack zur Hand hast: Nimm die Tüte vom letzten Einkauf oder wenigstens ein Stück Müll mit und entsorge es. Kleine Schritte führen auch zum Ziel.
Und dann? Was du von zu Hause aus tun kannst

13.) Spread the Word!
Eine nachhaltige Reise hört nicht auf, wenn du deinen Urlaubsort verlässt. Wenn man nachhaltig unterwegs ist, sind die Erfahrungen intensiver, sodass du vielleicht mehr Zeit brauchst, um sie zu verarbeiten.
Das Bewusstsein und die Energie, die du von deiner Reise mitgebracht hast, kannst du direkt nach deiner Rückkehr nutzen. Oftmals bleibt uns während der Reise wenig Zeit, um wirklich ausführlich Organisationen und Unterkünfte zu empfehlen. Das kannst du nun von zu Hause aus machen und dabei ganz automatisch noch einmal in Erinnerungen schwelgen.
Möglichkeiten, um nachhaltige Organisationen, Anbieter und Unterkünfte von zu Hause aus zu unterstützen:
- Google und TripAdvisor Rezensionen schreiben
- Familie und Freunden von deiner Reise erzählen
- Den Anbieter auf Instagram, TikTok und Co. unterstützen, indem du kommentierst, teilst und likest.
- Hotels haben meist eigene Bewertungsplattformen: Nimm dir die Zeit, um auch dort eine positive Bewertung zu hinterlassen, wenn du zufrieden warst, und gehe dabei auch auf die nachhaltigen initiativen ein!
- Empfehlungen unter Postings und Blogs aussprechen
14.) Gleiche deine Emissionen aus.
Ganz emissionsfrei wird deine Reise nicht abgelaufen sein. Manchmal lässt sich ein CO2-Ausstoß kaum bis gar nicht vermeiden. Diese Emissionen kannst du über verschiedene Anbieter wie z.B. Atmosfair “kompensieren”. Das heißt: Du zahlst einen bestimmten Betrag, der von diesen Initiativen in nachhaltige Projekte weitergeleitet wird, mit denen CO2 eingespart oder gebunden wird. Achte hier genau darauf, wie transparent das Kompensationsunternehmen arbeitet. Gerade bei Baumpflanzangeboten ist Vorsicht geboten. Andere Bereiche wie erneuerbare Energie, der Umstieg auf CO2-einsparende Technologien etc. sind oftmals ein wirksamerer Beitrag zum Klimaschutz.
“Kompensiert” heißt allerdings nicht, dass deine verursachten Emissionen und verbrauchten Ressourcen tatsächlich wieder rückgängig gemacht werden. (Logisch, doch dieser Eindruck wird manchmal erweckt.) Darum gilt: Am besten ist es, gar keine bzw. so wenig Emissionen wie möglich zu verursachen. Nur die wirklich unvermeidlichen Emissionen gleichst du bzw. die Organisation deiner Wahl dann aus.
15.) Halte deine Reiseerlebnisse nachhaltig fest.

Am Ende einer Reise hast auch du wahrscheinlich Unmengen an Fotos, die auf deiner Speicherkarte schlummern. Was früher Fotoalben waren, sind heute für die meisten professionell gedruckte Fotobücher. Auch hier kannst du auf eine nachhaltige Herstellungsweise achten, schließlich gehört auch das Festhalten der Erinnerung zur nachhaltigen Reise dazu. Das Papier sollte zum Beispiel FSC-zertifiziert oder sogar recycelt sein. Auch für die klassischen, mineralölbasierten Druckfarben gibt es inzwischen umweltfreundlichere Alternativen. Übrigens: Wenn du schon während deiner nachhaltigen Reise Reisetagebuch führst, fällt dir das Sortieren später leichter 🙂
Tipp von Katharina aus der Redaktion: Digitale Fotoalben,
Reisefotos speichere ich in einem eigenen Album und teile das dann mit den jeweiligen Mitreisenden und der Familie. So kann man die Reiseerinnerungen auch mal schnell über den Smart TV bei Freunden oder auf dem Handy im Café zeigen.
Warum du nicht perfekt sein musst
Nach all diesen Tipps wirkt nachhaltiges Reisen auf dich jetzt vielleicht wie ein unüberwindbarer Berg. Vielleicht glaubst du auch, dass man bei all den Dingen, die man beachten muss, den Spaß am Reisen verliert. Oder du denkst an all das, was du in deinem bisherigen Reiseleben falsch gemacht hast.
Eines haben diese Gedanken gemeinsam: Sie bremsen uns aus. Statt also anzufangen, machen wir gar nichts. Dabei reichen kleine Schritte. Hier eine Plastiktüte abgelehnt, da eine Tour bei einem lokalen Unternehmen gebucht. Das alles hilft mit und macht deine Reise nachhaltiger und die Welt ein bisschen besser.
Unser Bonus-Tipp für nachhaltiges Reisen: Du musst nicht perfekt sein.
Dein nächster Urlaub muss nicht dem Ideal einer nachhaltigen Reise entsprechen. Das tun unsere im Übrigen auch nicht! Stattdessen möchten wir dich mit unseren Tipps für nachhaltiges Reisen dazu inspirieren, einfach mal anzufangen. Oder weiterzumachen. Je nachdem, an welchem Punkt in deinem Reiseleben du das hier gerade liest. Denn wenn wir alle unperfekt nachhaltig reisen, ist das immer noch mehr, als wenn alles so bleibt, wie es ist.

Was setzt du also zuerst um? Suche dir jetzt einen Punkt aus, den du bei deiner nächsten Reise einfach mal umsetzt. Klicke dich erst weiter, wenn du das getan hast! Nicht schummeln! Und wenn du magst, teile deinen Punkt mit uns in den Kommentaren oder auf Instagram!
FAQ: Nachhaltig reisen
„Was bedeutet nachhaltiges Reisen?“
Nachhaltiges Reisen bedeutet, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten – etwa durch die Wahl umweltfreundlicher Verkehrsmittel und Unterkünfte. Gleichzeitig respektierst du Natur, lokale Kulturen und die Menschen vor Ort. Ziel ist es, mit deiner Reise einen positiven Beitrag in der Region zu leisten – ökologisch, wirtschaftlich und sozial.
“Heißt nachhaltiges Reisen Verzicht auf Luxus?”
Nein – nachhaltiges Reisen schließt Komfort und Luxus nicht aus. Fine Dining funktioniert auch mit regionalen Zutaten oder sogar vegan, Spas können mit Ökostrom betrieben werden und luxuriöse Suiten lassen sich mit umweltfreundlichen Materialien gestalten. Naturkosmetik ersetzt konventionelle Treatments, ohne an Wirkung zu verlieren und stellt oft eine zusätzliche Verbindung zur Region her, wenn beispielsweise lokale Produkte genutzt werden. Für nahezu jedes Reiseerlebnis gibt es eine nachhaltige Alternative – ganz ohne Verzicht.
„Wie kann ich meinen CO₂-Fußabdruck beim Reisen reduzieren?“
Wähle möglichst klimafreundliche Verkehrsmittel – etwa Zug statt Flugzeug. Verzichte auf Inlandsflüge und kombiniere mehrere Ziele sinnvoll, um Wege zu sparen. Übernachte in nachhaltig geführten Unterkünften. Einige Green PearlsⓇ Unterkünfte wie das Eco-Aparthotel OLM Nature Escape in Südtirol und das Hotel Milano Scala in Mailand produzieren ihren gesamten Strom selbst mit Erdsonden und Solaranlagen. Andere Partner verwenden zu 100 % Ökostrom, was den CO2-Fußabdruck ebenfalls erheblich reduziert, selbst wenn es Saunen und Luxus gibt. Achte beim Essen auf kurze Lieferketten. Auch CO₂-Kompensation kann – im letzten Schritt – sinnvoll sein.
„Welche Transportmittel sind am umweltfreundlichsten?“
Schließt man Wandern und Fahrradfahren einmal aus, reist du laut aktuellen Berechnungen am klimafreundlichsten mit der Bahn oder dem Fernbus – hier ist der CO₂-Ausstoß pro Person am geringsten. Es folgen Elektroautos und klassische Pkw, sofern mehrere Personen mitfahren. Deutlich schlechter schneiden Flugreisen ab, besonders Kurzstreckenflüge. Am Ende der Klimabilanz stehen Kreuzfahrtschiffe – sie verursachen den höchsten Ausstoß pro Kopf.
Dieser Artikel ist ein Update vom 25. November 2022
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Dein Blog ist wirklich eine gute Anregung und Inspiration grün zu reisen. Wir versuchen auch nachhaltig zu reisen und fahren oft mit dem Zug, Bus oder Fahrrad, wo es sich anbietet. Gerade auch das Müllsammeln beim Wandern. Es ist unglaublich wieviel Müll in manchen Gegenden beim Wandern weggeschmissen wird. Aber es hilft auch schon mit gutem Beispiel voran zu gehen und es ist uns schon oft passiert, dass wir mit gutem Beispiel voran gehen und andere es uns gleichtun. Das ist immer wieder schön. Unsere nächste Sprachreise Frankreich lässt uns sicher auch wieder tolle Orte kennenlernen, vor allem gut mit dem Zug erreichbar.
Vielen Dank Vichi für dein Feedback!