Du reist gerne bewusst, hast ein Faible für Design und eine besondere Liebe zu Holzmöbeln? Dann geht es dir wie mir. Bevor ich in den Nahen Osten gezogen bin, gehörten ein wunderschöner Holzschrank aus dem 19. Jahrhundert und ein Schreibtisch – einst das Gesellenstück eines Großvaters – zu meinen liebsten Möbelstücken. Mit solchen Stücken zu leben, macht einfach glücklich.
Aus dieser Nostalgie heraus habe ich mich bei unseren Green Pearls® Partnerhotels umgehört – und festgestellt: Es gibt viele Gleichgesinnte mit einer großen Leidenschaft für Holz und Handwerkskunst. Einige Hotels besitzen sogar einen eigenen Wald, aus dessen Holz sie ihre Möbel fertigen lassen. Andere setzen auf traditionelle Materialien wie Zirbenholz, Apfelholz oder sogar Mondholz. Manche statten ihre Zimmer mit liebevoll restaurierten Familienerbstücken aus, andere denken Möbel komplett neu – nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft.
Ein Hotel aus Apfelholz: Der Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa

Einer der Hoteliers, der meine Begeisterung für Massivholzmöbel teilt, ist Dr. Andreas Färber vom Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa in Bayerisch Gmain. Als er und seine Frau das Hotel übernommen haben, trafen sie eine außergewöhnliche Entscheidung: Der Klosterhof sollte ein „Apfelhotel“ werden – eines der ganz wenigen weltweit.
Rund 90 Prozent der maßgefertigten Möbel im Haus bestehen aus Apfelholz. Doch es handelt sich dabei nicht um zusammengesammeltes Holz von verschiedenen Orten: Die verwendeten Stämme stammen aus einer zusammenhängenden Apfelplantage. So zieht sich eine gestalterische und inhaltliche Einheit durch das gesamte Haus – spürbar in jedem Zimmer, in jedem Detail.
Umgesetzt wurde das Konzept in Zusammenarbeit mit den langjährigen Partnern der Meisterwerkstätte Philipp Haas + Söhne aus dem nahegelegenen Bad Reichenhall. Als neuestes Projekt wirkte die Meisterwerkstatt beim “Spa Glow-Up” 2025 mit.
Meisterhandwerk mit regionalem Charakter

Wie beim Klosterhof, so setzen auch viele andere unserer Green Pearls® Partnerhotels auf handgefertigte Möbel von lokalen Tischlereien.
Im Naturresort Gerbehof am Bodensee stammt der Rohstoff für sämtliche Möbel aus dem hauseigenen Holzbestand. Verarbeitet wurde vor allem Fichte – geschreinert direkt auf dem Hof. Die Möbel tragen den Charakter des lebendigen Materials in sich, erzählen von der Natur, die sie hervorgebracht hat. Auch der Whirlpool im Spa-Bereich ist ein Unikat: Er wurde mit Steinen aus der nahegelegenen Rheinmündung gestaltet.
Ein ähnliches Konzept verfolgt das Hotel Klosterbräu in Seefeld in Tirol: Für die 28 neu gebauten Naturzimmer wurde fast ausschließlich auf regionale Materialien gesetzt. 95 % der Materialien kommen aus der Alpenregion und das Holz stammt aus dem hoteleigenen Wald. Ein interessantes architektonisches Element ist die Platzierung des Betts unter einem Rundbogen an der Wand. Dies gibt eine gemütliche, fast märchenhafte Atmosphäre. Abgerundet wird es mit Nachttischleuchten mit Lampenschirmen aus Heublumen.
“Eine innere Zufriedenheit lässt einen zuweilen die Hand ausstrecken, um das Stück zu berühren, zu streicheln. Gott segne die Handwerker, die ihren Mitmenschen solch ein Gefühl bereiten können mit ein paar Stückchen Holz!” – Aus dem Buch “So grün war mein Tal” von Richard Llewellyn

Im Naturhotel Outside in Osttirol zieht sich die Verbindung zur Natur durch das gesamte Einrichtungskonzept: Die Zimmer sind mit Wänden und Betten aus Lärche gestaltet, die Tische aus regionaler Eiche stammen von einem Tischler aus dem Salzburger Pinzgau. Im neugestalteten Natur-Spa kommen ebenfalls Holzelemente aus dieser Tischlerei zum Einsatz.
Holzkunst in Südtirol
Auch im Hotel Weihrerhof am Ritten in Südtirol stehen Individualität und Regionalität im
Mittelpunkt. Seit vielen Jahren arbeitet das Hotel mit der Tischlerei Eisath und Lintner zusammen, die die Möbel direkt vor Ort fertigt – aus heimischem Holz, mit viel Liebe zum Detail.

Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt das OLM Nature Escape im Ahrntal. Hier sind die ApartSuiten nahezu vollständig mit Lärchenholz ausgekleidet – von Boden bis Decke. Verschnörkelungen oder Alpenschnitzereien wirst du hier nicht finden. Stattdessen sorgt ein klares, geradliniges und modernes Design für ein natürliches Raumgefühl, das ergänzt wird durch Fichte in den Saunen und Ahorn im Restaurantbereich. Realisiert wurde das Interior Design vom Südtiroler Meisterbetrieb Planaladina aus dem Gadertal.
Honigwaben-Design

Und schließlich das APIPURA hotel rinner, ebenfalls in Südtirol: Hier stammt die komplette Zimmereinrichtung von einem Tischler aus dem eigenen Dorf. Dieser hat als wiederkehrendes Element die Honigwabe gewählt. Zum Hotel gehört nämlich eine eigene Bio-Imkerei.
Maßarbeit in der Green City: Handgeschreinerte Eschenmöbel im Hotel Vauban
Der Freiburger Stadtteil Vauban ist ein europaweit bekanntes Modell für umweltfreundliche Stadtentwicklung. Mittendrin: das Green City Hotel Vauban, das diese Philosophie konsequent weiterträgt – bis ins Mobiliar.
Die gesamte Einrichtung wurde von der Werkhalle 53, einem Zusammenschluss von drei Freiburger Schreinermeistern, individuell angefertigt. Verwendet wurde massive Esche aus dem nahegelegenen Umkirch – ein Holz, das mit seiner feinen Maserung und hohen Widerstandsfähigkeit überzeugt. Die Möbel ziehen sich durch alle Bereiche des Hauses: Zimmer, Lobby und Tagungsräume – modern, zeitlos und klar im Design.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Möbel sind so konzipiert, dass sie bei Bedarf leicht ergänzt oder restauriert werden können. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern schafft auch eine langfristige gestalterische Kontinuität – ganz im Sinne des Viertels, das für sein durchdachtes Zusammenspiel von Ökologie, Architektur und Gemeinschaft bekannt ist.
Die Kraft des Mondes: Möbel aus Mondholz im LA VIMEA

Holz ist nicht gleich Holz – das wissen vor allem Menschen, die sich intensiv mit traditionellem Handwerk und nachhaltiger Verarbeitung beschäftigen. Ein besonderes Beispiel dafür ist Mondholz: Dabei handelt es sich um Holz, das bei abnehmendem Mond geschlagen wird. Diese alte Praxis beruht auf dem Wissen, dass der Feuchtigkeitsgehalt im Holz während bestimmter Mondphasen niedriger ist. Das Resultat: besonders widerstandsfähiges, langlebiges und formstabiles Material – ganz ohne chemische Zusätze.
Im LA VIMEA, einem rein veganen Hotel in Südtirol, spielt Mondholz eine zentrale Rolle. Der Großteil der Möbel wurde aus lokalem Holz gefertigt, das gezielt während des abnehmenden Mondes geschlagen wurde. Das Holz bleibt naturbelassen und wird nicht behandelt – was die besondere Energie und Authentizität in den Räumen spürbar macht.
Auch bei der Dekoration setzt das LA VIMEA ausschließlich auf natürliche und tierleidfreie Materialien wie Holz, Papier, Jute, Stroh und Kork. Selbst die Kerzen bestehen aus umweltfreundlichem Rapswachs.
Möbel im Kreislauf: Circular Economy trifft Design
Einrichtungsmaterialien müssen nicht neu sein, um modern und hochwertig zu wirken. Alles kann als Teil einer Kreislaufwirtschaft wieder verwendet werden. Das beweisen zwei unserer Partnerhotels, die genau das zu ihrem Gestaltungskonzept gemacht haben. Neben Holz spielen auch andere recycelte und recycelbare Materialien eine zentrale Rolle.
Circular Living im SCHWARZWALD PANORAMA
Im SCHWARZWALD PANORAMA im Kurort Bad Herrenalb, realisiert in Kooperation mit dem Impactdienstleister RITTWEGER + TEAM und der Fritz Schlecht GmbH, wurden Zimmerkonzepte wie „Freigeist“, „Waldklang“ und „Falkenstein“ entwickelt – eine stilvolle Verbindung von Natur und zeitgemäßem Design. Highlights sind ein Eichenparkettboden mit Cradle‑to‑Cradle‑Bronze‑Zertifikat, regionale Nadelholz‑Beistelltische und Pendelleuchten aus PEFC-zertifizierter Birke – ökologisch einwandfrei und ästhetisch überzeugend.
Das nachwachsende Hotelzimmer im Hotel Luise
Das Hotel Luise in Erlangen ist Pionier für nachhaltige Stadthotellerie. Besonders bemerkenswert sind die sogenannten nachwachsenden Hotelzimmer®, umgesetzt nach dem Cradle‑to‑Cradle‑Prinzip. Alles im Zimmer – von Boden bis Decke – ist entweder biologisch abbaubar oder vollständig recycelbar.
Für Charakter sorgen im Hotel aber auch eine Reihe von Upcycling-Möbeln und restaurierten Schätzchen, wie der ehemalige Apothekerschrank aus der Hofapotheke Coburg. Den Schrank hatten die Hotelbesitzer in den lokalen Kleinanzeigen entdeckt und aufbereitet. In ihm befindet sich jetzt der “Tiny Shop” des Hotels.

Möbel mit Geschichte: Restauriert, geerbt, bewahrt
Wie der Apothekerschrank, so tragen viele Möbel Erinnerungen in sich – an frühere Generationen und an (fast vergessene) handwerkliche Tradition. In einigen Green Pearls® Hotels ist genau diese emotionale Verbindung Teil des Einrichtungskonzepts. Statt auf Massenware setzen sie auf restaurierte Einzelstücke und liebevoll bewahrte Familienerbstücke – ergänzt durch maßgefertigte Möbel aus nachhaltiger Produktion.
Im ligurischen Relais del Maro wohnst du in historischen Häusern der Gastgeberfamilie – liebevoll restauriert und als Albergo Diffuso über das Dorf Borgomaro verteilt. Die Einrichtung stammt teilweise noch aus Familienbesitz oder von kleinen Antiquitätenmärkten an der nahegelegenen Côte d’Azur – jedes Möbelstück erzählt eine eigene Geschichte.
Auch im niedersächsischen Hotel Okelmann’s trifft Altes auf Neues. Der Hochzeitsschrank der Großmutter etwa hat einen Ehrenplatz in der neuen Signature Suite gefunden. Daneben stehen handgefertigte Möbel aus einer Tischlerei aus dem Nachbarort. Weitere antike Stücke wurden aufgearbeitet und sorgfältig in die Gestaltung integriert.

Auf Gut Sonnenhausen in Bayern wird Individualität großgeschrieben. In den Stallzimmern im historischen Bauernhaus wurden originale Bauernschränke aus ganz Bayern zusammengetragen und liebevoll restauriert. Sie bilden einen spannenden Kontrast zu moderner Kunst und zeitgemäßem Design. Die Betten wurden selbst entworfen und vom lokalen Schreiner aus regionalem Holz umgesetzt – jedes Zimmer ein Unikat, kein Raum wie der andere.
“Holz ist stolz auf sein Alter” – Aus dem Buch “So grün war mein Tal” von Richard Llewellyn
Handwerkskunst zum Eintauchen: Geschnitzte Räume mit Wohlfühlfaktor

In manchen Hotels erwarten dich nicht nur einzigartige Möbelstücke, sondern komplett geschnitzte Räume.
Im Hotel Bella Vista in Zermatt lädt dich die „Arvenstube“ zum Entspannen ein. Der gesamte Ruheraum ist mit duftendem Arvenholz (Zirbenholz) ausgestattet, das für seine regenerierenden Eigenschaften bekannt ist (etwas über die aktuelle Studienlage erfährst du in diesem Blogartikel). Hier entspannst du dich auf Wasserbetten und genießt die Erholung nach einem aktiven Tag in den Bergen rund ums Matterhorn. Laut Gastgeberin Fabienne Anthamatten ist dies einer der Lieblingsräume der Gäste 🙂

Ebenfalls handwerkliche Meisterleistung zeigt das Hotel Klosterbräu in Seefeld mit seiner einzigartigen, handgeschnitzten „Herzerl-Sauna“. Diese gibt es weltweit nur einmal.
Solche handgefertigten Räume verbinden Handwerkskunst, Naturmaterialien und Wohlbefinden auf besondere Weise.
Holz in all seinen Facetten: regionale Materialien, regionale Partner und natürliche Bauweisen
Neben handgefertigten Möbeln setzen unsere Partnerhotels auf unterschiedliche Wege, Holz und Natur nachhaltig erlebbar zu machen – sei es durch regionale Materialwahl, langlebige Produkte oder innovative Bauweisen.
Im My Arbor etwa dominieren Möbel aus regionaler Eiche und sonnengebrannter Lärche, die aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Das ganze Hotel wurde hoch in die Baumkronen des Südtiroler Fichtenwaldes gebaut und die Zimmer bieten dir einen einzigartigen Ausblick über die Plose.

Nachhaltigkeit zieht sich auch durch die Kooperationen im Lifestlyehotel SAND (SAND Aspires Natural Design). Hier kommen Betten von CocoMat zum Einsatz, deren Matratzen ausschließlich aus natürlichen Materialien wie Kokosfasern gefertigt sind. Die Betthauptstücke aus robustem und recyceltem Teakholz sowie die passenden Tische im Frühstücks- und Barbereich unterstreichen das nachhaltige Einrichtungskonzept, das auf Qualität und Langlebigkeit setzt.
Urlaub in Naturstammhäusern
Ganz anders, aber ebenso beeindruckend sind die Summit Lodges in Pfunds. Die Ferienhäuser sind traditionelle Naturstammhäuser, die komplett aus ganzen Rundholzstämmen gebaut werden. Diese Bauweise punktet mit einer exzellenten Ökobilanz, minimalem Ressourcenverbrauch und einem besonders angenehmen Raumklima – dank natürlicher Dämmung mit Tiroler Schafwolle und großer Fensterflächen, die viel Sonnenlicht hereinlassen.

Holzmöbel-Inspiration für dich zu Hause
Du willst dir ein Stück Handwerkskunst in dein Zuhause holen? Hier ein paar Ideen, wie du Möbel mit Geschichte, Charakter und Nachhaltigkeit finden kannst:
- Auf Schatzsuche gehen: Antikmärkte, Flohmärkte und Online-Kleinanzeigen sind wahre Fundgruben für besondere Stücke mit Patina.
- Gesellenstücke entdecken: In vielen Städten – z. B. in meiner Heimatstadt Köln – stellen Handwerkskammern jedes Jahr Gesellen- und Meisterstücke aus. Hier bekommst du Inspiration und kommst direkt mit jungen Tischler*innen in Kontakt. Jahre später landen solche Unikate auch manchmal in den Kleinanzeigen.
- Selbst bauen – mit dem richtigen Holz: Im Netz findest du zahlreiche DIY-Anleitungen für Regale, Tische & Co. Achte beim Holzkauf auf regionale Herkunft und das FSC-Siegel (besser als PEFC).
- Vollholz statt Pressspan: Möbel aus Massivholz sind nicht nur langlebiger, sondern auch besser fürs Raumklima – ganz ohne Klebstoffe oder Formaldehyd. Funierte Platten haben zwar ihren Sinn, aber wenn möglich, lieber zu Vollholz greifen.
- Maßarbeit vom Profi: Du brauchst ein neues Möbelstück? Frag doch mal beim lokalen Schreiner nach. Individuelle Anfertigungen sind zwar teurer, aber nicht unerschwinglich und dazu einzigartig und hochwertig.
So zeigt sich: Holz ist ein vielfältiger Rohstoff, der in der nachhaltigen Hotellerie und im Wohnen nicht nur als Möbelstück, sondern in ganz unterschiedlichen Formen zum Einsatz kommt – immer mit dem Ziel, Natur, Design und Verantwortung zu vereinen.
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