Hoch auf einem Felsen thront eine Burg, unten im Tal schmiegt sich ein mittelalterlicher Altstadtkern ins Grün. Wer nachhaltig reist, landet oft an Orten, die Geschichte atmen – und wohnt manchmal sogar in ihnen. Komm mit auf den nächsten Teil unserer nachhaltigen Zeitreise, die uns diesmal in die Zeit des europäischen Mittelalters führt!
Alles düster zwischen 500 und 1500?
Mit dem Mittelalter (ca. 500–1500) verbinden wir oft dunkle Zeiten: Pest, Kreuzzüge und finstere Burgen. Und tatsächlich war das europäische Mittelalter geprägt von Feudalismus, Kirche und einem Alltag, der für viele Menschen hart und entbehrungsreich war. Doch es war auch eine Zeit voller Umbrüche, neuer Ideen und faszinierender Geschichten (einige davon lernst du in diesem Artikel kennen).
Rund um die Partnerhotels der Green Pearls® lassen sich spannende Relikte dieser Zeit entdecken: ehemalige Kaiserpfalzen, Kirchen mit jahrhundertealten Fresken, geheimnisvolle Klosterruinen oder Grenzstationen aus einer Zeit, in der Reisen ein echtes Wagnis war.
Gleichzeitig blühten in anderen Teilen der Welt beeindruckende Hochkulturen auf. Die islamische Welt stand in voller Blüte und war eine Wiege der Wissenschaft und des Fortschritts. In Asien und Südamerika entwickelten sich komplexe Gesellschaften mit eigenen Weltbildern, Bauwerken und Innovationen. Mit der sogenannten „Entdeckung Amerikas“ 1492 begann eine neue Epoche – und das hochentwickelte Inkareich in Peru fiel dem Kolonialismus zum Opfer. Doch bevor wir uns Peru zuwenden geht es noch einmal zurück ins Herz Europas.
Mittelalter erleben – von Kaiserpfalzen bis Kirchenburgen
Mit Karl dem Großen begann in Europa eine neue Zeitrechnung. Der Frankenkönig ließ sich im Jahr 800 zum römischen Kaiser krönen und legte damit den Grundstein für das sogenannte Heilige Römische Reich. (Nicht zu verwechseln mit dem antiken Römischen Reich, worüber wir im 2. Teil dieser Blogreihe berichtet haben).
In Deutschland erinnern zahlreiche Orte an diese Epoche. Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten gehören der Kaiserdom in Aachen, die Kaiserpfalz in Goslar sowie die Wartburg bei Eisenach, in der Martin Luther Anfang des 16. Jahrhundert Zuflucht fand und die Bibel übersetzte.

Neben diesen berühmten Highlights gibt es viele kleinere Orte, die Geschichte spürbar machen – manchmal direkt an deinem Urlaubsort und vor der Haustür nachhaltiger Hotels.
Bernkastel-Kues an der Mosel: Mittelalter trifft Wellness

Hoch über der Mosel thront die Burg Landshut auf einem Hügel, an dessen Fuße das malerische Bernkastel-Kues liegt. Fachwerkhäuser, der historische Marktplatz und das Cusanusstift mit seiner jahrhundertealten Bibliothek lassen das Mittelalter hier lebendig werden. Auf einer Moselschifffahrt siehst du hier noch viele weitere Burgen (gefühlt steht auf etwa jedem zweiten Berg eine J). Auch mit dem Fahrrad kannst du sie entdecken: Siehe hier die komoot-Tipps für 16 Schlösser und Burgen rund um Bernkastel-Kues.
Wenn du nach dem Stadtrundgang entspannen möchtest, bist du im Lifestyle Resort Zum Kurfürsten bestens aufgehoben. Das Wellnesshotel bietet nicht nur eine großzügige Spa-Landschaft mit mehreren Pools, Saunen und Behandlungsräumen, sondern legt auch besonderen Wert auf Nachhaltigkeit. Gerade (Sommer 2025) hat das Hotel seine Zimmer um Klimaanlagen erweitert – betrieben werden sie durch eigene Photovoltaikanlagen. (Zusammen mit eigenen BHWs ist das Hotel ein Vorreiter in puncto erneuerbare Energien.)
Klosterruine Bad Herrenalb: Zeitreise im Schwarzwald

Mitten im idyllischen Schwarzwald liegt das Hotel SCHWARZWALD PANORAMA. Ein nachhaltiges Wellnesshotel mit Bioküche, Zero-Waste-Politik und eigenem Thermalbad. Nur wenige Schritte entfernt: die eindrucksvolle Klosterruine Bad Herrenalb. Gegründet im Jahr 1149 als Zisterzienserkloster, erzählen die erhaltenen Sandsteinmauern von einem Ort voller Spiritualität, Macht und Wandel.
Tipp: Beim Outdoor Escape Game “Auf den Spuren des Klostergeheimnisses” kannst du Bad Herrenalb und die mittelalterliche Geschichte in Form einer modernen Schnitzeljagd erleben!
Kirchenburg Ostheim: Wehranlage und Zufluchtsort

Noch ein echter Geheimtipp liegt in der Rhön: Die Kirchenburg Ostheim ist die größte und am besten erhaltene Kirchenburg Deutschlands. Errichtet im 15. Jahrhundert, diente sie nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als Schutz- und Zufluchtsort für die Dorfbewohner*innen – ein typisches Merkmal spätmittelalterlicher Architektur, als die Zeiten von Unsicherheit und Bedrohung geprägt waren.
Ganz in der Nähe befindet sich das nachhaltige Hotel STURM in Mellrichstadt. Am Rande des Biosphärenreservats Rhön gelegen, bietet dir das Hotel mit Spa, Naturbadeteich und regionaler Küche einen ruhigen Rückzugsort. Perfekt, wenn du Natur, Geschichte und Nachhaltigkeit miteinander verbinden willst.
Alte Wege durch hohe Berge – Mittelalter im Alpenraum
Lange vor der Zeit des Skitourismus‘ und der Wellnesshotels waren die Alpen Schauplatz mittelalterlicher Pilgerreisen, Handelsrouten und Machtkämpfe. Die Besiedlungsgeschichte des Alpenraums reicht bis in die Steinzeit zurück – (daran erinnert nicht zuletzt der zur Gletschermumie erstarrte Jungsteinzeitmensch Ötzi, den wir euch (zusammen mit dem aufschlussreichen Inhalt seiner Bauchtasche) im ersten Teil dieser Reihe vorgestellt haben.)
Im Mittelalter waren die Alpen ein Knotenpunkt Europas – geografisch, politisch und kulturell. Hier verlief die Grenze zwischen dem romanisch-sprachigen Süden und dem germanisch geprägten Norden. Wer zu Fuß oder auf dem Pferd nach Rom pilgerte, musste sie überwinden. Und auch Herrscher, Händler oder Bischöfe durchquerten die Alpenpässe für ihre Reisen in die Ewige Stadt.
Tirol: Auf alten Zollwegen durch die Berge

Im Westen Tirols, nahe der Schweizer Grenze, liegt Alt Finstermünz – eine ehemalige Zollstation aus dem Mittelalter. Eingezwängt zwischen Felswänden und dem Inn diente sie einst als Kontrollpunkt für alle, die den Passweg nutzen wollten. Heute ist Alt Finstermünz eine “Erlebnisburg” und ein Freilichtmuseum samt Audio Guide, Brücke und originaler Befestigungsmauern.
Eine nachhaltige Unterkunft liegt nur wenige Minuten entfernt: die Summit Lodges Pfunds. Die beiden nachhaltigen Ferienhäuser bieten Platz für bis zu sechs Personen, Privatsphäre, modernes Design und alpines Lebensgefühl – alles mit einem herrlichen Blick auf die Tiroler Bergwelt.
Wenn du einen alten Pilgerort besichtigen willst, so empfehlen wir dir einen Besuch in Seefeld in Tirol, wo sich im 14. Jahrhundert das sogenannte Hostienwunder ereignet haben soll. Heute steht hier das traditionsreiche Hotel Klosterbräu, das einst als Augustinerkloster erbaut wurde und seine klösterliche Geschichte bis heute spürbar macht. Mehr über Hotels in ehemaligen Klöstern und der Wandel vom christlich geprägten Mittelalter zu leer stehenden Kirchenimmobilien erfährst du im Artikel „Klosterhotels – Bewahrung eines Erbes oder reine Geschäftsidee?“.
Südtirol: Zwischen Machtzentren und mystischen Fresken

Castel Tirolo, der Stammsitz der Grafen von Tirol, ist das vielleicht bedeutendste mittelalterliche Bauwerk Südtirols. Die Burg thront auf einem Felsen oberhalb von Meran und gibt einen faszinierenden Einblick in das politische, religiöse und kulturelle Zentrum der Region im Mittelalter. Heute beherbergt sie ein Museum, das die wechselvolle Geschichte der Region anschaulich erzählt.
In der Nähe laden gleich zwei Green Pearls® Partner zu nachhaltigen Aufenthalten ein: das Paradiso Pure.Living Vegan Hotel auf der Seiser Alm – Europas größter Hochalm – und das Adults-only Hotel LA VIMEA in Naturns. Beide setzen auf pflanzenbasierte Küche, minimalistisches Design und Achtsamkeit inmitten der Natur.
Ein echtes Juwel des Frühmittelalters erwartet dich übrigens auch direkt in Naturns: die St. Proculus Kirche mit ihren einzigartigen Fresken. Sie stammen aus dem 8. Jahrhundert und gehören zu den ältesten Wandmalereien im deutschsprachigen Raum – ein stiller, spiritueller Ort, der den Beginn einer neuen Epoche markiert.
Rastplatz für Kaiser: Die Kommende Lengmoos
Auf dem Ritten, einem Hochplateau über Bozen, erinnert die Kommende Lengmoos an die mittelalterlichen Reisegewohnheiten mächtiger Männer. Sie diente einst als Raststation für deutsche Kaiser auf dem Weg zur Krönung nach Rom. Heute spürt man hier vor allem Ruhe – und kann im nachhaltigen Hotel Weihrerhof zwischen Wald, See und Südtiroler Gastfreundschaft entspannen.
Ein weiteres Highlight der Region: das Schloss Taufers in Sand in Taufers – ein mächtiger Bau mit Türmen, Zinnen und einer beeindruckenden Sammlung mittelalterlicher Räume. Von hier aus lässt sich eine ganze Burgenlandschaft erkunden. Idealer Ausgangspunkt für eine solche Reise: das stilvolle, naturverbundene OLM Nature Escape, das alpine Architektur und zirkuläres Design verbindet.
Ein Blick über den Tellerrand: Die Welt zwischen 500 und 1500

Während Europa im Mittelalter von Pest, Kreuzzügen und Feudalherrschaft geprägt war, blühten, wie schon erwähnt, andernorts beeindruckende Hochkulturen auf. Auf unserer Zeitreise werfen wir also, wie auch beim „normalen“ nachhaltigen Reisen, einen Blick über unseren Tellerrand hinaus.
- Das Römische Reich war noch nicht komplett untergegangen. Während das Weströmische Reich seine über tausend jährige Epoche beendet hatte, bestand das Oströmische Reich mit Konstantinopel (heute Istanbul) als Hauptstadt bis 1453 weiter. (Danach wurde es durch die Osmanen Teil der islamischen Welt.)
- In der islamischen Welt entwickelte sich ein goldenes Zeitalter: Medizin, Mathematik und Philosophie wurden in Städten wie Bagdad und Córdoba auf höchstem Niveau betrieben. Die Region war ein Zentrum für Wissenschaft, Kunst und interkulturellen Austausch.
- Das Mongolische Reich dehnte sich über weite Teile Eurasiens aus und wurde zum größten zusammenhängenden Reich der Geschichte – brutal und verbindend zugleich. Nachdem sie erst der größte Feind des Islamischen Reiches waren und Bagdad 1258 zerstörten, wurden sie später in das islamische Reich eingegliedert.
Afrika, China und Südamerika
- Auch im mittelalterlichen Afrika entwickelten sich mächtige Reiche wie Mali oder Groß Simbabwe, deren Wohlstand auf Handel, Kultur und religiösem Austausch basierte. In Simbabwe sind die Ruinen des einstigen Herrscherpalasts bis heute sichtbar und beeindrucken mit ihren bis zu 10 Meter hohen Mauern und Türmen. Nach den Pyramiden sind sie das zweitgrößte Monument des Kontinents.
- In China führten die Tang- und Song-Dynastien eine Zeit großer Innovationen an: Papiergeld, Buchdruck und Porzellan prägten nicht nur das Land, sondern beeinflussten den Welthandel.
- Und in Südamerika? Dort wuchs das mächtige Inka-Reich heran – mit Städten in luftiger Höhe, ausgeklügelten Straßensystemen, Wasserverteilung (eine Art von Kanalisation) und einer Baukunst, die uns bis heute staunen lässt. Allen voran: Machu Picchu, geheimnisvoll gelegen inmitten dichter Nebelwälder.

Hier engagiert sich unser Partner Inkaterra für den Erhalt von Natur und Kultur. Das Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel war an der Wiederaufforstung des Nebelwalds beteiligt und setzt sich für bedrohte Arten, Klimaneutralität und nachhaltigen Tourismus ein.
Peru: Die “Entdeckung Amerikas” ist der Untergang der Inka
Während in Europa Ritter um Ehre kämpften und Pilger durch alpine Pässe zogen, blühte auf der anderen Seite des Atlantiks eine Hochkultur auf: das Reich der Inka. Im 15. Jahrhundert errichteten sie eines der größten Imperien der präkolumbianischen Welt – mit ausgeklügelter Landwirtschaft, einem riesigen Straßennetz und Städten wie Machu Picchu, die noch heute Rätsel aufgeben.
Was wissen wir eigentlich über die Inka?
- Sie hatten kein Schriftsystem im klassischen Sinn, nutzten aber sogenannte Quipus – Knoten in Schnüren – zur Informationsspeicherung. (Wissenschaftlich belegt, aber die genaue Bedeutung der Quipus ist noch nicht vollständig entschlüsselt.)
- Trotz fehlender Räder oder Zugtiere bauten sie ein Straßennetz von über 40.000 Kilometern.
- Die Inka betrieben Terrassenfeldbau und nutzten komplexe Bewässerungssysteme.
- Und ja, der in Gold gekleidete Inka-König Atahualpa existierte wirklich. Die spanischen Eroberer ließen ihn 1533 hinrichten, obwohl sie Lösegeld in Form von Gold erhielten. Mit seinem Tod ging auch das gesamte Inka-Reich unter und das Land wurde zu einer spanischen Kolonie.
Übernachten, Erleben und Lernen in den Inkaterra Hotels

Mitten im Nebelwald und in direkter Nachbarschaft zur weltberühmten Ruinenstadt liegt das Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel. Das Hotel ist ein Pionier des nachhaltigen Tourismus‘ und setzt sich unter anderem für die Wiederaufforstung des ursprünglichen Nebelwalds und den Erhalt der Inka-Stätte ein. Die Anlage ist zugleich Öko-Refugium, wissenschaftliches Forschungszentrum und Inspirationsort.
Die Geschichte der Inka kannst du auch im Heiligen Tal bei Urubamba und in Cusco, der einstigen Hauptstadt des Inka-Reichs, erleben. Dort betreibt Inkaterra zwei weitere Hotels, die nachhaltige Konzepte mit kulturellem Erbe verbinden: Inkaterra La Casona und Inkaterra Hacienda Urubamba.
Fazit: Das Mittelalter war mehr als nur Ritter und Burgen
Das Mittelalter war eine Zeit des Wandels, der Gegensätze und der kulturellen Vielfalt. In Europa blieben Burgen, Klöster und Städte erhalten, die du heute auf einer nachhaltigen Reise neu entdecken kannst. Anderswo hinterließen Reiche wie das der Inka monumentale Zeugnisse ihrer Hochkultur, die dich in Staunen versetzen und an deinem Weltbild rütteln werden. Bei uns haben sie das zumindest getan!
In Teil 4 unserer kleinen Zeitreise erwartet dich übrigens ein Special zur neueren deutschen Geschichte. Von Atombunker bis Zeppelin erwarten dich die historischen Zeugnisse ebenfalls direkt bei unseren nachhaltigen Green PearlsⓇ Partnern.
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