Skier an, raus aus dem Hotel und ab auf die Piste – bei einem Ski-in-Ski-out-Hotel kannst du deinen Skitag direkt vor der Hoteltür starten und sparst somit täglichen Shuttle-Verkehr. Doch dies allein macht deinen Ski-Urlaub natürlich noch nicht nachhaltig. Wir zeigen dir, worauf du sonst noch achten kannst und stellen dir sechs nachhaltige Unterkünfte direkt an der Piste vor.
5 Dinge, die deinen Ski-Urlaub nachhaltiger machen
Ski-Urlaub steht aus nachhaltiger Sicht wegen seiner umfangreichen Infrastruktur in Kritik. Darum wollen wir gleich zu Beginn noch mal kurz zusammenfassen, wodurch dein ökologischer Fußabdruck im Ski-Urlaub minimiert wird:
- Nachhaltige Anreise: Verzichte auf das Flugzeug und wähle ein Skigebiet, dass du mit dem Zug erreichen kannst. In diesem Artikel findest du zu jedem Hotel bzw. Chalet oder Ferienhaus Informationen zur Anreise.
- Nachhaltige Unterkunft: So wie die Green PearlsⓇ Ski-Hotels und Ferienhäuser, die wir dir in diesem Artikel präsentieren 🙂
- Nachhaltiges Skigebiet: Wichtige Punkte sind hier: Verzicht auf neue Rodungen; Lift-Betrieb mit Öko-Strom; möglichst keine künstliche Beschneiung mit Schneekanonen bzw. zumindest ein nachhaltiges Konzept dazu, wie speziell dafür gestautes Wasser (damit kein Wasser aus der Natur dafür abgezogen wird) und Betrieb der Schneekanonen mit Öko-Strom.
- Vermeidung von Müll und Plastik: Sowohl in deiner Unterkunft, als auch während des Skitags.
- Ausrüstung leihen oder gebraucht kaufen anstatt Neukauf
Schneesichere Ski-in-Ski-out-Hotels

In Zeiten des Klimawandels empfehlen wir dir, bei tiefergelegenen Skigebieten bereit zu sein, Kompromisse einzugehen und direkt einen „Plan B“ bereit zu haben, sollte es zur gebuchten Reisezeit keinen Schnee geben. (z. B. Winterwandern oder Kulturprogramm).
Ansonsten bieten sich Ski-Hotels an, die durch ihre Lage (in der Alpenregion oberhalb von 1.200 Metern) als “schneesicher” gelten.
Ist Kunstschnee ein Problem?
In Italien werden laut Statista rund 90 Prozent aller Pisten künstlich beschneit. In Österreich sind es etwa 70 Prozent, in der Schweiz 53 Prozent und in Deutschland nur 25 Prozent. Hieran sieht man, dass die Einstellung zu Kunstschnee in der Alpenregion sehr unterschiedlich ist.
Skigebiete, die Kunstschnee verwenden – wie z. B. Dolomiti Superski, argumentieren, dass Technischer Schnee “einfach Wasser” sei. Dadurch, dass es mit hohem Druck aus einem kleinen Loch gedrückt wird, pulverisiert es in der Kälte zu Schnee. Chemikalien sind für diesen Prozess nicht nötig. Das Wasser kommt oft aus extra für diesen Zweck angelegten Stauseen und wird mit der Schneeschmelze dem Boden wieder zurückgeführt.
Keine Probleme also? Doch, sagt z. B. der WWF. Kunstschnee verbrauche Millionen von Litern Wasser, benötige Energie und produziere Lärm. Da es auf den Pisten zudem keine Bäume mehr gäbe und der Boden durch das Plätten verdichtet sei, würde der Schnee bei der Schneeschmelze nicht schnell genug aufgenommen, was die Gefahr von Erdrutschen erhöhe.
Letzten Endes fordert der WWF vor allem, dass keine neuen Skigebiete erschlossen werden. Er moniert auch, dass Hotelanlagen “wahre Energiefresser” seien. Dies macht die Wahl eines nachhaltigen Ski-Hotels umso wichtiger.
Nachhaltige Ski-in-Ski-out-Hotels in Südtirol, Tirol und in der Schweiz
Im Folgenden stellen wir dir fünf Ski-Hotels vor, welche direkt an der Skipiste liegen und sich gleichzeitig für Nachhaltigkeit engagieren. Als Extra gibt es auch ein Ferienhaus in Tirol, das zwar nicht direkt an der Piste liegt – doch der Skibus hält direkt vor der Tür.
#1 Paradiso Pure.Living Vegan Hotel | Südtirol | Italien

Das Paradiso Pure.Living Vegan Hotel liegt auf 2.020 Metern auf der Seiser Alm in den Dolomiten. Durch seine direkte Nähe zum UNESCO-Weltnaturerbe fühlt sich das Hotel hier besonders der Natur verpflichtet. Einzigartig in der Region ist sein Engagement für den veganen Lebensstil. Getränke und Speisen sind zu 100 Prozent vegan und zusätzlich noch möglichst in Bio-Qualität und aus der direkten Region. So findest du z. B. viele Kreationen mit Südtiroler Bio-Äpfeln, aber auch vegane Pizza als Mittagssnack, vegane Brownies am Nachmittag, Klöße, Nudeln, Kräuter und Gemüse – es ist eine fantastisch kreative und klimafreundliche Pflanzenküche, die du auch als Nicht-Veganer*in probieren solltest!
Neben der grandiosen Lage direkt an zwei Skipisten bietet dir das Hotel auch einen Spa-Bereich mit mehreren Saunen und einem Salzwasser-Whirlpool im Freien. Weiterhin fördert das Hotel zeitgenössische Kunst durch wechselnde Ausstellungen. Das Hotel bezieht grünen Strom von Alperia, der zu 90 Prozent aus Wasserkraft gewonnen wird.
Skigebiet: Das Paradiso Pure.Living Vegan Hotel befindet sich im Skigebiet Seiser Alm mit 32 Skipisten. Die Seiser Alm ist aber nur eines von insgesamt zwölf miteinander verbundenen Skigebieten, die alle zum Dolomiti Superski Skigebiet gehören. Das heißt: Mit einem Skipass stehen dir 1.200 Pistenkilometer zur Verfügung! (Kleiner Vergleich: Ab 200 Pistenkilometern spricht man von einem “großen Skigebiet”. Erfreulich ist, dass sich Dolomiti Superski auch für Nachhaltigkeit einsetzt, wie sie hier auf ihrer Webseite genauer berichten. Allerdings verwendet das Skigebiet Kunstschnee. Wie sie schreiben, würde der natürliche Schnee nicht für die ganze Saison reichen und müsse daher zusätzlich erzeugt werden.
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Nachhaltige Anreise: Die Seiser Alm kannst du mit dem Zug erreichen. Das Hotel holt dich dann von einem Sammelpunkt mit dem Schneeshuttle ab.
#2 Hotel Bella Vista Zermatt | Schweiz

Das Hotel Bella Vista Zermatt ist ein kleines familiengeführtes Hotel mit nur 21 Zimmern. Es liegt oberhalb des Ortskerns von Zermatt auf 1.620 Metern mit Blick aufs Matterhorn. Die Familie Anthamatten führt es jetzt bereits in der dritten Generation. Da wären Gastgeberin Fabienne Anthamatten, die sich für Zero-Waste engagiert und sich zudem für altes Holz und die Gletscherschmelze interessiert, ihr Mann Simon (Bergführer und Helikopter-Pilot), ihre Schwester Stefanie, die ausgebildete Yoga-Lehrerin, die du auch häufiger am Empfang antreffen kannst und “Mum” Bernadette, die die Gäste mit hausgemachten Suppen und Marmeladen verwöhnt.
Das Schweizer Hotel ist nicht nur familiär, sondern auch sehr gemütlich – mit Zirbenstube und Kaminfeuer in der Lobby und kleinem Spa-Bereich mit Saunen.
Skigebiet: Das Hotel liegt unterhalb der Talstation Sunnegga – Rothorn – die Talabfahrt Sunnega führt dich direkt ins Hotel. Du bist hier verbunden mit dem Rothorn, Gornergrat-Gletscher und dem Skigebiet Matterhorn Paradise, wozu auch Zermatt gehört. Das Matterhorn Paradise ist das höchstgelegene Skigebiet der Alpen (auf zum Teil fast 4.000 Metern) und das größte Sommer-Skigebiet Europas. Da viele Pisten auf Gletschern liegen, ist es ganzjährig geöffnet. Es gibt 360 km Piste und du kannst mit den Skiern sogar Italien erreichen. Bei den Readers Choice Awards 2025 von Conde Nast Traveller wurde Zermatt gerade zu einem der besten Skigebiete der Welt gewählt (Punktzahl 91,67).
Die Zermatt Bergbahnen investieren seit einigen Jahren in Nachhaltigkeit und sind TourCert zertifiziert. Die Pisten werden (trotz der Gletscherlage) regelmäßig beschneit.
Nachhaltige Anreise: Zermatt ist autofrei und mit dem Zug zu erreichen – als extra Bonus spendiert das Hotel dir sogar (ab 3 Übernachtungen) ein Update auf die 1. Klasse auf der Strecke Visp – Zermatt. Dein Gepäck kannst du separat transportieren lassen. Vom Bahnhof holt dich das Hotel Bella Vista kostenlos mit einem Shuttle ab.
#3 CERVO Mountain Resort Zermatt | Schweiz

Ein außergewöhnliches Ski-in-Ski-out-Hotel ist das CERVO Mountain Resort, das sich ebenfalls im Schweizer Ski-Dorf Zermatt am Matterhorn befindet. Das nachhaltige Resort besteht aus mehreren Häusern, Restaurants und Spa-Bereich und die CERVO-Terrassen sind ein beliebter Ort für Après-Ski.
Zum Programm gehören zahlreiche Events mit Live-Musik, eine gemeinsame Mondscheinabfahrt, Movie Night mit Fondue etc. Hier bist du also genau richtig, wenn du in deinem Ski-Urlaub gern neue Leute kennenlernst und Unterhaltungsprogramm schätzt.
Skigebiet: Das Resort in Zermatt gehört ebenfalls zum gerade beschriebenen Matterhorn Paradise.
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Nachhaltige Anreise: Auch der CERVO Mountain Resort erreichst du mit dem Zug durch den Bahnhof Zermatt. Den Ski-Pass kannst du direkt vor deiner Anreise mitbestellen und dann direkt an der Rezeption in Empfang nehmen.
#4 Biohotel Grafenast | Tirol | Österreich

Fall du ein Ski-in-Ski-out-Hotel für einen Ski-Urlaub mit Kindern suchst, so empfehlen wir dir das Biohotel Grafenast in Tirol. Das Hotel wird von Familie Unterlechner geführt. Großvater “Rodel-Toni” errichtete im Jahr 1907 eine Rodelhütte auf dem Pillberg, welche noch bis heute besteht. Gelegen auf 1.330 Metern hast du einen wunderbaren Talblick. Mit nur 23 Zimmern (einige davon als Familienzimmer mit separatem Kinderzimmer eingerichtet) herrscht eine intime Atmosphäre. Die Themen Bio, Umweltschutz und Natur liegen den Unterlechners sehr am Herzen, weshalb sie hier nur mit Bioprodukten kochen.
Skigebiet: Das Biohotel Grafenast liegt nur 150 Meter vom Skigebiet Kellerjoch entfernt. Nach wenigen Schritten bis du bei der Talstation der Kellerjochbahn, die dich bis auf 1.890 Meter Höhe bringt. Das kleine Skigebiet umfasst 20 Pistenkilometer und 7 Pisten und ist durch diese überschaubare Größe perfekt für den (ersten) Skiurlaub mit Kindern. Etwa 30 Prozent der Pisten werden laut Snowtrex beschneit. Das Café Rodel-Toni befindet sich übrigens direkt neben der Kinder-Skischule. Hier können die Eltern gemütlich einkehren, während die Kinder Skifahren lernen oder im Kinderland spielen.
Nachhaltige Anreise: Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Jenbach und Schwaz. Ab drei Übernachtungen bekommst du die Hälfte der Taxikosten zum Biohotel erstattet.
#5 My Arbor | Südtirol | Italien

Bist du hingegen ohne Kinder unterwegs und möchtest lieber die Ruhe eines Adults-Only-Hotels genießen, dann könnte das My Arbor für dich interessant sein. Es befindet sich in der Nähe von Brixen und steht als architektonisches Highlight mitten im Fichtenwald auf Stelzen. Das Wellnesshotel liegt direkt an der Plose.
„Nach dem Frühstück begebe ich mich in den Skiraum, ziehe die Skischuhe an, schnappe meine Ski und starte direkt vom My Arbor aus zur Talstation der Plose“ – Alexandra Huber, My Arbor
Skigebiet: Das Skigebiet Plose gilt als besonders sonnig und ist mit 7 Aufstiegsanlagen und rund 40 km Skipisten zwischen 1.067 und 2.446 Metern recht überschaubar. Das Highlight ist Südtirols längste Talabfahrt mit 9 Kilometern Länge.
Nachhaltige Anreise: Den Bahnhof Brixen erreichst du von vielen großen Städten in Italien, Deutschland und Österreich per Direktverbindung. Vom Bahnhof aus gibt es für Gäste des My Arbor ab 7 Nächten einen kostenlosen Abholservice. Ansonsten kostet ein Taxi für die etwa 15-minütige Fahrt rund 30 Euro.
#6 Summit Lodges Pfunds | Tirol | Österreich

Zuletzt möchten wir dir noch zwei Ferienhäuser vorstellen, welche allerdings keine Ski-in-Ski-out Option bieten, doch eine Skibus-Haltestelle direkt vor der Haustür haben. Die Summit Lodges Pfunds sind Ferienhäuser im amerikanischen Blockhaus-Stil mit Platz für bis zu sechs Personen, einer privaten Sauna und einem gemütlichen Kamin mit Feuerholz. Ausgestattet mit eigener Küche, kannst du dich hier selbst verpflegen und den Winterurlaub ganz nach deinem eigenen Rhythmus gestalten.
Skigebiet: Der Skibus hält nur wenige Schritte von den Ferienhäusern entfernt und es gibt ganze sechs Skigebiete in der Umgebung. Nach etwa 20 Minuten Fahrzeit erreichst du das Tiroler Skigebiet Nauders mit 75 Pistenkilometern zwischen 1.400 und 2.750 Metern. Das Skigebiet gilt als schneesicher, maschinelle Beschneiung wird jedoch eingesetzt. Wenn du mit dem Skibus noch weiterfährst, so kannst du nach etwa 35 Minuten auch das italienische Südtirol erreichen. Hier am Reschenpass gibt es 65 Pistenkilometer und 15 Liftanlagen rund um den Reschensee. Durch die Höhenlage von 1.500 bis 2.400 Metern gilt es ebenfalls als schneesicher, wird aber trotzdem noch beschneit.
Künstliche Beschneiung wird sich weiter ausbreiten
Wie du siehst, kommen selbst Skigebiete, die mit Nachhaltigkeit werben, nicht ohne künstliche Beschneiung aus. Besorgniserregend ist, dass in den USA bereits Hänge mit der Zugabe von Bakterien beschneit werden, was in Deutschland und Österreich verboten ist. Diese sorgen dafür, dass der Schnee schon bei niedrigen Temperaturen entsteht. Naturschutzexpert*innen befürchten, dass dies bisher unbekannte Umweltauswirkungen haben könnte. Doch mit der globalen Erwärmung könnte dies in immer mehr Skigebieten Begehrlichkeit wecken.
Nur durch Nachhaltigkeit wird ein Ski-in-Ski-out-Urlaub in Zukunft noch möglich sein
Skifahren ist weniger nachhaltig als sanfte Wintersportarten wie Schneeschuhwandern. Um so wichtiger ist es, dass du dir – wenn es schon ein Skiurlaub sein soll – zumindest einige Gedanken um die Nachhaltigkeit machst. Ski-in-Ski-out Hotels liegen mitten im Skigebiet und somit kannst du die Natur – und wie sie präpariert wird – live miterleben. So wunderschön wie es ist, sollte es auch für die nächsten Generationen noch möglich sein.





