Tierschutz auf Reisen - Green Travel Blog

Tierschutz auf Reisen – Eine Anleitung und Tipps zum tierfreundlichen Reisen weltweit

Tierschutz auf Reisen – Eine Anleitung und Tipps zum tierfreundlichen Reisen weltweit
©De Visu - stock.adobe.com

Warum reist du? Um Neues zu erleben? Andere Orte und Länder kennenzulernen? Um Tiere zu sehen, die Du nur aus dem Fernsehen oder Büchern kennst? Wahrscheinlich von allem ein bisschen, oder? In diesem Blogartikel wollen wir uns aber vor allem den letzten Punkt genauer angucken und uns mit dem Tierschutz auf Reisen beschäftigen.

 


Inhaltsverzeichnis: Tierschutz auf Reisen

Einmal in freier Wildbahn …

Tierwohl und Tierleid auf Reisen

Tierattraktionen aus aller Welt und warum du die meisten davon meiden solltest

Unterhaltung hinter Gittern: Zoos und Delfinarien

So erkennst du einen tierfreundlichen Zoo

Tipp: Wildpferde und Gibbons

Suchen und Finden: Safaris und Whale Watching

Exkurs: Anlocken durch Futter

Elefanten reiten und das Problem mit Elephant Sanctuaries

Tipp: Samui Elephant Sanctuary in Thailand

Tradition und Tierleid: Stierkampf

Das Glück der Erde und worauf du bei Ausritten, Kutschfahrten und Ponyreiten achten solltest

Extra: Hundeschlittentouren

Souvenirs – tot oder lebendig

Unterwegs in der Wildnis: Tierschutz beim Wandern, Tauchen und Radfahren

Bitte ohne Lärm! Zu Gast im Lebensraum

Bitte ohne Anfassen! Schutz für dich und die Tiere

Bitte ohne Blitz! Wildtiere fotografieren

Tierschutz auf Reisen – Werde selbst aktiv!

Tierschutz in Hotels: Projekte zum Mitmachen

Extra: Korallenaufforstung

Erzählen, Berichten, Weitersagen

Ernährung und Tierschutz

Fazit und Zusammenfassung – Tierschutz auf Reisen


 

Porträt eines Jaguars, einer bedrohten Art im Dschungel. Auf einer tierfreundlichen Reise erlebst du die wilde Schönheit in freier Natur
Porträt eines Jaguars | ©Ludovic – stock.adobe.com

 

Einmal in freier Wildbahn …

Besonders wenn die Reise weiter weggeht, stehen Tierbeobachtungen ganz oben auf der Wunschliste. Wer träumt nicht davon, den König der Tiere in der Wildnis zu sehen? Oder einem Elefanten ganz nah zu kommen? Solche Begegnungen vergisst man nicht mehr.

Etwas anderes verdrängen wir dafür nur allzu gern: den Schutz der Tiere, die uns so faszinieren. Besonders wenn wir mit Kindern unterwegs sind und ihnen solche einmaligen Begegnungen ermöglichen wollen, werfen wir schnell einmal ein paar Grundsätze über Bord. Dabei wollen wir niemandem eine böse Absicht unterstellen. Kaum jemand handelt absichtlich tierschutzwidrig oder will Praktiken und Attraktionen unterstützen, bei denen Tiere gequält werden oder zu Schaden kommen. Es fehlt uns Reisenden manchmal einfach das Wissen. Auch wir haben bei der Recherche für diesen Artikel einige Wissenslücken füllen können und hoffen, dass ihr das nun ebenfalls könnt.

 

Tierwohl und Tierleid auf Reisen

Das Thema Tierschutz und ganz besonders Tierschutz auf Reisen haben immer eine psychologische Komponente. Im Urlaub sind wir weit weg von unserem Alltag, in dem wir bewusst und nachhaltig leben, vielleicht sogar im Tierheim aushelfen.

Dazu kommt, dass wir uns besonders in unserer hoch industrialisierten, westlichen Welt immer weiter von der Natur entfernen und so auch zum Teil verlernen, Tieren empathisch zu begegnen, einfach weil wir ihnen überhaupt nicht begegnen. Darüber hinaus sind wahrscheinlich die wenigsten von uns Biologen oder Verhaltensforscher oder aus anderen Gründen dazu in der Lage, Tierverhalten analysieren zu können. Alles zusammen führt dazu, dass wir in bestimmten Situationen nicht erkennen können, was Tierleid und was Tierwohl ist und so unwissentlich Praktiken unterstützen, die tierschutzwidrig sind.

Das muss aber nicht sein. Für viele Erlebnisse und Begegnungen gibt es nachhaltige und tierfreundliche Alternativen.

 

Vorab: Es wird in diesem Artikel auch um Misshandlungen und Gewalt gegen Tiere gehen. Wenn du das nicht lesen kannst oder willst, dann empfehlen wir dir diesen Blogartikel, indem wir uns mit ethischen Tierbegegnungen beschäftigen oder du springst direkt nach unten und schaust, wie du selbst im Tierschutz auf Reisen aktiv werden kannst..

 

Fotografin nimmt ein Bild mit professioneller Kamera aus einem touristischen Fahrzeug auf einer tierfreundlichen Safari auf
Fotografieren auf einer tierfreundlichen Safari: Weit genug weg, um die Tiere nicht zu stressen | ©Soloviova Liudmyla – stock.adobe.com

 

Tierattraktionen aus aller Welt und warum du die meisten davon meiden solltest

Auf Reisen begegnen uns überall Attraktionen und Erlebnisangebote, die auf die eine oder andere Art mit Tieren zu tun haben. Manche sind auf den ersten Blick tierschutzwidrig: Tiere werden verletzt oder offensichtlich nicht artgerecht gehalten. Doch bei vielen müssen wir genauer hinschauen und uns vor allem näher damit beschäftigen, um zu erkennen, ob es den Tieren gut geht. Und manchmal sind es vermeintlich tierfreundliche Erlebnisse, die sich auf den zweiten Blick als Quälerei entpuppen. Sich darüber zu informieren gehört zum nachhaltigen Reisen und zum Tierschutz auf Reisen mit dazu.

 

Unterhaltung hinter Gittern: Zoos und Delfinarien

Seitdem Delfinarien wie Seaworld negative Schlagzeilen machten, werden diese von vielen Reisenden gemieden und auch immer mehr Tour-Anbieter streichen einen Besuch aus ihrem Programm. Die Tiere werden dort unter unmöglichen und beengten Bedingungen gehalten. Verhaltensauffälligkeiten sind an der Tagesordnung. Deshalb wollen wir dir ans Herz legen, um solche „Attraktionen“ einen großen Bogen zu machen, egal was die Marketingabteilung behauptet.

Doch Delfinarien sind nur die Spitze eines Unterhaltungseisbergs, der auf eingesperrten Tieren basiert. Auch Zoos zählen dazu. In Deutschland bemängeln Organisationen immer wieder die mangelnden Tierschutzgesetze, die für Zoos gelten. In anderen Ländern sieht es zum Teil noch schlimmer aus: viel zu enge Gehege, apathische Tiere und Verhaltensstörungen wie das konstante „Tigern“ im Käfig sind weltweit zu beobachten.

 

So erkennst du einen tierfreundlichen Zoo

Wenn du trotzdem einen Zoobesuch planst, beschäftige dich vorher mit deinem Ziel. Lies nicht nur die Statements der Eigentümer oder Betreiber, sondern auch, was unabhängige Organisationen schreiben und höre auf dein Bauchgefühl. Beim Besuch kannst du darauf achten, ob die Tiere Rückzugsmöglichkeiten vor dem Publikum haben. Nimm dir Zeit und beobachte: Wie verhalten sie sich? Sind sie interessiert an ihrer Umgebung? Entspannt? Oder gestresst? Auch für Kinder kann es spannend sein, ein Tier länger zu betrachten und zu erforschen, was es tut. Außerdem kannst mit Mitarbeitenden sprechen und sie nach der Beschäftigung und Versorgung fragen.

 

Es gibt aber auch Alternativen für den Zoobesuch. Auffangstationen und Wildgehege bieten den Tieren viel mehr Freiraum und ein nahezu natürliches Leben. Zudem unterstützt du mit einem Besuch die Arbeit der jeweiligen Organisation und lernst eine Menge über die jeweilige Tierart und deren Lebensraum.

 

Eine Gruppe von sechs Wildferden (vermutlich Koniks) streift durch ein Naturschutzgebiet
Wildpferde in Deutschland | ©rawpower – stock.adobe.com

 

Tipp: Wildpferde und Gibbons

Wildpferde werden häufig als Landschaftspfleger in Naturschutzgebieten eingesetzt, da sie auf natürliche Art das Wachstum regulieren. So auch im Tennenloher Forst bei Erlangen. Rund 100 Hektar stehen den Przewalski-Pferden zur Verfügung, sodass es nicht ganz leicht ist, sie zu Gesicht zu bekommen. Aber so soll es ja sein, nicht wahr? (Danke an das Creativhotel Luise für diesen Tipp!)

Ein anderes Beispiel für einprägsame und tierfreundliche Begegnungen mit Wildtieren ist der Besuch einer Auffangstation wie dem Gibbon Project im thailändischen Phuket. Hier werden Gibbons aus tierschutzwidrigen Lebensbedingungen und Qualhaltungen gerettet und sorgsam wieder auf das Leben in der Wildnis vorbereitet. Das geschieht in großen Gehegen abseits der Wege und mit minimalem Menschenkontakt. Als Besucher siehst du lediglich die Affen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht wieder ausgewildert werden können.

 

Suchen und Finden: Safaris und Whale Watching

Safaris und auch die Sonderform des Whale Watchings zählen mit zu den beliebtesten Tiererlebnissen überhaupt. Sie bieten die Chance, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu entdecken und zu beobachten. Was daran tierschutzwidrig sein soll, fragst du? Nun, nicht die Safari oder Whale Watching Tour selbst, sondern die Art, wie sie durchgeführt wird, kann die beobachteten Tiere stressen.

Zwar sind viele Tiere vor allem in hochfrequentierten Nationalparks an Autos gewöhnt und es interessiert sie nicht, ob da nun ein Jeep neben ihnen hält oder nicht, dennoch kann es vorkommen, dass sie sich gestört fühlen und das Weite suchen. Dann solltest du (wenn du selbst fährst) oder der Guide auf keinen Fall die Verfolgung aufnehmen. Erst recht nicht abseits der Straße. Auch näher ranfahren, nur um ein Foto zu machen, wird das Tier aufschrecken und verscheuchen. Warte lieber mit abgestelltem Motor, ob es sich selbst nähert. Und wenn nicht, dann genießt du einfach nur den Moment ganz ohne Kamera.

 

 

Auch auf dem Wasser gilt: nicht verfolgen und wenn möglich Motor aus. Erfahrene Whale Watching Kapitäne machen das aber auch. Schließlich wollen sie die beeindruckenden Meeressäuger nicht verjagen oder ihnen die Jagdplätze verderben.

 

Exkurs: Anlocken durch Futter

Inzwischen ist diese Praktik zwar in vielen Ländern verboten und immer mehr Menschen prangern sie an: das Anfüttern wilder Tiere, um Touristen ein Schauspiel zu bieten. Dennoch gibt es nach wie vor Orte, wo genau das gemacht wird. In Florida, USA beispielsweise. Den Alligatoren wird das Futter allerdings nur vor die Nase gehalten, da das Füttern ja verboten ist. Das macht es aber nicht besser; eher im Gegenteil. Auch im Ozean locken Menschen noch immer Weiße Haie mit Futter an, um sie den Touristen vorzuführen. Aus der Erwartungshaltung der Tiere heraus, vom Menschen gefüttert zu werden, entstehen Gefahrensituationen. Zudem werden sie in bewohnte Gebiete oder von Schwimmern und Surfern genutzte Bereiche des Meeres gelockt, von denen sie sich normalerweise fernhalten würden. Angriffe werden provoziert.

 

Elefanten reiten und das Problem mit Elephant Sanctuaries

Tierschutzorganisationen und Anbieter für nachhaltige Reisen machen ständig darauf aufmerksam: Elefanten reiten ist nicht tierfreundlich. Die grauen Riesen würden niemals einen Menschen so dicht an sich heranlassen, wenn sie nicht durch Schmerzen gelernt hätten, zu gehorchen. Oftmals wurden sie als Babys von ihren Müttern fortgerissen, angekettet und mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen. Im schlimmsten Fall wurde die Mutter einfach getötet, um an das Kalb zu kommen.

Bei der Suche nach Alternativen wirst du auf Auffangstationen stoßen, die solche Reitelefanten aufnehmen und ihnen nun ein besseres Leben ermöglichen. Besucher können die Elefanten füttern, waschen und manchmal sogar mit ihnen baden gehen. Hier ist besondere Vorsicht geboten, denn nicht alle Sanctuaries arbeiten transparent. Manchmal sind die Stationen, die nun Waschen und Füttern anbieten, sogar die gleichen, die zuvor Elefantenreiten offerierten.

Am Ende hilft es nichts: Wir müssen uns als Reisende (und Elefanten-Liebhaber) eingestehen, dass auch das Waschen und Füttern gegen ihre Natur und nur möglich ist, weil sie schmerzhaft lernen mussten, dass Ungehorsam nichts bringt.

 

 

Gute Auffangstationen beschränken den Kontakt von Menschen und Elefant auf ein Minimum und ermöglichen den Tieren so ein möglichst naturnahes Leben. Gleichzeitig kämpfen aber viele Sanctuaries um jeden Cent und müssen eine Balance zwischen Unterhaltung der Gäste und Schutz der Elefanten finden.

 

Tipp: Samui Elephant Sanctuary in Thailand

Im Samui Elephant Sanctuary wird der Spagat zwischen Touristen- und Elefantenwohl geschafft, in dem das Baden den Elefanten vorbehalten bleibt. Die Besuchenden dürfen das Futter mit vorbereiten und es auch verfüttern, doch darüber hinaus steht vor allem das Beobachten, Begleiten und Lernen auf dem Plan.

 

Tradition und Tierleid: Stierkampf

Nachhaltiges Reisen hat viel mit dem Schutz der lokalen Kultur zu tun. Doch auch jahrtausendealte Traditionen dürfen sich ändern, wenn sie für Leid sorgen. In Spanien und Frankreich hält man von einer solchen Idee wenig. Stattdessen wurde der Stierkampf als immaterielles Kulturgut unter Schutz gestellt, sodass bis heute jährlich Hunderte von Stieren in den Arenen zur Unterhaltung der Menschen sterben. Die Tiere werden dabei durch die Kämpfer mit langen Nadeln gequält und schließlich getötet. Doch selbst wenn der Stier nicht in der Arena stirbt, kommt er danach zum Schlachter. Er ist zu aggressiv, um ihn weiter zu händeln.

Im Mai 2022 konnten Tierschutzorganisationen jedoch einen ersten Erfolg im Protest gegen Stierkämpfe erwirken. In der größten Stierkampfarena der Welt, der Plaza de Toros in Mexico-City, dürfen vorläufig keine Kämpfe mehr stattfinden. Das mexikanische Bundesgericht stoppte diese, nachdem zivile Organisationen jahrelang klagten.

Als Reisender in Ländern, die Stierkämpfe anbieten, zum Beispiel Spanien, Frankreich, Portugal, aber auch Brasilien und eben Mexiko, solltest du dich nicht verleiten lassen, eine solche Veranstaltung zu besuchen. Wenn die Gäste ausbleiben gibt es diese „Tradition“ hoffentlich irgendwann nicht mehr.

Generell solltest du Veranstaltungen, bei denen Tiere gegeneinander oder gegen Menschen kämpfen, meiden. Das gilt für Stierkämpfe ebenso wie für Alligator Wrestling oder Hahnenkämpfe. Sie sind Tierquälerei.

 

Das Glück der Erde und worauf du bei Ausritten, Kutschfahrten und Ponyreiten achten solltest

Drei Reiter galoppieren am Strand entlang bei Sonnenuntergang. Auch so sieht Tierschutz auf Reisen aus.
Strandausritt im Sonnenuntergang | ©Petra Eckerl – stock.adobe.com

 

Einmal am Strand entlang galoppieren, ist ein Traum vieler Reiter*innen. Aber auch wenn du nichts mit Pferden am Hut hast, hast du vielleicht schon einmal einen Ausritt im Urlaub gebucht, eine Kutschfahrt gemacht oder warst mit deinem Kind beim Ponyreiten. Und wenn du jetzt ganz ehrlich bist, hast du dabei wahrscheinlich nicht über Tierschutz nachgedacht, oder?

Gerade in den heißen Sommermonaten solltest du dich jedoch fragen, ob eine Kutschfahrt durch die glühende Innenstadt einer Metropole sein muss. Erst kürzlich ging ein Video durch das Internet, das ein völlig entkräftetes Pferd zeigte, dass in New York vor der Kutsche zusammengebrochen ist. Das muss nicht sein. Eine Stadt lässt sich auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad umweltfreundlich erkunden. Da müssen die Vierbeiner nicht bei 30 Grad Celsius und mehr durch die Straßen traben.

Generell sind Kutschfahrten und auch Ausritte oder Ponyreiten nicht tierschutzwidrig. Es gibt jedoch ein paar Dinge, auf die du im Vorfeld achten solltest. Die Haltung der Pferde steht da ganz oben auf der Liste. Diese sollte möglichst artgerecht sein, das heißt, die Tiere verbringen nicht den ganzen Tag im Stall, sondern dürfen auch auf die Weide oder den Paddock. Ein zweiter Punkt ist die Ausrüstung. Als Laie ist es natürlich schwierig zu erkennen, ob ein Sattel passt oder nicht, aber der Zustand verrät dir schon viel. Ist das Leder gepflegt oder ist es rissig und hart? Wie reagiert das Pferd? Legt es zum Beispiel die Ohren an und schnapp, oder lässt es das Satteln und Aufsitzen entspannt zu? Wie ist der Allgemeinzustand der Tiere? Sind sie abgemagert oder sehen sie gesund aus? Wie oft werden sie am Tag bewegt? Haben sie Ruhezeiten, um sich zu regenerieren?  

 

Extra: Hundeschlittentouren

Ganz ähnliche Fragen wie vor einem Ausritt oder einer Kutschfahrt solltest du dir auch vor einer Tour mit dem Hundeschlitten stellen. Verantwortungsvolle Hundebesitzer und Anbieter werden dir darüber gern Auskunft geben und dann kannst du guten Gewissens die Schlittenfahrt genießen.

 

 

Souvenirs – tot oder lebendig

Wir müssen zugeben, diesen Punkt noch immer mit in den Artikel aufnehmen zu müssen, tut weh. Und trotzdem wollen und können wir es nicht ungesagt lassen: Wildtiere sind keine lebenden Souvenirs und keine Haustiere! Nicht nur ist das Mitnehmen illegal, es ist auch für das Tier extrem schädlich und oftmals sogar tödlich. Es wird aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und enormen Stress ausgesetzt. Bei der Haltung im Käfig oder Terrarium kann es seine Bedürfnisse nicht wie gewohnt befriedigen und stirbt schließlich.

Doch nicht nur lebendige Tiere sind als Souvenirs mehr als ungeeignet. Auch bei anderen Dingen solltest du darauf achten, aus welchem Material sie bestehen und wo sie herkommen. Elfenbein ist dir wahrscheinlich ein Begriff und du würdest nicht auf den Gedanken kommen, ein Souvenir daraus zu kaufen. Doch wie sieht es mit Korallenketten aus? Dem Schlüsselanhänger aus Schildpatt oder dem Armband aus Elefantenhaar?

 

Eine gute Übersicht über problematische Souvenirs findest du im Souvenir-Ratgeber des WWF.

 

Mit dem Kauf von Souvenirs bedrohter Arten gefährdest du die Biodiversität unserer Welt und trägst zum Aussterben der Tiere bei. Wenn du dir also nicht sicher bist, woher ein Andenken kommt oder aus was es besteht, dann kauf es nicht. Du wirst noch andere Dinge finden, die du mit nach Hause nehmen kannst. Vor allem Erinnerungen an die Begegnungen mit lebenden Wildtieren.  

Übrigens, Handel und Einfuhr von gefährdeten Arten und deren Erzeugnissen, z. B. Schildpatt oder Elfenbein, sind verboten. Führst du solche Produkte mit dir, machst du dich strafbar und musst einiges an Strafe zahlen. Davon abgesehen, dass der Handel mit Souvenirs aus gefährdeten Arten auch moralisch absolut verwerflich ist.

 

 

Unterwegs in der Wildnis: Tierschutz beim Wandern, Tauchen und Radfahren

Besonders bei naturnahen Sportarten und Tätigkeiten bleiben Begegnungen mit dem Wildlife nicht aus, gewollte und ungewollte. Ob dir nun beim Wandern ein Reh vor die Füße springt oder du unter Wasser Korallen bewunderst, auch hier spielt Tierschutz eine Rolle.

 

Bitte ohne Lärm! Zu Gast im Lebensraum

Als Wanderer und Radfahrer bewegen wir uns viel in der freien Natur. Besonders, wenn du Fernwanderwege gehst, bist du meist mehr in Wald und Feld unterwegs als in bewohnten Gebieten. Mit anderen Worten: Du bist zu Gast im Lebensraum der Wildtiere. Und so solltest du dich auch benehmen.

Ein wichtiges Credo für alle Wanderer und Spaziergänger lautet, keinen unnötigen Lärm zu machen. Durch ihn werden die Tiere aufgescheucht und in Ruhephasen gestört. Außerdem verursacht er Stress. Das bedeutet nicht, dass du durch den Wald schleichen musst und kein Wort mit deiner Begleitung wechseln darfst. Ein ruhiges Gespräch kann sogar von Vorteil sein, da es Rehe und Co. vorwarnt. Laute Musik ist dagegen ein No-Go.

 

Bitte ohne Anfassen! Schutz für dich und die Tiere

Zu deinem eigenen Schutz solltest du es vermeiden, wilde Tiere anzufassen. Krankheiten könnten übertragen werden, oder du wirst gekratzt oder gebissen. Auch du könntest dem Tier Schaden zufügen, indem du bei der Berührung Krankheitserreger überträgst.

Das Anfass-Verbot gilt unter Wasser genauso. Ganz besonders, wenn du durch Korallenriffe tauchst. Manche Korallen bilden eine Art antibakterielle Schicht um sich herum, die du durch eine Berührung zerstörst. So wird die Koralle anfälliger für Krankheiten.

Andere Meerestiere stresst du mit deiner Berührung und provozierst vielleicht einen Angriff. Nicht zuletzt: Vieles unter Wasser hat Stacheln, die entweder sehr weh tun oder giftig sind und vor allem nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Also lieber Finger weg.

 

 

Bitte ohne Blitz! Wildtiere fotografieren

Die Begegnung mit einem Wildtier möchte man am liebsten für die Ewigkeit auf ein Foto bannen. Das solltest du aber ohne Blitz und mit Abstand tun. Kamerablitze stressen und können insbesondere bei nachtaktiven Tieren Schäden verursachen. Auch ein zu dichtes Herangehen kann Wildtiere nervös machen. Sobald du Anzeichen von Stress bemerkst, zieh dich lieber wieder ein Stück zurück.

Wo wir gerade beim Thema Bilder sind: Verzichte auf Fotos, auf denen du ein Wildtier streichelst oder auf den Arm nimmst. Diese Tiere sind angefüttert oder sediert (warum sonst sollte sich ein Löwe von dir berühren lassen?). Erfreue dich lieber an den wilden Tieren, die in ihrem Lebensraum einfach sein dürfen.

 

 

Tierschutz auf Reisen – Werde selbst aktiv!

Tierleid ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Tiere können uns nicht sagen, dass es ihnen schlecht geht und besonders Fluchttiere wie Pferde zeigen es nur selten. Deshalb ist unser erster Rat: Hör auf dein Bauchgefühl. Wenn du das Gefühl hast, etwas ist komisch oder schadet den Tieren, dann meide die Attraktion oder das Angebot. Noch besser: Melde es bei deinem Reiseveranstalter oder einer Tierschutzorganisation.

Auf besondere Tierbegegnungen verzichten musst du während deiner Reise aber dennoch nicht. Auffangstationen und Wildgehege haben wir dir weiter oben ja schon als Alternative vorgestellt. Auch gegen Safaris und Whale Watching ist per se nichts einzuwenden, solange sie tierfreundlich durchgeführt werden. Das Gleiche gilt für Kutschfahrten, Ausritte und Co.

Aber vielleicht reicht dir das Beobachten nicht. Vielleicht hat dich dieser Artikel dazu inspiriert, dich für das Wohl der (Wild-) Tiere einzusetzen. Dann haben wir hier ein paar Ideen für dich, wie du im Tierschutz auf Reisen aktiv werden kannst.  

 

Tierschutz in Hotels: Projekte zum Mitmachen

Für aktiven Tierschutz auf Reisen findet sich immer eine Möglichkeit. Manchmal direkt in deinem Hotel. Das thailändische Resort The Tongsai Bay unterstützt zum Beispiel seit Jahren eine Streunerhilfe und ein Tierheim, die sich um die streunenden Hunde und Katzen auf der Insel kümmern und sie medizinisch versorgen. Als Gast kannst du das Tierheim besuchen und wenn du magst, eines der Tiere als Pate sponsorn.

Da hört der Tierschutz aber noch nicht auf. Rund um die Gästevillen des The Tongsai Bay lassen sich direkt vom Zimmerfenster zahlreiche Wildtiere in dem naturbelassenen Wald beobachten. Im luxuriösen Hotel Keemala auf Phuket haben einige Tiere aus dem Tierschutz sogar ihr Zuhause auf Lebenszeit gefunden, darunter auch ein Wasserbüffel.

Das Berghotel Rehlegg betreibt und unterstützt die Zucht des bedrohten schwarzen Alpenschweins und verhindert so das Aussterben der Haustierrasse. Viele Green Pearls® Hotels unterhalten eigene Bienenstöcke oder haben Gärten und Wildwiesen eingerichtet, die Insekten und anderen Lebewesen Unterschlupf und Nahrung bieten.

 

 

Extra: Korallenaufforstung

Eine besondere Art des Tierschutzes steht (erfahrenen) Tauchern zur Verfügung. Sie können sich für den Erhalt der Korallenriffe einsetzen, in dem sie Meeresbiologen bei der Aufforstung und dem Monitoring unterstützen. Das geht zum Beispiel auf den Malediven im Rahmen des Coral Line Projects des Gili Lankanfushi.

Du willst mehr über den Schutz der Meere und Korallen im Gili Lankanfushi erfahren? Dann empfehlen wir dir das Interview mit den beiden Meeresbiologinnen des Resorts.

Auch in Thailand bieten verschiedene Tauchschulen an, dass man sich für den Erhalt der Unterwasserwelt einsetzten kann. Ein besonderes Taucherlebnis für Tierliebhaber und Tierschützer.

 

Tierschutz auf Reisen kann auch so aussehen: Eine Taucherin betrachtet die aufgereihten Baby-Korallen des Coral lines Project auf den Malediven. Erfahrene Taucher können den Meeresbiologen bei der Arbeit helfen.
Coral Lines Project | ©Gili Lankanfushi

 

Aber nicht nur in den Green Pearls® Hotels wirst du fündig werden. Nature Trusts und Nationalparks bieten ebenfalls Touren an, bei denen du Ranger und Biologen begleiten und bei Zählungen, Tracking oder Ähnlichem unterstützen kannst. Das geht zum Beispiel im norditalienischen Abruzzen Nationalpark.

 

Erzählen, Berichten, Weitersagen

Eine wichtige Art, wie du ohne viel Mühe zum Schutz der Tiere beitragen kannst, ist anderen davon zu erzählen. Mache andere Reisende auf tierschutzwidrige Praktiken aufmerksam und erkläre, was Tierschutz auf Reisen bedeutet. Berichte von tierfreundlichen Alternativen und empfehle Auffangstationen oder Anbieter, bei denen du dir sicher bist, dass sie zum Wohl der Tiere handeln.

Das kannst du auch von zu Hause aus, in dem du deinen Freunden und deiner Familie von deiner nachhaltigen Reise berichtest, aber auch in dem du Rezensionen auf TripAdvisor, Google und anderen Plattformen schreibst. Denke dabei daran, nicht nur deine negativen Erlebnisse zu teilen, sondern auch positive Beispiele 

 

Ernährung und Tierschutz

Kommen wir noch einmal zu uns selbst zurück. In unserem täglichen Leben, ob auf Reisen oder zu Hause, können wir uns ebenfalls für Tierschutz einsetzen.

Durch eine möglichst fleischarme oder vegetarische bzw. vegane Ernährung können wir das Tierleid effektiv eindämmen. Auch auf Reisen. Insbesondere, wenn du in Ländern unterwegs bist, deren Küche ohnehin vegetarisch oder fleischarm ist, solltest du nicht auf Fleisch bestehen. Dieses wird dort meist nur für die Touristen angeboten und entweder teuer importiert, oder die Tiere werden unter zum Teil schrecklichen Umständen gehalten.

Eine vegane Ernährung wirkt sich aber nicht nur auf das Wohl der Nutztiere aus. Die Flächen, die nicht für die Viehhaltung oder den Futteranbau benötigt werden, können renaturiert werden. So entsteht wieder mehr Lebensraum für die Wildtiere, der besonders in der Kulturlandschaft des westlichen Europas zur Mangelware geworden ist.

 

Eine Frau auf einer Wanderung mit Rucksack mit Blick auf die Berge, Alpenblick
Unterwegs in der Natur ©Alena Ozerova – stock.adobe.com

 

Fazit und Zusammenfassung – Tierschutz auf Reisen

Zum nachhaltigen Reisen gehört der Tierschutz mit dazu. Wir alle genießen die Begegnung mit Wildtieren, die wir nur aus Fernsehen, Büchern oder Tierpark kennen. Doch dieses Aufeinandertreffen sollten nicht nur für uns angenehm sein, sondern auch für das Tier. Das bedeutet für uns als Reisende manchmal auch, dass es mühsamer wird, ein Tier zu sehen und vielleicht sehen wir es auch gar nicht. Oder wir verzichten auf die Kutschfahrt in der Wiener Innenstadt, besuchen nicht die Elefantenstation und suchen in Foren und Blogs nach tierfreundlichen Alternativen.

Tierschutz auf Reisen kostet Zeit; in der Vorbereitung und vor Ort auf der Suche nach den Wildtieren. Aber seien wir mal ehrlich: Würdest du wirklich lieber den Leopard sehen, der mit Futter angelockt wurde, nur um ein Häkchen auf deiner Liste zu machen? Oder ist es nicht viel wertvoller, wenn du ihn nach stunden-, vielleicht tagelanger Suche tatsächlich entdeckst und bei seinem natürlichen Tagesablauf beobachten kannst?

 

Verrate es uns in den Kommentaren oder auf Instagram. Wir freuen uns auf deine Erfahrung!

 

 


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Auf dem oberen Bild des Pinterest-Pins ist das Porträt eines Jaguars zu sehen. In der Mitte steht "Tierschutz auf Reisen" und auf dem unteren Bild sieht man eine Frau, die mit einer professionellen Kamera aus einem Safariwagen heraus fotografiert

Eine Frau schaut aus dem Fenster eines offenen Safariwagens und beobachtet Elefanten bei einer tierfreundlichen Safari


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