Historische Schätze Teil 4: Deutsche Geschichte im Urlaub erleben

Historische Schätze im Urlaub entdecken | Teil 4: Neuere deutsche Geschichte erleben

Historische Schätze im Urlaub entdecken | Teil 4: Neuere deutsche Geschichte erleben
Das Brandenburger Tor ist nicht die einzige Sehenswürdigkeit in Deutschland ©franz12 | Stock.Adobe.com

Ob Monarchie oder Mauerfall, Hanse oder Hugenotten – Deutschlands jüngere Geschichte ist vielfältig, bewegend und voller Überraschungen. Wer genauer hinschaut, entdeckt unterwegs Spuren einer Vergangenheit, die das Land bis heute prägt. In diesem vierten Teil unserer Serie nehmen wir dich mit zu besonderen Orten und Unterkünften, die dir neue Perspektiven auf deutsche Geschichte eröffnen.

Manche erzählen von königlichem Glanz, andere von großen Umbrüchen. Gemeinsam zeigen sie: Geschichte ist nicht nur etwas für Museen, sondern kann direkt am Wegesrand, auf Wanderwegen oder sogar in deinem nachhaltigen Hotel erlebbar werden. Unsere Green PearlsⓇ Partner haben uns verraten, welche Sehenswürdigkeiten ihre Gäste besonders faszinierend finden.

 

Bayerns Geschichte zwischen Königtum und Nation

Schloss Neuschwanstein bei strahlend blauem Himmel
UNESCO-Welterbe Schloss Neuschwanstein ©SCStock | Stock.Adobe.com

 

Beginnen wir mit Bayern, da dieses Bundesland im Süden von Deutschland aktuell die meisten Touristen hat. Laut einer Statista-Erhebung von 2024 ist es sowohl von den Deutschen selbst als auch von ausländischen Gästen am stärksten besucht. Durch die Nähe zu den Alpen kannst du hier tollen Wander- und Outdoor-Urlaub machen. Ebenso gibt es hier besonders viele Wellnesshotels – wovon einige auch auf Nachhaltigkeit achten und Partner bei Green PearlsⓇ sind.

Außer Wandern und Wellness gibt es aber auch geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten zu entdecken! Bayern ist reich an historischen

Walhalla ist eine historische Sehenswürdigkeiten der deutschen Geschichte
Walhalla | BILD: Wikimedia Commons

Bauwerken, die von einer Zeit erzählen, in der regionale Identität und nationale Bestrebungen eng miteinander verwoben waren. In der Oberpfalz etwa ließ König Ludwig I. mit der Walhalla ein Denkmal errichten, das bis heute beeindruckt: ein Tempel im Stil der Antike, der bedeutende Persönlichkeiten der „deutschen Geschichte“ ehrt – und damit auch eine Idee von Einheit, lange bevor es ein deutsches Nationalgefühl im heutigen Sinne gab.

Ganz in der Nähe informiert das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg anschaulich über die Entwicklung Bayerns und seine Rolle in der deutschen Geschichte.

Tipp: Noch bis November 2025 gibt es mehrere Veranstaltungen zu König Ludwig I, anlässlich des 200. Jubiläums seiner Thronbesteigung.

 

Schloss Neuschwanstein ist seit 2025 UNESCO-Welterbe

Im Süden Bayerns zeugen die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau vom Selbstverständnis Ludwigs II. (dem Enkel von König Ludwig I.), der sich mit seinen Bauwerken nicht nur einen Rückzugsort, sondern auch ein romantisiertes Idealbild von Herrschaft schuf. Ludwig II war von 1864 bis 1886 der König von Bayern (Schloss Neuschwanstein gehört somit in die Neuzeit, nicht ins Mittelalter, wie es optisch den Anschein hat).

Seit dem 12. Juli 2025 gehören Schloss Neuschwanstein, Schloss Linderhof, Schloss Herrenchiemsee und das Königshaus am Schachen als Gruppe zum UNESCO-Welterbe.

Von einigen der Suiten aus als auch vom Outdoor-Spa-Bereich des Hotels Das Rübezahl hast du einen direkten Schlossblick auf das Märchenschloss Neuschwanstein. Und das ganz ohne dich in eine Schlange stellen zu müssen. Stattdessen genießt du das warme Wasser des Outdoor-Pools oder den morgendlichen Kaffee auf deinem Balkon. Im Hotel Das Rübezahl findest du genau die Kombination aus Wellness, Wanderurlaub (mit Wanderconcierge Bergbaschdi) und historischen Sehenswürdigkeiten, die momentan bei vielen Urlaubern im Trend liegt. Dabei aber nachhaltig ausgerichtet, mit erneuerbaren Energien und regionaler (Bio-)Küche.

 

Hotel in historischem Landgut

Außenansicht Gut Sonnenhausen nachhaltiges Hotel in Bayern
©Vivi D’Angelo | Gut Sonnenhausen

 

Manche Unterkünfte tragen auch selbst die Geschichte in ihren Mauern: Das Gut Sonnenhausen nahe München etwa geht auf ein ehemaliges Gestüt aus dem frühen 20. Jahrhundert zurück. Der Münchner Architekt Wilhelm Spannagel ließ es vor über 120 Jahren im englischen Stil errichten und Gastgeber Georg Schweisfurth wandelte das Gestüt (zusammen mit einem Bauernhaus aus 1800) zu einem nachhaltigen Hotel um. Stilvoll eingerichtet mit einem Mix aus Moderne und Tradition (z B. wurden für die Schlafzimmer antike Bauernschränke von verschiedensten Quellen gekauft und restauriert).

 

Regionale Geschichte und alte Grenzen

Dass Deutschland einst ein Flickenteppich aus Fürstentümern, Herzogtümern und freien Städten war, zeigt sich auch heute noch an vielen kleinen, oft unscheinbaren Spuren in der Landschaft. Erinnert wird daran z. B. im Nordschwarzwald, wo man beim Wandern auf alte Grenzsteine stößt – stille Zeugen der Zeit, als Baden und Württemberg noch eigenständige Länder waren.

Rund um das Hotel SCHWARZWALD PANORAMA in Bad Herrenalb kannst du diesen historischen Spuren folgen. Viele der Grenzsteine tragen die Buchstaben „B“ für Baden und „W“ für Württemberg. Sie markieren eine Grenze, die einst trennte – heute aber symbolisch für ein Zusammenwachsen steht.

Zusammen gewachsen ist sind auch die Mitarbeitenden im SCHWARZWALD PANORAMA. Wie Gastgeber Stephan Bode uns im Interview erzählt hat, setzt sich das Team aus ganz verschiedenen Nationen zusammen – und sie alle arbeiten daran, das Wellnesshotel im Luftkurort durch eine ganzheitliche Zero-Waste-Strategie und Biolebensmittel zu einem Pionier der Nachhaltigkeit zu machen.

 

Die Teilung Deutschlands – und was davon geblieben ist

Hotel STURM Außenansicht
Das STURM war früher ein Hotel für „Grenztourismus“ an der Innerdeutschen-Grenze. Heute ist es ein Bio-Refugium und Wellnesshotel. ©STURM

 

Nachdem sich aus den Bundesländern dann ein Kaiserreich, dann eine Republik (Weimarer Republik) und dann das Deutsche Nazi-Reich entwickelt haben, ist ein weiterer prägender Abschnitt der neueren deutschen Geschichte die Teilung des Landes in Ost und West. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland ab 1949 in die Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Westen und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Osten aufgeteilt – eine Grenze, die das Land bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 trennte.

Während viele bei diesem Thema sofort an die Berliner Mauer denken – Symbol des Kalten Krieges und Schauplatz dramatischer Fluchtversuche – gab es entlang der innerdeutschen Grenze zahlreiche weitere Orte, an denen die Teilung konkret spürbar war.

So auch in Mellrichstadt in der bayerischen Rhön, nur wenige Kilometer von der früheren Grenze entfernt. Hier erinnert das Grenzdenkmal Berkach an die Sicherungsanlagen der DDR. Ein alter Wachturm steht bis heute, nur etwa 300 Meter von der heutigen bayerisch-thüringischen Landesgrenze entfernt. Wer tiefer eintauchen möchte, kann das Grenzmuseum in Eußenhausen besuchen, das gemeinsam mit dem Skulpturenpark Deutsche Einheit ein lohnenswerter Tagesausflug ist.

Ganz in der Nähe liegt das STURM – heute ein nachhaltiges Hotel und Mitglied bei Green PearlsⓇ. In den 1970er Jahren als klassischer Klinkerbau errichtet, profitierte es damals noch vom sogenannten Grenztourismus. Heute steht es für bewussten Bio-Genuss, ökologische Architektur und die ruhige Weite der Rhön – und zeigt damit, wie sich auch Orte mit Geschichte neu erfinden können.

 

Wirtschafts- und Migrationsgeschichte erleben

Lübeck
Die alte Hansestadt Lübeck ist berühmt für die Backsteinhäuser und den Schiffsverkehr. BILD: EndreF für Pixabay

 

Dass Vielfalt und Austausch nicht nur heute, sondern auch in der Geschichte prägend für Regionen waren, zeigt sich vor allem in ehemaligen Handelsstädten oder Einwanderungsorten. Bis heute profitieren sie vom Wissen, von den Ideen und der Tatkraft der einstigen Neuankömmlinge.

Im Norden erinnert das Europäische Hansemuseum in Lübeck eindrucksvoll an die Geschichte der Hanse: ein mächtiger Städtebund, der über Jahrhunderte den Handel in Nordeuropa dominierte. Die Hauptausstellung kannst du übrigens in vier Sprachen erleben: Deutsch, Schwedisch, Russisch und Englisch.

Die Ostsee und die Nordsee sind ebenfalls sehr beliebte Urlaubsregionen in Deutschland. Fast jede*r Deutsche war mindestens einmal in seinem Leben dort. Am beliebtesten sind die Orte direkt am Strand. So wie Timmendorfer Strand, wo unser Partner, das nachhaltige SANDnature. liegt. Das Lifestylehotel ist ein Adults-Only Hotel mit natürlichem Flair und einer tollen Dachterrasse.

Lübeck und das Hansemuseum eignen sich von hier aus für einen Tagesausflug – für ganz Sportliche auch mit dem Rad. Die Ausstellung zeigt, wie sehr die Ostseeküste von internationalen Handelsverbindungen geprägt war und welche Werte wie Vertrauen, Verträge und Zusammenschlüsse schon im Mittelalter wirtschaftliches Handeln bestimmten.

 

Hugenotten

Weiter südlich stößt man auf die Geschichte der Hugenotten, die im 17. Jahrhundert aus Frankreich fliehen mussten. In Erlangen ließen sie sich nieder und prägten die Stadt nachhaltig – etwa durch ihr Wissen im Handwerk, im Handel und in der Medizin.

Stadtführungen erzählen heute von der bewegten Geschichte Erlangens als „Hugenottenstadt“ – ein eindrucksvolles Beispiel für frühmoderne Migration und Integration. Das Hotel Luise in Erlangen liegt dabei ideal, um diese historischen Spuren zu Füúß oder mit dem Fahrrad zu entdecken. Das Hotel selbst ist durch und durch nachhaltig konzipiert. Es gibt “nachwachsende Hotelzimmer” mit “Astronautenduschen”, einen eigenen Mikrowald, Bienenstöcke, Tische aus alten Kühlschränken und viele weitere Projekte, die du dir unbedingt ansehen solltest, wenn du mal in Erlangen bist! Einen Überblick verschafft dir die Wall of Change in der Lobby des Hotels, auf der jedes noch so kleine Projekt sein eigenes Holzblatt bekommen hat.

 

Lochgefängnis Nürnberg
Lochgefängnisse in Nürnberg | BILD: Wikimedia Commons

Geschichte ist nicht immer angenehm – Lochgefängnisse und Atombunker

In Erlangen und Umgebung gibt es noch weitere Orte von geschichtlicher Bedeutung, die nicht immer leicht zu verdauen sind, aber viel über das Land erzählen.

Bei Führungen in Nürnberg kannst du z. B. die sogenannten Lochgefängnisse besichtigen – kleine Einzelzellen unter der Erde. Wasser, Brot und ein wenig Tageslicht – das war alles, was durch das “Loch” kam.

Ebenso stößt man in der Region auf viele Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus‘ und der Nachkriegszeit, etwa das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg oder (ebenfalls in Nürnberg) Atombunker aus der Zeit des Kalten Kriegs.

 

Bodensee – Zeitgeschichte trifft auf Ingenieurskunst

Zeppelin 1929 deutsche Geschichte
Schon bevor es Flugzeuge gab, flog der Zeppelin | BILD von 1929: Wikimedia Commons

 

Die Deutschen sind ein Volk, das besonders stolz auf seine Ingenieurskunst ist. Beispiele finden sich insbesondere in der Automobilindustrie, beim Brückenbau, der Energietechnik und der Luft- und Raumfahrttechnik.

In Friedrichshafen am Bodensee erinnert das Zeppelin Museum an einen besonderen Meilenstein der deutschen Luftfahrtgeschichte.

Schon gewusst? Der erste Zeppelin, LZ 1, hob am 2. Juli 1900 zu seiner Jungfernfahrt vom Bodensee ab – ein Ereignis, das eine Ära des Reisens prägte. Die Ausstellung im Museum zeigt nicht nur Originalteile und Nachbauten, sondern beleuchtet auch die gesellschaftliche Bedeutung der Luftschifffahrt.

Neu ist übrigens, dass du das Zeppelin Museum auch durch ein Escape-Game erleben kannst. Hierbei bist du auf der Jagd nach den geheimen Zeppelin-Plänen und spielst dich durch die Geschichte.

Naturresort Gerbehof am Bodensee Außenansicht
©Naturresort Gerbehof

 

Als nachhaltige Unterkunft findest du gleich in der Nähe das Naturresort Gerbehof. Ruhig gelegen zwischen Wald, Apfelbaumplantagen und Pferdegestüt ist das familiengeführte Hotel mit Sauna- und Spa-Bereich ein echter Erholungsort. In den Ferien sind Kinder hier herzlich willkommen, außerhalb der Ferien genießt du Adults Only.

 

Reisen am Wendepunkt

Wie der Zeppelin einst eine neue Ära des Reisens einläutete, stehen auch wir heute wieder an einem Wendepunkt. Nachhaltiges Reisen ist mehr als ein Trend. Es ist ein bewusster Schritt in eine Zukunft, die Rücksicht auf Mensch, Umwelt und Geschichte nimmt.

Indem wir achtsamer unterwegs sind, schreiben wir gewissermaßen selbst ein neues Kapitel. Und vielleicht wird auch diese Reiseform einmal ein Teil unserer gemeinsamen Erinnerung.

 

Weitere Teile dieser Kleinen Reihe:

TEIL 1: Reisen in die Frühzeit (Was Gletscher und Höhlen freigeben)

TEIL 2: Reisen wie die Römer

TEIL 3: Burgen & Klöster im Mittelalter (und wie der Rest der Welt zu dieser Zeit aussah)

 


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Ein Reisender in herbstlicher Kleidung schaut auf das weit entfernte Märchenschloss Neuschwanstein, das von buntem Herbstlaub und Bergen umgeben ist. Der Text lautet: „Grenzen, Zeppeline und Märchenschlösser“.

Eine Frau in gemütlicher Winterkleidung steht an einem Fluss, im Hintergrund sieht man die historischen Gebäude der deutschen Stadt Lübeck. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Entdeckungslust und Nostalgie.


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