Reisen und Klimawandel - Das steht auf dem Spiel

Reisen in Zeiten des Klimawandels: Was jetzt auf dem Spiel steht

Reisen in Zeiten des Klimawandels: Was jetzt auf dem Spiel steht
Trockenheit in Kenia - Wissenschaftler sagen zum Klimawandel: "Das Trockene wird trockener und das Feuchte feuchter." ©gator | Stock.Adobe.com

Ist dir bewusst, dass wir eine Erdtemperatur erreicht haben, die der moderne Mensch noch nie zuvor erlebt hat? Laut dem EU-Klimawandel-Dienst Copernicus wurde 2024 die 1,5-Grad-Celsius-Marke (durchschnittliche Erderwärmung) zum ersten Mal überschritten. Die Folgen davon erleben viele Menschen bereits jetzt vor der Haustür. Aber auch auf deinen Reisen wirst du die Auswirkungen mitbekommen und merken: Es ist höchste Zeit, unser Reiseverhalten selbst zu überdenken.

 

1,5-Grad-Ziel Grad Klimaziel – worum ging es nochmal?

Das 1,5-Grad-Ziel stammt von der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris, wo fast alle Staaten der Welt einen Vertrag unterzeichneten, dass sie den menschengemachten Klimawandel begrenzen würden: auf eine durchschnittliche globale Erwärmung von 1,5 °C.

Der Beweis dafür, dass es einen menschengemachten Treibhauseffekt gibt, ist der rapide Temperaturanstieg im Zusammenhang mit der Industrialisierung und die wissenschaftliche Erkenntnis, dass dadurch verursachte Treibhausgase (wie z. B. CO2 durch die Verbrennung von Kohle) die Atmosphäre aufheizen, da sie nicht auf natürlichem Weg wieder gespeichert werden können (z. B. in Mooren, Wäldern, etc.)

Kohle-Kraftwerk mit zwei großen Kühltürmen, die dichten Rauch ausstoßen, vor einem Himmel mit Sonnenuntergang.
Die Menschen haben einen immer größeren Energiehunger und die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie in diesem Kohlekraftwerk, heizt den Klimawandel an. ©daliu | Stock.Adobe.com

 

Vor 10 Jahren (also 2015) galt dieses Ziel noch als erreichbar. Der grobe Fahrplan war: Die gesamte Menschheit muss ihren CO2-Ausstoß bis 2030 deutlich senken und ab 2050 Klimaneutralität erreichen. So könnte die Menschheit bis zum Jahr 2100 relativ sicher auf dem Planeten Erde, so wie wir ihn kennen, leben. Nun stehen wir aktuell noch immer am (relativen) Anfang des Jahrhunderts – und die Erderwärmung wurde bisher NICHT aufgehalten.

 

Ist das Klimaziel geplatzt? Und was bedeutet das?

Das 1,5-Grad-Celsius Klimaziel ist noch nicht wirklich geplatzt. Denn auch wenn das Jahr 2024 so warm war, wie es die Menschheit noch nicht erlebte, so gibt es immer noch eine Chance, dass die Temperatur wieder sinkt. So sagt es zumindest Copernicus-Direktor Carlo Buontempo gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Länder müssten dafür ihre Emissionen jetzt schnell und rapide senken, um den Anstieg auf ein katastrophales Niveau zu stoppen.

“Die Sache ist noch nicht erledigt. Wir haben es in der Hand, die Entwicklung von jetzt an zu ändern“ – Copernicus-Direktor Carlo Buontempo

 

1,5 Grad vs. 2 Grad

Nahaufnahme von durch Trockenheit geschädigten Sojapflanzen
Durch Dürre geschädigte Sojapflanzen. Im Jahr 2050 könnten 3/4 der Weltbevölkerung von Dürre betroffen sein. ©Patricio | Stock.Adobe.com

 

Einige sehen das 1,5-Grad-Ziel allerdings jetzt schon als geplatzt an und halten ein 2-Grad-Ziel für realistischer. Dieses halbe Grad wird laut einem IPCC-Sonderbericht, den der WWF zitiert, weitaus schwerwiegendere Folgen für den Planeten, Menschen und Lebewesen. Ein Beispiel: Bei 1,5 Grad geht man davon aus, dass 6 % der Insekten aussterben werden – bei 2 Grad sind es bereits 18 Prozent!

Bei 1,5 Grad steigt die Hochwasserwahrscheinlichkeit um 100 % (Doppelte Wahrscheinlichkeit) bei 2 Grad sind es 170 %. Der Grund für diese Berechnung: Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, daher kommt es dann zu mehr Starkregen.

Sollte die Durchschnittstemperatur auf unserem Planeten um mehr als 2 Grad ansteigen, so könnte es gut sein, dass die Folgen davon nicht mehr kontrollierbar und nicht mehr zu bewältigen sind.

 

Wie merkst du die Folgen der globalen Erwärmung beim Reisen?

Als Reisende interessiert uns nicht nur das Wetter vor der eigenen Haustür, sondern auch in anderen Ländern. Ein einzelnes Wetterextrem, eine Flut, eine Dürreperiode, Waldbrände … so etwas gab schon immer (ein Hauptargument der Klimawandelleugner*innen übrigens). Doch laufend neue Wetter-Extrem-Rekorde (Rechne mal nach, wie viele Jahrhunderthochwasser wir bereits hatten) an so vielen Orten der Welt? Das gab es aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht.

 

Klima-Indikatoren auf Reisen

Auf deinen Reisen kannst du den Klimawandel an einigen Orten direkt sehen. Ein wichtiger Klima-Indikator sind Gletscher, die du z. B. in den europäischen Alpen findest.

 

#1 Gletscher

Zermatt, Schweiz. Gornergletscher und Monte Rosa vom Gornergrat aus.
Der Gornergletscher bei Zermatt ist mit rund 12 Kilometern Länge noch einer der Größten. Vor 170 Jahren war er allerdings über 16 Kilometer lang. ©SCStock | Stock.Adobe.com

 

In unserem Blogartikel über Gletscher berichten wir anhand von drei Beispielen in der Schweiz und in Österreich, wie weit die Gletscherschmelze vorangeschritten ist. Hier stellen wir z. B. Fabienne Anthamatten vom Green PearlsⓇ Hotel Bella Vista Zermatt vor, welche eine über 8.000 Jahre alte Lärche auf einem (jetzt freiliegenden) Gletscherfeld gefunden hat. In Zermatt hast du den Gornergletscher direkt vor der Tür und kannst den wichtigen Klima-Indikator mit eigenen Augen sehen.

Sollte die Erderwärmung bei 1,5 °C stoppen, so bleiben laut Matthias Huss, Leiter des Schweizer Gletschermesswerks, von aktuell 1.400 Gletscherfeldern bis zum Ende des Jahrhunderts nur noch maximal 300 Gletscher übrig. Würden wir in den nächsten 70 Jahren 3,2 °C Erderwärmung erreichen (dies geschieht laut dem Umweltbundesamt, wenn wir auf dem jetzigen Level weitermachen) so gäbe es in Zukunft gar keine Gletscher mehr.

Und falls du Leute in deinem Umfeld hast, die auf solche Argumente mit Schulterzucken reagieren, kannst du sie daran erinnern, dass die wärmeren Winter (und fehlende Gletscher!) eine direkte Auswirkung auf den Wintersport haben.Artikel über nachhaltigen Skiurlaub erfährst du einiges darüber, wie Wintersportgebiete schon jetzt massiv mit Kunstschnee nachhelfen und was dies für die Umwelt bedeutet.

 

#2 Meeresspielgel

Gili Lankanfushi Resort auf den Malediven. Blick auf Stege und Himmel. Urlaubsatmosphäre
Urlaub auf Stelzen ist ein Traum. Doch stell dir vor, die ganzen Malediven wären verschwunden! ©Gili Lankanfushi

 

Eine direkte Folge der Gletscherschmelze und der schmelzenden Eisberge an den beiden Polen ist der Anstieg des Meeresspiegels.

Je nachdem, um wie viel Grad die globale Erwärmung voranschreitet, desto höher wird der Meeresspiegel ansteigen. Laut einem ICPP-Bericht wird der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 auf 29 cm bis 84 cm ansteigen, könnte aber auch ganze 200 cm (also 2 Meter) erreichen!

Ein steigender Meeresspiegel ist eine direkte Bedrohung für viele Inselstaaten, wie z. B. die Malediven. Sie sind das tiefliegendste Land der Welt und bestehen aus über 1.000 Koralleninseln. Ihre höchste Erhebung (auf der Hauptinsel Male) ist nur 2,40 Meter hoch.

In unserem Artikel über bedrohte Inseln kannst du mehr darüber erfahren. Gleichzeitig lernst du auch Tourismusprojekte, wie das Green PearlsⓇ Partnerresort Gili Lankanfushi kennen. Im Gili Lankanfushi kannst du nicht nur Urlaub an Traumständen machen, sondern dich z. B. auch beim meeresbiologischen Zentrum des Resorts engagieren. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten für dich aktiv zu werden und z. B. Seegras zu pflanzen, Korallen anzusiedeln und Riffe zu reinigen.

 

#3 Artenvielfalt

Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigt eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt auf unserem Planeten. Weltweit sind rund 2 Millionen Tier- und Pflanzenarten gefährdet und drohen auszusterben. Besonders betroffen sind “Wirbellose”. Dies sind kleine Tiere wie Insekten. In unserem Artikel über das Insektensterben warnt Insekten-Experte Dietmar Borbe vor fatalen Folgen:

“Insekten stehen am Anfang der Nahrungskette. Wenn wir unten an einer Nahrungspyramide alles vernichten, bricht schließlich alles zusammen” – Biologe Dietmar Borbe

Hotels wird oft vorgeworfen, die Natur zu zerstören und zu verschandeln (denke an hässliche Hotelblöcke, die sich am Strand entlang reihen). Doch es gibt auch Hotels, die sehr engagiert im Artenschutz sind. So hat das STURM in Mellrichstadt beispielsweise einen 3.500 m² großen naturnahen Naschgarten mit zahlreichen Obstbäumen, Beerensträuchern, Kräutern und Blühpflanzen sowie einen Naturschwimmteich als Feuchtbiotop angelegt. Es wurde zudem darauf geachtet, dass nicht unnötig Böden versiegelt wurden und die Natur bewusst von den Gästen genossen werden kann.

Naturbadeteich vom Hotel STURM
Der nachhaltige Naturbadeteich vom STURM und die Begrünung fördern die Biodiversität ©STURM

 

#4 Gerechtigkeit

Während die arme Bevölkerung in der Sehelzone in Zentralafrika oder in Südindien schon jetzt unter der Erderwärmung leidet, fühlt er sich in der Klimawandel in den westlichen Industrienationen noch weit weg an. Ddie reiche Bevölkerung hat viel mehr Möglichkeiten, einer Katastrophe auszuweichen, sich zu schützen oder sich das Leben durch diverse Extras (Stichwort Klimaanlagen) angenehm zu machen.

 

Der Klimawandel treibt Menschen in die Armut

In einem Hintergrund-Bericht der Weltbank zum Zusammenhang zwischen Klimawandel und Armut bis 2030 wird prognostiziert, dass bis 2030 zwischen 32 Millionen und 132 Millionen Menschen aufgrund des Klimawandels in extreme Armut geraten werden. Besonders schnell trifft es laut dem Bericht diejenigen, die einen Großteil ihres Einkommens für Lebensmittel aufwenden müssen.

Gleichzeitig heißt es in einer Zusammenfassung des Bundesumweltamts von Synthesen eines IPCC-Berichts, dass “Personen mit hohem sozioökonomischem Status überproportional zum Klimawandel beitragen”.

Auf den Punkt gebracht: Reiche Menschen verursachen mehr Emissionen als arme, während diese gleichzeitig deutlich stärker unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden. Es gibt somit eine doppelte Ungerechtigkeit – und die Schere klafft immer weiter auseinander.

Esel, der darauf wartet, Wasser zu transportieren, während der Trockenzeit, Mann, der Wasser in einem trockenen Flussbett in Paraíba, Brasilien, sammelt.
Während wir uns über die hohe Wasserrechnung beschweren ist es für manche Menschen (wie hier in Brasilien) schwer, überhaupt an Wasser zu kommen. ©Cacio Murilo | Stock.Adobe.com

 

Beim Thema Klimawandel darf man diesen Fakt daher nicht außer Acht lassen. Die Krux an der Sache: Der Tourismus ist für viele arme Länder ein wichtiger Wirtschaftszweig. Manchmal sogar der einzige. Wenn jetzt also diejenigen, die sich eine solche Reise leisten können (sprich: reiche Menschen), nicht mehr in den globalen Süden reisen, um Emissionen zu sparen, so ist das ökologisch nachvollziehbar und richtig, jedoch nicht zwangsläufig eine sozial-nachhaltige Lösung. Dieses Thema ist hochkomplex und kompliziert, daher haben wir ihm einen eigenen Blogartikel gewidmet, indem du mehr über die soziale Ebene der Nachhaltigkeit auf Reisen erfährst und Projekte kennenlernst, die diese unterstützen.

 

Welchen Einfluss hat meine Reise auf den Klimawandel?

Laut UN Tourism ist der Tourismus ein schnell wachsender Sektor, der einen nicht irrelevanten Anteil an den globalen Emissionen hat. An- und Abreise stellen dabei den größten „Batzen“ dar,  gefolgt von der Unterkunft.

Der Anteil der Treibhausgas-Emissionen, die durch den weltweiten Tourismus verursacht werden, wird derzeit auf 8 % geschätzt, 3/4 dieser Emissionen werden durch die Nutzung von Verkehrsmitteln verursacht” (WWF mit Bezug auf UNWTO)

Bei der Unterkunft selbst gibt es verschiedene Faktoren. Es beginnt beim Bau, der Auswahl und Verwendung von Materialien und der Ausstattung und endet noch lange nicht mit dem Energieverbrauch im laufenden Betrieb. Letzterer nimmt allerdings den größten Raum ein, wenn es um die Berechnung der Umweltauswirkungen geht.

Ebenfalls sehr wichtig in Bezug auf Nachhaltigkeit sind der Bezug von Lebensmitteln (Regionale Bio-Lebensmittel vs. Importwaren), die Abfallwirtschaft und der faire Umgang mit den Mitarbeitern bzw. dass eine Unterkunft zum Wohl der Bevölkerung vor Ort beiträgt.

 

Nachhaltige Unterkünfte können mit messbaren Maßnahmen dazu beitragen, klimarelevante Emissionen zu reduzieren

Luftaufnahme einer Dachterrasse mit Kräutergarten vom nachhaltigen Hotel Milano Scala in Mailand bei schöntem Wetter.
Das Null-Emissionen-Stadthotel mit Kräutergarten in Mailand © Milano Scala

 

Wenn du in Zeiten der Erderwärmung verreisen willst, solltest du die dadurch verursachten Emissionen beachten. Das heißt:

  • An- und Abreise
  • Transportmittel vor Ort
  • Unterkunft

Bei Green PearlsⓇ stellen wir dir Unterkünfte mit transparent kommunizierten Nachhaltigkeitsmaßnahmen vor, die sich für eine Reduzierung der Emissionen im Tourismus einsetzen. Ein gutes Beispiel ist z. B. das Hotel Milano Scala in Mailand. Das Stadthotel in der italienischen Metropole ist von allen europäischen Städten aus mit dem Zug erreichbar und von vielen internationalen Flughäfen per Direktflug.

 

Null-Emissionen-Hotel

Das Hotel Milano Scala war das erste Null-Emissions-Hotel der Stadt. 2010 wurde es im Künstlerviertel Brera (in der Nachbarschaft des Opernhaus‘ Scala) eröffnet. Hierfür wurde ein Bestandsbau renoviert. Darüber hinaus wurde er so gestaltet, dass der komplette Betrieb durch erneuerbare Energie (Erdsonden) realisiert wird.

“Wir haben uns dafür entschieden, ausschließlich erneuerbare Energien zu nutzen, nachhaltige Mobilität zu fördern und Abfall in allen Bereichen unseres Betriebs zu reduzieren.” – Elisa Trinchi vom Hotel Milano Scala

Zudem hat das moderne Stadthotel mit den begrünten Fassaden und der einladenden Dachterrasse in innovative Lösungen investiert. Durch ein Wärmerückgewinnungs-Klimasystem konnten sie ihren Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Systemen um 35-45 % senken.

 

OLM Nature Escape in Sand in Taufers in Südtirol. Außenansicht vom Aparthotel sowie Himmel und Berge sind zu sehen. Beispiel für nachhaltige Architektur.
Das OLM Nature Escape versorgt sich selbst mit nachhaltiger Energie. ©Hannes Niederkofler

 

In Südtirol ist Ende 2023 das energieautarke Aparthotel OLM Nature Escape eröffnet worden. Auch hier wird auf Erdsonden zur nachhaltigen Energiegewinnung gesetzt. Zudem gibt es Photovoltaikanlagen und ein ausgeklügeltes System zur Wassernutzung.

Der kreisrunde Bau des OLM Nature Escape fügt sich harmonisch in die alpine Landschaft von Sand in Taufers ein. Du wohnst hier in Suiten aus lokalem Lärchenholz, welche mit eigener Küche ausgestattet sind und teilweise sogar mit privatem Mini-Spa und Sauna. Ein gutes Beispiel dafür, dass du auch in Zeiten der globalen Erwärmung im nachhaltigen Urlaub nicht auf Luxus verzichten musst 🙂

 

Hotels in Deutschland mit dokumentierten Klimaschutzmaßnahmen

Grün bewachsene Fassade vom Green City Hotel Vauban in Freiburg.
©Green City Hotel Vauban

 

Auch in Deutschland gibt es Beispiele für Unterkünfte mit zertifizierten Nachhaltigkeits- oder Umweltstandards, die in Zeiten des Klimawandels eine Vorreiterrolle einnehmen. Das Hotel Luise in Erlangen wird bereits in der dritten Generation mit klarem Fokus auf Umwelt. Und Klimaschutz geleitet. „Nachwachsende Hotelzimmer“, Astronautenduschen mit minimalem Wasserverbrauch und ein Mikrowald zur Klimaverbesserung sind nur einige der Beispiele, wie das Hotel und der aktuellen Leitung von Ben Förtsch mit gutem Beispiel vorangeht.

In dem Hotel gibt est nicht nur Maßnahmen, die die verursachten Emissionen kompensieren. Sondern auch Maßnahmen, die mehr für das Klima tun, als ihm zu schädigen. (Im nächsten Abschnitt kommen wir auf das Kompensations-Thema noch weiter zu sprechen.)

 

In Freiburg im Breisgau bietet das Green City Hotel Vauban eine hervorragende Ausgangslage für eine Kombination aus Städtetrip und Natururlaub. Du hast hier den Schwarzwald vor der Tür und bist nicht weit von Straßburg und Basel entfernt. Das Hotel kannst du gut mit dem Zug und der Stadtbahn erreichen. Zudem erhältst du ein kostenfreies Ticket für den Nahverkehr.

Bezüglich seines Energiehaushalts liegt das Green City Hotel Vauban nach eigenen Angaben mindestens 60 % unter dem zulässigen Primärenergiebedarf der Energieeinsparverordnung. Es gibt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und Strom aus einem örtlichen Holzhackschnitzelheizkraftwerk.

 

“Klimaneutral” – eine grüngewaschene PR-Lüge?

Klimaneutral fliegen, klimaneutral übernachten und klimaneutrale Hautcreme – du hast das bestimmt alles schon gehört. Auch die anfänglich erwähnten Klimaziele der UN-Klimakonferenz sehen vor, dass die einzelnen Länder ab 2050 klimaneutral werden.

Der Grund für die Kritik an den Begriffen „klimaneutral“ oder „klimapositiv“ ist, dass es sich viele zu einfach gemacht haben. Sprich: Unternehmen XY macht weiter wie bisher und pachtet zusätzlich ein Stück Regenwald in einer berechneten Größe. Dieses Stück Wald soll gleicht auf dem Papier alle Aktivitäten und Emissionen des Unternehmens einfach aus. Da kann eigentlich jede*r sofort erkennen, dass das eine kurz gedachte Antwort für ein komplexes Problem ist.

 

Nur Bäume pflanzen reicht nicht!

Regenwald im Khao-Sok-Nationalpark in Thailand
Regenwald im Khao-Sok-Nationalpark in Thailand | DigiHand – stock.adobe.com

 

Wälder sind sehr wichtig für unser Klima, da Bäume CO2 speichern und zudem einen wichtigen Lebensraum darstellen. Allerdings kann Klimaschutz nicht nur durch Waldschutz und Aufforstung funktionieren. Das Kompensationsunternehmen Atmosfair hat sich daher gegen Waldprojekt entschieden.

“Selbst wenn Siealle freien Flächen auf unserem Planeten heute mit Bäumen bepflanzen würden, würde das vielleicht 20 % des Klimaproblems lösen. Aber dafür müssten die Bäume dann auch bis zum Ende des Jahrhunderts stehen. Und das ist das Problem.” – Dietrich Brockhagen, Geschäftsführer von Atmosfair gegenüber dem NDR

 

Durch Waldbrände oder Schädlingsbefall kann es passieren, dass Bäume vielleicht gar nicht die geplanten 50 bis 100 Jahre stehen bleiben. Wenn sie verbrennen, werden die gespeicherten Emissionen wieder abgeben.

Atmosfair setzt daher eher auf Projekte, wie den Umstieg auf moderne Kochlösungen für Bevölkerungsgruppen, die bisher mit Feuerholz kochen. Dadurch benötigen sie kein Holz mehr (mehr Bäume bleiben stehen) und verbessern zudem die Luftqualität in ihren Wohnräumen.

Wichtiger als das Kompensieren ist jedoch das Einsparen. Das heißt: Zunächst einmal sollten Emissionen vermieden werden. Z. B. in dem man erneuerbare Energie statt fossiler Energie verwendet. Oder sich energiesparende Geräte anschafft, regionale Lebensmittel kauft oder Hülsenfrüchte anstatt Fleisch isst. Erst im zweiten Schritt können dann mit sinnvollen Klimaprojekten die unvermeidbaren Emissionen kompensiert werden.

 

Fazit – Reisen in Zeiten des Klimawandels

Wir alle sind gefordert, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und sollten Verantwortung für unseren eigenen ökologischen Fußabdruck und damit für unseren CO₂-Ausstoß übernehmen. Dazu gehört auch, das eigene Reise- und Konsumverhalten zu überdenken nach dem Motto „Emissionen möglichst zu vermeiden, zumindest aber zu minimieren“” – Stefany Seipp, Gründerin von Green PearlsⓇ

 Wir reisen, weil wir diese Welt lieben, sie schön finden, und gern mehr von ihr sehen wollen. Das Reisen hilft uns, andere Kulturen zu entdecken. Uns mit der Natur zu verbinden. Aus dem Alltag heraus zu kommen und auch uns selbst besser kennenzulernen. Reisen bringt viele positive Effekte mit sich. Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der globale Tourismus zur Erderwärmung beiträgt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir bewusst handeln. Andernfalls könnten wir die Orte, die wir auf unseren Reisen so sehr schätzen, langfristig gefährden.

 


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Eine Person sitzt auf Felsen an einem verschneiten See und blickt auf neblige Berge. Text: „Zwischen Wanderlust und 1,5 °C Ziel – Leben und Reisen in Zeiten des Klimawandels.“

Eine Person in einem gemütlichen Zimmer im Hotel Bella Vista Zermatt blickt auf schneebedeckte Berge. Der Text lautet „Hotels für einen klimafreundlichen Urlaub“ und wirbt für nachhaltige Hotels. Darunter befindet sich das umweltfreundliche Eco Aparthotel OLM Nature Escape in einem malerischen Tal.


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