Nachhaltiges Segeln - 12 Tipps für einen umweltfreundlichen Törn

Nachhaltiges Segeln: Tipps für einen umweltfreundlichen Törn

Nachhaltiges Segeln: Tipps für einen umweltfreundlichen Törn
©nickolya | Stock.Adobe.com

„Das Thema Nachhaltigkeit begegnet uns an jeder Ecke“, schreibt Europas größtes Segelmagazin YACHT in seiner Dezember-Ausgabe 2023. Es gebe kaum noch eine Pressekonferenz, in der Werften, Zulieferer oder Regatta-Syndikate nicht über ihr ökologisches Engagement berichteten. Vor allem aber hätten die Rückmeldungen der Leser*innen zeigt: Das Umweltbewusstsein in der Segelszene nimmt zu. Doch allein das Interesse reicht nicht, um Segelsport und Segelurlaub tatsächlich umweltfreundlicher zu machen. Hier erfährst du, welche ganz konkreten Schritte es gibt.

Windräder und Boote, nachhaltiger Urlaub, erneuerbare Energien, Quelle: iStock
© iStock.com – jacquesvandinteren

Segel setzen für mehr Nachhaltigkeit

Segelboote gelten als deutlich nachhaltiger als viele andere Arten von Freizeitbooten – vor allem, wenn sie tatsächlich überwiegend mit Windkraft betrieben werden und nicht regelmäßig der Außenborder zum Einsatz kommt. Durch den Antrieb mit Wind, wird beim Segeln kaum bis gar kein fossiler Treibstoff verbraucht, was den CO₂-Ausstoß deutlich reduziert.

 

Nachhaltiges Segeln mit der Kraft von Wind und Sonne

Allerdings verfügen Segelboote  heute über einen zusätzlichen Motor und auch an Bord gibt es eine Reihe von Energieverbrauchern. Hier können Solarboote* eine umweltfreundliche Alternative sein, wie du sie z.B. auf der weltweiten Yacht-Charter-Plattform BoatAround findest (beim angegeben Link werden ausschließlich die Boote mit Solarenergie angezeigt).

 

Was sind die Vorteile bei einem Solarboot?

Solarenergie ist eine großartige Option für Segelschiffe, da durch sie kein (fossiler) Treibstoff verbraucht und keine schädlichen Emissionen erzeugt werden. Außerdem ist Solarenergie eine erneuerbare Ressource und somit ein nachhaltiger Weg, um Schiffe mit Energie zu versorgen. Insbesondere angesichts steigender Treibstoffpreise und der Besorgnis über den Klimawandel steigt auch die Zahl der Solarboote. Immer mehr Segler beschäftigen sich damit und setzen auf Sonnenunterstützung statt des klassischen Motors.

Solarpoot, Folovoltaik, nachhaltig boot fahren, segeln, Quelle: iStock
© iStock.com – LSaloni

Die Vorteile von solarbetriebenen Segelbooten liegen auf der Hand:

  • Reduzierte Emissionen: Solarenergie ist eine saubere und erneuerbare Energiequelle, die keine Treibhausgase produziert, die zum Klimawandel beitragen.
  • Geringere Kosten: Solarenergie kann auch helfen, Kosten zu sparen. Die Verringerung des Treibstoffverbrauchs senkt die Kosten für den Betrieb des Schiffes, ohne dass an Reichweite eingebüßt wird.
  • Verbesserte Luftqualität: Ein Solarboot kann die Luftqualität an Bord verbessern, indem der Ausstoß schädlicher Schadstoffe, die von Motoren erzeugt werden, reduziert wird.
  • Weniger Notwendigkeit zum Anlegen: Ein großer Vorteil bei einem Solarboot ist die Tatsache, dass auch auf dem Meer (vorausgesetzt es scheint genug Sonne) Strom produziert wird. Dadurch musst du weniger oft anlegen und bist als Segler*in flexibler und unabhängiger.
  • Gespeicherte Energie: Viele Solarboote haben nicht nur Photovoltaikpanels, sondern auch einen Speicher. So kannst du auch dann mit der Sonnenenergie auch dann weiter segeln, wenn keine Sonne scheint. (Treibstoff wird dann wirklich nur noch im Notfall gebraucht.)

 

So machst du deinen Segelurlaub nachhaltiger

Selbst wenn Segeln als umweltfreundlich(er) gilt, bleiben die Auswirkungen auf sensible Meeresökosysteme nicht aus. Anker reißen Seegraswiesen auf, Dieselmotoren blasen Emissionen in die Luft und der Müll, der während eines Törns anfällt, landet leider immer noch viel zu häufig im Meer. Dabei lässt sich mit ein paar bewussten Entscheidungen schon viel bewegen. Hier sind einige Ideen, wie du deinen Segelurlaub nachhaltiger gestalten kannst:

 

#1 Mieten statt kaufen

Ein eigenes Boot klingt nach Freiheit – ist aber selten nachhaltig. Denn Bau, Wartung und Lagerung verursachen hohe Emissionen, die sich kaum lohnen, wenn das Boot nur wenige Male im Jahr genutzt wird.

Ein Charterboot hingegen ist im Schnitt 30 Wochen pro Jahr im Einsatz – also zehnmal so viel wie ein privat genutztes Boot mit etwa drei Wochen Nutzung. Die Umweltbelastung verteilt sich dadurch auf deutlich mehr Segeltage. Mieten statt kaufen spart also nicht nur Geld, sondern auch CO₂.

 

#2 Achte bei der Wahl des Boots auf Solartechnik

Wie bereits erläutert, ist die nachhaltigste Wahl ein Segelboot mit elektrischem Antrieb und Solartechnik.

 

#3 Bojen statt Ankern

Boje im Meer als nachhaltige Alternative zum Anker
© | Alberto Masnovo Stock.Adobe.com

 

Ankern kann massive Schäden anrichten – vor allem in Seegraswiesen, die als CO₂-Speicher und Kinderstube vieler Meeresbewohner eine zentrale Rolle spielen. Zum Schutz dieser sensiblen Ökosysteme entstehen immer mehr Bojenfelder, etwa rund um italienische Inseln, in Kroatien, an der Ostsee oder vor Mallorca.

Untersuchungen aus dem Stockholmer Schärengarten zeigen: In Buchten mit Bojenfeldern leben sechs- bis siebenmal mehr sensible Arten als in solchen ohne Ankerverbot. Wenn du hier festmachst, schützt du also aktiv das Leben unter der Wasseroberfläche.

 

#4 Plastik vermeiden

Ob beim Einkauf vor dem Törn oder beim Picknick an Land: Wer Plastik vermeidet, schützt aktiv das Meer. Nimm wiederverwendbare Behälter, Trinkflaschen und Stofftaschen mit an Bord und verzichte unterwegs auf Einwegverpackungen, Plastiktüten oder To-Go-Becher. Heldenhaft: Sammle selbst Müll ein, der an Stränden oder im Wasser treibt, und entsorge ihn sicher an Land.

 

#5 Umweltfreundlich anreisen

Oft macht die An- und Abreise den größten Teil der Urlaubs-Emissionen aus. Wenn möglich, wähle die Bahn oder kombiniere Fahrgemeinschaften mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Und falls es doch ein Flug sein muss: Weniger Gepäck spart CO₂, und ein CO₂-Ausgleich ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Auch solltest du dir überlegen, besser einen Törn von zwei Wochen am Stück zu unternehmen als zwei getrennte Segelfahrten für jeweils eine Woche.

 

#6 Nachhaltig übernachten – auch an Land

Cerf island Resort
Cerf Island liegt inmitten eines geschützten Marine-Parks und beherbergt ein Eco-Resort. ©Cerf Island Resort

 

Nicht jeder Törn dauert Wochen, und nicht jede Nacht muss an Bord verbracht werden. Wenn du deinen Segelurlaub mit einem Aufenthalt an Land kombinierst, kannst du hier bewusst nachhaltige Unterkünfte wählen.

Diese sechs Green Pearls® Hotels liegen direkt am Wasser – und setzen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt und Ressourcen:

  • ADLER Spa Resort SICILIA – an einem der schönsten Küstenabschnitte Siziliens, direkt am Naturschutzgebiet. Die luxuriöse Anlage wird mit regenerativen Energien betrieben und versorgt dich mit Bio-Kulinarik und Lebensmitteln aus den eignen Gärten.
  • Hotel Korinjak auf der Insel Iz in Kroatien – vegetarisch, autofrei, naturverbunden. Vor der Küste gibt es übrigens Delfine!
  • OCEANO Health Spa Hotel, Teneriffa – nachhaltiges Hotel mit ganzheitlichem Gesundheitskonzept und großem Yoga- und Fitnessangebot.
  • Gili Lankanfushi, Malediven – baut auf Recycling, lokale Materialien und No-Plastic-Policy.
  • Cerf Island Resort, Seychellen – achtet auf Energieeffizienz und Schutz der Korallenriffe. Die Insel liegt am Rand des Sainte-Anne-Marine-Nationalpark.
  • Lifestylehotel SAND, Ostsee – stylisches Adults-Only Hotel mit entspannter Atmosphäre, nachhaltig durchdacht.

 

#7 Sensible Gebiete meiden

Nicht überall ist Wassersport erlaubt – und das aus gutem Grund. Brut- und Rückzugsgebiete für Tiere, geschützte Riffe oder Flachwasserzonen sollten gemieden werden. Orientierung bieten die 8 Regeln für das Verhalten von Wassersportler*innen in der Natur, die du hier findest.

 

#8 Nichts über Bord werfen – auch kein Bio-Abfall

Zero-Waste Reisen auf dem Meer - Gruppe genießt frisches Obst auf Deck. Nachhaltig Reisen mit dem Boot.
Plastikfrei genießen und Reste korrekt an Land entsorgen. ©CandyRetriever | Stock.Adobe.com

 

Ob Apfelgehäuse oder Bananenschale – organische Abfälle gehören nicht ins Meer. Sie können Tiere anlocken, das Wasser belasten und treiben mitunter tage- oder wochenlang an der Oberfläche.

 

#9 Fäkalientank nutzen und richtig entleeren

Sogenanntes “Schwarzwasser” im Meer zu entsorgen, ist europaweit verboten. Dennoch halten sich leider nicht alle daran, wie z. B. dieser Bericht über Abwasser-Probleme vor der Küste Kroatiens zeigt. Achte darauf, den Fäkalientank im Hafen absaugen zu lassen. So kommt es zu einer fachgerechten Entsorgung und das Küstenwasser wird nicht verunreinigt.

 

#10 Sanfte Reinigung an Bord

Verwende nur biologisch abbaubare Spül- und Reinigungsmittel. Deck und Cockpit schrubbst du am besten nur mit klarem Wasser.

 

#11 Weniger Duschgel, mehr Meer

Paar entspannt im Wasser: Slow Travel vom Feinsten
Baden im Meer – bitte ohne Chemie und Mikroplastik. ©OCÉANO Health Spa Hotel Teneriffa

 

Achte bei Shampoo, Seife und Sonnencreme darauf, dass diese frei von Mikroplastik sind.  Mit Apps wie „CodeCheck“ kannst du Inhaltsstoffe einfach scannen.

 

#12 Keine Kippen ins Wasser

Falls es Raucher in deiner Crew gibt, bläue ihnen von Anfang an ein, dass sie ihre Kippen nicht über Bord werfen dürfen. Zigarettenfilter bestehen aus Kunststoff – sie verrotten nicht und sind für Seevögel lebensgefährlich. Also: Aschenbecher mitnehmen, den Kippenmüll sammeln und dann am Land im Restmüll entsorgen.

 

Segelst du schon grün?

Natürlich ist die Liste noch lange nicht vollständig – jede*r, der schon einmal mit dem Segelboot unterwegs war, hat sicher eigene Ideen, wie man noch umweltschonender unterwegs sein kann. Welche Erfahrungen hast du gemacht? Schreib sie mir gern in die Kommentare!

 

*der gekennzeichnete Link ist ein Affiliate Link, wenn du darüber ein Solarboot mietest, erhalten wir eine Provision.

 Dieser Artikel ist ein Update vom 27. April 2022. (Laura)


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