Bali: Die Schattenseiten mit grünem Urlaub überwinden

Bali: Die Schattenseiten eines Paradieses mit grünem Urlaub überwinden

Bali: Die Schattenseiten eines Paradieses mit grünem Urlaub überwinden
© derreisende – Adobe Stock

Atemberaubende Landschaft, unendlich weite Reisfelder und Palmwälder, sommerliche Temperaturen sowie weiße Traumstränden locken immer mehr Menschen nach Bali. Die indonesische Insel gehört zu den beliebtesten Reisezielen der vergangenen Jahre. Die stetig steigende Zahl der Besucher wurde zum Massentourismus, welcher seine Spuren hinterlässt. Zugemüllte Strände sind nur ein Beispiel. Der ein oder andere Zweifel kann einen da leicht einholen, ob man nun dem Bali-Trend folgen sollte oder nicht.

Doch wie so vieles hat auch der Urlaub in Bali zwei Seiten, denn die Einheimischen leben vom Tourismus. Es liegt also unter anderem in deiner Hand, deinen Bali-Urlaub so zu gestalten, dass er an den richtigen Stellen Gutes bewirkt. Mit diesen Ideen und Eco-Unterkünften kannst du grün nach Bali reisen und gibst gleichzeitig noch etwas zurück.

Private beach of eco resort Puri Dajuma Cottages & Spa
Privatstrand auf Bali im Eco-Resort © Puri Dajuma Cottages and Spa

 

5 Gründe gegen einen Urlaub auf Bali

Es gibt so einiges, was gegen eine Reise nach Bali spricht – angefangen bei der Anreise: Eine Insel zu erreichen ist aufwendig, denn Flüge sowie Bootsfahrten dorthin sind wenig klimafreundlich. Bali, im Besonderen, ist eines der Reiseziele, das Leute immer wieder aufgrund günstiger Flüge und nur für einen kurzen Aufenthalt besuchen – obwohl es für viele eine Fernreise ist.

Info: Deutsche Reisende benötigen für die Einreise nach Bali ein Visum. Das Visum kann entweder vor der Abreise online oder nach der Ankunft am Flughafen beantragt werden. Um lange Warteschlangen bei der Einreise zu vermeiden, wird empfohlen, das Visum für Bali online zu beantragen. Auf VisaIndonesien.de* erhälst du Unterstützung von einem freundlichen und erfahrenen Team, das rund um die Uhr telefonisch erreichbar ist.

 

#1 Müllproblem auf Bali

Die traumhaften weißen Sandstrände, für die Bali so berühmt ist, ähneln stellenweise eher Teppichen aus Plastikmüll. Hierbei handelt es sich um Meeresplastik, welches bei einer Konstellation aus starken Westwinden und Strömungen in riesiger Menge angespült wird. So können in nur wenigen Tagen über 100 Tonnen auf einmal im Sand liegen. Örtliche Müllabfuhr und freiwillige Helfer*innen sind dann tagelang damit beschäftigt, die Strände zu säubern. Wie die Zeitung “Bali Sun” berichtet, beteiligen sich teilweise auch Touristen an solchen Clean-ups.

Der Massentourismus hat das Müllproblem auf der Insel deutlich verstärkt. Denn wo mehr Menschen sind, entsteht auch mehr Müll. Obendrein wollen diese auch versorgt werden und (ver)brauchen Ressourcen, welche auf einer Insel per se knapp sind.

Seit Februar 2024 müssen Touristen einen Entry-Tax von 150,000 Rupiah (ca. 9 Euro) bei der Einreise bezahlen. Diese Steuer wurde laut Al Jazeera speziell eingeführt, um das Müllproblem zu bekämpfen. 

Müllproblem auf Bali - Meeresplastik wird angespült
Beach Clean Up auf Bali ©joyt | Stock.Adobe.com

 

#2 Schädigung der Kultur

Auf Reisen bedenkt man nicht immer, dass die authentische Kultur einer Region häufig unter dem Erlebnisdrang der Touristen leidet.

Seit 2023 wirst du bei der Einreise aufgefordert, dir per QR-Code einen Katalog von Benimmregeln auf dein Handy zu laden, wo du speziell um einen respektvollen Umgang mit den Heiligtümern gebeten wirst. (Mehr dazu erfährst du im Unterpunkt “7 Dinge, die Touristen auf Bali falsch machen”)

Ein Grund für diesen neuen Benimm-Kodex sollen insbesondere russische Expats sein. Seit dem Russland-Ukraine-Krieg haben sich viele Russen ins Surfer-Paradies aufgemacht, bevor sie in den Kriegsdienst eingezogen werden konnte. Auch Ukrainer sind aus dem gleichen Grund gekommen.

 

#3 Wasserknappheit auf der Trauminsel

Bereits 2012 machte Stroma Cole in ihrer Studie “A Political Ecology of Water Equity and Tourism – A Case Study from Bali” darauf aufmerksam, dass der Tourismus über 65 Prozent des Wassers verbrauche und Hotels und Luxus-Resorts das Grundwasser für ihre Pools verwendeten, während die Brunnen der Einheimischen austrockneten.

Wie Al Jazeera Englisch 2019 in diesem Beitrag berichtet, führt ein zu niedriger Grundwasserspiegel auf der Insel dazu, dass sich die Süßwasserlinsen mit dem salzigen Meerwasser vermischen. Vor Ort engagiert sich hier das Projekt Bali Water Protection der IDEP. Sie bauen unter anderem Zisternen für die Bevölkerung, um Regenwasser zu nutzen.

Eco tour through rice fields on Bali
Ethische Eco-Touren in die balinesische Landschaft © Puri Dajuma Cottages and Spa

 

#4 “Sexverbot” auf Bali?

Dies ist jetzt kein Grund auf eine Balireise zu verzichten (denn es stimmt auch so gar nicht), doch da es entsprechende Schlagzeilen gab, wollen wir hier mal kurz aufzuklären:

2025 ist in Indonesien ein Gesetz in Kraft getreten, welches es verbietet, dass ein Mann und eine Frau, die weder verwandt noch verheiratet sind, ein gemeinsames Hotelzimmer buchen. Allerdings ist dieses Gesetz durch verschiedene Hürden (wer wen wann und wie anzeigen darf) von vornherein so ausgelegt, dass dieses Gesetz nur Indonesier selbst betrifft und keine Touristen und erst recht nicht die Touristen auf Bali.

Wie du wahrscheinlich weißt, ist Indonesien ein islamisches Land, doch auf Bali sind die meisten Einwohner Hindus.

 

#5 Auf Bali bist du ein Massentourist

Anders kann man es nicht ausdrücken, denn Bali ist nun mal eine der berühmtesten Touristeninseln dieser Welt. Den dortigen Mix aus Surfern, Expats, Hochzeitsreisenden und den Einheimischen finden viele spannend. Genau dahin zu wollen, wo schon alle sind, hat allerdings zahlreiche Schattenseiten, wie wir in unserem Blogartikel über Overtourism genauer erklären.

Langfristig wäre es das Beste, wenn sich der Tourismus auf weitere Inseln verteilen würde. Schon jetzt reisen viele zu den Gili Inseln. Die Nachbarinsel Lombok ist noch etwas ruhiger.

 

Die Lösung? Planen, informieren und bewusst handeln

Wenn du im Vorfeld ein paar Dinge planst, kannst du im Urlaub umweltfreundliche Handlungen leicht umsetzen.

  • Buche eine nachhaltige Unterkunft, die umweltbewusst und sozial engagiert ist.
  • Schau, dass du Exkursionen wählst, die von Einheimischen und kleinen ethischen Organisationen veranstaltet werden.
  • Informiere dich über Traditionen und Bräuche und respektiert diese, damit Bali authentisch bleibt und nicht verwestlicht wird.
  • Vermeide überlaufene Orte, wie angesagte Bars und kehre lieber bei einem kleinen, inhabergeführten Restaurant ein. Hierdurch unterstützt du die Einheimischen sinnvoll und erlebst das echte Bali.
  • Vermeide Ausflüge zu fragwürdigen Tierattraktionen wie Hahnenkämpfe.

 

Slow-Travel statt Instagram-Hopping

Und noch ein wichtiges Stichwort für eure grüne Reise: Slow Travel. Nimm dir Zeit für deinen Urlaub auf der Insel und fahre nicht nur für wenige Tage dorthin. Weitere Tipps, wie du generell umweltfreundlich und grün reist (die selbstverständlich ebenso Bali-freundlich sind), findest du in unseren Blogartikeln über Soziale Nachhaltigkeit und Tierschutz auf Reisen.

 

7 Dinge, die Touristen auf Bali falsch machen

Banyan Baum in Bali
Die Banyan Bäume auf Bali sind für Touristen ein verlockender Selfie-Hintergrund – dabei beachten sie nicht, dass dieser Baum bei Balinesen heilig ist. © Umike_foto | Stock.Adobe.com

 

2023 berichtete die auf Bali lebende Indonesierin Lucienne Anhar auf Buisness Insider, wie sich Bali seit den 1980er-Jahren durch die Touristen verändert hat und weist auf Punkte hin , die viele Touristen leider nicht wissen, die aber von Balinesen als respektlos oder unklug gewertet werden:

  1. Nicht zu viel nackte Haut zeigen: Balinesen seien zu höflich, um etwas zu sagen, doch wird es als unangemessen angesehen, wenn Touristen allzu knappe Shorts tragen oder oben ohne am Strand liegen.
  2. Heiligkeit der Natur achten: Auf Bali werden nicht nur die Tempel, sondern auch die Natur als heilig angesehen. Touristen, die sich für das perfekte Foto halb nackt an heilige Banyanbäume schmiegen oder in anzüglichen Posen vor dem heiligen Mount Agung posieren, gelten als respektlos.
  3. Kein Knutschen in der Öffentlichkeit: Während Händchenhalten oder Umarmungen kein Problem sind, sei es Indonesiern unangemessen, wenn sich Paare in der Öffentlichkeit küssen (oder noch weiter gehen).
  4. Nicht nur am Strand liegen: Die meisten Touristen kämen wegen der schönen Strände und magischen Sonnenuntergänge, doch Lucienne Anhar empfehle Touristen immer, sich auch die Tempelanlagen, Reisfelder und Wasserfälle im Landesinneren anzusehen.
  5. Respektiere, dass Zeremonien die Zeitpläne von Balinesen bestimmen: Das ganze Jahr über führen Balinesen verschiedene Zeremonien durch, die für sie sehr wichtig sind und wegen derer sie dann auch nicht zur Arbeit kommen. Dies solltest du respektieren und nicht einfordern, dass sie in diesen Zeiten für dich da sind.
  6. Touristenfallen meiden: Es gäbe zwei Touristenfallen, vor denen du dich in Acht nehmen solltest: 1.) Unechte “Heiler”, 2.) Fahrer, die dich zu Schmuckgeschäften bringen (da sie auf Provision arbeiten, würden sich Touristen oft genötigt fühlen, etwas zu kaufen)
  7. Auto- bzw. Roller fahren ohne Fluchen und Hupen: Auch wenn der Verkehr auf Bali immer dichter wird, so sei es auf Bali nicht üblich, sich darüber aufzuregen oder zu hupen. Stattdessen heißt es: Treiben lassen 🙂

 

Zum „erwünschten Verhalten“ von Besucher*innen in Bali, hat die von der Regierung betriebene Webseite Love Bali, 2025 ein Update veröffentlicht. Dieses beinhaltet z.B. das Verbot von Einwegplastik und dass der Gebrauch von „Schimpfwörtern“ untersagt ist.

 

Eco-Tourismus mit Traumstrand im Puri Dajuma

Die Wahl der richtigen Unterkunft ist enorm wichtig, solltest du dich dazu entscheiden, nach Bali zu reisen.

Im Westen Balis findest du das Eco-Resort Puri Dajuma mit Hotel und Cottages direkt an einem traumhaften Strand gelegen. Die Cottages wurden aus regionalen Materialien im balinesischen Baustil errichtet und liegen verteilt zwischen tropischen Bäumen.

Pool at Puri Dajuma Cottages & Spa
Liebevoll angelegtes Eco-Resort und Pool © Puri Dajuma Cottages and Spa

 

Neben traditionell balinesischen Massagen und Wellness-Anwendungen kannst du hier Kochkurse machen und die traditionelle Küche kennenlernen. Authentische Erfahrungen wie diese helfen die Region besser zu verstehen und wertzuschätzen, da man Einblicke in ihre Eigenschaften erlangt und dadurch die Traditionen und Leute besser versteht. Natürlich wird hier in Bio-Qualität gekocht.

Außerdem kannst du neben vielen weiteren Aktivitäten wie z. B. Yoga auch Eco-Touren nach Pekutatan im Eco-Tourismus Gebiet Pulukan buchen. Dort erkundest du Plantagen mit Kautschukbäumen, Kokosnüssen und Bananen und erfährst zudem, wie Gewürznelken und Vanille angebaut werden. Dein Lunchpaket gibt es auf 300 Metern Höhe mit Blick auf Reisfelder und den Ozean.

Wie du siehst, mit der richtigen Vorbereitung findet man immer verantwortungsbewusste Alternativen zum klassischen Massentourismus – auch auf Bali.

 

Dies ist ein Update unseres Artikels über Bali vom 21.09.2018 und enthält alle neuen Tourismus-Entwicklungen (und Probleme) 

*Der Link ist gesponsort von visaindonesien.de

 


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Warum du nicht nach Bali reisen solltest, und was du tun kannst, wenn du es doch tust.

Tipps für eine nachhaltige Reise nach Bali


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