Dies ist der zweite Teil von unserem Destinationsguide Peru. Im ersten Teil nannten wir wichtige Infos zur Vorbereitung auf eine nachhaltige Perureise und haben die Sehenswürdigkeiten der Anden und im Süden (also Machu Picchu bis Titicacasee) beschrieben. Nach den faszinierenden Bergen hast du in Peru aber auch die Möglichkeit, ein echtes Dschungel-Abenteuer im Amazonas Regenwald zu erleben. Dort erwarten dich fast täglicher Regen am Nachmittag, eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, hohe Temperaturen und ein extrem dichter Pflanzenwuchs. Du findest hier so viele verschiedene Pflanzen und Tiere, wie nirgendwo sonst auf der Erde.
Nachhaltige Hotels in Peru: Inkaterra als Pionier des grünen Tourismus‘
Um Peru nachhaltig zu erleben, solltest du ein besonderes Augenmerk auf die Wahl der Unterkunft legen. Anstatt in einer Bettenburg abzusteigen, bei deren Bau ein großer Eingriff in die Natur vorgenommen wurde, bergeweise Verpackungsmüll produziert wird und womöglich die Mitarbeiter*innen ausgebeutet werden, solltest du lieber nach kleineren, inhabergeführten Unterkünften oder Homestays schauen. Soll es luxuriöser werden (auch im Dschungel) empfehlen wir dir die Inkaterra Hotels. Diese umfassen sieben Unterkünfte, wovon vier Green PearlsⓇ Partner sind.
Die Inkaterra-Geschichte

Inkaterra-Gründer José Koechlin von Stein entstammt der Koechlin-Familie. Diese kam 1852 aus dem Elsass nach Peru und ist somit bereits seit Generationen im Land verwurzelt. 1975 kaufte José das erste Grundstück, auf dem später das Inkaterra Reserva Amazónica entstand. Es wurde zudem die gemeinnützige Inkaterra Asociación gegründet, die zum Ziel hat, Umwelt und Arten zu schützen, kulturelle Schätze und die Rohstoffe Perus zu bewahren und die Bevölkerung zu unterstützen.
„Nachhaltiges Reisen ist (…) der effektivste Weg, das Bewusstsein für die natürlichen Ressourcen unseres Planeten zu schärfen. Nur auf Reisen lernen wir lokale Kulturen und natürliche Umgebungen kennen. Wir lernen ihre Einzigartigkeit, aber auch ihre Zerbrechlichkeit kennen und engagieren uns dann für ihren Erhalt für künftige Generationen.“ – José Koechlin von Stein im Interview mit Sustainable Leaders
Erfolgreiche Projekte der Inkaterra Asociación
Wenn du die Unterkünfte von Inkaterra “Authentic Nature Travel” wählst, unterstützt du damit auch indirekt deren Projekte. Zu diesen gehören:
- PET-Müllverdichtungsanlage in der Nähe von Machu Picchu, welche täglich bis zu 14 Tonnen Plastikabfälle (von den Touristen) presst und zum Recycling befördert.
- Biodiesel-Anlage zum Schutz des Vilcanota-Flusses: Die Anlage verarbeitet altes Pflanzenöl von Dorfbewohnern und Großküchen zu Biodiesel. Dies ist wichtig, weil das Öl zuvor einfach in den Abfluss gekippt wurde und so das Flusswasser verschmutzte. Die Anlage befindet sich auf dem Hotelgelände des Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotels.
- Biomüll-Anlage, welche täglich bis zu 7 Tonnen organische Abfälle in einen Bio-Kohle-Dünger umwandet. Der Dünger wird für ein staatliches Projekt verwendet, welches eine Million Bäume aufforstet.
- Ocean & Forest Projekt, welches am Fischerort Cabo Blanco im Norden Perus illegale Fischerei eindämmen soll (insbesondere zum Schutz der Suppenschildkröte) und nachhaltige Fischerei fördert.
- Orchideenschutz: Inkaterra ist ein großer Förderer der Orchideenforschung. Im Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel kannst du die weltweit größte Sammlung heimischer Orchideen finden. Ganze zehn Orchideenarten wurden sogar neu entdeckt.
- Schmetterlingszucht: Im Inkaterra Butterfly House entstehen wöchentlich rund 350 Kokons mit neuen Schmetterlingen. In Peru gibt es nämlich mit die meisten Schmetterlinge auf der Welt, was ein bedeutender Beitrag zum Insektenschutz und der Artenvielfalt ist.
- Forschung an Medikamenten: Der Amazonas Regenwald wird auch als “Apotheke” bezeichnet, da hier viele Heilpflanzen wachsen, deren Wirkung zum Teil noch unerforscht ist. Die Inkaterra Field Station widmet sich auch der Erforschung von Heilmedizin, welche in der Zukunft vielleicht gegen Krankheiten wie Parkinson helfen können.
- Öko-Bildung in Schulen: Inkaterra führt an drei Schulen (an den Standorten Machu Picchu (Cusco), Tambopata (Madre de Dios) und Cabo Blanco (Piura) Workshops durch, bei denen das Umweltbewusstsein der Schüler*innen geschult wird.
Bei allen Inkaterra-Hotels bekommst du hervorragend ausgebildete, lokale Guides an deine Seite gestellt, welche dich für die Naturschönheiten und Kulturschätze des Landes sensibilisieren.
Tipp: Wenn du gern Vögel beobachtest, solltest du im Inkaterra Hacienda Urubamba auf eine Birdwatching-Tour mit Hiroshi Sánchez gehen. Er liebt Vögel und du kannst bei ihm unglaublich viel lernen!

Nachhaltiger Urlaub im Amazonas-Dschungel von Peru
Der Dschungel ist Natur und Leben in Hülle und Fülle – im Gegensatz zur Wüste, wo du Leere und Weite spüren kannst, gibt es hier das pralle Leben! Es lärmt, es wächst, es bewegt sich, es grünt, es sprießt. Auf einem Canopy-Walk läufst du direkt zwischen den Baumkronen des Regenwaldes, während um dich herum Affen springen, Vögel fliegen und faszinierende Insekten auf den Blättern sitzen. Das kleine „Tropenhaus“, das du vielleicht aus dem Zoo kennst, ist wirklich nichts gegen den echten Dschungel mit seinen Farben und Geräuschen.
Umso schrecklicher ist es, dass immer mehr Regenwald von unserem Planeten verschwindet. Eine Reise, bei der du den Regenwald besichtigst (ohne jetzt dort Feuer zu entzünden, Tiere zu jagen oder sonst wie die Natur zu beschädigen) wird dich mit Sicherheit dazu anregen, dich mehr für die grüne Lunge unseres Planeten einzusetzen. Wichtig ist z. B. auf Tropenholz zu verzichten (Achtung Grillkohle) und auch der Umgang mit Aluminium etc. hat mit dem Schutz der Regenwälder zu tun. Mehr erfährst du darüber in diesem Insight.
Vorbereitung für deine Regenwaldtour
Das Tambopata-Nationalreservat – angrenzend an die Inkaterra Reserva Amazonica und die
Amazon Field Station von Inkaterra, empfiehlt folgende Vorbereitung:
- Impfungen: Informiere dich mindestens einen Monat vor deiner Reise (eher länger!), über eine Gelbfieberimpfung und Medikamente zur Vorbeugung von Malaria.
- Körperliche Gesundheit und Geschicklichkeit: Die Touren durch den Dschungel, auf Pfaden und Booten erfordern körperliche Fitness. Du musst kein*e Sportler*in sein, doch wenn du körperlich eingeschränkt bist, wird diese Reise nicht empfohlen.
- Sei auf tropisches Wetter eingestellt. Die Temperatur schwankt zwischen 25 °C und 42 °C mit einem Durchschnitt von 32 °C. Die heißere Jahreszeit ist von Dezember bis März. Zwischen Juni und September kann es in den Nächten auf 10 °C abkühlen. Darum pack lieber noch einen dickeren Pulli ein!
- Kein Internet und Telefon: Im Dschungel musst du ohne 5G und WLAN auskommen. Natürlich wirst du viele Fotos machen – doch Familie, Freunde und Follower müssen einige Tage warten, ehe sie diese zu Gesicht bekommen, da du hier nicht mit Netzempfang rechnen kannst. In der Inkaterra Lodge hast du allerdings die Möglichkeit bei Notfällen über ein Funkgerät Verbindung zur Stadt aufzunehmen.

Packliste für den Dschungel
- Lange Hosen und langärmelige Shirts aus atmungsaktivem, schnell trocknendem Material
- wasserfeste Trekkingschuhe
- Regenkleidung
- Fernglas
- Trinkflasche
- Sonnencreme (Naturkosmetik), Sonnenhut, Sonnenbrille
- Insektenschutzmittel
- Fotoapparat mit wasserdichtem Gehäuse
Nachhaltige Anreise in den Regenwald
Die Amazonas Region rund um den Amazonas Fluss ist noch mal eine ganz andere Seite des Landes. Viele lassen sich in den Dschungel mit kleinen Flugzeugen fliegen. Ein Flug von Cusco aus dauert etwa 2 Stunden 40 Minuten und kostet auch nicht besonders viel (etwa zwischen 100 und 300 Euro). Nachhaltiger ist es allerdings, wenn du einen Busanbieter wählst. Dies dauert zwar mit rund 10 Stunden Fahrt deutlich länger, doch dafür ist es mit etwa 20 bis 50 Euro sehr viel günstiger, umweltfreundlicher und du bekommst auf der Fahrt noch einmal einen ganz besonderen Eindruck des Landes.
Du kannst auch nach dem Slow-Travel-Prinzip auf der Reise selbst viel entdecken und die Strecke aufteilen. Auf der Strecke zwischen Cusco und Iquitos könntest du z. B. einen Tag im Reserva Nacional Pacaya Samiria einplanen. Dies ist das größte Naturschutzgebiet Perus und bietet eine faszinierende Pflanzen- und Tierwelt. Die Slow-Travel-Methode hat auch den Vorteil, dass du dich wieder an das neue Klima gewöhnen kannst. 🙂

Grüne Sehenswürdigkeit – der Amazonas Regenwald in Peru
Der Dschungel ist der natürliche Lebensraum für rund zwei Drittel aller Tiere und Pflanzen unseres Planeten. Ja, man geht sogar davon aus, dass es Millionen von Arten gibt, die bisher noch unentdeckt sind! Es ist das Zuhause für die bunten Aras und viele Affenarten wie den Brüllaffen oder das Totenkopfäffchen.
An vielen Stellen ist der Dschungelboden für Menschen unzugänglich, weil er so dicht bewachsen ist, dass das Sonnenlicht den Boden nicht erreicht. Dadurch steckst du dann in völliger Dunkelheit im Dickicht. Darum solltest du dich nur mit kundigen Dschungelführer*innen in den Dschungel begeben.
Nachhaltige Unterkunft: Inkaterra Reserva Amazónica


Erfahrene englischsprachige Guides findest du im Inkaterra Reserva Amazónica in der Tambopata-Region. Dort, wo Inkaterra seinen Anfang nahm, lebst du in natürlich gestalteten Gästezimmern und Suiten dschungelgerecht mit Hängematten und Moskitonetzen. Von hier aus kannst du den Dschungel mit erfahrenen Guides auf Hochseilwegen, Bootsfahrten und Pfaden erleben. Zudem gibt es regelmäßig Naturvorträge.
Tipp: Wenn du möchtest, kannst du sogar eine Nacht im Baumhaus schlafen! In unserem Artikel über Baumhaus-Hotels erfährst du mehr darüber.
Fazit – Peru: Die Reise deines Lebens
Peru ist wirklich ein ganz besonderer Flecken Erde. Ein Land mit über 2.000 Kilometern Küste, Wüste, schneebedeckten Sechstausender Bergen und Urwald. Du triffst hier auf unglaublich herzliche Menschen und kannst Tiere wie Pinguine, Seelöwen, Kondore, Ara-Papageien, Affen und Guanacos (die wilden Alpacas) in freier Wildbahn sehen. Peru ist ein bunter Mix aus Inka-Geschichte, indigener Kultur, Kolonialerbe und modernem Nationalstaat. Du begegnest Luxus und Armut, vor allem aber Gastfreundschaft, Naturschönheit und Naturverbundenheit.
Eine Reise nach Peru bringt dich dazu, über die Schätze unserer Erde zu staunen – und vielleicht motiviert es dich auch dazu, diese für die Zukunft bewahren zu wollen.
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