Sustainable Travel Archive - GREEN TRAVEL BLOG https://green-travel-blog.com/de/category/sustainable-travel-de/ GREEN PEARLS® – curated for sustainable impact Tue, 19 May 2026 12:20:58 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://green-travel-blog.com/wp-content/uploads/2019/10/cropped-logo-perle-green-pearls.png Sustainable Travel Archive - GREEN TRAVEL BLOG https://green-travel-blog.com/de/category/sustainable-travel-de/ 32 32 Hier wird selbst geerntet – Hotels mit eigener Landwirtschaft und Nachhaltigkeitsmaßnahmen https://green-travel-blog.com/de/hier-wird-selbst-geerntet-nachhaltige-hotels-mit-eigener-landwirtschaft/ https://green-travel-blog.com/de/hier-wird-selbst-geerntet-nachhaltige-hotels-mit-eigener-landwirtschaft/#respond Tue, 03 Feb 2026 07:42:08 +0000 https://green-travel-blog.com/?p=72429 Hotels mit eigener Landwirtschaft nutzen ihren Einfluss nicht nur als Konsument*innen – also indem sie regional einkaufen und Bio wählen. Sie  geben auch in der Produktion den Ton an: mit eigenen Gärten, Feldern oder Farmen direkt am Haus. Wir stellen dir Unterkünfte vor, die dir…

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Hotels mit eigener Landwirtschaft nutzen ihren Einfluss nicht nur als Konsument*innen – also indem sie regional einkaufen und Bio wählen. Sie  geben auch in der Produktion den Ton an: mit eigenen Gärten, Feldern oder Farmen direkt am Haus. Wir stellen dir Unterkünfte vor, die dir auf deinen Reisen den Luxus bieten, zu sehen, wie etwas wächst – und es später auf dem Teller wiederzufinden.

 

Konzepte wie Bio-Landbau und Permakultur stärken zudem lokale Kreisläufe, bauen Böden (wieder) auf, fördern die Vielfalt und schaffen bzw. sichern faire Arbeitsplätze. „Farm-to-Table“ ist hier nicht nur ein hübscher Satz im Marketing, sondern die Essenz der Küche.

 

5 Hotels mit eigener Landwirtschaft in Deutschland, Österreich und Südtirol – mit Fokus auf Nachhaltigkeitsmaßnahmen

 

#1 ADLER Lodge RITTEN, Südtirol

Adler Lodge Ritten, Hotelgarten, nachhaltig reisen
Hannes Pignater pflückt Kräuter direkt vor dem Hotel. ©AlexFilz | ADLER Lodge RITTEN

 

Die ADLER Lodge RITTEN, ein bewusst geführtes 5-Sterne-Hotel auf dem Ritten in Südtirol hat Farm-to-Tablevon Anfang in ihr Konzept integriert. Auf rund 4.000 Quadratmetern wurde ein vielfältiger Bauerngarten mit Äckern, Obststräuchern und Kräutergärten angelegt – direkt neben dem Hauptgebäude. Sommerweizen, Kartoffeln, verschiedenes Gemüse, Beeren und aromatische Kräuter wachsen dort.

Der Garten ist nicht nur Versorgungsquelle, sondern auch Erlebnisraum: mit Wegen, Bänken und Beschilderungen, die zeigen, was gerade wächst

Betreut wird der Bauerngarten von Christian Fink und Freundin Johanna, die auch den benachbarten Viehweiderhof bewirtschaften. Ihr Ansatz ist naturnah, vielfältig und ökologisch: Mischkulturen in den Beeten, Blumen zwischen den Pflanzen, die den Boden stärken und Bestäuber anziehen. Auch die Bienen der Lodge profitieren davon – und liefern den Honig für das Frühstücksbuffet gleich mit.

 

Farm-to-Table Konzept von Cristian Cinquemani

Was einst eine Herzensangelegenheit von Küchenchef Hannes Pignater war, wird heute weitergeführt. Sein Nachfolger, ADLER Lodge RITTEN Küchenchef Cristian Cinquemani hält das offene Küchen-Konzept mit lokalen Bio-Zutaten, Produkten aus eigenem Anbau und direktem Gästekontakt weiter am Leben und hat der Kulinarik einen Touch Inselflair von seiner Heimat Elba hinzugefügt.

 

#2 Hotel Klosterbräu, Tirol, Österreich

Mädchen kehren den Stall im Streichelzoo vom nachhaltigen Hotel Klosterbräu in Seefeld
In „Sigis Sauhaufen“ vom Hotel Klosterbräu können sich Kinder mit Tieren und Stallarbeit beschäftigen. ©David Johansson

 

Das Hotel Klosterbräu in Seefeld knüpft mit seiner eigenen Landwirtschaft bewusst an die über 500-jährige Geschichte des Hauses an. Bereits die Augustinermönche bewirtschafteten die Flächen des einstigen Klosters selbst – mit Ackerbau, Hopfen für die Brauerei sowie Tierhaltung. Diese Tradition lebt Gastgeber Alois Seyrling heute neu auf: nachhaltig, zeitgemäß, konsequent biologisch – aber vegetarisch.

Seit 2017 betreibt das Klosterbräu die vegetarische Landwirtschaft „Sigis Sauhaufen“ nach biologischen und biodynamischen Grundsätzen. Die Felder auf dem Pfarrhügel werden mit eigenem Kompost versorgt, der aus den Bio-Abfällen des Hotels entsteht. Angebaut werden Kartoffeln, Kräuter, Hopfen und Früchte wie Äpfel – alles klar auf den Eigenbedarf ausgerichtet. Ein besonderes Projekt ist die sogenannte „Plateau-Kartoffel“, die durch Farbe und Geschmack einzigartig ist.

 

Hotel mit Landwirtschaft und Streichelzoo

Zur Landwirtschaft gehört auch Tierhaltung mit viel Raum: Ein Wanderhühnerstall mit rund 200 Legehennen aus alten und seltenen Rassen liefert unter anderem die Frühstückseier. Ergänzt wird das Ganze durch den privaten Streichelzoo mit Ziegen, Zwergrindern und weiteren Kleintieren. Das Hotel eignet sich daher auch besonders gut, um Landwirtschaft auch für deine Kinder erlebbar zu machen.

 

#3 Naturresort Gerbehof, Bodensee, Deutschland

Apfelernte Naturresort Gerbehof - nachhaltiger Urlaub Bodensee Deutschland
Das Naturresort Gerbehof produziert eigene Bio-Äpfel ©Guenter Standl

 

Im Bio Hotel Naturresort Gerbehof wird Landwirtschaft ganzheitlich gedacht. Hotel und Hof bilden eine Einheit – beide sind zu 100 Prozent biozertifiziert und Teil eines konsequenten Kreislaufs. Als Mitglied bei Bioland steht der Betrieb für eine Landwirtschaft, die achtsam mit Ressourcen umgeht und Verantwortung über Generationen hinweg übernimmt.

Auf rund 22 Hektarn bewirtschaftet Gastgeberfamilie Wagner Obstplantagen mit Äpfeln und Birnen im Bio-Anbau. Ein Teil der Ernte geht in den regionalen Handel, ein anderer direkt in die eigene Verarbeitung: Apfelsaft, Destillate aus der hauseigenen Brennerei und Produkte, die du auf dem Frühstücksbuffet findest, entstehen also direkt vor Ort. Ergänzt wird die Landwirtschaft durch Weideflächen für Pferde, freilaufende Hühner sowie eine kleine Tierhaltung mit Wildschweinen.

Das Naturresort Gerbehof zeigt auch, wie Hotellerie und Klimaschutz miteinander verbunden sein können. Besonders konsequent ist der Ansatz beim Thema Energie und Ressourcen. Miscanthus-Gras aus eigenem Anbau dient als Heizmaterial und Einstreu für die Pferde – und wird in Form von Pferdemist später wieder als Dünger auf den Feldern eingesetzt. Für die Bewässerung gibt es Regenwasserzisternen und einen eigenen Brunnen.

 

#4 My Arbor, Südtirol

Landwirtschaft vom Hotel My Arbor
©Hotel My Arbor

 

Mit dem Projekt Agricoltura Pura hat das luxuriöse Wellnesshotel My Arbor bei Brixen eine Verbindung zur Landwirtschaft geschaffen, auch wenn sie nicht direkt an das Hotelgelände grenzt. Etwa 170 Kilometer entfernt, bei Albisano am Gardasee, werden rund 20 Hektar Land nach den Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft bewirtschaftet – als groß angelegte Permakultur mit Obst, Gemüse, Oliven, Getreide, Wein und Kräutern.

Im Mittelpunkt stehen gesunde Böden, Biodiversität und funktionierende natürliche Kreisläufe. Statt kurzfristiger Erträge setzt das Projekt auf langfristige Bodenfruchtbarkeit und Vielfalt. Die geernteten Produkte gelangen direkt ins Hotel: frisch verarbeitet in der Küche oder veredelt, um sie das ganze Jahr über nutzen zu können. So entstehen unter anderem eingelegtes Gemüse, Marmeladen, Konserven und hausgemachtes Öl.

 

#5 Gut Sonnenhausen, Bayern, Deutschland

Luftaufnahme Gut Sonnenhausen. Das nachhaltige Hotel ist umgeben von Feldern, Natur und Wald
Luftaufnahme vom nachhaltigen Hotel Gut Sonnenhausen mit seiner Landwirtschaft ©Ekkehard Winkler

 

Das Prinzip der Permakultur ist auch bestimmend für die Landwirtschaft auf Gut Sonnenhausen bei München. Wie uns Hotelgärtnerin Marie Louise Troll im Interview berichtet, ist das Konzept der Permakultur auch eine Antwort auf die Klimakrise.

“Wir beschäftigen uns seit Jahren mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasservorkommen und das vermehrte Auftreten von Extremwetterereignissen. Die Permakultur-Prinzipien helfen, die Landwirtschaft dafür stark zu machen.” – Gut Sonnenhausen

Der Garten von Gut Sonnenhausen umfasst rund 2.700 Quadratmeter Gemüseanbau, 500 Quadratmeter Küchenkräuter und zusätzlich 25 Hektar Natur rund um das Hotel mit Obst- und Nussbäumen. Um mehr darüber zu erfahren (oder auch Tipps für deinen eigenen Garten mitzunehmen) kannst du am kostenlosen “Gartentreff” des Hotels teilnehmen.

 

Über den Tellerrand hinaus – wenn Landwirtschaft mehr verändert als das Menü

Gerade in der wohlhabenden DACH-Region zeigen viele Hotels, wie viel Gestaltungskraft in einer eigene Landwirtschaft steckt. Doch wer beim Reisen wirklich über den Tellerrand blickt – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – erkennt: In anderen Teilen der Welt hat Bio-Landwirtschaft noch eine ganz andere Bedeutung. Hier geht es nicht nur um Geschmack, Qualität oder Transparenz, sondern um Existenzsicherung und echte Zukunftsperspektiven für lokale Gemeinschaften.

 

#1 The Pavilions Himalayas – The Farm, Nepal

The Pavilions Himalayas Nepal - nachhaltig reisen
©The Pavilions Himalayas – The Farm

 

The Pavilions Himalayas – The Farm wurde mit einer klaren Vision gegründet: lokalen Bauern den Übergang von konventioneller Landwirtschaft hin zum Bio-Anbau zu ermöglichen und anschließend ihre Existenz zu sichern. Auf den Feldern rund um das Resort wachsen saisonales Gemüse, Kräuter und es gibt Eier und Milch, die direkt in der nepalesischen Küche verarbeitet werden – frisch, pestizidfrei und im Einklang mit den Jahreszeiten. Typische Zutaten für Dal Bhat, Currys oder Momos stammen sogar direkt vom eigenen Land.

Noch wichtiger als die Ernte ist jedoch der Wissenstransfer. Lokale Bauern lernten neben dem ökologischen Anbau auch unternehmerische Grundlagen und versorgen heute eigenständig die Hotelküche mit Bio-Lebensmitteln und haben ein Einkommen für sich und ihre Familien.

Die Gründer des nepalesischen Eco-Resorts, Douglas und Insuba Maclagan, engagieren sich seit fast 30 Jahren in sozialen Projekten rund um Bildung, Gesundheit und Arbeitsplätze. Ihr Ansatz ist bewusst nicht profitorientiert: Ziel ist es vor allem, mit dem Tourismus eine positive Wirkung zu erzielen – für die Region, die Menschen und den gesamten Tourismussektor.

  • Mehr über ihre beeindruckende Geschichte kannst du in unserem Blogbeitrag über Tourismus mit Impact

 

#2 Canvas & Orchids Retreat, Kambodscha

Luftaufnahme von den Öko-Zelt-Villen auf dem Fluss in Kambodscha
©Canvas & Orchids Retreat

 

Im Canvas & Orchids Retreat, ein nachhaltiges Resort mit luxuriösen und zum Teil schwimmenden Zelt-Villen inmitten der Natur, beginnt Landwirtschaft im Kleinen. Und wirkt dennoch weit. Auf der eigenen Farm wachsen grundlegende Gemüsesorten wie Auberginen, Gurken sowie Kräuter für die tägliche Küche. Das reduziert Transportwege und garantiert Frische auf dem Teller.

 

Gäste unterrichteten Kambodschaner*innen in der Hühnerhaltung

Darüber hinaus bezieht das Retreat bewusst die Nachbarschaft und sogar die Gäste ein. Ein besonders schönes Beispiel: Wiederkehrende Gäste mit Erfahrung in der Geflügelzucht unterstützten lokale Familien beim Aufbau kleiner Hühnerfarmen – mit Know-how und Ausstattung. Diese Familien liefern heute Eier und Fleisch direkt an das Retreat. Dadurch, dass Gäste die Initiative ergriffen, entstand eine besondere Form der Farm-to-Table-Verbindung, die bis heute Existenzen erhält und lokale Strukturen stärkt.

 

Zurück zur Erde – und zu einem bewussteren Reisen

Die hier vorgestellten Green PearlsⓇ Hotels zeigen, wie Reisen wortwörtlich wieder erdender werden können. Wenn du sie besuchst, verbindest du dich nicht nur mit einem Ort, sondern auch mit dem, was dort wächst. Du siehst Gemüsepflanzen,riechst Kräuter, die zur Region gehören, und genießt Essen, das frischer kaum sein könnte.

Gleichzeitig unterstützt du mit deinem Urlaub in einem solchen Hotel Menschen, die Landwirtschaft mit Verantwortung betreiben – sei es in den Alpen, am Bodensee oder am Tatai River in Kambodscha. Genau darin liegt für uns nachhaltiges Reisen: bewusst genießen und der Natur etwas zurückgeben.

 


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Hände ernten frische Blätter auf einem Feld, darunter drei kleinere Bilder mit einer Frau im Gemüsegarten, einer Person vor einem Bauernhaus und einer Hand, die einen Apfel hält

Person hockt in einem Garten vor einem modernen Holzhaus und betrachtet Pflanzen

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Shiatsu ist out, Gua Sha ist in. Das sind die Massage-Trends für 2026 https://green-travel-blog.com/de/shiatsu-ist-out-gua-sha-ist-in-das-sind-die-massage-trends-fuer-2026/ https://green-travel-blog.com/de/shiatsu-ist-out-gua-sha-ist-in-das-sind-die-massage-trends-fuer-2026/#comments Tue, 27 Jan 2026 07:26:25 +0000 https://green-travel-blog.com/?p=72325 Wenn wir an Massage denken, haben die meisten sofort ein Bild im Kopf: warme Hände, Öl, ruhige Musik. Entspannung pur. Tatsächlich hat sich die Welt der Massage in den letzten Jahren jedoch stark verändert – oft leiser im Spa, aber lauter im Alltag. Für diesen…

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Wenn wir an Massage denken, haben die meisten sofort ein Bild im Kopf: warme Hände, Öl, ruhige Musik. Entspannung pur. Tatsächlich hat sich die Welt der Massage in den letzten Jahren jedoch stark verändert – oft leiser im Spa, aber lauter im Alltag. Für diesen Artikel habe ich mit 17 nachhaltigen Hotels über Massage- und Spa-Trends für 2026 gesprochen. Und fast alle beschreiben denselben Wandel: eine bewusste Rückbesinnung auf das, was Berührung ursprünglich ausmacht.

 

Warum Massage in der Vergangenheit so technisch wurde

In den vergangenen Jahren haben zwei Entwicklungen die Massagewelt spürbar geprägt. Zum einen die Pandemie: Spas waren geschlossen, Berührung wurde zur Ausnahme – und Selbstmassage rückte in den Fokus. Zum anderen der technologische Boom. Elektronische Massagegeräte, Auflagen und sogenannte „Shiatsu“-Tools überschwemmten den Markt. Begriffe aus fernöstlichen Heiltraditionen klangen vertraut, versprachen Wirkung – und passten perfekt in eine Zeit, in der alles schnell, effizient und jederzeit verfügbar sein sollte.

Diese Entwicklung ist kein Zufall. In Ländern wie Japan, Südkorea oder China gehören Technologie, Robotik und automatisierte Anwendungen längst zum Alltag – auch im Wellnessbereich. Doch auf dem Weg in den Westen drohte dabei etwas verloren zu gehen: das traditionelle Handwerk der Berührung.

Zwei Massagesessel in einer Praxis.
Technisch und steril – so sah Massage in den letzten Jahren aus. BILD: Pexels

 

Nachhaltige Massage-Trends 2026

Umso spannender ist, was sich jetzt abzeichnet. 2026 steht für viele Spas nicht mehr die Frage im Raum, welches Gerät das nächste Upgrade bringt – sondern welche Technik ohne Strom wirklich wirkt. Gua Sha ist dabei eines der auffälligsten Beispiele. Der schlichte Schabestein erlebt ein Comeback, nicht als Beauty-Gadget, sondern als ernstzunehmende Massagetechnik, die inzwischen in Ganzkörperrituale integriert wird.

Gua Sha ist jedoch nur ein Teil dieser Bewegung. Auch Bambusmassagen, Hot Stone, Klangmassagen und der gezielte Einsatz ätherischer Öle gewinnen wieder an Bedeutung. Welche Massagetechniken 2026 im Trend liegen, was du selbst zu Hause umsetzen kannst und welche Erlebnisse nur im Spa möglich sind, schauen wir uns jetzt genauer an.

 

Gua Sha – vom Beauty-Tool zum Ganzkörperritual

Frau präsentiert den Gua Sha Massage Stein
Der „magische“ Gua Sha Stone aus Jadestein BILD: Pexels

Gua Sha ist alles andere als neu und erlebt 2026 dennoch ein echtes Comeback. Was lange auf Gesichtsmassagen reduziert wurde, findet seinen Weg zurück in den Spa-Kontext: als gezielte Technik zur Aktivierung von Durchblutung, Energiefluss und tiefer Entspannung.

Im Lifestyle Resort Zum Kurfürsten an der Mosel ist Gua Sha fest in das ganzheitliche TCM-Konzept eingebettet. Das nach Feng-Shui-Prinzipien gestaltete Wellnesshotel verfügt über ein eigenes TCM-Center, in dem Gua Sha eingesetzt wird, um nach traditioneller chinesischer Lehre Stagnationen von Qi und Blut zu lösen. Mit einem Jadestein und Öl wird die Haut – häufig im Schulter-Nacken-Bereich – so lange geschabt, bis sie intensiv durchblutet ist. Ob und wie die Methode sinnvoll angewendet wird, entscheiden erfahrene TCM-Therapeut*innen nach einer vorherigen Diagnostik.

 

Gua Sha in entschleunigter Form

Einen ruhigeren, naturverbundenen Zugang bietet das Hotel Korinjak auf der kroatischen Insel Iz. Direkt am Meer, mit täglichem Yoga unter Pinien und vegetarisch-veganer Küche, gehören hier Gua-Sha-Gesichts- sowie Kopf- und Körperrituale zum ganzheitlichen Behandlungsangebot. Die Anwendungen, inspiriert von ayurvedischen und fernöstlichen Techniken, zielen darauf ab, den Energiefluss zu harmonisieren und körperliche Erneuerung anzustoßen – reduziert, achtsam und ohne Technik.

Dass Gua Sha mehr ist als ein Wellness-Trend, zeigt auch die Forschung: Eine Pilotstudie der Universität Duisburg-Essen (2007) konnte eine deutlich erhöhte Mikrozirkulation nach der Behandlung nachweisen – begleitet von einer unmittelbaren Linderung muskulärer Beschwerden. Ein Hinweis darauf, dass die jahrhundertealte Technik auch physiologisch Wirkung zeigt.

 

Die Ganzkörpermassage – vertraut, aber 2026 neu interpretiert

Die Ganzkörpermassage bleibt das Fundament jeder Spa-Kultur. Doch sie hat sich verändert. Statt standardisierter Abläufe steht heute das Erleben im Vordergrund – oft eingebettet in Rituale, Düfte und regionale Bezüge.

Im OLM Nature Escape beginnt eine Ganzkörpermassage nicht mit Öl, sondern mit Rauch. Eine Räucherung aus Almkräutern öffnet die Sinne, bevor Arnika und Zirbe die Muskulatur entspannen. Die Massage wird Teil eines Übergangs: raus aus dem Alltag, hinein in die Ruhe.

Auch im SANDnature zeigt sich, dass Gäste bewusst das Einfache suchen. Die klassische Ganzkörpermassage – 30 oder 60 Minuten – ist hier das meistgewählte Treatment. Keine therapeutischen Versprechen, kein Überbau. Dafür klare Berührung, Rhythmus und Entspannung.

 

Ganzkörpermassage als “Detox Glow”

Massage mit Alpen-Panorama im Hotel Das Rübezahl
©Hotel Das Rübezahl

 

Im Hotel Das Rübezahl wird die Ganzkörpermassage detoxifiziert gedacht. Sanfte und kräftige Griffe wechseln sich ab, individuell angepasst. Peeling-Handschuhe regen die Durchblutung an und die Massage soll deinen Körper “zum Strahlen” bringen.

 

Bambusmassage – ideal für Sportler

Die Bambusmassage gehört zu den dynamischeren Massageformen. Mit glatten Bambusstäben werden rollende und tiefgehende Bewegungen ausgeführt. Das Ergebnis: intensive Durchblutung, gelöste Muskelverhärtungen und ein aktivierter Lymphfluss.

Im Lifestyle Resort Zum Kurfürsten ist die Bambusmassage fester Bestandteil des Angebots. Beine, Rücken und Arme werden mit unterschiedlichen Techniken bearbeitet – kraftvoll, aber fließend. Die Massage passt perfekt in das ganzheitliche Konzept des Hauses, das TCM und moderne Wellness verbindet.

Noch sportlicher interpretiert wird die Bambusmassage im Hotel Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa in Bayerisch Gmain. Hier richtet sie sich gezielt an aktive Gäste. Der frisch renovierte Artemacur Spa (1.500 m²) verbindet medizinische Kompetenz mit alpiner Entspannung. Dass der Klosterhof 2025 als „Medical Spa“ ausgezeichnet wurde, unterstreicht diesen Anspruch.

 

Trend: Aromaöl-Massagen

Frau genießt eine Massage im nachhaltigen Hotel Weihrerhof in Südtirol
©Hotel Weihrerhof

Ätherische Öle werden in der Aromamassage zum aktiven Element. Sie wirken über Haut, Atem und Nervensystem.

Im Naturhotel Outside entfaltet sich das besonders sinnlich. Die Mind Relaxing Aroma Massage verbindet sanfte Berührung mit ausgewählten Bio-Aromaölen. Der Duft begleitet jede Bewegung, beruhigt mental und bringt den Körper in Balance – eine multisensorische Erfahrung. Zudem nutzt das Hotel ätherische Öle für Chakra-Massagen. Mehr darüber (auch, wie du selbst ätherische Öle in deinem Alltag nutzen kannst, erfährst du in unserem Blog über ätherische Öle.

Das Hotel Weihrerhof in Südtirol verbindet Aromatherapie mit Regionalität. Die hauseigene Kosmetiklinie BergSea nutzt Wolfsgrubener Seewasser. (Der See grenzt direkt an das Hotel.) In der Bootshaussauna füllen ätherische Öle aus Südtirol – Zirbe, Latsche – den Raum. Wellness riecht hier quasi nach der umgebenen Landschaft.

 

Hot Stone – die zeitlose Kraft der Wärme bleibt im Trend

Wärme entspannt Muskeln, öffnet, trägt und ist somit ein zentrales Element einer jeden Massage. Kein Wunder, dass die Hot-Stone-Massage auch 2026 ihren festen Platz behält.

Im gerade erwähnten Naturhotel Outside werden zum Beispiel vor der Aromaölmassage warme Basaltsteine genutzt, um Energiezentren zu stimulieren. Übrigens: Der Natur Spa des Hauses wurde 2025 umfassend neu gestaltet – mit Heilwasser-Solebad, Pools und Spa-Garten im Nationalpark Hohe Tauern.

Auch im SCHWARZWALD PANORAMA zeigt sich, wie eng Hot Stone und Aromaölmassage zusammengehören: individuell abgestimmt, ruhig, regenerierend. Wie die Gastgeber berichten, gehörte die “Hot Stone Massage” zu den beliebtesten Massagen von 2025, weshalb das Angebot auch 2026 bestehen bleibt.

Im Naturresort Gerbehof am Bodensee gehört die Steinmassage zu den Klassikern, womit sich die Gäste einfach immer wieder wohlfühlen.

Was 2026 an Bedeutung verliert – und warum

Frau mit Massage Pistole (Massage gun) im Fitnessstudio
Einfach mal mit einem Gerät auf Trigger-Punkte einhämmern? Die Selbstmassage mit einer Massage Gun sollte skeptisch betrachtet werden. BILD: Pexels

In den vergangenen Jahren wurde Massage nicht nur neu gedacht, sondern auch neu vermarktet. Für meine frühere journalistische Arbeit – unter anderem für kommerzielle Plattformen wie Amazon, RTL oder wetter.de – habe ich mich intensiv mit Massagesesseln, Massageauflagen und Massage-Guns beschäftigt. Elektronische Selbstmassage boomte. Und fast jedes Gerät versprach dasselbe: Shiatsu.

Der Begriff klingt vertraut, hochwertig, fernöstlich. Tatsächlich bedeutet Shiatsu übersetzt schlicht „Fingerdruck“ – eine in Japan entwickelte, manuelle Körperarbeit, bei der mit Händen, Daumen und Körpergewicht gearbeitet wird. In der Gerätewelt jedoch wurde Shiatsu zu einem Marketingbegriff. Der Name ist nicht geschützt, weshalb nahezu jede Massageauflage so beworben werden kann – unabhängig davon, wie nah sie der ursprünglichen Technik tatsächlich kommt. Was gut klingt, verkauft sich. Tiefe Berührung lässt sich elektrisch jedoch nur begrenzt imitieren.

 

Bevor du eine Massage-Gun kaufst, solltest du das lesen

Ähnlich verhält es sich mit Massage-Guns. Die sogenannte Perkussionstherapie verspricht, tief ins Muskelgewebe vorzudringen und Triggerpunkte (Muskelknoten) zu lösen. In bestimmten Kontexten kann dies durchaus sinnvoll sein. Gleichzeitig sind viele Geräte laut, schwer, energieintensiv und alles andere als entspannend. Billigere Modelle erreichen Lautstärken von bis zu 90 Dezibel, selbst hochwertige Varianten liegen oft noch bei 50 Dezibel. Statt Ruhe entsteht Reiz. Statt Loslassen Anspannung. Zumindest meiner Meinung nach.

Dazu kommt: Technische Massagetools sind alles andere als günstig und meine Vermutung ist, dass die meisten dieser Geräte ohnehin inzwischen ein Dasein in der Rumpelkammer fristen. Oder?

 

Dazu kommt ein Aspekt, der in der Wellness-Debatte lange kaum eine Rolle spielte: Nachhaltigkeit. Akkus, Ressourcenverbrauch, kurze Produktlebenszyklen, globaler Versand – all das steht im Kontrast zu dem, was viele Menschen heute von Entspannung erwarten. Nach Jahren der Selbstoptimierung, des Vibrieren-lassens und Durchknetens wächst die Sehnsucht nach etwas anderem.

2026 zeichnet sich deshalb (zumindest bei nachhaltigen Green PearlsⓇ Hotels) ein klarer Gegentrend ab: weniger Technik, weniger Lärm, weniger Geräte. Stattdessen wieder Zeit, Wärme, Öl, echte Hände und natürlich gestaltete Räume. Wer tiefer gehen möchte, investiert nicht in das nächste Tool, sondern in ein gutes Day Spa, ein durchdachtes Wellnesskonzept oder eine individuell abgestimmte Behandlung.

 

Therapeutische Massagen – wenn Massage mehr als Entspannung ist

Alle Massagen, die wir bis hierhin vorgestellt haben, gehören zum Bereich “Wellnessmassage”, das heißt, sie richten sich an gesunde Menschen. Das Ziel dieser Massagen ist Entspannung, Regeneration und Wohlbefinden. Sie arbeiten meist mit fließenden Griffen, Ölen, Wärme oder rhythmischen Bewegungen – ohne medizinische Diagnose, ohne Heilversprechen.

Therapeutische Massagen hingegen verfolgen ein anderes Ziel. Sie sind Teil medizinischer oder manualtherapeutischer Konzepte und setzen gezielt bei Beschwerden an – etwa bei Rücken-, Gelenk- oder Muskelproblemen. Dabei geht es nicht nur um Linderung, sondern darum, Ursachen zu erkennen, Funktionen zu verbessern und langfristig zu stabilisieren.

Wichtig ist hier der rechtliche Rahmen: Therapeutische Massagen, die als medizinische Behandlung gelten und unter bestimmten Voraussetzungen sogar von Krankenkassen übernommen werden können, dürfen ausschließlich von staatlich geprüften Masseur*innen, medizinischen Bademeister*innen, Physiotherapeut*innen oder Ärzt*innen durchgeführt werden. Diese Berufsbezeichnungen sind gesetzlich geschützt und an eine fundierte Ausbildung gebunden.

Gesundheitshotel auf Teneriffa - Behandlung
Therapeutische Massagen sind dazu geeignet Schmerzen und gesundheitliche Probleme zu lindern. ©OCÉANO Health Spa Hotel Teneriffa

 

Wellness-Massagen dagegen – so wohltuend sie sein mögen – gehören ausdrücklich nicht in diesen Bereich. Sie dürfen von entsprechend geschulten, aber nicht zwangsläufig staatlich geprüften Fachkräften ausgeführt werden, solange klar kommuniziert wird, dass es sich um keine therapeutische oder medizinische Behandlung handelt.

Einige Häuser setzen in ihren Spas gezielt auf therapeutische Kompetenz. Hierzu gehören z. B. das STURM in Mellrichstadt, Deutschland (ein Wellnesshotel mit Bio-Essen, Naturschwimmteich und Yoga-Angebot) sowie das OCEANO Health Spa Hotel auf Teneriffa. Das Hotel auf der Kanareninsel verbindet Wellness und ärztliche Behandlungen, sowie Sport und gesunde Ernährung in einem einzigartigen Nature-Setting zwischen Atlantik und Bergen.

Andere Hotels bleiben bewusst im Wellnessbereich. Beides ist legitim. Entscheidend ist Transparenz.

 

Zwischen Therapie und Ritual – alternative Massageformen

Stressabbaumassage mit Steinen auf dem Rücken einer Frau.
Stressabbaumassage mit „aktivierten“ Steinen. ©Naturresort Gerbehof

 

Daneben existieren Massageformen, die nicht medizinisch-therapeutisch anerkannt sind, aber auf fundierten Traditionen beruhen.

Im Lifestyle Resort Zum Kurfürsten wird Tuina angeboten – eine manuelle chinesische Therapieform mit Akupressur, Dehnungen und rotierenden Griffen. Sie kann kräftig oder sanft sein und wird individuell nach Puls- und Zungendiagnostik abgestimmt.

Das Naturresort Gerbehof ergänzt sein Angebot um Stressabbau-Massagen nach der Philippi-Methode sowie VegetoDynamik® nach Margot Esser – sanfte, ganzheitliche Behandlungen, die Körper und Seele gleichermaßen ansprechen.

 

Klangmassagen – Berührung ohne Hände

Klangmassagen sind ein weltweiter Trend, der 2026 anhalten wird. Die Methode nach Peter Hess® nutzt Schwingungen, die über Klangschalen in den Körper übertragen werden. Interessanterweise ist die Klangmassage übrigens gar keine fernöstliche Erfindung, wie wir oftmals automatisch annehmen, sondern eine westliche, wie wir in diesem Blogbeitrag über Klangmassagen erklären.

Im Hotel Korinjak gehören Klangmassagen und tägliche Gongbäder zum ganzheitlichen Programm. Die Schalen werden auf oder nahe am bekleideten Körper gespielt – Vibrationen durchziehen das Gewebe, lösen Spannungen und bringen tiefe Ruhe.

Auch Hotel Okelmann’s setzt auf Klangmassagen nach Peter HessⓇ sowie intuitive Wellnessmassagen – leise, wirkungsvoll, überraschend intensiv.

Klangschalenmassage in nachhaltigen Hotels
Klangschalenmassage im Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa©Lisa Schuster

 

Massage-Rituale, die nur der Ort erschaffen kann

Manche Massagen sind untrennbar mit ihrem Ort verbunden. Bei Inkaterra in Peru entstehen Signature Treatments aus Kultur, Natur und Geschichte der Umgebung des Hotels: Reinigungsrituale mit Heilpflanzen aus dem Regenwald, königliche Bäder in Cusco, Massagen für Wandernde im Sacred Valley.

Ähnlich individuell arbeitet LA VIMEA, wo “Wellness Masterin Sylwia” 21 ganzheitliche Treatments gestaltet – von Massagen über Energiearbeit bis zu ayurvedischen Ritualen, immer abgestimmt auf den inneren Rhythmus der Gäste.

 

Zum Abschluss: ein Ritual zum Mitnehmen – inspiriert vom Hotel My Arbor

Zum Abschluss möchten wir dir ein Wellness-Ritual vorstellen, dass auch für dich zu Hause eine schöne Inspiration sein kann. Vorgestellt hat es uns das My Arbor bei Brixen, ein Wellnesshotel auf Stelzen in den Baumkronen. Das “Arboris Baumritual” wird von den Gastgebern als “Herzstück” ihres Spas beschrieben. So sieht es aus:

#1) Duftendes Ganzkörperpeeling: Ein reinigendes Peeling mit natürlichen Essenzen befreit Körper und Geist und bereitet auf die weiteren Schritte vor.

#2) Sauna: Der Gang in die Sauna öffnet die Sinne.

#3) Massage & Baumkraft: In einer harmonisierenden Massage werden die wohltuenden Wirkungen von Lärche, Latschenkiefer, Zirbe und Fichte vereint. Vier Bäume aus der Region, die für Stärke, Beruhigung, Erdung und Lebenskraft stehen.

#4) Kuschelzeit: Eingehüllt in Geborgenheit genießen die Gäste anschließend eine Ruhephase im Nest, begleitet von hausgemachtem Sorbet und Schokoladenpralinen. “Ein Moment völliger Wärme, Schutz und Entspannung.”

“Das Baumritual vereint Reinigung, Regeneration und tiefe Erdung – ein ganzheitliches Erlebnis, das unsere Gäste in die Welt der Südtiroler Wälder eintauchen lässt” – My Arbor

 

Fazit: Massage 2026 fühlt sich wieder echt an

Nach Jahren der Technisierung kehrt die Massage zu ihrem Kern zurück. Weniger Geräte, weniger Lärm – mehr Hände, Wärme, Präsenz. Die nachhaltigen Green Pearls® Hotels zeigen: Der wahre Luxus liegt nicht im Neuen, sondern im Bewussten.

 


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Person liegt auf einer Liege, Rücken mit grünen Blättern bedeckt, Hände berühren die Blätter, darunter Text 'MASSAGE-TRENDS AUS NACHHALTIGEN SPAS', weitere Bilder zeigen Massageanwendungen im Freien und in einem Holz-Pavillon

Frau liegt entspannt auf einer Massageliege, während Hände ihren Kopf massieren, Text 'Die Massage-Trends für 2026' und weitere Informationen zu nachhaltigen Hotels sichtbar

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Aufgewachsen im Hotel Korinjak: Meine Familiengeschichte im ersten vegetarischen Hotel Kroatiens https://green-travel-blog.com/de/aufgewachsen-im-hotel-korinjak-familiengeschichte-vegetarisches-hotel-kroatien/ https://green-travel-blog.com/de/aufgewachsen-im-hotel-korinjak-familiengeschichte-vegetarisches-hotel-kroatien/#respond Fri, 26 Sep 2025 06:31:24 +0000 https://green-travel-blog.com/?p=70793 Manche Geschichten lassen sich nur schwer in Worte fassen, und das Leben meines Großvaters ist eine davon. Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, wird mir klar, wie ungewöhnlich sie war. Ich bin auf der Insel Iž aufgewachsen, umgeben von Yoga, Meditation, Gongbädern und Menschen aus…

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Manche Geschichten lassen sich nur schwer in Worte fassen, und das Leben meines Großvaters ist eine davon. Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, wird mir klar, wie ungewöhnlich sie war. Ich bin auf der Insel Iž aufgewachsen, umgeben von Yoga, Meditation, Gongbädern und Menschen aus allen Ecken der Welt. Damals kam mir das ganz normal vor – der Rhythmus der Sommer, die ich im und um das Hotel Korinjak verbrachte, dem Familienunternehmen, das er und mein Vater aufgebaut hatten. Erst später wurde mir klar, wie außergewöhnlich das alles war.

 

Eine Vision, die auf Geduld und Respekt basiert

Das Hotel war nie nur ein Arbeitsplatz. Von Anfang an ging es darum, einen Ort zu schaffen, an dem sich die Menschen akzeptiert fühlen, an dem die Natur respektiert wird und an dem die Besucher mehr als nur Erinnerungen an das Meer mitnehmen. Mein Großvater hat lange vor vielen anderen verstanden, dass Reisen uns verändern kann – wenn wir es bewusst tun.

Er wurde auf Iž geboren und kennt die Insel wie seine Westentasche: ihren Wassermangel, ihren harten Boden und ihre Traditionen, die sowohl in Not als auch in Überfluss verwurzelt sind.

„Auf einer Insel lernt man schnell, widerstandsfähig und einfallsreich zu sein“,

sagte er mir oft. „Man respektiert, was man hat.“ Diese Werte – Widerstandsfähigkeit, Einfallsreichtum, Respekt – wurden zur Grundlage für alles, was er schuf. Und sie sind bis heute die Worte, mit denen ich ihn beschreiben würde.

Ein Paar sitzt lächelnd in einem türkisfarbenen Boot auf ruhigem Wasser während des Sonnenuntergangs. Der Horizont ist mit entfernten Inseln übersät, was eine friedliche, ruhige Szene schafft.
Gründer Ratko Vlahov und seine Frau | ©Privatfoto; Hotel Korinjak

 

Inspiriert von einem indischen Lehrer

Als er vor 25 Jahren das erste vegetarische Hotel an der Adriaküste eröffnete, war das alles andere als eine naheliegende Entscheidung. „Es war eine Chance und ein Risiko, das ich eingehen wollte“, sagt er. Die Idee entstand während seiner Reisen nach Indien mit seinem Lehrer Maheshwarananda. Es ging nie nur um Essen oder Tourismus. Er wollte einen Ort schaffen, an dem Menschen entschleunigen, nachdenken und eine spirituellere Lebensweise entdecken können.

Natürlich stieß die Idee bei den Einheimischen auf Skepsis. „In den ersten zehn Jahren haben sie uns meistens verspottet“, erinnert sich mein Großvater lachend. „In den nächsten zehn Jahren waren sie tolerant und vor fünf Jahren haben sie unser Konzept als normal akzeptiert. Veränderungen kommen hier nur langsam voran.“ Während viele Einheimische Schwierigkeiten hatten, den Sinn darin zu erkennen, waren internationale Besucher oft schneller bereit, sich darauf einzulassen.

„Das ursprüngliche Ziel, das bis heute gilt, ist es, den Menschen Spiritualität näherzubringen, ihr Bewusstsein zu schärfen und ihnen einen humanen Umgang mit allen Lebewesen zu vermitteln“,

erklärte er. „Das ist im Tourismus eine Herausforderung, vor allem wenn die Gäste nur für ein oder zwei Wochen kommen. Aber wichtig ist, ihnen diese Möglichkeit aufzuzeigen und sie wissen zu lassen, dass es sie gibt. Dass es etwas ist, das es wert ist, angestrebt zu werden.“

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Gäste spüren den besonderen Geist

Dieses Gefühl der Möglichkeit spüren die Gäste, wenn sie ankommen. Viele sagen, dass sie nicht nur von der vegetarischen Küche angezogen werden, sondern auch von der Energie des Ortes – dem Gemeinschaftsgefühl, der Führung, dem Rückzug vom Trubel des Alltags. Wenn Gäste zu mir an die Rezeption kommen, höre ich sie oft sagen: „Wir sind zu Hause.“ Dieser einfache Satz fasst alles zusammen, was mein Opa erreichen wollte – einen Urlaub nicht für Luxus, sondern für die Seele.

Auch wenn das Hotel gewachsen ist und die nächste Generation unserer Familie den täglichen Betrieb übernommen hat, ist das Wesentliche gleich geblieben. Wir bieten nicht nur Räumlichkeiten und Programme. Wir bieten Verbindungen. Zwischen Menschen, Kulturen und uns selbst mit der Welt um uns herum und in uns.

 

Das Hotel Korinjak bleibt vegetarisch

Ein älterer Mann mit Hut und weißem Hemd sitzt auf einem Boot unter einem sonnigen blauen Himmel. Sein Gesichtsausdruck ist entspannt, im Hintergrund sind das Meer und Bäume zu sehen.
Ratko Vlahov | ©Privatfoto; Hotel Korinjak

Als ich meinen Großvater nach der Zukunft fragte, blieben mir seine Worte im Gedächtnis: 

„Ich bin überzeugt, dass das Hotel vegetarisch bleiben wird. Was jetzt und in Zukunft besonders wichtig ist, ist, die Menschen dazu zu inspirieren, einen spirituelleren Weg einzuschlagen und ihren Alltag bewusster wahrzunehmen. Damit dies zur Gewohnheit wird, müssen sie es immer wieder üben – beginnend mit dem Moment, in dem sie aufwachen.“

Während ich mich mit der Insel beschäftige und über die Herausforderungen des nachhaltigen Tourismus nachdenke, wird mir klar, wie zukunftsweisend seine Vision war. Lange bevor „grünes Reisen“ zum Trend wurde, hat er verstanden, dass Tourismus einen Ort entweder ausbeuten oder schützen kann. Seine Entscheidung war immer klar. Für ihn und für uns ging es darum, mit der Natur zu leben, nicht gegen sie.

Das ist das Erbe, das wir weiterführen. Das Hotel Korinjak hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Jede Generation hat ihre Spuren hinterlassen, doch der Geist ist derselbe geblieben: ein einfacher, achtsamer Ort, an dem Menschen wiederentdecken, was wirklich wichtig ist. Als ich ihn einmal fragte, was die Tourismusbranche am meisten braucht, lachte er nur: „Es sollte mehr Orte wie diesen geben, haha.“

 

Dies ist ein Gastbeitrag von Mikela Vlahov.

 


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Eine lächelnde junge Frau und ein älterer Mann sitzen draußen und strahlen Wärme und Verbundenheit aus. Der Text hebt „Hotel Korinjak” und „Kroatiens erstes vegetarisches Hotel” hervor.

Eine lächelnde Frau mit Brille sitzt neben einem älteren Mann und strahlt Wärme und Nostalgie aus. Darunter ein ruhiger Blick auf das Hotel Korinjak am Wasser unter blauem Himmel.

Der Beitrag Aufgewachsen im Hotel Korinjak: Meine Familiengeschichte im ersten vegetarischen Hotel Kroatiens erschien zuerst auf GREEN TRAVEL BLOG.

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