Peruanisches Essen zählt zu den vielfältigsten Küchen der Welt – mit mehr als 4000 Kartoffelsorten, einer Fülle an Chilis und spannenden Einflüssen aus dem Andengebirge, dem Amazonas-Dschungel und der Küstenregion. Was du bei einer Reise durch Peru unbedingt probieren solltest? Kulinarikexperte David Fernandez von den Inkaterra Hotels kennt die Antwort und erzählt, welche Gerichte du auf keinen Fall verpassen solltest, wie du den Genuss nachhaltig gestaltest und ob sich das Land auch für Veganer*innen eignet.
Dies ist der siebte Teil unserer Serie Kulinarische Reise – jeden Monat gibt es eine neue Destination
Eine Genusswelt voller Aromen

“Unsere Küche hat viele einzigartige Zutaten. Darunter viele Chili-Sorten mit unterschiedlichsten Aromen und verschiedene Kräuter”, berichtet David. Seit über 20 Jahren arbeitet er in der peruanischen Küche und ist heute Food & Beverage Manager bei den nachhaltigen Inkaterra Hotels. Eine Besonderheit seien zudem Knollengemüse (Oca, Jicama, Yacon und Maniok) und die gigantische Auswahl an Kartoffeln, fügt er hinzu. Peru ist berühmt dafür, über 4000 Kartoffelsorten zu besitzen.
Fun Fact: In einigen Dörfern der Anden-Region müssen sich künftige Schwiegertöchter noch heute dadurch beweisen, wie geschickt sie (kompliziert gewachsene) Kartoffeln schälen können.
Die Hotelgruppe Inkaterra setzt sich seit über 50 Jahren für nachhaltigen Tourismus in Peru ein. Hierzu gehören verschiedene Projekte zu Natur- und Artenschutz, aber auch eine nachhaltige Kulinarik. Gleich vier Inkaterra Unterkünfte sind Mitglied im Green Pearls® Netzwerk: Inkaterra Reserva Amazónica, Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel, Inkaterra La Casona in Cusco und Inkaterra Hacienda Urubamba im Heiligen Tal.

10 Must-Eats in Peru – Insider-Tipps von David
Die Inkaterra-Gruppe ist in ganz Peru vertreten. In der Anden-Region und im Amazonas-Urwald. Mit den verschiedenen Küchen und regionalen Zutaten kennt David sich aus.
“Mein Kochkonzept konzentriert sich darauf, die authentischen Aromen der peruanischen Küche durch frische Zutaten der Region hervorzuheben. So spiegelt jeder Teller das kulinarische Erbe unseres Landes, Tradition und Innovation wider.” – David Fernandez
Für deine nächste Peru-Reise hat er uns seine 10 persönlichen kulinarischen Highlights verraten:
Typische Gerichte aus Peru
#1 Ceviche

Das Nationalgericht schlechthin! Frischer Fisch, mariniert in Limettensaft, mit Zwiebeln, Chili, Süßkartoffeln und Mais. Die Säure des Limettensafts „gart“ den Fisch – ganz ohne Hitze. Wenn du in Lima bist, probiere ein Ceviche in einem kleinen, lokalen Restaurant am Meer. Achte aber unbedingt darauf, welchen Fisch du isst. Nachhaltigere Optionen sind z. B. Tintenfisch aus selektivem Fang oder Tilapia aus zertifizierter Aquakultur. Viele Seebarsch- und Thunfischarten gelten nämlich als überfischt. Einen Überblick gibt dir der WWF-Fischratgeber.
#2 Lomo Saltado

Ein Klassiker der peruanischen Fusionsküche: Rindfleischstreifen, Zwiebeln, Tomaten und Paprika werden in Sojasauce scharf angebraten und mit Pommes und Reis serviert. Ein wilder Mix – und unglaublich beliebt! Als nachhaltiger als Rindfleisch gilt eine Variante mit Alpaka-Fleisch. Das ist in Peru weit verbreitet und stammt oft von Tieren, die in den Anden auf natürlichem Weideland gehalten werden – ohne Massentierhaltung.
Trotzdem gilt: Fleischkonsum – gerade Rind – ist klimaschädlich. In manchen Restaurants kannst du das Gericht auch pflanzlich, mit Pilzen oder Tofu, bekommen.
#3 Causa Limeña

Kalt serviert und heiß begehrt: gestampfte gelbe Kartoffeln (eine peruanische Sorte), geschichtet mit Avocado, Huhn oder Thunfisch. Ein typisches Vorspeisen-Gericht und ideal an heißen Tagen. Avocado wird in Peru intensiv angebaut, ist aber wegen ihres hohen Wasserverbrauchs in der Kritik.
#4 Arroz con Mariscos

Perus Version der Paella – mit viel Koriander, frischen Meeresfrüchten und oft einem Hauch Ají Amarillo (eine milde, fruchtige Chilisorte). Besonders an der Küste bekommst du dieses Gericht.
Achte auch hier auf die Herkunft der Meeresfrüchte: Garnelen, Muscheln oder Tintenfisch stammen nicht immer aus nachhaltigem Fang. Am besten fragst du nach – viele kleine Betriebe legen inzwischen Wert auf schonende Fangmethoden. So kannst du den Genuss mit einem guten Gefühl verbinden.
#5 Crema de Papa Peruanita – Peruanische Kartoffelcreme

Wenn du tiefer in die Vielfalt peruanischer Kartoffeln eintauchen willst, ist dieses Gericht der beste Startpunkt! Die Kartoffelcreme wird oft mit Kräutern oder Ají verfeinert. Perfekt als Vorspeise oder Beilage.
Streetfood & herzhafte Snacks
#6 Anticuchos

Für den kleinen Hunger zwischendurch empfiehlt David gegrillte Rinderherz-Spieße. Die Marinade ist würzig mit Essig, Knoblauch und Chili. Anticuchos sind ein typischer peruanischer Streetfood-Snack am Abend. Wenn du Fleisch isst, ist Nose-to-Tail-Nutzung wie hier (Innereien) nachhaltiger als Filetkultur.
#7 Rocoto Relleno
Eine gefüllte, feurige Paprika aus Arequipa mit Hackfleisch, Ei, Oliven und Käse überbacken. Sie sieht aus wie eine harmlose Paprika, aber Achtung: Die Rocoto ist deutlich schärfer als sie aussieht. Nimm den ersten Bissen also mit Respekt!
David liebt das Gericht – verständlich bei so viel Geschmack. Auch Veganer*inne dürfen sich freuen: Einige Restaurants bieten inzwischen vegane Varianten an: mit Quinoa, schwarzen Bohnen oder Linsenfüllung. Schmeckt genauso würzig – und ist klimafreundlicher 😉
#8 Mazamorra Morada (mit Arroz con Leche)

Ein violettes Dessert aus “Purple Corn” (lila Mais), Zimt, getrockneten Früchten und Süßkartoffelstärke. Du kannst es warm oder kalt essen und oft wird es mit Arroz con Leche (Milchreis) serviert. Purple Corn wird in den Anden angebaut und hat antioxidative Eigenschaften (da auch ziemlich viel Zucker im Dessert ist, macht es das jetzt nicht unbedingt gesund, aber gut zu wissen!)
#9 Picarones

Peruanische Donuts aus Kürbis und Süßkartoffeln. Frittiert und mit Zuckersirup übergossen schmecken sie am allerbesten frisch vom Straßenstand. Anders als klassische Donuts sind sie luftig und weniger süß – aber genauso süchtig machend. 🙂
#10 Suspiro a la Limeña

Der „Seufzer aus Lima“ – ein poetischer Name für ein Dessert aus gezuckerter Kondensmilch, getoppt mit Baiser. Süß, cremig und ein bisschen retro – fast wie aus der Zeit gefallen. Ursprünglich stammt das Rezept aus der Kolonialzeit und wurde von Generation zu Generation überliefert.
Exkurs: Meerschweinchen (“Cuy”) in Peru essen
Was für viele ein flauschiges Haustier ist, gehört in Peru zur traditionellen Küche: Cuy – Meerschweinchen – wird vor allem in den Andenregionen gegessen, oft am Spieß gegrillt oder im Erdofen (Pachamanca) gegart. Für Einheimische ist es ein festliches Gericht, das schon seit der Inka-Zeit zubereitet wird.
Für westliche und asiatische Reisende ist der Gedanke daran oft gewöhnungsbedürftig, da wir die kleinen Tiere vor allem als Haustier und nicht als Nutztier wahrnehmen, und in einigen Weltreligionen ist es auch nicht erlaubt, Meerschweinchen zu essen (es ist z. B. weder halal noch koscher). Falls du aber schon immer mal Meerschweinchen essen wolltest: Peru bietet dir Gelegenheit dazu.
Ist Peru für Veganer*innen geeignet?

Ich habe David gefragt: “Wie leicht ist es, sich in Peru vegan zu ernähren?”
Seine Antwort: „Es ist möglich – auch wenn es nicht immer einfach ist. Die traditionelle Küche enthält viele tierische Produkte, aber die Basiszutaten sind meist pflanzlich: Kartoffeln, Mais, Hülsenfrüchte, Quinoa, Amaranth, viele Kräuter und natürlich Obst und Gemüse.“
Immer mehr Restaurants, vor allem in größeren Städten und touristischen Regionen, bieten zudem vegane Optionen oder passen Gerichte auf Wunsch an. Vor allem in Lima, Cusco und im Heiligen Tal gibt es inzwischen eine kleine, aber wachsende vegane Szene.
Nachhaltig essen in Peru – Tipps für deine Reise
Die Küche Perus ist voller Geschmack und wenn du ein paar Dinge beachtest, kannst du sie achtsam und nachhaltig genießen:
- Lokal statt importiert: Frage nach regionalen Produkten und probiere, was gerade Saison hat. Auf vielen Märkten findest du saisonales Obst und Gemüse direkt von lokalen Bäuer*innen.
- Märkte statt Supermärkte: Märkte sind das kulinarische Herz vieler Städte. Hier bekommst du frische Zutaten, lernst neue Früchte kennen und kommst direkt mit den Menschen in Kontakt, die sie anbauen.
- Streetfood mit Bedacht: Günstig, lecker – aber nicht immer nachhaltig. Achte bei Fleisch und Fisch auf Herkunft und Zubereitung. Und nimm dein eigenes Besteck oder einen Behälter mit, um Verpackungsmüll zu sparen. Und nicht zuletzt: Kenne dich selber und taste dich langsam heran. Ungewohntes Essen und Straßenstände, die Gesundheitsrichtlinien weniger genau nehmensorgen bei manchen Reisenden für Magendarm-Probleme.
- Bei Einheimischen essen: In kleinen Familienbetrieben oder „comida casera“-Restaurants wird oft frisch, einfach und mit dem, was gerade verfügbar ist, gekocht. Das ist meist günstiger und sowieso nachhaltiger als internationale Franchise-Ketten.
Nachhaltigkeit in den Inkaterra Hotels

Die Inkaterra Hotels setzen auf ein Küchenkonzept, das Nachhaltigkeit und Genuss verbindet. „Wir arbeiten mit regionalen Produkten und saisonalen Zutaten“, erklärt David. „Unsere Lieferanten stammen aus den umliegenden Gemeinden, viele von ihnen sind kleine landwirtschaftliche Betriebe oder Kooperativen.“
Einige Produkte werden sogar direkt in den hoteleigenen Gärten angebaut. Das Inkaterra Hacienda Urubamba verfolgt eine „Earth to Table“-Initiative und baut z. B. rote und schwarze Quinoa, Urubamba-Mais und verschiedene Kartoffelsorten selbst an.
Wie du Peru ganz allgemein möglichst nachhaltig bereisen kannst, erfährst du übrigens in diesen zwei Blogartikeln:
Ansonsten hoffen wir, dass wir dir Lust gemacht haben auf eine kulinarische Reise durch Peru!
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