„Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an.“
Diese Erkenntnis von Kurt Tucholsky treibt uns Menschen an, in ferne Länder zu reisen. Doch wir sind nicht die Ersten, die an diesen Orten stehen. Auf Reisen begegnen uns historische Schätze – eindrucksvolle Zeugnisse vergangener Zeiten – stille Mahnmale, deren Bewahrung uns daran erinnert, unseren ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten.
In dieser vierteiligen Reihe stellen wir dir historische Schätze vor, die sich in der Nähe von Green PearlsⓇ Partnerhotels befinden. Im ersten Teil reisen wir zur 5.300 Jahre alten Gletschermumie Ötzi, Illyrern, Neandertalern und zu den Spuren von 20.000 Jahre alten Höhlenbären.
Was der Gletscher freigibt

Beginnen wir mit den verborgenen Geschichten unter dem “ewigen” Eis. Wie du sicherlich weißt, gehört die Gletscherschmelze (und der damit im Zusammenhang stehende gestiegene Meeresspiegel) zu den größten Problemen unserer Zeit und ist eine direkte Folge des menschengemachten Klimawandels!
Fabienne Anthamatten vom Hotel Bella Vista Zermatt ist dafür genau die richtige Ansprechpartnerin. Jedes Jahr besteigt die Schweizerin mit ihrer Familie den Gornergletscher am Matterhorn und sieht mit eigenen Augen, wie die Eisfläche immer weniger wird. Hierbei hat sie auch schon besondere Funde gemacht, die sie sogar datieren ließ. (Genaueres erfährst du in unserem Artikel über Gletscherfreundliches Reisen!)

Triff den „Iceman“ Ötzi
Kein Gletscherfund ist so weltberühmt, wie die Gletschermumie Ötzi – international auch als “Iceman” bekannt. Ich persönlich bin total fasziniert von ihm! Ötzi, du wandertest durch diese Welt, noch bevor in Ägypten die Pyramiden standen, noch bevor Moses die 10 Gebote erhielt und Jesus durch das Tor von Jerusalem ritt. Du lebtest vor rund 5.300 Jahren, noch vor den Mayas, den Inkas… vor langer langer Zeit. Und doch bist du gar nicht viel anders!
Das verrät z. B. der Hip Bag (wir Touristen diskutieren ja ständig über die – buchstäbliche und metaphorische – Tragbarkeit der Bauchtasche). Ötzi trug in seinem Fanny Pack wichtige Dinge mit sich: drei Werkzeuge aus Feuerstein (Schnittwerkzeug, Schaber, Bohrer), eine Knochennadel und einen Pilzklumpen (damals gängiger Feueranzünder). Kommt dir bekannt vor? Ich denke, als Wanderer*in kann man heute noch die gleichen Dinge gebrauchen, nur jetzt in Form eines Feuerzeuges und Schweizer Taschenmessers 😉
Besichtigen kannst du den Menschen aus der Jungsteinzeit im Südtiroler Archäologie Museum.
Nachhaltig übernachten in Ötzis einstige Heimat Südtirol

LA VIMEA Vegan Hotel: Adults-Only Hotel in Naturns mit Naturschwimmteich, Salzwasser-Pool und täglichen Yoga-Angebot (das erste komplett vegane Hotel in ganz Italien)
Paradiso Pure.Living Vegan Hotel: Veganes Art-Hotel auf der berühmten Seiser Alm im Weltnaturerbe Dolomiten. Falls du im Winter unterwegs bist: Es ist ein Ski-in, Ski-out-Hotel
My Arbor: Luxuriöses Wellnesshotel in der Nähe von Brixen, hoch in die Baumkronen gebaut, mit Blick über die Plose (Adults-Only)
OLM Nature Escape: Kreisrundes Aparthotel, das sich komplett selbst durch erneuerbare Energien versorgt, einige Apartsuiten verfügen über einen Private-Spa mit Sauna
ADLER Lodge RITTEN: Eco-Luxus auf dem Ritten. Es gibt ein Haupthaus und mehrere Chalets, die um einen Naturschwimmteich angelegt sind. Rundum Service, Betreuung durch erfahre Guides und All-Inclusive mit Farm-to-Table-Konzept.
APIPURA hotel rinner: Ein außergewöhnliches “Bienen-Hotel” auf dem Ritten. Der Senior-Chef ist einer der letzten Wander-Imker und der Junior-Chef hat “Fair Bio Südtirol” in die Hotelküche gebracht. Hier wird aus Überzeugung Bio gelebt.
Hotel Weihrerhof: Familiengeführtes und familienfreundliches Hotel direkt am Wolfsgrubener Badesee auf dem Ritten. Spa, Naturkosmetik und Naturverbundenheit.
Extra-Tipp: Naturdenkmal Erdpyramiden
Nicht von Menschenhand geschaffen, aber dennoch beeindruckende Zeitzeugen: Die Erdpyramiden am Ritten zählen zu den faszinierendsten Naturphänomenen Südtirols. Entstanden aus Moränenlehm und geformt durch Erosion, erzählen sie eine Geschichte, die vor über 25.000 Jahren begann – und bis heute weitergeschrieben wird, weil sie sich stets weiterentwickeln. Hierher lohnt sich auf jeden Fall eine Wanderung oder Tour mit dem E-Bike!
Geheimnisse aus der Tiefe: Höhlen, Knochen und uralte Geschichten in Ligurien
Wenn du durch Ligurien reist, denkst du vielleicht an duftende Kräuter, bunte Küstendörfer und mediterranes Lebensgefühl. Doch tief im Fels verbergen sich Zeugnisse einer Zeit, in der hier noch Höhlenbären lebten – und die Vorfahren der heutigen Menschen.
Die Region rund um Toirano und Balzi Rossi zählt zu den spektakulärsten Fundorten steinzeitlicher Spuren in Europa. In den Grotte di Toirano entdeckten Forschende Fuß-, Hand- und Knieabdrücke aus der Altsteinzeit – Sie sind also rund 12.000 Jahre alt. Forscher*innen fanden anhand dieser heraus, dass sich die Menschen damals kniend oder rutschend durch die engen Gänge bewegten – ein seltener Einblick in den Alltag der Urgeschichte.
Neben den menschlichen Spuren wurden auch Knochen von Höhlenbären gefunden, die hier vor über 20.000 Jahren lebten. Dass ihre Überreste tief im Inneren der Höhle lagen, weit entfernt vom Tageslicht, gibt bis heute Rätsel auf. Wahrscheinlich spülten alte Wassermassen die Knochen ins Höhleninnere – ein eindrucksvolles Zeugnis der wilden Natur vergangener Zeiten.

Neandertaler und Jungsteinzeitmenschen in den Grimaldi-Höhlen
Noch älter sind die Funde in den Höhlen von Balzi Rossi an der Grenze zu Frankreich: In den sogenannten Grimaldi-Höhlen wurden Skelette von Neandertalern entdeckt – darunter ein Hüftknochen, der rund 200.000 Jahre alt ist.
Auch spätere Bestattungen geben tiefe Einblicke in das Denken und Fühlen früher Menschen. Besonders bewegend: Mehrere Skelette aus der Jungsteinzeit wurden mit rotem Ocker bestäubt und mit Schalen von Meerestieren geschmückt zur Ruhe gebettet. Warum? Vielleicht ein frühes Symbol für Status, Spiritualität oder Liebe zum Meer – wir wissen es nicht genau. Aber die Geste berührt bis heute.
Der Tipp zu den Höhlen stammt übrigens vom Albergo Diffuso Relais del Maro in Borgomaro. Hier wohnst du als Gast mitten im charmanten Dorf und erlebst authentisches Ligurien. Die Höhlen und das Museo Preistorico dei Balzi Rossi (wo die Fundstücke liegen) erreichst du in etwa einer Stunde mit dem Auto – ideal für einen spannenden Tagesausflug in die Tiefen der Geschichte. (Für E-Autofahrer*innen hat das nachhaltige Hotel übrigens einen extra Stellplatz mit Ladesäule.)
Spuren der Illyrer – Geschichte am Mittelmeer

Nicht nur in den Bergen und Höhlen, auch auf den sonnigen Inseln Kroatiens finden sich Spuren längst vergangener Kulturen. Auf der dalmatinischen Insel Iž, wo heute unser Partnerhotel Korinjak zu Achtsamkeit, Yoga und pflanzenbasierter Küche einlädt, lebten einst die Illyrer. Archäologische Funde bei Mali Iž zeugen von ihren Siedlungen und Befestigungen – steinerne Zeugen einer Zeit, die Jahrtausende (bis etwa 2.000 v. Chr.) zurückliegt.
Die Illyrer waren ein Volk, das große Teile des westlichen Balkans bewohnte – so lange bis die Römer kamen. (Römische Quellen beschrieben sie als „wild“, „freiheitsliebend“ und “schwer zu unterwerfen”). Sie gelten als die Vorfahren der heutigen Albaner, wobei das wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt ist.
Zeitreise beendet – vorerst
Ein bisschen wild war sie ja, unsere kleine archäologische Reise: von prähistorischen Höhlen über die Gletscher der Alpen bis zu den Balkaninseln. Unterschiedlichste Zeiten, Orte und Menschen – und doch vereint sie eines: Ihre Spuren sind noch da. Vielleicht bist du dem einen oder anderen dieser faszinierenden Persönlichkeiten heute ein Stück nähergekommen. Oder bekommst Lust, sie (bzw. ihre Grabstätten und Fundorte) irgendwann mal zu besuchen. Sie sind zwar schon lange tot – aber das macht ja nichts. Geschichte lebt davon, dass wir ihr nachspüren.
PS: Im nächsten Teil begeben wir uns in geordnetere Verhältnisse – zumindest angeblich: Es geht zu den Römern!
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