„Im Piemont, genauer im Maira Tal, liegt der wahre Luxus in der Natur und der Einfachheit.“ Diesem Satz des Sagna Rotonda-Besitzers Giovanni kann ich spätestens seit meinem Besuch in der letzten Woche wirklich nur voll und ganz zustimmen.
Wenn man die Natur in ihrer unberührten und ursprünglichen Form liebt, genauso wie authentische Orte, die statt für Massentourismus vielmehr für Entschleunigung stehen, dann ist das Maira Tal und das Eco-Dorf Sagna Rotonda genau das Richtige.
Vor zehn Jahren kaufte Giovanni mit seiner Frau Teresina den verlassenen und teilweise verfallenen Weiler von 17 Familien und baute ihn im Laufe der nächsten vier Jahre zu einem kleinen Eco-Feriendorf um. Für die Fassade zog er eine Familie aus dem Nachbardorf zu Rate, beim Innenausbau und der Elektrik war er selbst verantwortlich. Immer im Fokus stand dabei der Gedanke einer umweltbewussten Restaurierung. Deswegen wurden – und werden noch immer – nur natürliche Materialien verwendet, oder eben alte Materialien, die eine neue Verwendung finden. Heute befinden sich im Sagna Rotonda neun Appartements, seit kurzem ein neues, größeres Restaurant sowie ein Gemeinschaftsraum, der zum Beispiel von Gruppen für Yoga-Kurse genutzt wird. Drumherum befindet sich nicht viel – außer der vielfältigen und beeindruckenden Natur.

Der Luxus der Natur
So wachen wir morgens bereits mit einer beeindruckende Aussicht auf die umliegenden Berge auf und hören das Klingeln der Kuhglocken von der Weide nebenan. Den ersten Kaffee genießen wir mit Blick auf das Tal. Wie Giovanni schon am Anfang unseres Besuchs sagte, ist das größte Highlight hier die Natur. Deswegen geht es jeden Tag nach dem Frühstück los: beim Wandern oder Mountainbiken lässt sich die alpine Bergwelt am Besten entdecken. Übrigens ist hier wirklich für jeden etwas dabei. Ob leichtere Touren durch Lärchenwälder und vorbei an alten Weilern, oder durchs hochalpine Gelände mit Gipfelbesteigung – es ist einfach überall unbeschreiblich schön!
Nicht nur die Natur, auch die Dörfer sind hier im Maira Tal authentisch geblieben. „Im Gegensatz zu einigen anderen Tälern, in denen in der Vergangenheit der Tourismus mit weniger schönen Bettenburgen eingezogen ist, sind die Dörfer im Maira Tal ursprünglich geblieben. Deswegen liebe ich das Tal so sehr.“, erzählt Giovanni. Hier gibt es nicht an jeder Ecke einen Bäcker und wenn man etwas einkaufen muss, plant man das am besten gut in die täglichen Aktivitäten mit ein – und berücksichtigt die italienische Mittagspause.

La Tavernetta: piemontesische Küche im Sagna Rotonda
Umso besser ist es daher, dass wir auch direkt im Sagna Rotonda essen können. In dem kleinen Restaurant „La Tavernetta“ kochen Fabio und Paula. Die beiden gehörten zu den ersten Gästen des Eco-Dorfs und kommen inzwischen immer wieder zur Sommerzeit zurück, um die feinsten piedmontesischen Leckereien zu zaubern. Dass das Kochen früher nur ein Hobby von Fabio war, merkt man dabei ganz und gar nicht! Mit einer Flasche Wein genießen wir dann das 4-Gänge-Menü, je nach Wetter mal drinnen in dem kuscheligen Restaurant oder draußen mit Blick auf den Sonnenuntergang.

Das Wellness-Highlight: die selbst gebaute Sauna
Nach einem Tag beim Wandern an der frischen Luft wartet im Eco-Dorf Sagna Rotonda übrigens noch eine weitere Überraschung auf euch: die Sauna! Klein, aber umso feiner ist der Wellnessbereich, der reserviert werden muss und dann privat genutzt werden kann. Einen Monat hat Giovanni gebraucht, um die Sauna in den alten Gewölbebau zu integrieren und mit vielen schönen Details auszustatten: von den indirekt beleuchteten Glassteinen im Ruhebereich bis zu dem beeindruckend angelegten, kleinen Kaltwasserbecken. Wie bei so vielen Dingen hier im Sagna Rotonda merkt man auch in der Sauna wieder, mit wie viel Liebe Giovanni und Teresina das Eco-Dorf restauriert und in einen wunderschönen Rückzugsort verwandelt haben.
Nach nur einer Woche im Sagna Rotonda und dem Maira-Tal sind wir tiefenentspannt, begeistert von der Natur und der Bergkulisse und fühlen uns in diesem von Teresina und Giovanni erschaffenen, so besonderen Ort unglaublich wohl. Das Wegfahren fällt dann dementsprechend auch ein kleines bisschen schwer, aber wir kommen bestimmt wieder!



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