Was du vorlebst, wird dein Kind nachahmen. Diesen Leitsatz kennst du auch, nicht wahr? Um ihn soll es heute gehen, denn wie kann man den Kleinen nachhaltiges Handeln besser nahebringen, als indem man es vorlebt? Wenn wir unseren Kindern in den kleinen Dingen des alltäglichen Lebens bereits von Anfang an zeigen, wie es richtig also umweltfreundlich und sozialverträglich geht, wird es für sie ganz selbstverständlich.
Wie erklärt man Kindern den Begriff „Nachhaltigkeit“?
Die Antwort auf unsere Titelfrage scheint zunächst einmal kompliziert. Schon für uns Erwachsene ist das Thema ja schwer greifbar. Außerdem konfrontieren wir unsere Kinder mit einer Welt, die in der Realität nicht an die bunten Kinderbücher erinnert und vor der wir die Kleinen, solange es geht, schützen wollen.
Trotzdem finden wir es wichtig, Nachhaltigkeit zu erklären und geben dir hier einen kleinen Anreiz. Ganz einfach gesagt, bedeutet Nachhaltigkeit nämlich vor allem, dass wir bei allem, was wir tun, an die Zukunft denken sollen. Das war schon vor vielen hundert Jahren so, als er zunächst für die Beschreibung verwendet wurde, dass nicht mehr Bäume gefällt werden sollten als nachwuchsen. Heute bedeutet es aber noch viel mehr, zum Beispiel, dass unser Verbrauch von Ressourcen (Lebensmitteln, Rohstoffen) im Einklang mit der Natur passiert, dass Menschen fair bezahlt werden und sicher arbeiten können und dass wir alle Menschen, Tiere und Pflanzen auf der Welt mitdenken und nicht nur die vor unserer Haustür.
Sieben Ideen, wie du Kindern nachhaltiges Handeln näherbringen kannst
Du bist bereit, mit deinen Kindern in das Thema einzusteigen? Wir haben fünf Ideen genau dafür gesammelt. Sie zeigen, dass bereits kleine Veränderungen eine große Wirkung haben können und sensibilisieren dafür, die Welt mit offenen Augen zu betrachten. Und das Beste: Vieles davon kannst du auch einfach im Urlaub umsetzen.
Nachhaltigkeit zu Hause

Wo kommt dein Essen her?
Beim Einkaufen von Lebensmitteln kannst du mit deinen Kindern über die Herkunft der Lebensmittel sprechen. Weite Transportwege mit dem LKW oder dem Flugzeug bedeuten eine höhere CO2-Belastung, die der Umwelt nicht guttut. Auch könnt ihr gemeinsam einen Bauernhof besuchen, um genauer zu erfahren, wie z. B. Tiere gehalten werden, oder Gemüse geerntet wird etc. Bei solchen Besuchen bekommen Kinder ein gutes Gespür dafür, dass wir als Menschen von den Landwirten abhängig sind.
Natürlich solltest du bei dem Besuch auch nicht verschweigen, dass die niedlichen Kälbchen oder Küken wahrscheinlich auf dem Teller landen. Denn auch das ist Realität und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig macht es deutlich, dass wir die Tiere gut behandeln müssen, schließlich tragen sie dazu bei, dass wir etwas zu essen haben.
Auch alles rund um Insekten und Bienen ist ein tolles Einstiegsthema. Denn ohne diese würde gar nichts oder nur sehr wenig bei uns wachsen.
Second Hand ist cool
Viele Produktionsstätten von Kleidung und Spielwaren haben ihren Sitz in Niedriglohnländern. Das bedeutet, dass die Menschen, die die Dinge herstellen, nur sehr wenig verdienen und dazu häufig unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Nur dadurch können wir hier günstige T-Shirts kaufen.
Wenn du das deinen Kindern erklärst, dann muss es vielleicht doch nicht ein neues Shirt sein, wenn die alten noch passen. Und es hilft dabei zu erklären, dass Second-Hand (oder die alte Kleidung des größeren Geschwisterkinds) eigentlich voll cool ist.
Dasselbe gilt auch für Spielsachen. Wenn etwas nicht mehr bespielt wird, freut sich vielleicht noch das Nachbarskind darüber oder du verkaufst die ausgedienten Sachen auf dem nächsten (Kinder-)Flohmarkt.
Das Müll-Spiel
Beim Thema Mülltrennung kannst du spielerisch rangehen. Erst erklärst du, welches Material in welchen Mülleimer gehört. Im Alltag kannst du dann ein fortlaufendes Rätsel draus machen: Immer, wenn etwas weggeschmissen wird, die Kinder fragen, in welchen Behälter sie den Abfall sortieren würden. Du kannst auch mit deinen Kindern überlegen, welche Dinge im Haushalt aus Plastik bestehen und ob ihr nicht manche gegen eine Alternative ersetzen könnt. Ein Einkauf im Unverpackt-Laden ist auch eine super Möglichkeit, das Thema (Plastik-)Müll aufzugreifen.

Umweltfreundlich zu Kita und Schule
Kinder wissen meist schon sehr früh, dass Autoabgase die Umwelt verschmutzen. Sie in deine eigenen Entscheidungen mit einzubeziehen, warum du für manche Strecken das Auto nimmst, für andere das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel kann das Bewusstsein für die Thematik noch mehr schärfen.
Beim Fußweg in den Kindergarten oder zur Schule kannst du darüber zum Beispiel wunderbar ins Gespräch kommen. Und ganz nebenbei nehmt ihr eure direkte Umgebung ganz anders wahr.
Nachhaltigkeit mit Kindern im Familienurlaub
Natur statt Fernsehen, Kutsche statt Auto
Die Urlaubszeit, in der keine Termine im Kalender stehen, bietet sich als Familie perfekt an, den Kindern das Thema Nachhaltigkeit näherzubringen. Perfekt dafür ist das Hotel Weihrerhof in Südtirol. Es liegt nämlich mitten in der Rittner Natur am Ufer des Wolfsgrubner Sees. Hier können deine Kinder beim Beobachten verschiedener Tiere, vom Frosch bis zur Libelle, ganz ins Naturreich eintauchen oder über den ortsansässigen Tourismusverein an Bauernhofnachmittagen oder Schatzsuchen in der Umgebung teilnehmen.
Auch die beiden Zermatter Hotels Bella Vista und das CERVO Mountain Resort heißen dich gerne mit deinen Kindern inmitten der Alpen willkommen. Der Schweizer Ort ist komplett autofrei. Es fahren Kutschen und Elektrofahrzeuge, das Dorf erreichst du aber auch in 5 Minuten zu Fuß. Besonders, wenn du und deine Familie in einer größeren Stadt mit viel Autoverkehr wohnst, ist so eine autofreie Erfahrung für Kinder besonders prägend. Und für dich ja vielleicht auch.

Ebenfalls autofrei, aber statt Bergpanorama mit Meerblick: die Nordseeinsel Juist. Dort findet immer im Sommer die Kinderuni unter dem Oberthema „Nachhaltig Leben“ statt, in der die Kinder einiges über das Klima und den Klimawandel lernen. Und das ganz anschaulich mit Experimenten.
Rausgehen und Erleben
Die wertvollsten Erfahrungen machen Kinder, wenn sie sich in der Natur aufhalten und diese spüren und (be-)greifen können. Denn dann wird ihnen (und uns) bewusst, wie wertvoll sie ist. Beim Hotel The Dreamer‘s Club auf der kroatischen Insel Korcula können deine Kinder ganz frei den Garten mit all seinen Bäumen, Pflanzen und Insekten erkunden. Außerdem stehen ein kleiner Spielplatz und ein Trampolin für die Gäste zum Toben bereit.

Für Erkundungstouren in natürlicher Umgebung bietet auch das Maslina Resort auf der kroatischen Insel Hvar einen 7.000 qm großen Garten. Hier könnt ihr auch gleich gemeinsam erkunden, wo die Lebensmittel herkommen, die abends auf euren Tellern landen. 😉 Auch im Kids Club des Hotels stehen regelmäßig Aktivitäten auf dem Programm, die das Thema Nachhaltigkeit aufgreifen.
Um die Inseln zu erkunden musst du nicht ins Auto steigen. Stattdessen kannst du für dich und deine Familie in beiden Hotels Fahrräder ausleihen und damit emissionsfrei und nachhaltig Ausflüge machen.
Die Kinder im Mittelpunkt

Farbenfrohe Räume und eine familiäre Atmosphäre machen das Eco Park Hotel Azalea zu einem echten, nachhaltigen Familienrefugium. Geführte Kinderwanderungen im Val di Fiemme, Kindermeditationen oder einfach ausgelassenes Spielen drinnen und draußen: Deine Kinder sind beschäftigt und du kannst dich entspannen. Am Ende des Tages werden sie dir stolz berichten, was sie alles erlebt und gelernt haben.
Die Räume im Azalea sind übrigens nach Blumen benannt und sogar farblich an die jeweilige Blüte angepasst. So lernt ihr ganz automatisch etwas neues und vielleicht entdeckt ihr die Blüten als leckeres Detail auf euren Tellern beim vegetarischen Abendessen wieder 😉
Das Naturhotel Outside liegt inmitten des Nationalparks Hohe Tauern und bietet so noch einmal einen ganz anderen Eindruck der spektakulären Bergwelt. Durch die Kooperation mit dem Nationalparkbüro, kannst du deinen Kindern einen tiefen Einblick in die Alpen mit ihrer besonderen Tier- und Pflanzenwelt bieten. Zum Beispiel beim Wald-Wildnis Camp (zwei Tage) oder bei den Junior Rangern, die über mehrere Tage hinweg die Arbeit der Nationalpark Ranger kennenlernen.
Natur hautnah
Im Hotel Klosterbräu können deine Kids die Natur ganz direkt erfahren. Im täglichen Kids Club zum Beispiel, entsteht Lavendelsirup aus dem eigenen Lavendel, der dir abends dann sicher stolz präsentiert wird. Bei der „Hexenjagd“ über den Pfarrhügel entdecken die Kinder verschiedene Verstecke und lernen so ganz nebenbei, was für ein toller Spielplatz die Natur ist. Beim Basteln mit Naturmaterialien wird ebenfalls die Wertschätzung für unsere Umwelt trainiert. Ein absolutes Highlight für Groß und Klein ist aber der Besuch in Sigis Sauhaufen, dem Bauernhof und der vegetarischen Landwirtschaft, die zum Hotel gehören. Die Kaninchen, Ziegen, Esel und Ponys lassen nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Versprochen 😉

Hast du immer noch das Gefühl, Nachhaltigkeit ist ein schwieriges Thema für Kinder? Nein? Sehr gut! Dann lass uns zusammen unseren Kindern auf spielerische, kreative Weise einen nachhaltigen Umgang mit unserer Welt zeigen. Auf dass sie und ihre Kinder und Kindeskinder noch lange auf unserer schönen Erde leben können!
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