Türkei Archive - GREEN TRAVEL BLOG https://green-travel-blog.com/de/category/reisen/turkei/ GREEN PEARLS® – curated for sustainable impact Mon, 08 Jun 2026 12:23:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://green-travel-blog.com/wp-content/uploads/2019/10/cropped-logo-perle-green-pearls.png Türkei Archive - GREEN TRAVEL BLOG https://green-travel-blog.com/de/category/reisen/turkei/ 32 32 Yoga-Sommer 2026: Retreats, Rooftops und Yoga unter freiem Himmel in Green Pearls® Hotels https://green-travel-blog.com/de/yoga-sommer-2026-retreats-rooftops-und-yoga-unter-freiem-himmel-in-green-pearls-hotels/ https://green-travel-blog.com/de/yoga-sommer-2026-retreats-rooftops-und-yoga-unter-freiem-himmel-in-green-pearls-hotels/#respond Fri, 29 May 2026 06:48:19 +0000 https://green-travel-blog.com/?p=74384 Yoga draußen fühlt sich einfach anders an als im Yogaraum. Sand oder Waldboden unter den Füßen, frische Luft und die Geräusche der Natur verändern die Praxis spürbar. Ob unter Pinien am Meer in Kroatien, mit Blick auf die Dolomiten oder auf einer Dachterrasse über dem…

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Yoga draußen fühlt sich einfach anders an als im Yogaraum. Sand oder Waldboden unter den Füßen, frische Luft und die Geräusche der Natur verändern die Praxis spürbar. Ob unter Pinien am Meer in Kroatien, mit Blick auf die Dolomiten oder auf einer Dachterrasse über dem Atlantik – viele Green Pearls® Hotels schaffen Orte, an denen Yoga und Natur zusammenkommen.

Schon gewusst: Studien zeigen, dass Bewegung in der Natur Stress reduzieren und das Wohlbefinden fördern kann. Gerade im Urlaub fällt es vielen leichter, bewusst abzuschalten, Routinen loszulassen und sich Zeit für Bewegung, Atmung und Ruhe zu nehmen.

 

Hotels mit täglichem Yoga-Programm

 

OCEANO Health Spa Hotel – Teneriffa, Spanien

Auf Teneriffa direkt am Atlantik gelegen, profitiert das OCEANO Health Spa Hotel von einem angenehm langen Sommer. Yoga findet hier entweder im lichtdurchfluteten Yogasaal oder auf der Dachterrasse statt – begleitet von Meeresluft und weitem Blick über den Ozean. Im Sommer genießt du auch das morgendliche Programm “Erwachen am Meer” draußen. Es enthält neben Yoga-Elementen auch Fitness-, Stretching- und Entspannungsübungen.

Tipp: Das OCEANO eignet sich sehr gut für (Female-)Solo-Travel. Solltest du allein reisen wollen, findest du hier viele Gleichgesinnte.

 

LA VIMEA Vegan Hotel – Südtirol, Italien

Yoga at LA VIMEA © Biotique Hotel LA VIMEA
©LA VIMEA Vegan Hotel

 

Das LA VIMEA Vegan Hotel in Naturns verbindet Adults-only-Ruhe mit einer rein pflanzlichen Küche und einem Fokus auf Entspannung und Achtsamkeit. Besonders schön im Sommer: das Outdoor-Yogadeck im Grünen. Zwischen Garten, Naturschwimmteich und Bergkulisse finden hier tägliche Yogaeinheiten statt und sind für dich als Gast inklusive.

An fast allen Tagen beginnt das Yoga-Programm (Rückenyoga, Hatha Yoga oder Yoga Flow) schon um 7.15 und dauert bis 8.30. Zusätzlich werden Stille- und Klangmeditationen, Achtsamkeits-Wanderungen und Yin-Yoga am Abend angeboten.

 

ADLER Lodge RITTEN – Südtirol, Italien

Hier erwartet dich ein neues Highlight: Mitten im Wald der Südtiroler Bergwelt entstand 2026 in der ADLER Lodge RITTEN ein neuer Yogapavillon. Durch große, öffenbare Fensterfronten verschwimmen Innen- und Außenraum beinahe miteinander und die Natur bleibt ständig präsent.

“Im Sommer werden viele Yogaeinheiten zusätzlich nach draußen verlegt”, berichtet das Hotel. Angeboten werden täglich wechselnde Sessions mit Einflüssen aus Vinyasa, Hatha, Yin Yoga und Ashtanga. Der “Yoga Morning Strech” erwartet dich schon von 7.30 bis 8.20 Uhr. Eine Voranmeldung ist erforderlich und das Angebot ist kostenfrei.

Zwei Frauen in Yogapose im Yoga-Pavilion der ADLER Lodge RITTEN
Der Yoga-Pavilion wurde 2026 neu eröffnet und steht mitten im Wald. Im Sommer findet Yoga auch draußen statt. ©ADLER Lodge RITTEN

 

ADLER Spa Resort SICILIA – Sizilien, Italien

Es darf für dich etwas wärmer sein als Südtirol? Und du möchtest lieber Mittelmeer statt Alpen? Auch im ADLER Spa Resort SICILIA gehört Yoga fest zum täglichen Wochenprogramm. Zwischen mediterraner Landschaft und Meeresnähe finden regelmäßig Hatha-, Vinyasa- und Yin-Yoga-Einheiten statt – teilweise draußen unter freiem Himmel (und sogar am Strand) und zu verschiedenen Uhrzeiten (also auch mal nachmittags oder am frühen Abend).

Tipp: Das Resort verfügt auch über eine Kinderbetreuung.

 

Gili Lankanfushi – Malediven

Mann in Yogapose am Strand unter Palmen auf den Malediven
©sandrobruecklmeier.com | Gili Lankanfushi

 

Auf den paradisischen Malediven wird noch bis Dezember 2026 ein „Wellness Package“ mit täglichem Sunrise-Yoga angeboten. Zudem erhältst du eine private Yoga-Stunde mit dem „Yoga master in residence“.

 

Yoga Retreats im Sommer 2026

Falls du nach einen gezielten Retreat suchst, so haben wir hier ein paar aktuelle Angebote für dich:

 

Hotel Das Rübezahl – Allgäu, Deutschland

Zwei Frauen und ein Mann in Yoga-Pose auf der terrasse vom Hotel Das Rübezahl. Sie blicken auf die Berge
Yoga mit Blick auf Schloss Neuschwanstein und die Berge. ©Hotel das Rübezahl

 

Das Hotel das Rübezahl verbindet Yoga mit der Allgäuer Berglandschaft. Zum Hotel in Füssen (Blick auf Schloss Neuschwanstein) gehören auch zwei Berghütten. Bei der Rohrkopfhütte haben die Gastgeber eine “Yoga-Plattform” mit fantastischer Aussicht gebaut, die du immer nutzen kannst.

Zudem gibt es diesen Sommer 3 Yoga-Retreats, bei denen auch Einheiten im Freien (am See oder in den Bergen) eingeplant sind:

 

Paradiso Pure.Living Vegan Hotel – Südtirol, Italien

Im Paradiso Pure.Living Vegan Hotel verbinden die Sommerretreats Yoga, Bergnatur und pflanzenbasierte Kulinarik. Praktiziert wird drinnen und draußen mit Blick auf die Dolomiten und ergänzt durch Wanderungen sowie Wellnessmomente.

Die Retreats werden unter anderem von der kanadischen Yogalehrerin Marnie Spögler begleitet, die wir in diesem Blogbeitrag über Yogalehrerinnen, die gleichzeitig Gastgeberinnen sind, näher vorstellen.

  • Juli-Yoga Retreat mit Somatic Embodiment Yoga, Vinyasa, Wanderungen und Übernachtung auf einer Berghütte (19. bis 25. Juli 2026)
  • August-Yoga Retreat mit Vinyasa, Yin, Somatic und Restorative Yoga (24. bis 28. August 2026)

Achtung: Das August-Retreat ist bereits ausgebucht – Interessierte können sich jedoch für kommende Termine vormerken lassen.

 

Puri Dajuma – Bali, Indonesien

Yoga Gruppe unter Palmen auf Bali
Yoga auf Bali. ©Puri Dajuma Cottages & Spa

 

Zwischen tropischen Gärten, Reisfeldern und dem Meer bietet Puri Dajuma im Sommer 2026 erstmals das neue „Sacred Sanctuary Retreat“ an. Das achttägige Programm verbindet Yoga, balinesische Rituale und Aufenthalte an zwei unterschiedlichen Orten im Westen Balis.

Die Retreat-Gäste praktizieren morgens und nachmittags Yoga – einmal mit Blick auf Reisfelder, später direkt am Meer. Ergänzt wird das Programm durch balinesische Massagen, Wanderungen, kulturelle Zeremonien und regionale Küche.

 

Hotel Korinjak – Insel Iz, Kroatien

Yoga gehört im Hotel Korinjak ganz selbstverständlich zum Aufenthalt dazu und ist bereits im Übernachtungspreis enthalten. Die Einheiten werden seit mehr als 20 Jahren von Yogalehrerin Sonja Jakšić begleitet und orientieren sich am natürlichen Rhythmus der Insel.

Im Frühsommer finden die Sessions oft direkt am Meer statt, später im Sommer unter schattigen Pinien – begleitet vom Duft der Bäume und dem Klang der Zikaden. Unterrichtet wird vor allem sanftes Hatha Yoga für unterschiedliche Erfahrungs-Levels. Zusätzlich gibt es folgende Retreats:

 

Gruppe trainiert Yoga im Freien unter Pinienbäumen auf Kroatien - Retreat vom Hotel Korinjak
Yoga-Urlaub auf Kroatien ©Hotel Korinjak

 

Weitere Green PearlsⓇ Hotels, die im Sommer Yoga-Angebote im Freien haben

 

Relais del Maro – Ligurien, Italien

Im ligurischen Albergo Diffuso Relais del Maro gibt es zwar keine festen Yogakurse im Hotel selbst, aber nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich der „Healing Arts Garden“ von Yogalehrerin Aimee Denkman. Dort werden mehrmals pro Woche Kurse und Einheiten zu unterschiedlichen Yogastilen angeboten – immer umgeben von mediterraner Natur.

 

My Arbor – Südtirol, Italien

Frau sitzt in einer meditativen Pose und atmet die sommerliche Waldluft
Yoga in Wald ©BP | My Arbor

 

Das auf Stelzen zwischen den Bäumen gebaute My Arbor verbindet Wald und Wellness auf besondere Weise. Im Sommer stehen unter anderem Waldyoga, Forest Bathing sowie morgendliche Atem- und Meditationseinheiten im Freien auf dem Programm.

 

Naturhotel Outside – Osttirol, Österreich

Frau in Yogapose blickt auf die Berge in Osttirol
Yoga im Nationalpark Hohe Tauern ©Naturhotel Outside

Mitten im Nationalpark Hohe Tauern bietet das Naturhotel Outside im Sommer einmal pro Woche Outdoor-Yoga an – etwa am Naturpool, unter der großen Linde im Garten oder auf dem Yoga-Deck.

Die Kombination aus Bergluft, Wasser und Ruhe macht die Einheiten besonders entspannend.

 

Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa – Berchtesgaden, Deutschland

Im Sommer findet Yoga im Outdoor-Pavillon des Klosterhofs statt – mitten im Grünen und mit Blick auf die Berchtesgadener Bergwelt. Angeboten wird vor allem Hatha Yoga, das sich gut für Anfänger*innen eignet. Die Termine dafür finden sich im Wochenprogramm für die Gäste.

 

Megasaray Club Belek – Türkei

Das familienfreundliche Megasaray Club Belek Resort an der türkischen Riviera bietet Strandyoga direkt am Meer an. Während Kinder betreut werden oder am Ferienprogramm teilnehmen, können Eltern Yoga am Strand praktizieren – begleitet vom Klang der Wellen.

Drohnenaufnahme Strandyoga
Strandyoga unterm Sonnendeck. ©Megasaray Club Belek

 

Bio- und Wellnessresort Stanglwirt – Tirol, Österreich

Im Bio- und Wellnessresort Stanglwirt werden je nach Wetterlage auch Outdoor-Yogaeinheiten angeboten – mit Blick auf die Tiroler Bergwelt.

 

 

Hotels für Yoga in Eigenregie und besondere Yoga-Spots

“Wir bieten zwar keine geführten Yogakurse an, haben aber den vielleicht schönsten Ort für die eigene Praxis”, berichtet Gastgeber Klaus Pichler vom Hotel Weihrerhof. “Unser Steg direkt am See. Am frühen Morgen, wenn die Sonne über dem Wasser aufgeht und alles still ist, entsteht ein natürlicher Raum für Bewegung, Atem und Achtsamkeit. Kein Kurs, kein Programm, nur See, Licht und Ruhe.”

Mann in meditativer Pose am Steg vom Wolsgrubener See
©Der Hoteleigene Steg am Wolfsgruberner See auf dem Ritten in Südtirol eignet sich gut für die eigene morgendliche Yogapraxis.

 

OLM Nature Escape – Südtirol, Italien

Auch das OLM Nature Escape im Südtiroler Arnthal beschreibt das Aparthotel als sehr geeignet für Yoga-Praktizierende. In den Suiten wurde ebenfalls an einen Yoga-Platz (mit Matte) gedacht und im Wilden Garten finde man “viele ruhige Plätze für Yoga und Meditation im Freien”. Zusätzlich gibt es einen Yogaraum.

 

Naturresort Gerbehof – Bodensee, Deutschland

Im Naturresort Gerbehof am Bodensee finden sich viele Gäste ein, die einen Bezug zu alternativen Heilmethoden haben. Es gibt hier Fastenwochen, Wellness und bioenergetische Massagen. Yoga praktizieren Gäste z. B. gern im Steinkreis oder im Garten unter freien Himmel. Yogamatten bekommst du gern gestellt.

 

 

Yoga in Hotels, die sich nachhaltig engagieren

Der Sommer 2026 bietet viele Möglichkeiten, Yoga draußen neu zu erleben – ob bei einem Retreat, einer morgendlichen Session am Meer oder ganz individuell auf einem Holzsteg am See. Das Besondere bei den Green PearlsⓇ Hotels mit Yoga-Angebot ist, dass sie sich alle durch Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit auszeichnen. Unter den Links zu den Hotelseiten siehst du, wie sich die einzelnen Hotels in den Bereichen Bio-Kulinarik, erneuerbare Energien, Artenschutz, Müllvermeidung etc. engagieren.

Denn gerade, wenn du deine Yoga-Übungen in der Natur machst, wirst du auch ein Gespür dafür haben, wie schön und schützenswert die Natur ist.

 


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Collage aus sechs Fotos zeigt Menschen bei Yogaübungen im Freien und in Innenräumen sowie eine Gruppe beim Yoga auf einer Dachterrasse mit Meerblick, dazu Text 'Reiseinspiration DEIN YOGA SOMMER Yoga draußen fühlt sich einfach anders an als im Yogaraum. Viele Green Pearls Hotels schaffen Orte, an denen Yoga und Natur zusammenkommen.'

Drei Personen praktizieren Yoga im Baumstand auf Yogamatten vor einer Berglandschaft mit Wiesen und Bäumen

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Die Türkei nachhaltiger entdecken? Dein Green Travel Guide für Anreise, Regionen, Kultur und Natur https://green-travel-blog.com/de/die-tuerkei-nachhaltig-entdecken-dein-green-travel-guide-fuer-anreise-regionen-kultur-und-natur/ https://green-travel-blog.com/de/die-tuerkei-nachhaltig-entdecken-dein-green-travel-guide-fuer-anreise-regionen-kultur-und-natur/#respond Fri, 08 May 2026 06:05:07 +0000 https://green-travel-blog.com/?p=73933 Einst fuhr der Orient-Express bis nach Konstantinopel. Heute landest du in wenigen Stunden in Istanbul. Baklava, Basare, Bosporus. Und dazwischen: Weltgeschichte. Die Türkei ist ein Land, das sich nicht in ein einziges Bild pressen lässt. Zu viele Einflüsse, zu viele Landschaften, zu viele Geschichten treffen…

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Einst fuhr der Orient-Express bis nach Konstantinopel. Heute landest du in wenigen Stunden in Istanbul. Baklava, Basare, Bosporus. Und dazwischen: Weltgeschichte. Die Türkei ist ein Land, das sich nicht in ein einziges Bild pressen lässt. Zu viele Einflüsse, zu viele Landschaften, zu viele Geschichten treffen hier aufeinander, um es in einem Satz zusammenfassen. Wir versprechen dir: Hier gibt es mehr als Sonnenliegen und Erdogan! In unserem Green Travel Guide Türkei nehmen wir dich mit, wie du die Türkei nachhaltiger bereisen kannst und was das Land “off the beaten path” zu bieten hat.

 

Warum die Türkei so viele Reisende fasziniert

Die Türkei gehört seit Jahren zu den meistbesuchten Reisezielen weltweit – und das hat viele Gründe. Einer davon: Es vereint auf engem Raum so viele unterschiedliche Landschaften, kulturelle Einflüsse und Reiseerlebnisse. Gleich 22 Welterbestätten und 48 Nationalparks erwarten dich, was die Vielfalt schon anhand dieser beiden Beispiele verdeutlicht.

Zwischen Europa und Asien gelegen, war die Region schon früh ein Knotenpunkt für Handel, Migration und kulturellen Austausch. Diese Geschichte ist bis heute in Städten, in der Architektur, in der Küche und im Alltag spürbar.

Gleichzeitig ist die Türkei ein Land der Kontraste:

Morgens stehst du in einer Millionenmetropole wie Istanbul zwischen Moscheen, Märkten und modernen Cafés. Nachmittags schwimmst du im Mittelmeer oder wanderst durch antike Ruinen. Wenige Tage später findest du dich in kargen Berglandschaften oder weiten Hochebenen wieder

Diese Vielfalt macht die Türkei nicht nur für klassische Badeurlaube interessant, sondern auch für:

  • Kulturreisen mit historischem Fokus
  • Rundreisen durch unterschiedliche Regionen
  • Aktivurlaub wie Wandern, Segeln oder Radfahren
  • Bewusst langsamere Reisen mit mehr Zeit an einem Ort
  • Kulinarisch geprägte Reisen, die die Vielfalt der türkischen Küche zeigen

 

Frau in der Celsius-Bibliothek in der antiken Stadt Ephesos bei Izmir, Türkei.
Die antike Stadt Ephesos bei Izmir, Türkei. ©tawatchai1990 | Stock.Adobe.com

 

Frage zum Einstieg: Ist ein Türkei-Urlaub politisch überhaupt “korrekt”?

In Deutschland ist die politische Führung der Türkei (Erdogan) sehr unbeliebt und man hört immer wieder mal, dass Leute nicht in die Türkei reisen würden, um “das Regime” nicht zu unterstützen.

Prof. Dr. Harald Zeiss (Schwerpunkte Nachhaltigkeit und Internationaler Tourismus) widerlegt diese Aussagen in der Süddeutschen Zeitung damit, dass das Geld speziell in der Türkei nicht in die Kasse der Machthabenden fließe, sondern vor allem in die Taschen der Menschen, deren Lebensgrundlage der Tourismus ist.

Er sieht die Aufgabe von Tourist*innen nicht darin, besserwisserisch zu politisieren und Menschen für ihre Regierungen zu bestrafen, sondern hebt hervor, dass Reisen ein Austausch ist. Sprich: Es bringe mehr, seine persönlichen Demokratie-Gedanken als Tourist*in mitzubringen und mit den Menschen vor Ort Dialog und Austausch zu suchen.

 

Vielfalt erleben: Regionen, Landschaften und Reisearten

Wenn du die Türkei bereist merkst du schnell: „Die Türkei“ gibt es so eigentlich nicht. Jede Region bringt ihre eigenen Besonderheiten mit. Landschaftlich, kulturell und kulinarisch.

 

Türkische Riviera: Mehr als Badeurlaub

Strandbar an der türkischen Riviera aus naturmaterialien
Strandurlaub an der türkischen Riviera ⒸMegasaray Club Belek

 

Für viele beginnt die Reise in die Türkei an der Mittelmeerküste. Leider kommen die meisten Besucher*innen nicht über den Strand hinaus. Dabei hat die Türkische Riviera rund um Antalya und Belek noch mehr zu bieten als nur klassische Strandferien.

Oguz Mazlum vom Green Pearls® Partner Megasaray Club Belek bei Antalya hat uns einige Tipps zur Umgebung gegeben. Wegen des milden Klimas ist die Region besonders für Aktivurlauber*innen und Outdoorsport-Fans fast das ganze Jahr über eine Reise wert. Aber auch sonst hast du die verschiedensten Möglichkeiten, den Landstrich abseits der Strände zu erkunden.

 

Aktiv unterwegs zwischen Küste und Bergen

  • Viele flache Küstenabschnitte für entspannte Radtouren
  • Lange Strandspaziergänge mit Badepausen
  • Ausflüge ins nahegelegene Taurusgebirge für Wanderungen, Mountainbike-Touren oder Kletterrouten
  • Natur- und Kulturerlebnisse wie Wasserfälle oder historische Bauwerke (z. B. römische Aquädukte)

 

Kultur, Märkte und Handwerk

Frau rollt Teig in einer türkischen Werkstatt
Handwerkskunst in Antalya BILD: Pixabay

Auch jenseits der Küste lohnt sich ein Blick in die Städte und Orte der Region rund um Antalya. Märkte und kleine Werkstätten geben Einblicke in traditionelles Handwerk:

  • handgefertigte Messer, Metallarbeiten und Schmiedekunst
  • Textilien und Webarbeiten mit regionalen Mustern
  • Alltagsgegenstände, die oft noch lokal produziert werden

Wenn du direkt bei den Produzent*innen kaufst, unterstützt du nicht nur lokale Einkommen, sondern trägst auch dazu bei, dass handwerkliches Wissen erhalten bleibt.

 

Hotel-Empfehlung für die Türkische Riviera:  Megasaray Club Belek

Mit dem Megasaray Club Belek ist erstmals ein türkisches All-Inclusive-Resort in das Green PearlsⓇ Netzwerk eingetreten. Das Resort ist GSTC-zertifziert (Global Sustainable Tourism Council) und versucht durch verschiedenste Maßnahmen deinen Aufenthalt nachhaltiger zu gestalten.

Es liegt direkt am Strand und kombiniert klassische All-inclusive-Strukturen mit Maßnahmen, die den Ressourcenverbrauch im Blick behalten sollen. Dazu gehören unter anderem:

  • Solarenergie aus einem eigenen Solarpark
  • Ein bewussterer Umgang mit Wasser und Energie durch Monitoring und Sparmaßnahmen
  • Regionale Lieferketten und Produzent*innen
  • Verwendung regionaler Lebensmittel
  • Förderung veganer Alternativen
  • Einstellung und Förderung lokaler Mitarbeiter*innen

Das Resort findet es auch wichtig, dir als Gast die türkische Kultur näherzubringen und bietet beispielsweise Sprachkurse an.

 

Istanbul: Metropole zwischen zwei Kontinenten

Istanbul bei Sonnenaufgang
Istanbul bei Sonnenaufgang BILD: Pexels

 

Istanbul ist eine der faszinierendsten Metropolen dieser Welt und ist, wenn wir ehrlich sind, eigentlich eine eigene Reise wert.. Die Stadt kannst du sehr gut ohne Auto erkunden: zu Fuß, mit der Fähre und dem ÖPNV.

Unsere liebsten Istanbul-Picks aus der Redaktion

Bei einer Stadt mit über 15 Millionen Einwohnern kannst du freilich alles finden. Hier sind einige Green-Picks für dich für Orte, die du neben Hagia Sofia und Blauer Moschee noch entdecken kannst:

 

#1 Die berühmtesten Bahnhöfe der Türkei liegen beide in Istanbul: Der Sirkeci Bahnhof war Endstation des Orient-Express‘ und beeindruckt mit osmanisch geprägter Architektur. Der Haydarpaşa Bahnhof auf der asiatischen Seite liegt direkt am Wasser und war lange das Tor Richtung Anatolien (erbaut von einem deutschen Architekten).

#2 Rami Bibliothek: Ehemalige Kaserne, heute öffentliche Bibliothek (2023 eröffnet). Ein Ort für Studierende, Locals und alle, die eine ruhigere Seite Istanbuls erleben wollen.

#3 Kurukahveci Mehmet Efendi: Traditionsrösterei nahe dem Großen Basar. Perfekt für authentischen türkischen Kaffee zum Mitnehmen (auch als Mitbringsel gut geeignet)

#4 Vegan Dükkan Lokanta: Kleines, modernes Restaurant und Teil der wachsenden veganen Szene in Istanbul.

 

Antike Geschichte und Naturwunder in der Türkei: Zwischen Weltgeschichte und außergewöhnlichen Landschaften

Burg Ortahisar in Kappadokien, Türkei, während eines Sonnenuntergangs
Burg Ortahisar in Kappadokien, Türkei. Die Festung aus einem natürlichen Felsen stammt aus der byzantinischen Zeit, zudem gibt es viele Höhlenwohnungen zu besichtigen. BILD: Pixabay

 

Die Türkei ist nicht nur reich an Landschaften, sondern auch an Geschichte. Oft liegt beides erstaunlich nah beieinander.

 

Antike Stätten, die Geschichte greifbar machen

Orte wie Ephesos (antike Stadt an der türkischen Ägäisküste, altes Griechenland / römisches Reich, als Freilichtmuseum zugänglich), Troja (die sagenumwobene Stadt des Altertums, berühmt durch die Odyssee und den halbnackten Brad Pitt als Achilles), Pergamon (antike griechische Stadt) oder Göbekli Tepe (eine der ersten Kultstätten der Menschheitsgeschichte) gehören zu den bedeutendsten archäologischen Stätten der Welt.

Sie zeigen, wie viele Kulturen hier ihre Spuren hinterlassen haben – von der Jungsteinzeit bis zur Antike. Je nachdem, welche Ecke der Türkei du bereist, solltest du einen Besuch einer solchen historischen Stätte unbedingt in deine Reise integrieren.

 

Naturwunder und geschützte Landschaften

Pamukkale Türkei
Pamukkale BILD: Pexels

 

Neben Historie und Kultur prägt vor allem die Natur das Land. Wenn wir alle Highlights aufzählen würden, würde dieser Blog zu einem Buch werden. Daher stellen wir dir kurz unsere Highlights und Favoriten vor:

  • Pamukkale: weiße Kalkterrassen, geformt durch mineralhaltiges Thermalwasser – ein zauberhafter Ort in Weiß und Türkis (coole Fotokulisse) und UNESCO-Welterbestätte
  • Kappadokien: Tuffsteinlandschaften, Höhlenwohnungen und unterirdische Städte (kennst du die Influencer-Bilder mit den Ballons? Die sind dort entstanden. Was nicht heißt, dass du nur für ein Foto dort hinreisen solltest …)
  • Nationalparks und Schutzgebiete: Es gibt in der Türkei zahlreiche Naturschutzgebiete mit sehr unterschiedlichen Ökosystemen

 

Unsere Green-Picks:

  • Action: Saklıkent Milli Park ist berühmt für eine der tiefsten Schluchten der Welt.
  • Wald: Yedigöller-Nationalpark mit Seen, Wald und Braunbären
  • Berge: Aladağlar Nationalpark Hochgebirgsregion im Taurusgebirge mit Gletschern und schroffen Gipfeln – ideal für (erfahrene!) Bergsteiger*innen
  • Birdwatching: Feuchtgebiete wie das Göksu-Delta oder das Kızılırmak-Delta gelten als wichtige Rastplätze für Zugvögel. Hier lassen sich je nach Saison Flamingos, Pelikane oder verschiedene Greifvögel beobachten

Wichtig dabei: Viele dieser Gebiete sind sensibel und beherbergen gefährdete Tierarten und Ökosystem. Bleib auf markierten Wegen und halte Abstand zu Tieren, so trägst du dazu bei, diese Lebensräume zu erhalten.

 

zwei fliegende Flamingos
Schon mal fliegende Flamingos gesehen? Flamingos sind Zugvögel und die Türkei gehört zu ihrem wichtigsten Lebensraum. BILD: Pexels

 

Wintersport in der Türkei: Ein unterschätztes Reiseziel

Was viele nicht wissen: In der Türkei kannst du auch Ski fahren. Regionen wie Erciyes bei Kayseri bieten moderne Skigebiete mit guter Infrastruktur und vergleichsweise langen Saisons. Am Vulkanberg Erciyes erwarten dich beispielsweise breite Pisten, weite Ausblicke und oft deutlich weniger Andrang als in den Alpen.

 

Hotel-Empfehlung: Megasaray Mount Erciyes

Megasaray Mount Erciyes
Megasaray Mount Erciyes ⒸMegasaray

 

Direkt am Berg gelegen, bietet das Hotel Zugang zu rund 100 Kilometern Skipisten. Neben klassischem Wintersport stehen hier auch Komfort und Erholung im Fokus.

Wie auch im Megasary Club Belek an der Riviera zeigt sich hier ein Ansatz, touristische Angebote mit einem bewussteren Umgang mit Ressourcen zu verbinden, etwa durch effizientere Betriebsabläufe und die Lage direkt im Skigebiet, die zusätzliche Transfers reduziert.

 

Kulinarik: Zwischen Tradition und moderner Vielfalt

Die türkische Küche basiert stark auf saisonalem Gemüse, Hülsenfrüchten und frischen Kräutern. Die Bloggerin Jenni von Mehr als Grünzeug beschreibt ihre Reise 2017 so, dass sie zunächst vor allem „Fleisch, Fleisch, Fleisch“ wahrgenommen hat, dann aber positiv überrascht war, dass sie auch als Veganerin mit dem vielfältigen Angebot an Obst und Gemüse sehr gut zurechtkam. Märkte spielen dabei eine zentrale Rolle: „In dem Klima dort scheint nahezu alles zu wachsen“, schreibt sie. Selbst Bananen werden regional angebaut.

Fast zehn Jahre später hat sich die kulianrische Szene weiterentwickelt. Vor allem in Städten wie Istanbul gibt es zunehmend Restaurants, die pflanzenbasierte Gerichte anbieten oder traditionelle Speisen wie Lahmacun neu interpretieren. Auch Baklava (das traditionell mit Butter und Honig gemacht wird) gibt es teilweise als vegane Variante und wird dementsprechend ausgewiesen.

Frau riecht getrocknetes Obst in einem Geschäft im Bazar in Istanbul Türkei
Der Bazar in Istanbul eignet sich hervorragend für eine kulinarische Entdeckungsreise ⒸMarti Rossello | Stock.Adobe.com

 

Wie schmeckt die Türkei?

Viele Gerichte basieren auf Gemüse wie Tomaten, Auberginen oder Paprika, kombiniert mit Olivenöl, Knoblauch und Kräutern wie Petersilie, Minze oder Dill. Türkische Gerichte sind oft würzig, aber nicht unbedingt scharf. Typisch sind kleine Vorspeisen, sogenannte Meze, die du oft teilst, dazu Fladenbrot und Joghurt als frische Ergänzung. Bekannte Gerichte wie Mante (handgemachte Nudeln mit Joghurt-Sauce), Dolma (gefülltes Gemüse) oder Gözleme (gefüllte Teigfladen) werden je nach Region sehr unterschiedlich zubereitet – genau das macht es spannend, sich durch das Land zu probieren.

 

Bewusster reisen in die Türkei: Tipps für Anreise und Mobilität

Mit dem Zug in die Türkei – die Anreise als Teil des Erlebnisses

Eine Anreise mit Bahn und Bus ist möglich, aber zeitintensiv. Von Mitteleuropa aus musst du mit rund 40 Stunden oder mehr rechnen – je nach Verbindung.

Optionen sind zum Beispiel:

  • Verbindungen über Budapest oder Sofia
  • der Optima Express ab Villach, bei dem du sogar dein Auto mitnehmen kannst

Diese Art der Anreise ist weniger eine schnelle Option, sondern eher ein eigenes Reiseerlebnis.

 

Vormerken: Mit dem Orient Express von Paris nach Istanbul

Bahnsteig vom Bahnhof Sikerci in Istanbul
Der Bahnhof Sikerci in Istanbul gehört zu den schönsten der Türkei und war (ist) die Endstation vom Orient Express. BILD: Pixabay

 

 

Du träumst davon, einmal selbst mit dem legendären Orient-Express von Paris nach Istanbul zu fahren? Die legendäre Zugstrecke wurde als Nostalgie-Luxus-Reise mit originalen Art-Deco-Zugwaggons wiederbelebt. Die nächsten Abfahrttermine stehen schon:

  • September 2026
  • Mai 2027

Buchbar ist die Zugreise bei Ameropa. Die 6-tägige Luxusreise ist mit über 21.000 Euro pro Person kein Schnäppchen, aber sicherlich ein unvergessliches Erlebnis 😉

 

Mit dem Flugzeug – bewusster entscheiden

Für viele von uns ist der Flug nach Antalya oder Istanbul die realistischste Wahl. Auch hier kannst du einige Aspekte berücksichtigen, um das Ganze etwas umweltfreundlicher zu gestalten:

  • Direktflüge vermeiden zusätzliche Starts und Landungen sowie Kurzstreckenflüge (gerade innerhalb Europas; stattdessen: Rail-to-Fly-Optionen nutzen!)
  • kurze Transfers (z. B. 30–35 Minuten nach Belek) reduzieren weitere Emissionen
  • Shuttles teilen statt Einzeltransfers nutzen
  • länger bleiben, statt mehrere Kurztrips zu machen
  • Emissionen (als letzten Schritt) über seriöse Anbieter kompensieren

 

Bewusster reisen in der Türkei: Allgemeine Tipps für deinen Aufenthalt

  • lieber länger an einem Ort bleiben statt mehrere Türkeiurlaube im Jahr
  • regionale Anbieter und Produzent*innen unterstützen
  • Unterkünfte nach konkreten Maßnahmen auswählen (erneuerbare Energien, Wassersparmaßnahmen, transparente Lieferketten)
  • Hauptsaison entzerren und wenn möglich in der Nebensaison reisen
  • Natur- und Kulturorte respektvoll besuchen und auf Tiere und Pflanzen achten
  • lokale Küche entdecken statt importierte Produkte und globale Ketten zu bevorzugen

 

Fazit: Die Türkei neu und nachhaltiger entdecken

Die Türkei ist nah, vielfältig und voller Kontraste. Zwischen Küsten, Metropolen, antiken Stätten und Berglandschaften findest du eine enorme Bandbreite an Reiseerlebnissen.

Wenn du dir Zeit nimmst, genauer hinschaust und bewusste Entscheidungen triffst, kannst du das Land auf eine Weise entdecken, die über bekannte Klischees hinausgeht und gleichzeitig die Menschen und Regionen vor Ort unterstützt.

 


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Strand mit Palmen und Sonnenschirmen im Hintergrund, darüber Text 'Strand, Geschichte, Kulinarik' und 'Entdecke die Türkei bewusster, nachhaltiger und intensiver', im Vordergrund Hand hält Postkarte mit türkischer Hafenansicht und Möwen am Himmel

Frau sitzt auf einer Bank vor der Blauen Moschee in Istanbul mit Palmen und Laternen im Hintergrund

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Billigreisen vs. Nachhaltigkeit: Der Reality-Check https://green-travel-blog.com/de/koennen-billigreisen-nachhaltig-sein-der-reality-check/ https://green-travel-blog.com/de/koennen-billigreisen-nachhaltig-sein-der-reality-check/#respond Tue, 05 May 2026 06:42:56 +0000 https://green-travel-blog.com/?p=73905 500 Euro für eine Woche Urlaub inklusive Flug, Hotel und All-inclusive-Versorgung. Klingt nach einem Schnäppchen. Aber kann das überhaupt nachhaltig sein? Oder zahlt jemand (oder etwas) anderes den Preis dafür?   Kann man Nachhaltigkeit am Preis erkennen? Die klare Antwort ist: Nein. Auch wenn wir…

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500 Euro für eine Woche Urlaub inklusive Flug, Hotel und All-inclusive-Versorgung. Klingt nach einem Schnäppchen. Aber kann das überhaupt nachhaltig sein? Oder zahlt jemand (oder etwas) anderes den Preis dafür?

 

Kann man Nachhaltigkeit am Preis erkennen?

Die klare Antwort ist: Nein. Auch wenn wir Menschen dazu neigen, Qualität und eben auch Nachhaltigkeit an einem höheren Preis festzumachen. „Was mehr kostet, ist mehr wert“, ist es eine verbreitete Fehleinschätzung. Doch ein Blick auf aktuelle Daten bestätigt: So einfach ist es nicht.

Eine Studie des Umweltbundesamts von 2025 zeigt, dass es keinen klaren Zusammenhang zwischen Reisepreis und Nachhaltigkeit gibt.

Nachhaltigere Reisen sind mal günstiger, mal teurer. Eine systematische Preissteigerung aufgrund nachhaltigerer Maßnahmen, Unterkünfte oder Programmpunkte lässt sich nicht erkennen. Das liegt vor allem daran, dass Nachhaltigkeit nur einen geringen Teil  der Gesamtausgaben ausmacht. Viel entscheidender ist, wie du reist: Kürzere Distanzen, andere Verkehrsmittel oder die gewählten Unterkünfte beeinflussen den Preis oft stärker als Nachhaltigkeitsaspekte selbst.

Besonders spannend: Reisende, für die Nachhaltigkeit ein entscheidender Faktor ist, geben im Schnitt sogar weniger Geld pro Tag aus!

 

„Der Preis ist nicht das Problem“

Prof. Harald Zeiss (Forschungsschwerpunkt Nachhaltiger Tourismus) sieht das ähnlich. Für ihn ist der Preis kein verlässlicher Indikator. Er sagt, das Bauchgefühl (dass z. B. bei der „grünen“ 500-Euro-Reise sagt, “das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen”) könne täuschen.

Denn niedrige Preise entstünden nicht immer nur durch schlechte Bedingungen und Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt, sondern manchmal auch durch politische oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen, etwa wenn Länder gezielt den Tourismus fördern.

Strandbar an der türkischen Riviera aus naturmaterialien
Strandurlaub an der türkischen Riviera ⒸMegasaray Club Belek

 

Auch All-inclusive-Anlagen seien nicht automatisch unnachhaltig. Ein großer Teil des Geldes bliebe oft im Land. Mitarbeitende werden bezahlt und Lebensmittel kommen im besten Fall aus der Region.

Mit dem Megasaray Club Belek an der türkischen Riviera ist ein   All-Inclusive-Resort Teil von Green PearlsⓇ geworden. Im Vordergrund siehst du hier eine riesige Hotelanlage mit allen Annehmlichkeiten (jede Menge Pools, Spa, verschiedene Restaurants, Fitness- und Sportanlagen, Strand …), doch im Hintergrund wird das nachhaltige Engagement deutlich: Strom kommt aus einem eigenen Solarpark, es werden regionale Produkte bezogen, die Grünanlagen sind größtenteils mit heimischen, dürreresistenten Pflanzen bepflanzt, Mitarbeitende werden fair behandelt und bezahlt.

  • Wenn du noch mehr über die nachhaltigen Maßnahmen wissen willst, findest du sie auf der Mircosite vom Megasaray Club Belek untder den „grünen Initiativen“ aufgelistet.

Unser Fazit also? Billig heißt nicht automatisch unethisch. Und teuer ist noch lange kein Beweis für Nachhaltigkeit.

 

Aber…

… jetzt einfach das billigste Angebot suchen und ab gehts in den Urlaub? So einfach ist es auch nicht. Der Preis kann durchaus ein Hinweis sein. Vor allem, wenn er extrem niedrig ist für das, was darin enthalten ist (z. B. bei unserem Eingangsbeispiel der 500-Euro-Pauschalreise inkl. Flug, All-Inclusive-Verpflegung, etc.) Aber was ist „extrem niedrig“, was angemessen? Wir haben uns dafür an die Hoteliers aus dem Green PearlsⓇ Netzwerk gewandt und interessante Einblicke in die Preiskalkulation der Hospitality-Branche erhalten:

 

Wie setzt sich der Preis einer Urlaubsreise zusammen?

Zero-Waste Frühstück mit Frühstücksei im Lifestylehotel SAND
Möchtest du zum Frühstück Bio-Produte? ©SANDnature

 

Ein großer Teil der Kosten für einen Urlaub entfällt (wenig überraschend) auf die faire Bezahlung von Menschen.

Marion Muller von der SANDcollection erklärt:

“Der wichtigste Kostenfaktor sind die Personalkosten, gefolgt vom Wareneinsatz – also Lebensmittel, Materialien und Produkte.”

Wenn ein Angebot extrem günstig ist, wird oft genau hier gespart. Das heißt:

  • niedrigere Löhne für Mitarbeitende
  • günstigere oder importierte Lebensmittel
  • einfachere, billigere Materialien
  • geringere Qualität bei Service und Ausstattung

Gastgeberin Marion meint, Verantwortung habe ihren Preis. Dies spiegele sich in der Unterkunft wider, etwa in der Qualität von Materialien, Lebensmitteln und Arbeitsbedingungen. Im SANDnature an der deutschen Ostsee schläfst du z.B. auf handgefertigten (und dadurch ziemlich teuren) COCO-Mat Betten aus Naturmaterialien, bekommst regionale Bio-Produkte zum Frühstück und das Personal wird fair bezahlt und erhält verschiedenste Benefits und Schulungen.

“Dumping Preise” bietet Marion Muller daher nicht an. Trotzdem gibt es eine Übernachtung mit Frühstück im SANDnature schon ab 99 Euro – günstig für einen beliebten Ferienort wie Timmendorfer Strand direkt an der Ostsee.

 

Die wichtigsten Preis-Bausteine für deinen Urlaub im Überblick

Der Preis einer Reise setzt sich in der Regel aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Transport (Flug, Bahn, Transfer – oft einer der größten Kostenpunkte, sowohl preislich als auch was die Nachhaltigkeit angeht)
  • Unterkunft & Infrastruktur (Gebäude, Instandhaltung, Energie, Wasser)
  • Personal (Service, Küche, Reinigung, Management – einer der größten Kostenpunkte in einem Hotel)
  • Lebensmittel & Waren (regional vs. importiert, bio vs. konventionell)
  • Nachhaltigkeitsmaßnahmen (z. B. Abfallmanagement, Zertifizierungen, Schulungen)
  • Auslastung & Geschäftsmodell (Masse vs. Qualität, saisonale Schwankungen, Preisstrategie)
  • Externe Einflüsse auf den Preis (z. B. staatliche Förderungen oder Subventionen, Weltgeschehen)

An jeder dieser Stellschrauben kann gespart oder bewusst investiert werden. Wenn du also ein extrem günstiges Angebot siehst, kannst du dir eine einfache Frage stellen: An welcher dieser Stellen wird vermutlich gespart, um dir diesen Preis anbieten zu können? Denn wie die Hoteliers im Green Pearls® Netzwerk übereinstimmend sagen:

Der Preis verschwindet nicht. Er wird nur verlagert.

 

Versteckte Kosten im Urlaub: „Einer zahlt immer“

ADLER Lodge RITTEN
ADLER Lodge RItten ©Thaddaeus Salcher

 

Caroline Pescoll, die Nachhaltigkeitsbeauftragte der ADLER Spa Resorts & Lodges sagt: “Sehr günstige Angebote lassen oft vermuten, dass die echten Kosten an anderer Stelle entstehen.” Nachhaltigkeit bedeute eben auch, faire Löhne zu zahlen, in Umwelt- und Klimaschutz zu investieren und die lokale Wirtschaft zu stärken.

Ähnlich sehen es Johann Steinwender vom Schloss Lerchenhof im österreichischen Kärnten und das Team vom kroatischen Hotel Korinjak: Mit zu niedrigen Preisen, ließe sich ihr Engagement für faire Arbeit und regionale Wertschöpfung nicht umsetzen.

Verantwortung hat einen Preis – nicht im Sinne von „teuer“, sondern im Sinne von fairen und realistischen Preisen, die Qualität, nachhaltiges Wirtschaften und regionale Strukturen ermöglichen.” – Johann Steinwender, Schloss Lerchenhof

 

Faire Löhne & Qualität: Woran nicht gespart werden sollte

Wie du jetzt weißt, entfällt ein großer Teil des Reisepreises auf Personal. Auch Lebensmittel bzw. Waren allgemein sind ein großer Kostenfaktor in Hotels. Hier zeigt sich oft, wie nachhaltig ein Angebot wirklich ist.

Ursula Wagner vom Naturresort Gerbehof am Bodensee spricht von „Wertschätzung“: für Mitarbeitende, für hochwertige Lebensmittel und für die Arbeit dahinter. Bio, faire Bezahlung und Qualität seien schlicht nicht zum Schleuderpreis möglich.

Der Meinung ist auch Gastgeber Alexander Thurm vom Hotel Das Rübezahl im Allgäu. “Extrem günstige Reisen können kaum nachhaltig sein”, sagt er. Neben fairen Löhnen und der regionalen Wertschöpfung sei es auch einfach die Qualität. Wenn man sich für hochwertige Produkte, die sich durch Langlebigkeit und Schadstofffreiheit auszeichnen, entscheide, sei dies besser für den Planeten, aber eben auch nicht billig.

 

Masse statt Klasse: Das Problem mit dem Billigprinzip

Ben Förtsch checks the beehive. © Creativhotel Luise
Gastgeber Benjamin Förtsch züchtet Bienen, die für das Hotel Honig produzieren. ©Hotel Luise

Günstige Preise funktionieren im Tourismus oft über das Prinzip „Masse statt Klasse“. Hierauf weist Marco Spiss von den Summit Lodges Pfunds hin. Seine zwei Ferien-Holzblockhäuser (mit eigener Sauna und Kamin) stehen mitten in der Natur im Tiroler Oberland, eine hoch touristische Region. Niedrige Preise seien meist nur durch hohe Auslastung und große Volumen möglich. Die bekannte Folge davon sei Overtourism. Im Interview spricht er darüber, wie dieser die Natur gefährdet und welche Möglichkeiten es gibt, den Tourismus in eine sanftere Richtung zu lenken.

Ben Förtsch vom Hotel Luise in Erlangen wird richtig deutlich:

Billige all-you-can-fress-and-sauf Urlaube zerstören touristische Orte eher als sie zu fördern. In Hotelbunkern nur die Luft und die Sonne haben, aber nie das Gelände verlassen, kann nicht der Sinn vom Reisen sein. Es sollte für alle Menschen zugänglich sein, in Urlaub zu fahren. Doch das bedeutet nicht, dass Fliegen so billig sein sollte. Es bedeutet nicht billig, billig, billig.” – Benjamin Förtsch, Hotel Luise

 

Im Tourismus ist nicht nur aber auch der Preis ein Anhaltspunkt. Vielmehr solltest du dir bei der Auswahl deiner Reise oder deiner Unterkunft aber das System dahinter anschauen und darauf achten, wohin dein Geld fließt. Und das nicht nur bei Billigreisen, sondern immer!

Das SCHWARZWALD PANORAMA in Bad Herrenalb empfiehlt dir folgende Herangehensweise:

“Die entscheidende Frage sollte nicht sein: “Wie günstig kann ich reisen?“, sondern „Welchen Beitrag möchte ich mit meiner Reise leisten?“” – SCHWARZWALD PANORAMA

 

„Reisen darf erschwinglich sein“

Relais del Maro, Ligurien, Paerchenurlaub
©Relais del Maro

Auch das Relais del Maro betont: “Reisen darf erschwinglich sein – aber nicht auf Kosten des Planeten.” Das 4-Sterne-Hotel wurde im kleinen Dorf Borgomaro in Ligurien als Albergo Diffuso errichtet. Das heißt, es ist auf mehrere ehemalige Wohn- und Geschäftshäuser des Dorfes verteilt. Der Tourismus ist hier kein Problem, sondern Teil der Lösung. Durch den Tourismus wurden die Bewohner vor Landflucht bewahrt, die leeren Gebäude bekamen eine neue Funktion. Das Dorf wurde bewahrt.

Mit einem Startpreis ab 115 Euro pro Nacht liegt das Relais del Maro deutlich unter dem italienischen Durchschnitt und das trotz der nachhaltigen Renovierung der Gebäude und den zahlreichen Maßnahmen rund um Regionalität und Umwelt. (Laut momondo kostet ein Doppelzimmer in Italien durchschnittlich zwischen 159 und 220 Euro pro Nacht).

 

Billigreisen auf Kosten der Menschen und Umwelt: Wann sollten deine Alarmglocken klingeln?

Zuletzt wollen wir auch noch darauf hinweisen, dass sich hinter Billigangeboten für Reisen teilweise auch Betrugsmaschen oder Ausbeutung verstecken. Bei der Verbraucherzentrale steht das Thema Reisen an 4. Stelle bei den Themen, wo Verbraucher*innen sich betrogen fühlen. Oliver Buttler, Reiseexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, erklärt z. B. gegenüber der Berliner Morgenpost, dass Leute immer wieder auf Fake-Angebote hereinfallen. Sie buchen und zahlen z. B. extrem günstige Flüge und müssen später feststellen, dass diese Flüge nie existiert haben.

Oft passiert dies über Seiten wie Skyscanner oder andere Drittanbieter, die keine Haftung für Betrugsfälle übernehmen. Oliver Buttler empfiehlt daher lieber direkt bei der Fluggesellschaft oder der Unterkunft zu buchen. So siehst du, dass es die Angebote wirklich gibt.

 

Direktbuchungen sind fair  

Bei Green PearlsⓇ, einer Plattform für Unterkünfte, die ihr Engagement in den Bereichen Soziales, Umwelt, Energie, Lebensmittel etc. transparent und nachvollziehbar darstellt, empfehlen wir dir ebenfalls, die Unterkunft direkt auf der Hotelwebseite zu buchen.

Dadurch stellst du sicher, dass dein Geld komplett (also ohne den Abzug einer Provision) in der Unterkunft ankommt. Zum Teil wirst du vom Hotel auch mit einem kleinen Extra belohnt (z. B. ein Begrüßungs-Drink im Relais del Maro,ein kostenfreier Parkplatz im Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa in Bayersich Gmain oder andere Nettigkeiten).

Badeurlaub in der Türkei - Familie mit Schwimmreifen im Meer
Spaß mit Haltung. Wenn du auf ein paar Dinge achtest, stellst du sicher, dass dein „Reise-Euro“ an der richtigen Stelle ankommt. ⒸMegasaray Club Belek

 

Red Flags bei Billigangeboten

Folgende Dinge sollten bei einer Reisebuchung ein Grund für dich sein, Nachforschung zu betreiben, besonders, wenn du eher nachhaltig unterwegs sein möchtest:

  • Flug + Hotel + All-inclusive zu extrem niedrigem Preis
  • unrealistisch perfekte Bilder + wenig echte Infos
  • Druck („nur noch heute“, „letzte Plätze“)
  • keine Infos zu Herkunft von Lebensmitteln
  • keine Transparenz zu Arbeitsbedingungen

 

Wir würden dir auch empfehlen, auf Veranstalter oder Plattformen zu verzichten, die extrem unnachhaltige Reiseangebote wie z. B. “für ein Shopping-Wochenende nach New York fliegen”, “Skifahren in Dubai” oder “Elefantenreiten in Thailand” promoten. Hier hilft oft einfach der gesunde Menschenverstand, der dir sagt, ob dies eine vertretbare Form des Reisens ist oder nicht.

 

Verantwortung übernehmen für die eigenen Entscheidungen

Am Ende geht es nicht um billig oder teuer, sondern um die Wirkung deiner Reise. Du kannst bei Reisen unfassbar viel Geld ausgeben. Nach oben ist dem Ganzen kein Limit gesetzt. Um nachhaltiger zu reisen, musst du das allerdings nicht. Du kannst dich für ein günstigeres Hotel entscheiden, das sich für die Umwelt und die Region einsetzt. Und gleichzeitig kannst du auf den Billig-Flug verzichten und das teurere Bahnticket kaufen. Wichtig ist, dass wir unsere Reiseentscheidungen bewusst treffen und nicht einfach das Günstigste nehmen, weil es günstig ist.

 


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Füße einer Person mit rotem Nagellack hängen über klarem Wasser, darüber ein großer Strohhut und der Text 'NACHHALTIGE BILLIGREISEN?' mit weiterem Text zu günstigen Urlaubsangeboten.

Person liegt in einer Hängematte zwischen Palmen am Strand bei Sonnenuntergang

Der Beitrag Billigreisen vs. Nachhaltigkeit: Der Reality-Check erschien zuerst auf GREEN TRAVEL BLOG.

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