Die Liebesgeschichte hinter Schloss Lerchenhof

Die Geschichte hinter Schloss Lerchenhof: Wie ein mutiges Erbe den Grundstein für ein Hotel mit nachvollziehbaren Nachhaltigkeitsmaßnahmen legte

Die Geschichte hinter Schloss Lerchenhof: Wie ein mutiges Erbe den Grundstein für ein Hotel mit nachvollziehbaren Nachhaltigkeitsmaßnahmen legte
©Schloss Lerchenhof | Collage Green Pearls® via ChatGPT

Schloss Lerchenhof entstand als Sommerresidenz für eine bevorstehende Hochzeit – doch dazu kam es nie. Eine Geschichte aus Liebe, Schicksal und einer Entscheidung, die im 19. Jahrhundert gesellschaftliche Konventionen sprengte. Wir durften als Erste erfahren, was wirklich hinter der Geschichte von Schloss Lerchenhof steckt und wie diese Haltung bis heute weiterlebt.

 

Was steckt wirklich hinter der „besonderen Liebesgeschichte“?

Historisches Stiegenhaus im Schloss Lerchenhof - Treppenaufgang im nachhaltigen Hotel
Das historische Stiegenhaus ©Schloss Lerchenhof

 

Wenn du heute durch das beeindruckende historische Stiegenhaus von Schloss Lerchenhof schreitest, spürst du: Dieses Haus trägt Geschichte in sich. Hohe Räume, Biedermeier-Stil, dicke Mauern aus dem 19. Jahrhundert. Auf der Website ist von einer „besonderen Liebesgeschichte“ die Rede, durch die das Schloss in den Besitz von Familie Steinwender kam. Was genau dahinter steckt?

Das wollten wir natürlich auch wissen und haben bei der Familie Steinwender nachgefragt. Was uns Johann Steinwender erzählte, wurde bisher nirgends öffentlich so detailliert festgehalten. Du gehörst also zu den ersten, die diese Geschichte lesen dürfen.

 

1848: Ein Schloss zur Hochzeit

Julius Emanuel Wodley der Erbauer von Schloss Lerchenhof
Julius Emanuel Wodley. Ein schöner reicher Mann mit großen Plänen. ©Schloss Lerchenhof

Die Wurzeln des Hauses reichen bis ins Jahr 1848 zurück. Der junge Industrielle Julius Emanuel Wodley ließ das Schloss als Sommerresidenz errichten – zur bevorstehenden Hochzeit mit seiner Verlobten Susanne, genannt Susi. Hinter dem Schloss betrieb er die Hammerwerke im Gösseringgraben, nebenan lag der Bauernhof der Steinwenders. Schloss Lerchenhof sollte ein gemeinsamer Lebensort für das junge Paar werden.

Doch noch vor der Fertigstellung geschah das Unerwartete: Wodley verunglückte in den umliegenden Bergen tödlich. Jung, voller Pläne und ohne das Schloss je in seiner ganzen Pracht zu sehen oder es mit seiner Braut beziehen zu können.

 

Ein außergewöhnliches Erbe

Am Sterbebett vermachte er das Schloss seiner zukünftigen Frau. Außergewöhnlich zu dieser Zeit, wenn nicht sogar beinahe skandalös! Eine unverheiratete Frau als Erbin und überhaupt eine Frau als Eigentümerin von irgendwas – das war Mitte des 19. Jahrhunderts weder üblich noch gewollt.

Doch es geht noch weiter. Susanne war nämlich schwanger. Und auch wenn es nicht sicher belegt ist, so ist es doch wahrscheinlich, dass der junge Julius dies wusste und das Schloss somit nicht nur an seine Liebe, sondern auch an sein Kind vererben wollte.

Susannes Tochter, ebenfalls Susi genannt, heiratete 1880 einen Steinwender. So gelangte der Lerchenhof durch diese Verbindung von Liebe, Mut und gesellschaftlicher Grenzüberschreitung in jene Familie, die Schloss und Hof bis heute führt.

 

Zwei Brüder, ein Stall – und keine Differenzen

Gemälde Schloss Lerchenhof Winter
©Schloss Lerchenhof

 

Zunächst wurde das Schloss Teil des Stammbauernhofes der Familie Steinwender. 1928 kam es zur Aufteilung zwischen zwei Söhnen:

  • Der Stammbauernhof blieb bei dem einen Bruder
  • Schloss Lerchenhof wurde mit eigenem Bauernhof eigenständig vom anderen Bruder weitergeführt.

Und auch hier erzählt die Familie eine Geschichte, die viel über ihre Haltung verrät. Die beiden Brüder hatten sich so gut verstanden, dass sie sich unkompliziert im Stall trafen und die Kühe untereinander aufteilten. Freundschaftlich und ohne Streit. Innerhalb einer Nacht war alles geregelt.

Hans Steinwender übernahm den Lerchenhof, führte gemeinsam mit seiner Frau Frieda die Landwirtschaft weiter, betrieb Pferdezucht und engagierte sich auch öffentlich in der Region.

Denkmalschutz fürs Schloss und die Eröffnung eines Gasthofs

1939 wurde das Anwesen unter Denkmalschutz gestellt und offiziell als „Schloss Lerchenhof“ anerkannt. Aus dem landwirtschaftlichen Gut wurde Schritt für Schritt ein Ort der Gastfreundschaft. 1959 übernahm die nächste Generation – erneut ein Hans Steinwender, diesmal mit seiner Frau Gertrude – und eröffnete einen Gasthof.

1996 folgte der nächste Entwicklungsschritt: Die Eltern der heutigen

Gastgeber, Hans und Gernhild Steinwender führten das Schloss als 4-Sterne-Hotel mit Komfortzimmern und Wohlfühlbereich weiter. Aus dem ehemaligen Gutshof war endgültig ein Boutiquehotel geworden – mit historischem Kern und moderner Ausrichtung.

2025 übernahmen Johann Steinwender und seine Frau Karin das Schloss offiziell von Johanns Eltern Hans und Gerhild. Zwei Jahre lang hatten sie den Betrieb bereits in einer Übergangsphase per Pacht betrieben und wuchsen so Schritt für Schritt in die neue Verantwortung hinein. “Ein vorbildhafter und selten gelungener Prozess, wie ich finde”, sagt Johann rückblickend. Und ganz im Sinne der Steinwender-Familien-Tradition, die großen Wert auf ein friedliches Miteinander legt.

3 Generationen der Familie Steinwender vor dem nachhaltigen Schloss Lerchenhof
3 Generationen der Familie Steinwender. 2025 übernahmen Johann Steinwender und seine Frau Karin das Schloss offiziell von Johanns Eltern Hans und Gerhild.

 

Johann Steinwender: Geschichte als Verantwortung

Johann Steinwender und seine Frau Karin an der Bar des nachhaltigen Boutique Hotels Schloss Lerchenhof
Die heutigen Gastgeber Johann und Karin Steinwender ©Schloss Lerchenhof

Wenn Johann Steinwender die Geschichte seiner Vorfahren erzählt, merkt man sofort, wie sehr er mit seinen Wurzeln verbunden ist. Er spricht mit sichtlichem Stolz und Begeisterung. Er und Karin führen das Boutiquehotel mit gerade einmal 20 Zimmern persönlich und herzlich und sind als Gastgeber vor Ort immer für dich ansprechbar.

 

Urlaub im Schloss – zwischen Geschichte und Zukunft

Wenn du im Schloss Lerchenhof ankommst, betrittst du kein Museum, sondern  ein lebendiges Haus. Du steigst das historische Stiegenhaus hinauf, ziehst dich in individuell gestaltete Zimmer zurück, liest in der Bibliothek oder genießt die Stille in den Sälen. Draußen erstreckt sich ein 14 Hektar großer Natur-Kraftplatz mit Wiesen, Wäldern und Feldern.

 

Energieautarkes Hideaway mit Kraftplatz und Slow Food Philosophie

Die Küche folgt einer klaren Haltung: Slow Food, Null-Kilometer-Produkte, eigene Landwirtschaft nach ökologischen Prinzipien, saisonale Naturküche und handwerkliche Qualität. Was auf den Teller kommt, hat Herkunft und Charakter und stammt größtenteils frisch von den eigenen Feldern.

Gleichzeitig ist das Hotel energieautark. Eine eigene Energiewirtschaft mit Kleinwasserkraftwerk und Biomasseanlage versorgt das historische Gebäude nachhaltig und ressourcenschonend mit Strom und Wärme.

Ein Biedermeier-Schloss, das seine Energie selbst erzeugt, das ist Weiterentwicklung im Sinne der Verantwortung.

 

Wenn du (so wie ich) ein Faible für Familiengeschichten hast und sehen willst, wie ein Biedermeier-Schloss aus dem Jahr 1848 heute nachhaltig und sogar energieautark geführt wird, dann könnte das Hotel Schloss Lerchenhof ideal für deinen nächsten Urlaub sein. Aber auch wenn du ein Genussmensch bist und die Region Kärnten kulinarisch kennenlernen möchtest, bist du hier an der richtigen Adresse. Und ganz nebenbei wirst du zum Teil der besonderen Geschichte des Hauses.

Manche Orte erzählen Geschichten. Und manche Orte sind selbst eine.

 


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Obere Bildhälfte zeigt zwei Hände, die eine Herzform aus Getreidekörnern halten, untere Bildhälfte zeigt das gelbe Gebäude des Hotels Schloss Lerchenhof mit Garten und Fahnen im Vordergrund

Oben steht eine schwarz-weiße Gruppenaufnahme von Menschen vor einem historischen Gebäude, darunter der Schriftzug 'Die Liebesgeschichte von Schloss Lerchenhof WIE EIN MUTIGES ERBE EIN SLOW FOOD HOTEL BEGRÜNDETE', unten ist eine farbige Außenansicht des Schlosses Lerchenhof mit blauem Himmel und Bäumen zu sehen.


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