Tourismus mit Impact: Ein Resort in Nepal hilft Kindern und Frauen

Tourismus mit Impact: Ein Resort in Nepal bekämpft Kindersterblichkeit und Menschenhandel

Tourismus mit Impact: Ein Resort in Nepal bekämpft Kindersterblichkeit und Menschenhandel
Ein Leben für Nepal: Douglas und Insuba Maclagan haben eine inspirierende Geschichte. ©The Pavilions Himalayas - The Farm

Als der Engländer Douglas Maclagan 1993 zum ersten Mal nach Nepal reiste, ahnte er nicht, dass diese Reise sein Leben – und das vieler anderer Menschen – für immer verändern würde. Was mit einer erschütternden Begegnung begann, führte zu einem außergewöhnlichen Tourismus-Projekt am Fuße des Himalayas.

 

Eine Begegnung, die alles veränderte – Die Geschichte von Douglas Maclagan

Nepal ist ein Land voller majestätischer Berge, spiritueller Orte und herzlicher Menschen, das Reisende aus aller Welt anzieht. Einer dieser Reisenden war Douglas Maclagan aus England. Es hätte eine „normale“ Reise werden können, wenn ihm nicht eine Frau ihr krankes Kleinkind in den Arm gedrückt hätte. „Hilf!“, schien ihr Blick zu sagen. Doch er konnte es ihr nur zurückgeben. „Ich bin kein Arzt“, hatte er nur hilflos zu ihr sagen können. Noch in derselben Nacht starb das Kind.

Douglas lernte, dass zu dieser Zeit (1993) die Kindersterblichkeit in Nepal extrem hoch war. Rund 34 % der Kinder erreichten nicht das Schulkindalter. Und dies aus vermeidbaren Gründen wie Infektionskrankheiten, Durchfall oder Lungenentzündung. Es fehlte sowohl an einer zuverlässigen Gesundheitsversorgung als auch an geeigneten Räumlichkeiten für die Versorgung und Pflege von Kindern.

 

Ein Erbe eröffnet neue Möglichkeiten

Kurze Zeit nach dieser schicksalhaften Begegnung verstarb Douglas’ Großvater und hinterließ ihm ein Haus in England. Mit dem Geld aus dem Verkauf des Hauses tat er, was er sich seit dem Tag als ihm die Frau ihr krankes Kind gereicht hatte, gewünscht hatte: Er flog nach Nepal und eröffnete dort 1995 zwei Daycare-Zentren für Kleinkinder. Aus diesen ist die heutige Organisation Right4Children entstanden, die bereits über 40.000 Individuen helfen konnte.

Die Daycare-Zentren bestehen aus kindgerechten Betreuungsräumen mit geschultem Personal, wo Eltern ihre Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren tagsüber hinbringen können. . Es gibt Spiele, warme Mahlzeiten und eine hygienische Umgebung mit Gesundheitsvorsorge. Der erste Bericht zeigte: Kein einziges der betreuten Kinder starb.

Kinder in Nepal waschen sich die Hände vor dem Mittagessen
Kinder in Nepal – die richtige Hygiene verhindert Krankheiten. ©Gary | Stock.Adobe.com

 

Daycare-Zentren für starke und gesunde Kinder

In den Nachbardörfern wünschten sich die Menschen ebenfalls solche Daycare-Zentren für ihre Kinder, woraufhin Douglas sich an die Provinz-Regierung wandte, damit diese ebenfalls solche Zentren eröffnen. Diese sagte allerdings, er selbst müsse erst noch weitere Daycare-Zentren in der ganzen Provinz gründen und einen genauen Bericht über die Entwicklung führen, damit sich der Nutzen dieser Einrichtungen auch belegen lasse. Als einzige Unterstützung von Seiten der Monarchie, wurde seine Arbeit als NGO anerkannt. Doch das Geld für die Zentren müsse er selbst organisieren.

1996 flog er mit seinem letzten Geld nach Hongkong (damals noch britisch) und warb für sein Projekt. Nebenbei kellnerte er im Hard Rock Cafe. Durch Zeitungs- und Fernsehberichte konnte er seine Idee bekanntmachen und Spendengelder sammeln. Zunächst kam ein weiteres Daycare-Zenter hinzu und später noch drei weitere. Der Vorsitzende für das Charity-Projekt „Child Welfare Scheme (CWS)” in Hongkong wurde Gordon Oldham, welcher auch heute noch der Vorsitzende der gesamten Pavilions Hotels & Resorts Gruppe ist.

 

Liebe in Nepal – Douglas und Incuba

In dieser Zeit lernte Douglas auch eine weitere wichtige Person kennen: Incuba. Die Nepalesin war eine der Frauen, die in den Daycare-Zentren als Betreuerin ausgebildet wurden. Sie verband nicht nur eine gemeinsame Vision für die Kinder von Nepal, sondern auch Liebe. Heute sind sie verheiratet und haben drei Töchter. Mit ihr hatte Douglas von Anfang an eine Mitstreiterin an seiner Seite, die die lokalen Gegebenheiten und Menschen gut kannte. Was sich als sehr wichtig erweisen sollte, denn nun kam der Krieg.

 

Nepal im Bürgerkrieg (1996–2006) – Anhaltendes Engagement in schweren Zeiten

Narayanhiti Palace Museum Nepal
Der Narayanhiti Palace in Kathmandu, Nepal war bis 2008 Sitz des Königs. Heute ist es ein Museum. BILD: Wikimedia Comons

 

Nepal war bis 2008 ein hinduistisches Königreich, wobei der König ein brutales Regiment führte. 1996 begann der Aufstand der kommunistischen Partei. Eine maoistische Guerilla überfiel Polizeistationen, raubte Banken aus und vertrieb Großgrundbesitzer. Sie forderten eine Entmachtung der Herrscherelite und Landreformen. Es kam zu einem zehnjährigen Bürgerkrieg mit über 16.000 Toten, 100.000 Flüchtlingen, zahlreichen Verschwundenen und politischen Häftlingen.

Douglas und Incuba erinnern sich in ihrem Eco-Booklet an diese Zeit:

Viele NGOs verließen das Land aus Angst, aber CWS blieb, um den Menschen zu helfen, als sie es am meisten brauchten. In abgelegenen Gebieten wurden Hunderte von Kindern als Soldaten rekrutiert. So kam es aus Angst zu einer Massenflucht aus den Dörfern in die Städte in der Hoffnung auf Sicherheit und Schutz. Leider führte dies in der Realität dazu, dass viele Kinder die Schule verließen und zu Kinderarbeitern, Straßenkindern oder Haussklaven wurden. Junge Mädchen und Frauen wurden Opfer des Menschenhandels und zur Prostitution über die Grenzen verschleppt.”

In dieser Zeit errichteten sie:

  • ein Zentrum für Straßenkinder
  • ein Berufsausbildungszentrum für praktische Berufe wie Klempner und Elektriker (dieses lief bis 2015)
  • die „Asha Primary Health Clinic“ in Pokhara (bis heute in Betrieb)

 

Tourismus als Einnahmequelle

The Pavilions Himalayas Nepal - nachhaltig reisen
©The Pavilions Himalayas – The Farm

 

Als 2008 die globale Finanzkrise kam, blieben plötzlich viele der Spendengelder, die Douglas und Incuba bis dahin (vornehmlich aus UK und Hongkong) generiert hatten, plötzlich aus. Dies sei ein Weckruf gewesen, erinnert sich das Ehepaar. Es kam der Wunsch auf, ein Unternehmen auf die Beine zu stellen, dass die gemeinnützigen Projekte finanzieren kann.

 

Finanzielle Hilfe aus der Familie

Noch bevor Douglas’ Mutter 2011 verstarb, besuchte sie das Paar in Nepal und besichtigte mit ihnen das Grundstück in der Nähe von Pokhara, auf dem das heutige Green PearlsⓇ Resort Pavilions Himalayas – The Farm steht. „Ich werde dir Geld hinterlassen“, sagte sie sinngemäß. „Geld, um ein Unternehmen zu gründen, dass die Finanzierung der Charity-Projekte sichert, welche bereits so viel Gutes für die Menschen in Nepal bewirkt haben.“

So wurde das Grundstück mit landwirtschaftlichen Flächen in Chisapani gekauft und The Pavilions Himalayas – The Farm entstand. 2015 war die Eröffnung. Die Ferienanlage umfasst 15 geräumige Villen, die traditionellen nepalesischen Stil und Luxus verbinden. Es gibt einen Pool, einen Außen-Whirlpool, einen Spa-Bereich mit Sauna, einen Fitnessraum, einen Yoga- und Meditationsraum, ein Clubhouse und Restaurant. Es wurde Teil der „Pavilions Global Collection“, welche Boutique-Resorts an weiteren Orten der Welt (z. B. Bali und Phuket) umfasst.

 

Bio-Landwirtschaft und Nachhaltigkeit

Nepal ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. „Rund 70 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung Nepals leben von kleinbäuerlicher Subsistenzwirtschaft“, schreibt die UN. Das Grundstück in Chisapani wurde in eine kontrolliert biologische Landwirtschaft umgewandelt. Douglas und Incuba waren so ein Vorbild für die lokalen Bauern und zeigten ihnen einen alternativen und dennoch profitablen Weg, um von der traditionellen Landwirtschaft zum Bio-Anbau zu wechseln.

Die dort beschäftigten Bauern erlernten alles rund um den Bio-Anbau und erhielten zusätzlich betriebswirtschaftliche Schulungen. Der erste Abnehmer für die Erträge der Felder ist die Hotelküche. Als Gast im Pavilions Himalayas – The Farm erhältst du somit nicht nur absolut frische Lebensmittel, sondern unterstützt auch die Bauern und die Natur.

 

Grüne Initiativen

Die Landwirtschaft ist aber nicht das Einzige, was die Unterkunft nachhaltig macht. Der Strom wird über Solaranlagen hergestellt, es gibt eine eigene Biogasanlage, deren Energie zum Kochen verwendet wird, Grauwasser-Nutzung und es werden biologisch abbaubare Pflegeartikel hergestellt.

“Wir haben uns vorgenommen, eines der umweltfreundlichsten Hotels der Welt zu bauen, und ich denke, das ist uns gelungen.“ – Douglas Maclagan gegenüber Nepali Times

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Weitere Informationen

 

Rückblick auf 30 Jahre Kinderhilfe und 10 Jahre Hotelbetrieb

1995 begann Douglas mit den Daycare-Zentren und 2015 eröffnete das Pavilions Himalayas – The Farm. In einer Pressemitteilung haben sie im Februar 2025 einen Rückblick verfasst. Besonders hervorgehoben wurden das nun abgeschlossene Projekt “Kinderfreundliche Schule” welches über 14.000 Schüler*innen erreichte und eine neue Initiative zur Bekämpfung des Menschenhandels. Bei dieser Initiative wurden bereits mehr als 4.400 junge Frauen und Mädchen unterstützt.

 

Reisen und Gutes tun

Nepal zieht Reisende aus aller Welt in seinen Bann. Doch hinter der atemberaubenden Kulisse verbirgt sich auch eine bewegende Geschichte. Das The Pavilions Himalayas – The Farm ist nicht nur ein nachhaltiges Hideaway für Reisende, sondern auch eine Quelle der Unterstützung für die lokale Gemeinschaft.

Hier hast du die Möglichkeit, einen unvergesslichen Urlaub in Nepal verbringen und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt und die Bevölkerung zu tun.

 


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Blick auf üppig grüne Terrassenhügel in Nepal mit dem nachhaltigen Resort The Pavilions Himalayas - The Farm im Vordergrund. Text überlagert: „Tourismus mit Wirkung: Ein Resort in Nepal bekämpft Kindersterblichkeit und Menschenhandel“.

Ein Paar steht inmitten üppiger grüner Felder mit den Bergen des Himalaya im Hintergrund und vermittelt Gelassenheit. Unten: eine Luftaufnahme des luxuriösen Resorts Pavilions Himalayas - THe Farm mit Pool, eingebettet in die Natur.


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