Weißer Sandstrand, glasklares Wasser und farbenprächtige Fische: Die Malediven sind ein Naturparadies, dessen Bedrohung durch Umweltschäden und den steigenden Wasserpegel allgemein bekannt ist.
Das beliebte Urlaubsziel einfach zu meiden, löst das Problem jedoch nicht – denn vom Tourismus lebt nicht nur ein Großteil der Inselbewohner, auch Projekte zum Schutz der Natur können mit seiner Hilfe finanziert werden. Wir stellen dir die Malediven vor und zeigen dir, wie ein nachhaltiger Urlaub auf den Malediven aussehen kann. Außerdem stellen wir dir die Eco-Unterkunft Gili Lankanfushi sowie nachhaltige Initiativen und Projekte vor.

Malediven in Gefahr!
Die Malediven besteht aus 26 Atollen mit knapp 1.200 Koralleninseln. Die Hauptstadt Male gehört zu den höchsten Punkten des Inselstaates – mit gerade mal 2,40 Meter über dem Meeresspiegel. Doch die Inseln sind in Gefahr:
- Schon 2050 könnten rund 80 Prozent der Malediven nicht mehr bewohnbar sein. Dies berichtet der maledivische EU-Botschafter, Omar Abdul Razzak in diesem Interview mit der FR.
- Der steigende Meeresspiegel bedroht einen Großteil des Staatsgebiets. Im Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen (ICPP-Bericht) heißt es: „Der Meeresspiegel wird bis 2100 zwischen 0,43 m und 0,84 m steigen.“ Allerdings heißt es auch, dass auch ein Anstieg von 2 m bis zum Jahr 2100 „nicht ausgeschlossen“ wird.
- Süßwasser ist auf den Malediven äußerst knapp. Natürliches Süßwasser gibt es nur aus Süßwasserlinsen, welches aus Brunnen geschöpft wird. Das meiste Süßwasser wird allerdings energieaufwendig aus Salzwasser gewonnen. Der steigende Meeresspiegel sowie zunehmende Wetterextreme mit Überschwemmungen könnten die wenigen Süßwasserlinsen versalzen und damit unbrauchbar machen.
- Erdbeben und Tsunamis sind wegen der geografischen Lage (seismisch aktive Zone) eine Gefahr für die Malediven.
- Korallen leiden an der Erwärmung der Meere. Ihr Sterben bringt das natürliche Gleichgewicht durcheinander und wirkt sich auf das gesamte Ökosystem aus.
- Meeresmüll wird verstärkt auf den Malediven angeschwemmt und führt dort zu einem enormen Müllproblem. (Engagiert gegen dieses Problem ist die NGO Parley, von Shaahina Ali)
Wie du siehst, hängen die Probleme der Malediven eng mit dem Klimawandel zusammen. Das Wichtigste, was du (auch von zu Hause aus) für die Malediven tun kannst, ist somit, dein Leben generell auf Nachhaltigkeit auszurichten, deinen CO2-Fußabdruck gering zu halten, Müll und Kunststoff zu vermeiden und klimafreundliche Politik und Projekte zu unterstützen.
Kann Urlaub auf den Malediven überhaupt nachhaltig sein?
Diese Frage stellt sich vermutlich jeder, der über eine Reise auf die Malediven nachdenkt oder darüber liest. Ein Langstreckenflug zu den Inseln im Inidschen Ozean ist ökologisch ein Problem. Laut dem Umweltbundesamt verursacht ein Flug von Deutschland auf die Malediven und zurück eine „Klimawirkung von rund drei Tonnen CO2-Äquivalenten“. (Dies entspreche etwa 15.000 Kilometer Autofahrt mit einem Mittelklassewagen.) Trotzdem vertreten wir den Standpunkt, den Reisen auf die Malediven nicht grundsätzlich zu verteufeln.

Der Tourismus ist wichtig für das Land. Er ist die Haupteinnahmequelle. Laut GIZ-Angaben erhalten die Malediven 90 Prozent aller Steuer- und Zolleinnahmen durch den Tourismus. Dieses Geld hilft dabei, die Strände vom Meeresmüll zu reinigen, Schutzwälle zu bauen, erneuerbare Energie zu fördern etc.
Das heißt: Nicht auf die Malediven zu reisen bzw. das Reisen dorthin gar zu verbieten, ist aus unserer Sicht keine Lösung. Vielmehr plädieren wir für eine bewusste Entscheidung für einen Urlaub auf den Malediven, für ein Auseinandersetzen mit deinen Auswirkungen als Tourist und eine nachhaltige Umsetzung deiner Reise. Wie das geht, zeigen wir dir anhand des Gili Lankanfushis.
Nachhaltiger Urlaub auf den Malediven im Gili Lankanfushi
Das nachhaltige Luxusresort Gili Lankanfushi besteht aus 45 Eco-Villen auf dem Wasser und engagiert sich sowohl für einen Schutz der Umwelt (Verzicht auf Einwegprodukte, sparsamer Umgang mit Wasser und Elektrizität) als auch für soziale Projekte. Hierzu gehören der Bezug lokaler Produkte, Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter*innen und die Förderung einer Schule.

Malediven: Einsatz für die Meereswelt
Neben diesem Engagement im Hotelalltag gibt es viele spannende Projekte für den Umweltschutz, die von Hotels initiiert und unterstützt werden. Mit dem Gili Veshi hat das Resort Gili Lankanfushi im letzten Jahr ein meeresbiologisches Zentrum eröffnet, das die Forschung fördert und dir die Möglichkeit zum Mitmachen gibt: Hier kannst du an monatlichen Korallenriffreinigungen teilnehmen, dich am Pflanzen von Seegras beteiligen oder bei der Ansiedlung von Korallen helfen.
Möchtest du noch mehr über nachhaltige Tauchprojekte von Gili Lankanfushi erfahren, so haben wir darüber bereits in diesem Blogartikel über nachahltigen Urlaub am Meer geschrieben.
Den Großen des Meeres ganz nah

Eine Besonderheit der Malediven: Selbst Schnorchler*innen können hier mit etwas Glück Walhaien nahe kommen – mit bis zu 13 Meter Länge immerhin die größten Haie der Gegenwart – oder sich von majestätischen Manta-Rochen umkreisen lassen. Zu den berühmtesten Sichtungs-Orten zählt die Hanifaru-Bucht im Baa-Atoll. Während des Westmonsuns von Mai bis November sammelt sich in der trichterförmigen Lagune das Plankton und zieht die Tiere magisch an. Bis zu 200 Mantas und 20 Walhaie wurden hier schon gleichzeitig gesichtet! Zum Schutz der Tiere haben sich Resorts und Tauchzentren des Baa Atolls mit der BAARU NGO zusammengeschlossen, welche beispielsweise Meeresmüll sortiert und fachgerecht entsorgt.
Nachhaltiger Urlaub auf den Malediven: Selbst aktiv werden für die Korallen

Ohne Korallen gäbe es die Malediven nicht, denn die Inseln sind Teil von Atollen, ringförmigen Korallenriffen. Nur gesunde Riffe können dazu beitragen, den Folgen des steigenden Meeresspiegels und dem Versinken der Inseln im Meer entgegenzuwirken. Doch durch die Auswirkungen des Klimawandels und die starke Umweltverschmutzung ist bereits ein großer Teil der Riffe zerstört worden. Deshalb setzen sich einige Resorts mit konkreten Projekten für die Ansiedlung von Korallen ein. Im Gili Lankanfushi kannst du den Meeresbiologen bei der Züchtung neuer Korallen über die Schultern schauen und lernst in regelmäßigen Vorträgen viel über diese besonderen Lebewesen. Als ausgebildete*r Taucher*in kannst du dich zudem unter Wasser engagieren, zum Beispiel bei Reinigungsaktionen der Coral Lines.
Land und Leute kennenlernen

Wie die Menschen auf den Malediven leben, ist den meisten Urlaubern unbekannt. Dies liegt nicht an der Ignoranz der Tauch- und Badetouristen (wie man vielleicht meinen könnte), sondern ist politisch so gewollt. Seit sich das islamische Land 1972 für den Tourismus öffnete, wird klar zwischen Inseln für den Tourismus und Inseln für Einheimische unterschieden.
Anders als im Westen immer angenommen wird, ist der Islam an sich eine sehr tolerante Religion. Der Leitspruch lautet “Lakum Dinakum, wa lia Din” (Euch eure Religion/ Lebensweise, uns unsere Religion/ Lebensweise). Somit kannst du auf den Malediven als unverheiratetes Paar einreisen, dich im Bikini sonnen, Alkohol trinken etc.
Ursprünglich war es vorgesehen, dass Touristen nicht auf die Inseln der Einheimischen dürfen und Einheimische nicht auf die Touristen-Inseln – außer als Arbeitskräfte. Mittlerweile ist dies gelockert worden.
Gili Lankanfushi liegt auf dem North Malé Atoll. Möchtest du Einheimische kennenlernen, so kannst du dies entweder in der Hauptstadt Male, oder du besuchst mit einer Bootstour Dhiffuhi Island. Hier leben etwa 1.000 Menschen. Es gibt drei Moscheen, zwei Schulen, Geschäfte, Cafés, ein Krankenhaus, Landwirtschaft und Fischer. Alkohol ist hier verboten und auch wenn es keine gesetzliche Kleiderordnung gibt, solltest du dich aus Respekt etwas bedeckter anziehen (Männer: Shorts bis zu den Knien, Frauen: Schultern, Ausschnitt und Knie bedeckt.)
Nachhaltiger Urlaub auf den Malediven ist kein Nice-to-Have
Luxus, Palmen, weiße Strände und türkisblaues Meer prägen das Image der Malediven. Doch genau das wird durch unbedachten Tourismus und rücksichtslose Reiseentscheidungen in Gefahr gebracht. Nachhaltig zu reisen ist auf den Malediven (und anderen Inselparadisen ) ein absolutes Muss. Wenn du dich also für eine Reise auf die Malediven entscheidest, dann plane einen längeren Aufenthalt, lass dich auf das Land ein, das definitiv zu viel zu bieten hat, als dass du nur den Strand vor deinem Hotel besuchen solltest 😉
Dieser Artikel ist ein Update vom 23. Januar 2018
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4 thoughts on “Von Mantas und Korallen: Nachhaltiger Urlaub auf den Malediven”