Surfer*innen lieben das Meer. Klar, ist es ja der Ort, an dem sie ihr liebstes Hobby ausüben. Allerdings wird ihnen auch so einiges vorgeworfen: Sie würden Vögel verscheuchen, Ökosysteme stören, Müll verursachen, ständig mit dem Flugzeug reisen und (laut SPIEGEL) sogar ihre eigene „Welle aus Mineralöl“ hinterlassen. Aber stimmt das alles wirklich? Wir haben uns das mal genauer angeschaut und zeigen dir außerdem, wie sich der Sport (mit Segel, Kite oder ohne) umweltfreundlich gestalten lässt.
Studien zeigen: Surfer*innen sind umweltbewusster als Nicht-Surfer*innen
Zunächst einmal wollen wir das Brett für die Wellenreiter*innen hochhalten. Surfer*innen sind als globale Community nämlich umweltbewusster als andere Sportler*innen. Zumindest sie selbst sehen sich überwiegend als “green”, wie beispielsweise diese Norwegische Studie von 2021 zeigt. So beteiligen sich ganze 69 Prozent der Befragten an Beach Clean-Ups und 50 Prozent gaben an, nur wenig (oder gar kein) Fleisch zu essen. Nur 23 Prozent sind allerdings bereit, auf Flugreisen zu verzichten – und hier wären wir gleich beim ersten Argument, das immer wieder gegen Surfer*innen ins Feld geführt wird.

Problem #1: Flugreisen
Für Big Waves und perfekte Bedingungen fliegen viele dorthin, wo diese eben zu finden sind. Und das ist für die meisten nicht um die Ecke … Zum Flugzeug als Fortbewegungsmittel gibt es bei Fernstrecken aktuell leider keine wirkliche Alternative. Wie wir allerdings bei unserem Artikel „Dürfen wir noch Fliegen?“ betrachtet haben, hat der Tourismus in vielen Ländern auch einen sozioökonomischen Aspekt. Auch Surf-Touristen tragen zur Volkswirtschaft bei – und dazu, dass sich der Reichtum global verteilt.
Trotzdem solltest du dir bewusst sein, dass es vielleicht nicht immer die Wellen eines fernen Ozeans sein müssen, sondern es auch Surf-Strände gibt, die du (z. B. in Europa) mit E-Van oder Ride-Sharing erreichen kannst.
Solltest du doch fliegen, so kannst du darauf achten, für die verursachten CO2-Emissionen Klimaprojekte zu unterstützen. Die World Surf Leage engagiert sich zum Beispiel seit 2018 und unterstützt entsprechend der verursachten Flug-Emissionen bestimmte Klimaprojekte. Als Privatperson kannst du zum Beispiel beim Kompensationsanbieter atmosfair deine Emissionen ausgleichen (logischerweise erst nachdem du alles Mögliche getan hast, um Emissionen zu vermeiden.) Wir haben uns die Organisation vor Kurzem genauer angeschaut und können sie guten Gewissens empfehlen!
Problem #2: Surf-Equipment

Wie bei jeder Sportart benötigen Surfer*innen ihr Equipment. Die Basis-Ausstattung besteht, wie du wahrscheinlich weißt, aus:
- Surfbrett (+Segel oder Kite)
- Leash
- Wachs
- Neoprenanzug
- Surfflossen
- Rash Guard
- weitere Kleinigkeiten (Ohrstöpsel, Drybag, etc.)
Wie bei Wassersport üblich, besteht ein solches Equipment in der Regel aus 100 Prozent Kunststoff. Es gibt allerdings einige Hersteller, die sich auf nachhaltige Surfbretter und -kleidung spezialisiert haben. So gibt es z. B. Boards aus Holz (wobei der Kern immer noch aus Kunststoffschaum ist) und Neoprenanzüge aus Recycling-Neopren.
Links zu nachhaltigen Surf Shops (keine Kooperation, sondern einfach eine persönliche Empfehlung) sind zum Beispiel:
- EcoSurf Shop
- Langbrett
- Saltwater-Shop
- Wau Eco Surfboards (aus München)
Ansonsten kannst du dir Surf-Equiment aber auch ausleihen – was ökologisch die allerbeste Wahl ist. Dies gilt übrigens nicht nur für das Brett, sondern die gesamte Ausrüstung. Gerade, wenn du erst in den Sport hinein startest und dir vielleicht noch nicht sicher bist, wie oft du ihn wirklich ausübst, solltest du dir zunächst Ausrüstung leihen oder zum Beispiel gebrauchtes Equipment kaufen.
Problem #3: Sensible Wasserbereiche und Ökosysteme
Besonders Windsurfer*innen und Kitesurfer*innen, die auch auf Seen und Binnengewässern unterwegs sind, können dort in sensible Wasserbereiche eindringen und Wasservögel stören.
In unserem Blogartikel über nachhaltigen, umweltschonenden Wassersport haben wir acht wichtige Regeln für den Schutz von Wassertieren, Wasserpflanzen und deren Lebensraum herausgestellt. Die Wichtigste ist, ausgewiesene Schutzzonen zu meiden.
Im Wattenmeer in der Nordsee gelten seit 2023 neue Regeln für Wassersportler*innen. Demnach ist Kitesurfen nur noch in besonders dafür ausgewiesenen Zonen erlaubt. Wie der NDR berichtet, wird dies von den Surfer*innen selbst begrüßt und auch eingehalten.
Umstrittene Studie zur Umweltauswirkung von Kitesurfing

Das Land Niedersachsen hat 2016 eine Studie zu den Umweltauswirkungen von Kitesurfing durchgeführt. Diese kam zum Ergebnis, dass Kitesurfen zwar eine “Scheuchwirkung” für Vögel habe, diese aber nicht größer sei als bei anderen Menschen und ihren Hobbys, wie z. B. Reiten, Gassigehen, Drachensteigen etc. Die ausgewiesenen Schutzzonen empfindet das Bundesland als vollkommen ausreichend.
Dem NABU gehen die ausgewiesenen Schutzzonen allerdings nicht weit genug. Die Lenkdrachen von Kitesurfer*innen fliegen immerhin 30 Meter in der Höhe und sind meist mit 30 bis 40 km/h unterwegs (die Spitzengeschwindigkeit bei Profikiter*innen liegt sogar bei 100 km/h).
Das auf der Welt einzigartige Wattenmeer beinhalte wichtige Vogelfluglinien und sensible Brutplätze. Es solle höchstens in speziellen Gebieten Kitesurfing erlaubt sein, welche sich auf der Rückseite der Wattenmeerinseln befinden – hin zur offenen Nordsee.
👉 Wenn du Kitesurfing in der Nordsee betreiben willst, informiere dich vorher genau über die ausgewiesenen Gebiete, besondere Zeiten (Brut und Migration) und halte dich daran.
Nachhaltiger Surf-Urlaub in diesen Eco-Unterkünften – Unsere Empfehlungen
Wenn du nachhaltig surfen möchtest, solltest du neben der Strandauswahl und Schutzzonen auch auf die Wahl deiner Unterkunft achten. Es nutzt schließlich niemandem, wenn du tagsüber alles Mögliche tust, um deine Auswirkungen gering zu halten, während dein Hotel massenhaft Einweg-Plastik verwendet oder die lokale Natur ausbeutet, oder?
#1 Summit Lodge Pfunds – Kite- und Windsurfen auf dem Reschensee in Südtirol

Wenn du Kitesurfen erlernen möchtest, so gibt es am Reschensee in Südtirol gleich mehrere Kitesurfing-Schulen, wo du auch gleich das nötige Equipment ausleihen kannst. Der Reschensee ist ein Stausee und vereint optimale Windverhältnisse mit fantastischem Alpenpanorama – für Kite- und Windsurfer ein absoluter Hotspot!
Unser Green PearlsⓇ Partner, die Summit Lodges, liegen im österreichischen Tirol in Pfunds. Von hier aus benötigst du etwa eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Reschensee. Die nachhaltigen Ferienhäuser eignen sich besonders gut, wenn du mit deiner Familie verreist. Denn hier gibt es Platz für sechs Personen, sowie deine eigene Terrasse, einen Balkon und sogar eine private Sauna für die Abendstunden.
#2 Lifestylehotel SAND an der Ostsee – Windsurfing am Timmendorfer Strand
Möchtest du einen nachhaltigen Strandurlaub an der Ostsee verbringen, so ist das Lifestylehotel SAND eine optimale Adresse. Es handelt sich um ein Adults Only Hotel, wo auf eine entspanne Atmosphäre und umweltfreundliche Einrichtung geachtet wird.
Das Hotel liegt direkt in Timmendorfer Strand in der zweiten Reihe vor dem Meer, sodass du nur wenige Minuten zum Strand brauchst. Es gibt mehrere Surfschulen, welche auch Equipment verleihen. Generell eignet sich die Ostsee vor dem beliebten Badestrand in erster Linie zum Windsurfen und Stand Up Paddling. Kitesurfen ist nur bei bestimmten Windverhältnissen und in bestimmten Regionen möglich.
#3 OCÉANO Health Spa Hotel – Wellenreiten auf Teneriffa im Atlantik

Im Norden Teneriffas, wo unser Green PearlsⓇ Partner, das OCÉANO Health Spa Hotel liegt, findest du optimale Surfbedingungen. Das gesundheitsorientierte Hotel mit täglichen Yogakursen ist die direkt an der Küste gebaut und dadurch, dass die Salzwasserpools, abgrenzte Meerwasserbecken sind, gibt es einen direkten Kontakt zum Atlantik. . Die Wellenreiter kannst du täglich vom Hotel aus beobachten und natürlich auch selbst surfen gehen bzw. eine der dortigen Surfschulen besuchen.
Während sich im Sommer auch Anfänger*innen ins Meer wagen können, so reisen im Winter vor allem die Profisurfer an. Dann sind die hohen Atlantikwellen eine perfekte Herausforderung für sie.
#4 Casa León Royal Retreat – Surfen auf Gran Canaria
Auf der Kanareninsel Gran Canaria ist Surfen und Windsurfen ebenfalls sehr beliebt. Die Wellen sind nicht so hoch wie auf Teneriffa und es gibt wärmere Wassertemperaturen und Sandstrände.
Während sich die Surfschulen und Equipmentverleihe direkt in Strandnähe befinden, so liegt unserer Green PearlsⓇ Parner Casa León Royal Retreat etwas versteckt im Landesinneren. Das familiengeführte, nachhaltige Boutiquehotel ist eine ruhige Oase inmitten einer großen Gartenanlage mit heimischen Pflanzen und bietet dir einen tollen Ausgleich zur Strandaction. Zum Strand von Maspalomas gelangst du mehrmals täglich mit einem kostenlosen Shuttelservice des Hotels.
Surfen ist gesund
Wie eine Studie aus Spanien und Saudi-Arabien aus dem Jahr 2022 zeigt, hat Surfen (gemeinsam mit anderen unmotorisierten Wassersportarten wie Rudern und Kanufahren) eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen für dich. Diese sind laut der Studie:
- bessere Lebensqualität (durch allgemeine Gesundheit und Wohlbefinden)
- besserer Orientierungssinn
- positiver Einfluss auf die Psyche durch Freizeitaktivitäten auf dem Wasser. “Blaue Räume” würden die Gefühle “Ruhe” und “Belebung” fördern.

Fazit: Surfen ist ziemlich umweltfreundlich
Wie du gesehen hast, so ist der Surfsport an sich relativ umweltfreundlich. Zumindest kann er sehr umweltfreundlich gestaltet werden. Besonders die Wellenreiter auf dem offenen Meer schaden dem Meer und den Meeresbewohnern nicht, sondern versuchen als Community sogar, Teil der Lösung zu sein, indem sie sich bei Ocean Clean Ups engagieren und einen nachhaltigen Lifestyle adaptieren.
Bei Wind- und Kitesurfing auf Seen und im Wattenmeer musst du aufpassen, das Ökosystem nicht zu stören. Dies gilt insbesondere für die etwa 30 Meter hohen Lenkdrachen beim Kitesurfen, welche laut NABU den Vogelflug stören.
Umweltfreundlich Surfen
Zu Gunsten der Umwelt empfehlen wir dir auch auf Kleinigkeiten zu achten, wie umweltfreundliches Surf-Wachs und Sonnencreme, die Korallen nicht schadet. Es ist ja gerade durch das ökologische Bewusstsein einzelner Akteure und dann der weltweiten Surfer-Community dazu gekommen, dass Eco-Produkte und Eco-Unterkünfte immer beliebter werden.
Speichere dir den Beitrag für die Planung deines nächsten nachhaltigen Surfurlaubs!





