Egal, ob Monstera, Calathea oder Alocasia: Zimmerpflanzen sind in den letzten Jahren am Boomen und geben deiner Wohnung den letzten, biophilen Touch. Auch in europäische Gärten finden tropische Pflanzen immer häufiger Einzug. Doch wie nachhaltig sind exotische Pflanzen wirklich? BILD: Pixabay (Roter Eukalyptus)
Das Problem mit exotischen Pflanzen
Grundsätzlich sind exotische Zimmerpflanzen nicht unbedingt problematisch. Ihre Nachhaltigkeit hängt jedoch stark von ihrer Herkunft und Anzucht sowie von deiner Pflege zu Hause ab. Viele der bei uns beliebten Arten stammen nämlich aus tropischen Produktionsländern, dort werden sie oft unter Einsatz von Pestiziden kultiviert. Das belastet vor allem das Grundwasser, die Tierwelt und die Arbeiter*innen in den Herkunftsländern. Es kann aber auch für die Umwelt hierzulande und für dich schädlich werden, wenn Rückstände an den Pflanzen zurückbleiben.
Anschließend werden die Stcklinge über weite Strecken nach Europa transportiert, wodurch unnötig CO₂ produziert wird. Dazu kommt, dass sie häufig in torfhaltiger Erde gezüchtet werden, was die CO₂-Bilanz zusätzlich verschlechtert. Beim Torfabbau werden nämlich Moore zerstört und der darin gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt. Das ist besonders problematisch, da Moore etwa doppelt so viel CO₂ speichern wie alle Wälder der Welt zusammen.
Und auch bei exotischen Pflanzen im eigenen Garten ist Vorsicht geboten. Neben den zuvor erwähnten Problemen kommen hier die mögliche Invasivität und der Insektenschutz hinzu. Manche Neophyten – vor allem, wenn Gartenabfälle von ihnen falsch entsorgt werden – bergen die Gefahr, dass sie sich außerhalb der Ziergärten in der Wildnis verbreiten und heimische Arten verdrängen. Das hat wiederum zur Folge, dass Insekten und Tiere Probleme haben, Nahrung zu finden.
Gehen exotische Pflanzen auch nachhaltig?
Zunächst solltest du beim Kauf auf Siegel wie Bioland, das EU-Biosiegel, Milieu Programma Sierteelt oder Fairtrade achten. Leider sind diese in herkömmlichen Läden aber nicht so oft zu finden. Deshalb empfiehlt es sich auch, einen Blick auf die Webseite der Hersteller zu werfen, um zu prüfen, ob die Lieferketten dort transparent dargestellt werden.Beim Kauf sollte man am besten auf solche Exemplare verzichten, die in Plastiktöpfen geliefert werden. Der hohe Müllverbrauch der Industrie stellt nämlich ebenfalls ein Problem dar. Zuletzt würde ich dir empfehlen, lieber kleinere Läden als große Ketten zu besuchen. Dort erhältst du meist transparentere Informationen und unterstützt sie zusätzlich.
Am besten wäre es jedoch, wenn du aus Ablegern deiner eigenen Pflanze oder der eines Bekannten, Freundes etc. einfach deine eigene anzüchtest! Und das natürlich am besten so nachhaltig wie möglich. Tipps dafür haben wir dir in diesem Artikel zusammengestellt.
Wie sieht es bei dir aus? Hast du vielleicht weitere Nachhaltigkeitstipps? Schreib sie gerne in die Kommentare!


