Ayurveda, das „Wissen vom Leben“, ist eine traditionelle indische Heilkunst, die bis heute vor allem in Indien, Nepal und Sri Lanka sehr verbreitet ist. Dort ist sie zum Teil der klassischen Medizin gleichgestellt. Ayurveda gilt als das älteste Gesundheitssystem der Welt. Mehr als 5000 Jahre alte Schriften belegen, wie weit das ganzheitliche Gesundheitskonzept in die Geschichte zurückreicht. Wahrscheinlich sogar noch weiter, da viele Praktiken und Kenntnisse vor allem mündlich weitergegeben wurden.
In der westlichen Welt ist Ayurveda vor allem im Zusammenhang mit Wellness in den letzten Jahren immer bekannter und beliebter geworden. Auch viele der Green Pearls® Hotels orientieren sich im Wellnessbereich und in der Küche am Ayurveda-Prinzip. In diesem Beitrag haben wir euch das indische CGH Earth Hotel SwaSwara vorgestellt, in dem Ayurveda eine besonders große Rolle spielt. Jetzt wollen wir noch ein bisschen tiefer eintauchen und mehr über das ganzheitliche Konzept herausfinden.
Alles hängt mit allem zusammen
Ayurveda ist eine Kombination aus jahrtausendealten Erfahrungen, Wissen und Philosophie, die sich auf die physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Aspekte unseres Lebens konzentriert. Da alles mit allem zusammenhängt, hat die altindische Heilkunst einen ganzheitlichen Anspruch: Zentrale Elemente sind Massage- und Reinigungstechniken, die Ernährungslehre, eine spirituelle Yogapraxis und Pflanzenheilkunde.
Bei allen Anwendungen und Lebenspraktiken geht es darum, das Wohlbefinden zu steigern und Krankheiten vorzubeugen. Gifte sollen abgeleitet und der Körper entschlackt werden. Stressmanagement, die Verbesserung der Fitness und die Verbundenheit zur Natur spielen ebenfalls eine wichtige Rolle im Ayurveda. Aus all diesen Bausteinen entsteht ein ganzheitlicher und nachhaltiger Lebensstil, der sich durch Respekt vor der Umwelt und Achtsamkeit im Umgang mit dem eigenen Körper auszeichnet.

Die drei Doshas als Basis der ayurvedischen Lehre
Ein zentraler Begriff im Ayurveda ist „Dosha“, mit dem die Grundenergien des Körpers bezeichnet werden. Jedem Dosha sind zwei der fünf Elemente zugeordnet:
- Vata (Luft und Äther)
- Pitta (Feuer und Wasser)
- Kapha (Wasser und Erde)
Diese verleihen uns unsere individuellen Konstitutionen und regulieren die verschiedenen körperlichen und geistigen Funktionen. Herrscht ein Ungleichgewicht, kann das zu Unwohlsein und Krankheit führen. Entsprechend wird zu Beginn einer ayurvedischen Behandlung zunächst die individuelle Konstitution der Doshas bestimmt, um sie anschließend ins Gleichgewicht zu bringen.
An dieser Stelle solltet ihr bedenken: Wir alle haben eine unterschiedliche Verteilung der Doshas, die sich aus unseren Erfahrungen und unserer Lebensweise im Laufe des Lebens entwickelt hat. Die meisten von uns neigen also in eine oder sogar zwei Richtungen und werden dementsprechend z. B. als Pitta-Typ oder Vata-Kapha-Typ bezeichnet. Auch darauf wird bei Ayurveda Massagen, Anwendungen, Yoga und Ernährung Rücksicht genommen.
Um die Balance zwischen den Doshas wiederherzustellen und angesammelte Gifte und Schlacken auszuleiten, werden Ernährungs- und Ordnungstherapie, verschiedene Kräuter und Öle sowie bestimmte Reinigungsverfahren, sogenannte Panchakarma eingesetzt. Zu einem Panchakarma gehören das Fasten und (Dampf-)Bäder. Auch Einläufe, therapeutisches Erbrechen und Aderlass zählen zu den traditionellen Praktiken, wobei diese in den Ayurveda-Hotels meist nur in abgeschwächter oder abgewandelter Form zu finden sind (z. B. als Abführ-Kur). Verbreitet sind dagegen Massagen, Yoga- und Atemübungen, Farb- und Musiktherapien sowie die ayurvedische Ernährung mit passenden Workshops, wie sie zum Beispiel im Hubertus Mountain Refugio, im LA VIMEA oder im CERVO Mountain Resort Zermatt angeboten werden.

Die ayurvedische Lebensweise im Überblick
Das Ernährungskonzept
Ernährung spielt im Ayurveda eine große Rolle. Das heißt unter anderem, dass eure Nahrungsmittelwahl auf eure individuelle Dosha-Konstitution abgestimmt sein sollte, da diese auch eure Verdauung beeinflusst. Selbst das gesündeste Nahrungsmittel bringt nichts, wenn euer Körper es nicht gut verarbeiten kann. In der ayurvedischen Küche kommt daher selten Rohkost vor, fast alle Speisen werden gekocht. Süße Mahlzeiten werden oft vor der Hauptmahlzeit gereicht, weil sie schwerer zu verdauen sind.
Außerdem wird viel Wert daraufgelegt, dass eine Mahlzeit euch alle Funktionen des Essens abverlangt – beißen, saugen, kauen, lecken, schlucken – und dass die Geschmacksempfindungen („Rasas“) sauer, salzig, bitter, herb und scharf in harmonischer Weise kombiniert werden. Auch hier wird wieder auf eure individuelle Dosha-Zusammensetzung geachtet.
In der ayurvedischen Küche gibt es zehn Königsgewürze, denen große Heilkräfte zugesprochen werden, darunter Kreuzkümmel, Kurkuma, Fenchel und Koriander. Ziemlich lecker ist sie übrigens auch, besonders dann, wenn ihr sie gemeinsam mit anderen Menschen in Ruhe und in gelöster Atmosphäre einnehmt. Und sie basiert auf einer besonders schönen Grundregel: „Wenn du isst, dann esse.“ Also spiele nicht am Handy herum 😉
Massagen und Anwendungen
Auch bei den ayurvedischen Massagen ist das Ziel, unserem Körper ganzheitlich etwas Gutes zu tun, ihn zu entschlacken und entgiften und Blockaden auf physischer und psychischer Ebene zu lösen. Dafür kommt neben den Händen der Therapeuten vor allem mit Kräutern versetztes Sesamöl auf verschiedene Weise zum Einsatz.
Ayurveda und Yoga
Sanfte Bewegungseinheiten in Form einer spirituellen Yoga-Praxis sind fester Bestandteil der ayurvedischen Lehre. Je nach Dosha könnt ihr so euren Körper aktivieren und mit Energie aufladen oder das Feuer und die Unruhe in euch dämpfen. Solche Yogaübungen könnt ihr auch ganz leicht zu Hause in euren Alltag integrieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einer kurzen Dehneinheit nach dem Aufstehen oder nach der Arbeit?

Ayurveda als Lebensstil ist eine Möglichkeit, euren Körper und euren Geist nachhaltig zum Positiven zu verändern. Wenn ihr tiefer in das Thema einsteigen wollt, dann empfehlen wir euch eine Ayurveda Reise zu machen oder für einen Aufenthalt in einem Ayurveda Hotel zu buchen. Der Vorteil dort ist, dass ihr aus eurer alltäglichen Umgebung heraus seid und so neue Verhaltensweisen leichter erlernen und implementieren könnt. Erst recht, wenn ihr von den geschulten Experten unserer Green Pearls® Partner an die Hand genommen werdet.
Mehr zum Thema Ayurveda und fernöstliche Medizin findet ihr hier:
Indien – Die Wiege des Yoga und Ayurveda
Heilmethoden aus Fernost: TCM und Ayurveda





Und mittlerweile sind Ayurveda, Naturheilkunde, Homöopathie und andere Arten alternativer Medizin weit verbreitet und in vielerlei Hinsicht erfolgreich in das nationale Gesundheitssystem Indiens integriert.