Nach 20 Jahren finden die Olympischen Winterspiele wieder in Europa statt – und zwar vom 6. bis 22. Februar 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo im Weltnaturerbe Dolomiten. Vielleicht fragst du dich: Kann so ein riesiges Sportereignis überhaupt nachhaltig sein? Die ehrliche Antwort: Ganz sicher nicht vollständig. Doch wie schon die Spiele in Paris gezeigt haben, ist einiges möglich, wenn nachhaltige Konzepte ernst genommen werden.
Können die Olympischen Spiele überhaupt nachhaltig sein?

Komplett nachhaltig kann ein Mega-Event wie die Olympischen Spiele kaum sein. Zu groß ist der Ressourcenverbrauch, zu viele Menschen sind gleichzeitig unterwegs, zu viel Infrastruktur wird benötigt. Doch es gibt Beispiele, die zeigen: Es lässt sich einiges verbessern.
Positiv-Beispiele aus Paris (Olympische Sommerspiele 2024):
- Der offizielle Nachhaltigkeitsbericht besagt, dass 98,4 % des Energiebedarfs durch Strom aus dem Netz gedeckt wurden, der vom Premiumpartner EDF als erneuerbar zertifiziert war.
- Die Wasserqualität der Seine wurde verbessert und es gibt sogar drei überwachte Badestellen. (Falls du das mit eigenen Augen sehen willst, so empfehlen wir dir das Hotel Le Pavilion, ein kleines nachhaltiges Boutique-Hotel mit Innenhof zentral und fußläufig zur Seine)
- Die temporären Spielstätten wurden nach den Spielen bereits wieder abgebaut.
Exkurs: Weniger Zuschauer, mehr Nachhaltigkeit?
Spannend ist, dass trotz Corona die Spiele in Tokio (2021) als weniger nachhaltig als die in Paris bewertet wurden – und das, obwohl dort nur sehr wenige Zuschauer vor Ort waren. Die Anreise der Fans ist also nicht automatisch das größte Problem. Vielmehr geht es darum, wie die Region, die Veranstalter und auch du selbst deine Reise gestalten.
Temporäre Spielstätten und die Kontroverse um die Bobbahn in Cortina
Gerade die Nutzung vorhandener Spielstätten sowie temporäre (also wieder abbaubare) Spielstätten machen ökologisch Sinn. Was sonst passieren kann, zeigt warnend Turin 2006: Zahlreiche damals errichtete Sportstätten sind heute zunehmend verfallende Ruinen, die die Landschaft belasten und keinerlei Nachnutzung erfahren haben.
Ein Beispiel sind die Bob- und Rodelbahn in Cesana Torinese sowie die Skisprungschanzen in Pragelato, die seit Jahren leer stehen. Felix Neureuther, ehemaliger deutscher Skirennfahrer und Weltmeister von 2005, hat sich für die ARD-Doku „Felix Neureuther – Spiel mit den Alpen“ diese “Lost Places” in Turin angesehen und war mehr als schockiert.
YouTube-Video mit einem Drohnenflug über die zum „Lost Place“ verkommene Bobbahn:
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Die umstrittene Bobbahn in Cortina für Olympia 2026
Heftig diskutiert wurde vor diesem Hintergrund der Neubau der Bob- und Rodelbahn in Cortina. Anstatt die historische Bahn von 1956 zu renovieren, wurde diese 2023 abgerissen und durch eine neue Anlage mit 16 Kurven und komplexer Vereisungstechnik ersetzt. Trotz Widerstands des IOC, das bestehende Bahnen im Ausland favorisierte, setzten die Organisatoren den Bau durch. Die Kosten haben sich verdreifacht, wertvoller Bergwald wurde gerodet – und eine dauerhafte Nachnutzung ist zu diesem Zeitpunkt eher fraglich.
Kritische Stimmen aus Südtirol
Klimaforscher Georg Kaser warnt auf einer Podiumsdiskussion mit Südtiroler Hochschulen: Die Spiele erschweren es, Emissionen rechtzeitig zu senken. Gewinne kämen zudem vor allem Wirtschaftslobbys und der Skibranche zugute, obwohl nachhaltiger Qualitätstourismus langfristig sinnvoller wäre. Elide Mussner, Gemeindereferentin und Co-Vorsitzende der Grünen Partei, kritisiert, dass Gelder in einen „Wintertourismus von gestern“ fließen.
Diese Kritik wirft zusätzlich zu der Diskussion rund um die Olympischen Spiele eine grundsätzliche Frage auf: Haben die Alpen durch den Klimawandel überhaupt noch eine Zukunft als Wintersportregion? Mehr dazu hier: Die Schweiz im Wandel: Beste Reisezeiten & Klimafakten. Ebenfalls haben wir uns hier mit dem Thema „Nachhaltiger Wintersport“ beschäftigt.
Nachhaltigkeit bei den Winterspielen 2026
Neben aller Kritik an der Umsetzung der Spiele gibt es aber auch Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit. Abgesehen von den zwei permanenten Neubauten (Santa Giulia Stadion in Mailand und die Bob- und Rodelbahn in Cortina) werden bestehende Sportstätten genutzt oder temporäre Bauten errichtet, die nach den Spielen wieder verschwinden. Außerdem soll Olympia 2026 zu 100 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
- Ebenfalls positiv: Schon jetzt gibt es von den Veranstaltern einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht

Nachhaltig zu Olympia reisen – Pro und Contra
Ob es sinnvoll ist, zu den Spielen zu reisen, hängt stark davon ab, wie du deine Entscheidung triffst. Grundsätzlich gilt: Veranstaltungen dieser Größenordnung werden nie komplett nachhaltig sein. Doch es gibt Aspekte, die dafür- und dagegensprechen.
Pro:
Wenn du dich für eine Reise entscheidest, kannst du lokale Betriebe unterstützen und von den Verbesserungen profitieren, die in der Region angestoßen wurden – etwa beim öffentlichen Verkehr oder in der Energieversorgung. Die Spiele lenken zudem Aufmerksamkeit auf Nachhaltigkeitsthemen im Wintersport und können ein Umdenken fördern.
Contra:
Die An- und Abreise bleibt der größte Hebel – vor allem, wenn du mit dem Flugzeug kommst. Hinzu kommen der hohe Ressourcenverbrauch und die Belastung sensibler Bergregionen durch massenhafte Touristen. Kritiker*innen fürchten, dass der kurzfristige Massentourismus zu den Spielen langfristig mehr Schaden anrichtet, als Nutzen bringt.
Am Ende zählt also, wie bewusst du deine Olympia-Reise gestaltest: mit der Wahl der Anreise, deiner Unterkunft und der Mobilität vor Ort.
Tipp: Reise mit dem Zug oder Fernbus und wähle eine nachhaltige Unterkunft, vermeide Müll und bleibe innerhalb der ausgewiesenen Bereiche. Wir empfehlen dir hierzu unseren Green Travel Guide zu den Dolomiten.
Nachhaltig übernachten während der Winterspiele

Wer die Olympischen Winterspiele 2026 in den Dolomiten erleben möchte, findet mit unseren Green PearlsⓇ Partnerhotels ideale Rückzugsorte, die seit vielen Jahren auf Nachhaltigkeit setzen.
#1 My Arbor bei Brixen
Baumhotel, Wellnesshotel und Adults-Only – perfekt, um sportliche Erlebnisse mit nachhaltigem Luxus und Entspannung zu verbinden. Nur 15 Minuten von Brixen entfernt (kostenloser Shuttle) hast du eine ideale Lage inmitten der verschiedenen Spielstätten.
Hier siehst du die Entfernungen:

- Hier findest du das spezielle Olympia-Angebot für Gäste.
#2 Paradiso Pure.Living Vegan Hotel auf der Seiser Alm

Das erste 100 % vegane Hotel in den Dolomiten liegt direkt an der Piste auf über 2.000 Metern Höhe. Mit nur einem Skipass hast du Zugang zur gesamten Dolomiti Superski Area – Austragungsort der Winterspiele. Ideal für alle, die Olympia-Besuch und eigene Wintersportabenteuer kombinieren möchten.
- Mehr Infos erhältst du hier.
Olympia 2026: Wie nachhaltig wird es werden?
Letztendlich werden wir erst hinterher wissen, wie nachhaltig die Spiele wirklich waren. Der Chef des Organisationskomitees (OK) von Antholz, Lorenz Leitgeb, hat Felix Neureuther nach seiner kritischen Doku übrigens in Antholz getroffen und auch eingeladen “nach Olympia vorbeizukommen, um gemeinsam zu schauen, was daraus gemacht wurde.“
Und ja, wir freuen uns natürlich auch darauf, die Spiele zu sehen und sind auch gespannt auf die sportlichen Leistungen, die uns erwarten.
Was ist deine Meinung? Ist es nachhaltig vertretbar, zu den Olympischen Winterspielen zu reisen?
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