Draußen flimmert die Sommerhitze, der Rasen ist verbrannt, die Erde staubtrocken – und dann erreicht mich eine Mail aus Nepal: „The monsoon has just started here – everything is green.“ Für einen Moment war ich gedanklich ganz woanders. Inmitten leuchtender Reisfelder, dampfender Erde, tropfender Blätter. In einer Welt, die atmet. Während in Europa Wälder wie im Harz verdorren, versinkt der Süden Asiens im saftigen Grün. Lush Green, wie es so schön heißt.
Üppiges Grün statt staubiger Hitze
Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Warum sehen wir die Regenzeit eigentlich als Nachteil, obwohl sie eigentlich die vielleicht schönste Zeit zum Reisen ist? Nachhaltig ist es obendrein, denn zur Regenzeit bist du in der Regel abseits der touristischen Massen unterwegs. Weniger überfüllte Sehenswürdigkeiten, niedrigere Preise und Natur pur. Deshalb habe ich Menschen aus unserem Netzwerk gefragt, wie sich das Reisen in der Regenzeit wirklich anfühlt. Den Anfang macht Kambodscha.
„Deo hat keinen Zweck“ – Regenzeit in Kambodscha (Juni bis November)

„Die Regenzeit in Kambodscha ist super”, sagt Valentin Pawlik, der gemeinsam mit seiner Frau Anna das Canvas & Orchids Retreat mitten im Regenwald Kambodschas leitet. Hier übernachtest du in Zelt-Villen auf schwimmenden Plattformen direkt auf dem Fluss. Umgeben von sattgrüner Natur – vor allem in der Regenzeit.
Der Monsun bringt Kambodscha nicht nur Regen, sondern auch Leben: Die Landschaften verwandeln sich in grüne Oasen, Flüsse schwellen an, die Reisfelder werden neu bepflanzt, und Wildtiere kehren zurück. „Wer noch nie einen Monsunregen erlebt hat, sollte das unbedingt mal tun – es ist unglaublich“, schwärmt Valentin.
In der Regel regne es nur ein paar Stunden am Tag – dabei sei es angenehm warm, und danach ruhig und frisch. „Angkor Wat im Regen ist magisch“, erzählt er weiter. „Manchmal lohnt es sich einfach, nass zu werden.“ Und Deo bräuchte man nicht einpacken – das sei durch die Hitze und die Nässe absolut zwecklos!
In der Regenzeit gibt‘s die besten Fotos!

Für Fotograf*innen ist die Regenzeit übrigens ein Geheimtipp. Valentin erklärt: „Das Licht ist klarer, der Himmel spannender, die Farben intensiver“. Darum sei die Regenzeit die beste Zeit für Fotos (mit Glück auch von der besonderen Tierwelt).

Extra-Tipp: Yoga-Retreat bei Angkor Wat
Wenn du Angkor Wat besuchst, kannst du deine Reise wunderbar mit einem 3-tägigen Yoga-Retreat* verbinden – inklusive authentischem Yoga, Spa, Sound Healing und moderner Fitness.
Das Retreat im Angkor Grace Residence & Wellness Resort bietet dir englischsprachigen Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene.
Herausforderungen durch den Monsun
Natürlich bringt die Regenzeit auch Herausforderungen mit sich: Es kann zu Überschwemmungen in ländlichen Regionen kommen, manche Unterkünfte schließen in der Nebensaison, und Reisen auf dem Land dauert gelegentlich etwas länger. „Früher war es schwierig, während der Regenzeit zu reisen. Wegen schlechter Straßen und kaputter Brücken“, erklärt Valentin. „Aber heute sind die Hauptverbindungen gut ausgebaut, und viele Sorgen, die in alten Reiseführern stehen, sind überholt.“

Auswirkungen vom Klimawandel auf den Monsun
Der Klimawandel könnte allerdings schon bald wieder für neue Probleme sorgen. Greenpeace erklärt in diesem Artikel, wie die Klimakrise das Monsungleichgewicht durcheinander bringt: Der Indische Ozean wird wärmer, Trockenzeiten werden länger, Regenphasen unberechenbarer. Somit ist auch die Regenzeit etwas, das sich verändert, und das wir in Zukunft wohl nicht mehr so erleben können, wie es jetzt ist.
Monsunzeit in Nepal (Juni bis September) – begleite die Locals bei der Reisernte

Rajiv Desraj Shrestha, General Manager des The Pavilions Himalayas – The Farm, schwärmt von der Regenzeit in seiner Heimat:
„Wie die Landschaft mit ihren Reisterrassen, nebligen Morgenstunden und ihrer bunten Flora zum Leben erwacht. Die Aussicht von deiner Villa ist dann wie ein lebendes Gemälde, das sich ständig verändert und die Seele berührt.“ – Rajiv
Von Mitte Juni bis Ende September bringt der Monsun neues Leben in die Hügellandschaft rund um Pokhara. Nebelschwaden ziehen durch das Tal, sattgrüne Reisterrassen stufen sich die Hänge hinab, und die Luft ist erfüllt vom Duft nasser Erde und frisch sprießender Pflanzen.
Ein besonderer Höhepunkt in dieser Zeit ist das traditionelle Ropain-Fest, zum Beginn der Reisernte (Termine 29.06.2025, TBC Juni 2026). Das Fest wird unterschiedlich begangen, doch um ein authentisches Instagram-Foto zu posten, musst du am Ende des Tages schlammverschmiert sein 🙂

Im The Pavilions Himalayas – The Farm, einem preisgekrönten Eco-Hotel mit Charity-Ansatz, spielt die Verbindung zur lokalen Landwirtschaft und dem Umstieg auf Bio-Produktion eine ganz besondere Rolle.
Mehr darüber erfährst du in diesem Artikel zur besonderen Geschichte des Resorts.
Wenn du magst, kannst du rund um das Resort sogar selbst mithelfen, barfuß durch den weichen, nassen Boden waten und Seite an Seite mit den Bäuer*innen Reissetzlinge in die Erde drücken.
Malediven und Regen? Dann erst recht ins Wasser!
„Was kümmert dich unter Wasser der Regen?“ – so bringen es unsere Partner vom Gili Lankanfushi auf den Punkt. Und tatsächlich: Wenn du jemals davon geträumt hast, Walhaien und Manta-Rochen beim Tauchen oder Schnorcheln zu begegnen, ist jetzt genau die richtige Zeit dafür.
Denn während des Westmonsuns von Mai bis November sammeln sich in der Hanifaru-Bucht im Baa-Atoll riesige Mengen an Plankton – und damit genau das, was diese Meeresriesen lieben. Bis zu 200 Mantas und 20 Walhaie wurden hier bereits gleichzeitig gesichtet. Selbst Schnorchler*innen können ihnen ganz nah kommen. Ein echtes Naturschauspiel, das du nicht verpassen solltest – und das es nur zur Regenzeit gibt.

Info: Haie sind weltweit bedroht. Wie der WWF betont, stehen Haie unter Wasser an der Spitze der Nahrungskette und wenn ihre Population aus dem Gleichgewicht gerät, hat dies somit auch Folgen auf alle anderen Meerestiere. Informiere dich daher vorher über die Nachhaltigkeit deines Tour-Anbieters, das richtige Verhalten auf dem Boot und im Wasser, halte Abstand und begegne allen Tieren (unter und über Wasser) mit Respekt. Wenn du dir unsicher bist, ob dein gewählter Anbieter wirklich tierschutzkonform handelt, verzichte lieber auf den Trip.
Im Gili Lankanfushi wohnst du in luxuriösen Villen auf Stelzen über dem Wasser – perfekt, um nach einem Tauchgang direkt in die Lagune zu springen oder dich auf der Terrasse vom warmen Regen berieseln zu lassen. Das nachhaltige Green PearlsⓇ Resort setzt sich aktiv für den Schutz der Korallenriffe ein und arbeitet mit Meeresbiolog*innen vor Ort. Gäste können an Führungen teilnehmen, mehr über bedrohte Arten lernen oder selbst beim Korallenpflanzen helfen.

Tipp: 8-tägiges Tauchcamp mit Tigerhaien – nur für erfahrene Taucher*innen
Wenn du bereits zertifizierte*r Taucher*in (min. AOWD oder gleichwertig) bist und Lust auf ein echtes Abenteuer hast, könnte dieses 8-tägige Tauchcamp auf der Insel Fuvahmulah* genau das Richtige für sein. Fernab der kommerziellen touristischen Tauchspots gilt Fuvahmulah als einer der letzten wilden Hotspots für Tigerhaie. An sechs Tauchtagen erwarten dich jeweils drei Tauchgänge mit erfahrenen englischsprachigen Guides. Infos zum Camp und zur Buchung findest du hier: 8 Day Fuvahmulah Tiger Shark Diving Trip
Affiliate Link (nur Engl) https://www.tripaneer.com/shark-island-dive/8-day-fuvahmulah-shark-diving-trip-for-certified-divers-only?lang=en&aid=10970
Peru zur Regenzeit erleben – Zwischen Dschungelregen und Nebelzauber

Amazonasregen – Tierbeobachtung im Rhythmus des Wassers
Im peruanischen Amazonasgebiet gibt es keine klassische Trockenzeit. Der tägliche Kreislauf aus Verdunstung und Regen sorgt dafür, dass hier einer der artenreichsten Lebensräume der Erde gedeiht. Zwischen November und April regnet es allerdings häufiger und intensiver: Das ist die offizielle Regenzeit. Für Tierbeobachtungen ist diese Zeit ideal – denn Affen, Kaimane, Faultiere und unzählige Vogelarten nähern sich auf der Suche nach Nahrung den Uferzonen.
Klar, Wege können mal unpassierbar oder sehr matschig sein. Doch wer in den Dschungel reist, sucht schließlich das Abenteuer – und wird mit leuchtendem Grün, spektakulären Geräuschen und einem einmaligen Naturerlebnis belohnt.
Tipp: Die nachhaltige Dschungel-Lodge Inkaterra Reserva Amazónica mitten im Amazonas-Tiefland, am Rio Madre de Dios, bietet dir direkten Zugang zu einem spektakulären Netz aus Hochseilbrücken, auf denen du sicher durch die Baumkronen wanderst. Immer mit dabei: erfahrene Guides, die dir zeigen, was dein Auge allein vielleicht übersehen würde.
Mehr Infos zur Reisevorbereitung (Impfungen, Packliste etc.) findest du auch in unserem Artikel über dein nachhaltiges Dschungelabenteuer im Amazonas.
Mystischer Nebelwald statt Touristenmassen – Die Regenzeit in den Anden

Regenzeit in den peruanischen Anden bedeutet vor allem eines: Nebel. Und der verleiht Orten wie Machu Picchu eine fast mystische Atmosphäre. Viele Reisende bevorzugen die Trockenzeit zwischen Juni und August – was zu einem enormen Ansturm führt. Dabei ist es ruhiger und günstiger, in der Nebensaison von Oktober bis März zu reisen.
Der Nebelwald wurde übrigens mit Hilfe unseres Green PearlsⓇ Partners, dem Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel wieder aufgeforstet. Dort, wo heute das mehrfach ausgezeichnete Hotel steht, war einst karges Land. In den 1970er Jahren begann Inkaterra-Gründer José Koechlin an dieser Stelle, Bäume zu pflanzen. Es dauerte 15 Jahre, bis sich der Nebelwald zurückmeldete – mit Vögeln, Schmetterlingen, wilden Orchideen. Heute erwartet dich rund um das Hotel ein Refugium mit über 300 Vogelarten, 372 heimischen Orchideen und 98 Farnarten.
Fazit: Regenzeit – ein Naturwunder mit Abenteuergarantie

Die Regenzeit gehört zu den faszinierendsten Naturphänomenen unserer Erde. Sie ist Teil eines globalen Wettersystems, das Leben schenkt – und das durch die Klimakrise zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät. Wer sich entscheidet, genau in dieser Zeit zu reisen, erlebt nicht nur eine üppig grüne Landschaft, sondern auch eine tiefere Verbindung zur Natur und zu den Menschen vor Ort.
Aber beachte: Ein Urlaub zur Monsunzeit ist nichts für reine Liegestuhlurlauber*innen oder Genussreisende – er fordert dich heraus, lässt dich staunen, manchmal auch improvisieren, und vor allem wachsen. Mit erfahrenen lokalen Guides und Gastgeber*innen an deiner Seite, bist du aber bestens vorbereitet auf dein Regenzeit-Abenteuer.
Und noch ein letzter Tipp von Valentin aus dem kambodschanischen Regenwald: Die Locals tragen bei Regen am liebsten Flipflops – du aber solltest auf leichte, aber feste Trekking-Schuhe setzen. Sie werden nass – aber du bleibst sicher auf den Beinen.
FAQ: Häufige Fragen zum Reisen in der Regenzeit
1. Ist Reisen in der Regenzeit gefährlich?
Nein – zumindest nicht grundsätzlich. In vielen Ländern sind die Infrastrukturen heute deutlich besser als früher. So erklärt Valentin vom Canvas & Orchids Retreat in Kambodscha: „Das Straßennetz hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Früher konnte man bei starkem Regen tagelang steckenbleiben – heute ist das kein Thema mehr.“
Wichtig ist: Wer zur Regenzeit reist, sollte flexibel bleiben, sich vorab über regionale Besonderheiten informieren und erfahrene lokale Guides an seiner Seite haben.
2. Welche Tiere sieht man in der Regenzeit besonders gut?
Gerade in der Regenzeit lassen sich in vielen Regionen Tiere besonders gut beobachten:
- Amazonas, Peru: Durch den höheren Wasserstand kommen viele Tiere näher ans Ufer. Die Chancen stehen gut, Affen, Faultiere, Kaimane und seltene Vögel zu sehen.
- Kambodscha: Mit etwas Glück kannst du Languren, Eisvögel oder Wasserbüffel beobachten – meist ganz in der Nähe der Öko-Resorts.
- Malediven: In der Hanifaru-Bucht sammeln sich zwischen Mai und November riesige Mengen Plankton – das lockt Manta-Rochen und Walhaie Schnorchler*innen können ihnen erstaunlich nah kommen.
3. Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Regenzeit aus?
Der Klimawandel bringt die Jahreszeiten aus dem Gleichgewicht – das gilt auch für den Monsun. Wie Greenpeace erklärt, hat sich die Regenzeit in vielen Regionen verändert: „Die steigende Temperatur des Indischen Ozeans führt dazu, dass Intensität und Regelmäßigkeit des Monsuns abnehmen – gleichzeitig kommt es immer häufiger zu extremem Starkregen.“ Folgen sind u. a. längere Trockenphasen, schwer planbare Regenperioden, Erdrutsche und Überschwemmungen – besonders in Regionen wie Indien, Bangladesch oder Pakistan.
4. Wie viel regnet es in der Regenzeit?
Das ist je nach Region sehr unterschiedlich – meist handelt es sich nicht um Dauerregen, sondern um kräftige Schauer, oft am Nachmittag oder in der Nacht. Manchmal einige Stunden lang.
- In Kambodscha dauert die Regenzeit von Mai bis Oktober, oft gibt es nur eine Stunde bis drei Stunden Regen pro Tag.
- Im peruanischen Amazonas regnet es zwar grundsätzlich oft, aber die eigentliche Regenzeit mit besonders starken Schauern geht von November bis April.
- Auf den Malediven regnet es während des Westmonsuns (Mai–Oktober) vermehrt, aber auch hier ist es meist warm und sonnig zwischen den Schauern.
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