Meeresrauschen, der endlose Horizont, eine in der Sonne glitzernde Wasseroberfläche und feiner, weicher Sand unter deinen Füßen … Sandstrände sind einfach etwas ganz Besonderes und gehören nicht umsonst zu den beliebtesten Urlaubszielen. Doch wusstest du, dass Sand eine endliche Ressource ist und sogar schon ganze Strände geraubt wurden? Hier erfährst du, wie es um unsere Strände bestellt ist, wie wichtig ein nachhaltiger Strandurlaub ist und wie dieser aussieht.
Sand – Unsere wichtigste Ressource nach Wasser
Wie Sand am Meer. Soll heißen: in unendlicher Menge vorhanden. Doch dieses Sprichwort stimmt nicht mehr. Denn Sand ist (nach Wasser) die meist verbrauchte Ressource dieser Welt. Dies liegt am Beton – eine Mischung aus Zement mit Sand/ Kies und Wasser. Seit dem 19. Jahrhundert ist Beton das häufigste Baumaterial und kommt insbesondere im Städtebau vor. Wie wir in diesem Blogbeitrag über Dörfer im Wandel berichtet haben, zieht es immer mehr Menschen in die Städte und der dortige Bauboom verzehrt Unmengen an Beton, sowohl für die Gebäude als auch die gesamte Infrastruktur.

Singapur hat seine Fläche durch Sand vergrößert
Aktuell sitzen die größten Sandverbraucher im wirtschaftlich boomenden Asien. Singapur hat 500 Millionen Tonnen im Meer aufgeschüttet, um Land zu gewinnen. Der Sand dafür kam laut Berichten des Deutschlandfunks aus Indonesien, Kambodscha, Malaysia und Thailand. Durch das Absaugen des Sands vom Meeresboden sanken auf Indonesien 24 Sandinseln (Inseln, die größtenteils aus Sand bestehen) ab. Als Folge davon haben Indonesien, Kambodscha und Malaysia bereits Exportverbote für ihren Sand erlassen.
In den folgenden Jahren wird erwartet, dass Afrika nachzieht. Durch die dortig stark wachsende Bevölkerung werden die Städte explosionsartig ausgebaut und vergrößert.

Sandraub für Luxus-Resorts?
Im Jahr 2008 machte ein Sandraub auf Jamaika Schlagzeilen – über Nacht wurden 500 Lastwagenladungen feinster Sandstrand von einem Fischerdorf geraubt. Bis sich dieser Strand – und damit auch der dortige Lebensraum – wieder neu bildet, wird es mehrere Hundert Jahre dauern. Für das dortige Ökosystem war dieser Raub eine Katastrophe.
Der Fall wurde nie aufgeklärt, doch wurde der feine Sand wahrscheinlich an Luxus-Resorts für deren Strände verkauft.
Auch rund um den Viktoriasee in Ostafrika wurde bereits mehrfach von Sandrauben berichtet. Dies zeigt, dass die Ressource nicht einfach nur frei und im Übermaß verfügbar, sondern wertvoll ist und Begehrlichkeiten weckt.
1. Regel: Du musst zum Sandstrand kommen nicht der Sandstrand zu dir!
Unterstütze keine Hotels, die bei sich vor der Haustür feinen Sandstrand haben, während der Rest der Küste steinig oder felsig ist. Sicher, es gibt auch natürliche, sandige Küstenbereiche umgeben von Felsen, aber hinterfrage zumindest kritisch, ob das an dieser Stelle sein kann. Denn gekaufter Sandstrand stammt aus einem anderen Ökosystem und fehlt dort! Zudem ist die künstliche Verfrachtung von Küstensand nicht ökologisch. Das heißt: Entweder, nimmst du den Steinstrand in Kauf und genießt die raue Landschaft oder du suchst dir von vornherein ein Urlaubsziel, wo der Strand natürlicherweise so ist, wie du ihn dir wünschst.
Nachhaltige Eco-Hotels an Traumstränden
Bei Green PearlsⓇ findest du einige grüne Perlen, die direkt an feinen Traumstränden liegen und zudem nachhaltig engagiert sind. Sechs davon, möchten wir dir hier kurz vorstellen:
#1: ADLER Spa Resort SICILIA – Strand unter Naturschutz
Der sechs kilometerlange Strandabschnitt vor dem ADLER Spa Resort SICILIA ist ein vom WWF verwaltetes Naturreservat und zählt zu den schönsten Stränden von ganz Sizilien. Da der Strand des “Riserva Naturale Torre Salsa” von Dünen und Klippen gesäumt ist, findest du hier abgesehen von den Gästen des Resorts kaum Touristen. Die Mitarbeiter kümmern sich zusammen mit dem WWF darum, die Artenvielfalt und das dortige Ökosystem zu erhalten und reinigen zum Beispiel regelmäßig den Strand von angespültem Plastik. Hier erlebst du geschützten und gepflegten Strand im Süden Italiens.
#2 Cerf Island Resort auf den Seychellen – Traumstrand am Wasserschutzgebiet

Cerf Island ist nur 1,5 Kilometer lang und 1 Kilometer breit. Du bist somit umgeben von Sandstrand pur. Aber nicht nur das. Das glasklare Wasser mit seiner bunten Unterwasserwelt und den Mangroven Bäumen gehört zum Saint-Anne National Marine Park. Bei geführten Touren durch den Wasser-Nationalpark – entweder über Wasser auf Kajaktouren oder Unterwasser beim Tauchen und Schnorcheln – lernst du jede Menge über das Leben im Indischen Ozean.
#3 Puri Dajuma – Eco-Resort mit Privatstrand auf Bali
Bali ist berühmt für seine weißen Traumstrände, tropische Natur und eine magische Atmosphäre. Das Puri Dajuma ist ein Eco-Resort, das sich für Müllvermeidung, soziale Verantwortung und nachhaltigen Tourismus einsetzt. Du wohnst hier in kleinen, luxuriösen Hütten im balinesischen Baustil und bist direkt an einem Privatstrand – wie im Bilderbuch.
Tipp: Bevor du jetzt aber die Koffer packst und nach Bali reist, empfehlen wir dir unseren Artikel über Bali und die Schattenseiten. Hier erfährst du z. B. von einer Einheimischen, was Touristen auf Bali leider häufig falsch machen.
#4 Zeavola – Barfuß-Luxus auf Koh Phi Phi Leh in Thailand

Barfuß-Luxus ist das Lebensgefühl, das du im Zeavola genießen kannst. Du wohnst in natürlich gestalteten Villen und lässt dich treiben zwischen Strand, Kulinarik und Spa – immer mit dem Sand unter deinen Füßen. Das Resort befindet sich auf der thailändischen Insel Koh Phi Phi Leh und bietet auch PADI-Tauchkurse an. Hierbei wirst du für die wunderschöne Unterwasserwelt der Korallenriffe sensibilisiert.
#5 Gili Lankanfushi – Feiner Sand, Palmen und Korallen
Im Gili Lankanfushi stehen die Zimmer nicht am Strand mit Blick aufs Meer – sondern auf dem Meer und du blickst auf den Strand! Die Malediven sind als das niedrigste Land der Welt am stärksten von einem steigenden Meeresspiegel betroffen. Hierüber berichten wir in unserem Blog über bedrohte Inseln. Umso wichtiger ist es, auf nachhaltigen Tourismus zu setzen und ein Resort zu wählen, das, wie das Gili Lankanfushi, umweltfreundlich geleitet wird.
#6 Lifestylehotel SAND am Ostseestrand

Das Lifestylehotel SAND liegt In der zweiten Reihe am deutschen Ostseestrand in Timmendorfer Strand. Da es an der Ostsee mitunter windig sein kann, buchst du dir am Strand am besten einen typischen Ostsee-Strandkorb. Damit hast du den Sand wirklich nur unter den Füßen und nicht überall sonst auch.
Wie du am Hotelnamen bereits erkennen kannst, ist der Sand des Ostseestrandes eine Inspirationsquelle für das nachhaltige und natürliche Design des Hotels.
Ein nachhaltiger Strandurlaub – 9 Tipps

- Korallenfreundliche Sonnencreme: Sonnencremen mit Nano-Partikel schaden Korallen und evtl. auch anderen Meeresbewohnern wie Muscheln. Deshalb solltest dubeim Schwimmen im Meer aufpassen, welche Sonnencreme du verwendest. In Deutschland kannst du meeresfreundliche Sunblocker von Marken wie Lavera, Weleda oder I+M Berlin kaufen. Ansonsten achte auf Zeichen wie “Reef Safe”, “Coral Safe” o. ä.
- Wassersport: Anstatt Jetski oder anderer motorisierter Sportarten, wähle lieber sanfte Sportarten wie SUP, Kajak oder Surfbrett. So kannst du die Natur und das Meer viel besser genießen. Meeresrauschen statt Motorengeräusche 😉
- Lagerfeuer: Informiere dich genau, ob am Strand Feuer gemacht werden dürfen. Wenn ja, dann verwende nur chemisch unbehandeltes Holz und achte darauf, dein Feuer wieder ordentlich zu löschen und die Überreste korrekt zu entsorgen. (Und nein, Sand drüber schaufeln ist weder Löschen noch Entsorgen!)
- Kein Sand als Souvenir mitnehmen: Sand bleibt am besten dort, wo er heimisch ist. Das gilt auch für das klassische Glas voll Sand als Souvenier. Warum, erfährst du hier.
- Verzichte auf Plastik: Wenn du am Strand bist und siehst, was dort angespült wird, stellst du fest: Plastik ist ein echtes Problem! Verzichte darum auf Plastikverpackungen, -tüten und -spielzeug, die am Ende im Meer landen könnten.
- Beseitige deinen Müll – und den von anderen: Wenn du deinen Platz aufräumst, sei einfach so nett und nimm auch Müll mit, der nicht von dir selbst stammt. Dies gilt insbesondere für Zigarettenstummel. Diese enthalten nämlich toxische Stoffe, die den Gewässern schaden.
- Respektiere die Einheimischen: Informiere dich vorher über die Kultur des Urlaubslands und ob “oben ohne” hier als respektlos gilt. In manchen Ländern wird z. B. auch erwartet, dass Badeshorts für Männer bis zu den Knien reichen.
- Achte auf Meerestiere: Gerade bei Korallen musst du aufpassen, dass du sie nicht berührst oder beschädigst. Aber auch bei allen anderen Meerestieren gilt – beobachte als Gast und versuche die Tiere nicht zu stören. Seevögel solltest du auf keinen Fall füttern! Dies kann für sie schädlich sein.
- Bücher über Sand und Meer lesen: Wenn du auch gern mit einem Buch am Strand liegst, kannst du die Zeit dafür nutzen, Bücher über das Meer, Sand oder den Klimawandel zu lesen – dies sensibilisiert dich gleich mehr für deinen Aufenthaltsort.
Urlaub am Meer – ohne Sandstrand

Nicht jede Küste hat einen Sandstrand. Und es wäre ökologisch auch der völlig falsche Weg, wenn Touristen dies einfach überall erwarten würden – und so zum Sandraub indirekt beitragen (Stichwort: Angebot und Nachfrage). Stattdessen haben sich viele Länder etwas einfallen lassen, wie sich auch Steilküsten attraktiv gestalten lassen. “Bei uns auf Teneriffa sind die „piscinas naturales“ weitverbreitet und sowohl bei Gästen als auch bei Einheimischen sehr beliebt”, berichtet uns das OCÉANO Health Spa Hotel. “Hierbei handelt es sich um ein geschütztes Becken direkt im Meer, was auch nur mit natürlichem Meerwasser gespeist wird. Eines davon befindet sich direkt vor dem OCÉANO”.
Wir hoffen, wir konnten dir gute Tipps für deinen nächsten Strandurlaub geben und du weißt das Naturwunder Sand nun noch mehr zu schätzen (und zu schützen).
PS: Man denkt übrigens schon darüber nach, wie gebaut wird, wenn der Sand wirklich zu knapp wird. Beton müsste recycelt werden. Leider ist das Interesse in der Industrie hierfür noch gering. Unsere Prognose: Solang die Politik keine Gesetze erlässt und die Wirtschaft dazu zwingt, wird im Bereich Ressourcenschutz von Sand gar nichts passieren. Umso wichtiger ist es, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung überall dort zu unterstützen, wo es uns möglich ist.
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