ansDu reist gerne? Dann gehörst du zu den privilegierten 20 bis 30 Prozent der Weltbevölkerung, die sich Urlaube (im Ausland) leisten können. Mit diesem Privileg kommt – unserer Meinung nach – auch die Verantwortung, sozial, fair und bewusst zu entscheiden und zu handeln.
Wir wollen dir nicht das Reisen verbieten
Denn unserer Meinung nach, hat Reisen eben auch sehr viele Vorteile, trägt zu Verständnis und Veränderung bei und ist ganz nebenbei die Lebensgrundlage vieler Menschen auf der Welt. Falls dich dieses Thema interessiert, schau dir im Anschluss an diesen Blogartikel gern folgende Texte an:
Hotels formen Gesellschaft – das zeigt auch die Forschung

Zu den zentralen Akteuren im Tourismus gehören Hotels. Dementsprechend groß ist ihr Einfluss auf die Entwicklung und Nachhaltigkeit unserer Reisen.
Die neue FutureHotel-Studie des Fraunhofer-Instituts zeigt zudem deutlich, dass Hotels durch den wachsenden Tourismussektor auch gesellschaftlich eine immer größere Rolle einnehmen. Sie prägen nicht nur das Reiseerlebnis ihrer Gäste, sondern beeinflussen auch Arbeitsbedingungen, die regionale Wirtschaft und lokale Communities. Laut der Studie können Hotels aktiv soziale Veränderungen anstoßen – indem sie sichere, gesunde und inspirierende Umfelder schaffen und neue Perspektiven eröffnen.
Manche unserer Green Pearls® Partner gehen dafür besonders weit. In unserem Artikel über Charity-Hotels erzählen wir zum Beispiel die Geschichte des Pavilions Himalayas – The Farm, das ausschließlich gegründet wurde, um die lokale Bevölkerung Nepals zu unterstützen – ganze 70 Prozent des Profits fließen in Kinderprojekte. Zudem wurden die Bauern rund um das Resort in der biologischen Landwirtschaft geschult und haben gleich einen Abnehmer.
Soziale Projekte unserer Green Pearls® Partner
Natürlich muss nicht jedes nachhaltige Hotel gleich zur NGO werden. Und auch du musst nicht dein ganzes Leben dem Gemeinwohl widmen. Aber ein Teil vom eigenen Wohlstand lässt sich immer teilen.
Was könnte das konkret sein? Wir haben bei Green Pearls® Unterkünften nachgefragt, welche sozialen Projekte sie unterstützen. Lass dich inspirieren – oder freu dich einfach darüber, dass du mit deinem Aufenthalt ganz nebenbei soziale Initiativen in aller Welt förderst.
Beginnen wir in Kambodscha – einem wunderschönen, aber stark gebeutelten Land. Kriegsvergangenheit, Kinderarmut und zum Teil sogar Menschenhandel prägen noch heute viele Regionen.
Einsatz in Ländern des Globalen Südens: Beispiel Kambodscha

Im Canvas & Orchids Retreat ist soziales Engagement fest im Selbstbild verankert. Gastgeber Valentin erzählt uns, dass für ihn klar war:
„Naturschutz funktioniert nur, wenn die lokale Bevölkerung direkt profitiert.“
Viele der heutigen Mitarbeitenden lebten früher von illegaler Abholzung oder Wilderei. Heute sind sie ausgebildete Fachkräfte, die ihr Wissen über die Region und den Regenwald mit Gästen teilen.
Zwei der neu abgeschlossenen Projekte:
- Sauberes Trinkwasser für die Schule in Tatai: Gemeinsam mit anderen lokalen Unternehmen installierte das Retreat ein Auffangsystem, nachdem das Schulwasser mit Abfällen verunreinigt war.
- Bau der Koh Kong Khnong School: Eine marode zweiräumige Holzhütte wurde durch ein neues, sicheres Schulgebäude ersetzt – in Kooperation mit NGOs und mit langfristigem Community-Impact.
So kannst du als Gast aktiv werden
Auch als Gast kannst du dich engagieren – ganz unkompliziert und direkt vor Ort:
- Bei Dorfrundgängen auf Koh Andet Island lernst du lokale Familien und ihr Leben kennen.
- Die Mangroven-Touren unterstützen direkt die Community von Koh Kapik.
- Während Ausflügen kannst du Bäume pflanzen oder Schulmaterial spenden
- Unterstütze lokale Produzent*innen, z. B. durch den Kauf von Handwerkskunst oder regionalen Spezialitäten.
Oder wie Valentin es zusammenfasst: „Jeder Aufenthalt hilft, die Lebensgrundlagen der Menschen hier zu stärken.“
Soziale Projekte im Fokus: Green Pearls® Hotels in wohlhabenderen Regionen

Nun kommen wir zu unseren Green Pearls® Hotelpartnern im reicheren Teil der Welt – denn genau darum geht es in diesem Artikel. Viele dieser Hotels engagieren sich mit beeindruckend vielen sozialen Projekten. Die folgenden Beispiele sind also nur ein kleiner Ausschnitt aus all dem, was sie leisten – ausgewählt, weil sie uns besonders berühren.
Auffällig ist: Nachhaltige Unterkünfte wirken dort, wo sie stehen. Sie unterstützen Menschen in ihrer direkten Umgebung, schaffen Chancen und fördern lokale Initiativen. Unterstützung für fernere Länder läuft in der Regel über Spendenprojekte. Mehrere unserer Partner sind z. B. Partner von WIR (Water Is Right), die sich für sauberes Trinkwasser in ärmeren Regionen engagieren.
Menschen mit Behinderungen & erhöhtem Assistenzbedarf unterstützen
Bei sozialem Engagement geht es oft um Teilhabe – darum, Menschen mit einzubeziehen, die im Alltag oder auf dem Arbeitsmarkt weniger Chancen haben. Einige unserer Green Pearls® Unterkünfte setzen hier besonders starke Zeichen:
Im OLM Nature Escape in Sand in Taufers in Südtirol wird der Sägemüllerhof in Gais, ein Arbeitsrehabilitationsprojekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen unterstützt durch
- Einkauf von Produkten aus der Nähwerkstatt des Sägemüllerhofs
- Spendenanteile bei ausgewählten Artikeln im Hotelshop
- Gäste können direkt an der Rezeption spenden oder sich informieren
Auch der Klosterhof – Alpine Hideaway & Spa in Bayerisch Gmain ist Kunde einer solchen Arbeitsstätte: “Wir arbeiten kontinuierlich mit den Werkstätten der Einrichtung Hohenfried in Bayerisch Gmain zusammen”, erzählen uns die Gastgeber. Die Produkte und Werkstücke fließen in den Hotelalltag ein und erleben hier eine echte Wertschätzung.
ADLER Spa Resort SICILIA lädt monatlich zum Gourmetmenü

Das luxuriöse ADLER Spa Resort SICILIA hatte eine schöne Idee, Inklusion spürbar zu machen. Jeden Monat veranstaltet das Resort einen besonderen Genussabend für Menschen mit Behinderungen oder erhöhtem Assistenzbedarf. Das Besondere: Die Gäste genießen nicht nur ein Gourmetmenü – sie gestalten den Abend mit. Sie decken die Tische, helfen in der Küche oder begrüßen die anderen Besucher*innen. Ein Abend voller Begegnungen, der zeigt, wie viel Verbindung entsteht, wenn Barrieren fallen. “Dies ist ein echtes Herzesprojekt von uns”, erzählt Sofia Rabanser.
Gelebte Inklusion im Green City Hotel Vauban
Noch weiter geht das Green City Hotel Vauban in Freiburg. Von 20 Mitarbeitenden haben zehn eine Behinderung.
Das integrative Konzept ist bewusst ganzheitlich aufgebaut:
- Von Anfang an wurden nur regionale Handwerksbetriebe mit dem Bau beauftragt.
- Träger wie die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit e.V. und die Freiburger Stadtbau GmbH stehen hinter der sozialen Mission.
- Die Aus- und Weiterbildung erfolgt mit Unterstützung des erfahrenen Integrationsbetriebs Hofgut Himmelreich aus Kirchzarten.
Ein Hotel, das zeigt, wie viel möglich ist, wenn Inklusion nicht als Zusatz, sondern als Kern des eigenen Handelns gedacht wird.
So engagieren sich weitere Green Pearls® Hotels – thematisch sortiert & kurz vorgestellt
Neben den bereits genannten Initiativen gibt es in unserem Green Pearls® Netzwerk noch eine ganze Reihe weiterer Projekte. Viele Hotels engagieren sich gleich in mehreren Bereichen.
Damit dieser Artikel nicht ausufert, haben wir die Projekte für dich thematisch sortiert und kompakt zusammengefasst. Vielleicht findest du hier sogar eine Idee, die du selbst einmal unterstützen möchtest – zu Hause oder unterwegs.
THEMA 1: Wasser & lebenswichtige Versorgung

Sauberes Trinkwasser ist eine der grundlegendsten Ressourcen – und doch in vielen Regionen nicht selbstverständlich. Um aktiv etwas zurückzugeben, engagieren sich mehrere Green Pearls® Unterkünfte genau hier: My Arbor unterstützt seit Jahren mit seiner „MY WATER Aktion“ regionale Hilfsorganisationen. Dafür wird Quellwasser vom Hausberg Plose auf 1.870 Metern abgefüllt und für den guten Zweck verkauft. So sind in den letzten Jahren Zehntausende Euro (!) an Vereine wie „Südtirol hilft“, das Weiße Kreuz oder den Wünschewagen gespendet worden.
Auch die ADLER Lodge RITTEN setzt ein Zeichen, indem sie eine öffentliche Refill-Station am Wanderweg ermöglicht hat – ein Projekt, das Wander*innen, Einheimischen und Gästen gleichermaßen zugutekommt und Plastikflaschen ein Stück überflüssiger macht.
Weitere Wasserprojekte der Green PearlsⓇ Partner findest du im verlinkten Artikel.
THEMA 2: Tierschutz
Der Schutz junger Wildtiere liegt vielen Menschen am Herzen. Die Summit Lodges Pfunds unterstützen deshalb jedes Jahr die Kitzrettung Tiroler Oberland. Hierbei werden mithilfe von Drohnen die Rehkitze aufspürt und vor Mähmaschinen in Sicherheit gebracht. Gastgeber Marco Spiss ist selbst regelmäßig bei Einsätzen dabei – für ihn ist der Schutz junger Tiere ein Herzensanliegen, das er aktiv lebt und fördert.
Die SANDcollection (SANDnature und SANDglow) haben über ihre Booking Engine eine Spendenmöglichkeit für den Schweinswalschutz in Nord- und Ostsee über die WDC eingerichtet. Die beiden nachhaltigen Lifestylehotels liegen unweit der Nord- bzw. Ostseeküste. Mit etwas Glück kannst du die Wale dort sogar selbst beobachten.
Hier gibt es noch mehr zum Thema Tierschutz auf Reisen.
THEMA 3: Nachbarschaftshilfe & lokale Expertise fördern

Nachbarschaftshilfe bedeutet, Verantwortung für das direkte Umfeld zu übernehmen – dort, wo man lebt und arbeitet. Das Hotel Bella Vista im Schweizer Bergdorf Zermatt zeigt dies durch seine jährliche Unterstützung von „Nachbar in Not“ und der lokalen Jugendarbeit, während das Naturhotel Outside in Matrei, Osttirol regionale Kultur- und Sportvereine stärkt und seinen Gästen authentische Begegnungen mit Produzentinnen ermöglicht.
Das LA VIMEA Vegan Hotel in Naturns, Südtirol, fördert zusätzlich lokales Wissen: Das Hotel organisiert regelmäßig (alpine) Kräuterkurse mit einer Expertin aus der Region, die altes Heilpflanzenwissen vermittelt und zeigt, wie man Naturkosmetik selbst herstellt.
Generell setzen viele Green Pearls® Hotels bewusst auf lokale Guides – von Wanderführer*innen bis zu Naturpädagog*innen – um regionale Expertise sichtbar zu machen und fair zu honorieren.
THEMA 4: Bildung, Kinder & Familien stärken

Bildung ist eine der wichtigsten Grundlagen für Zukunftschancen – und nachhaltige Hotels können hier wertvolle Impulse setzen. Das SCHWARZWALD PANORAMA engagiert sich hier zum Beispiel mit seinem langjährigen Projekt „SchwaPa Biokids“, bei dem die Kinder ein Schuljahr lang lernen, wie Ernährung, Umwelt und Klimaschutz zusammenhängen.
Das Naturresort Gerbehof unterstützt das Kinderprojekt „Sternenland“ und bindet seine Gäste ein, indem Spenden über den Verzicht auf die Zimmerreinigung generiert werden.
Die ADLER Lodge RITTEN hat die Erweiterung eines nahegelegenen öffentlichen Spielplatzes unterstützt – ein Ort, von dem Einheimische und Gäste gleichermaßen profitieren. Gut Sonnenhausen beteiligt sich an Projekten von „children e. V.“ und stellt Aufenthalte für Benefizaktionen zur Verfügung, während im SANDnature und SANDglow die Förderung junger Menschen in der Region durch ihr Engagement beim Round Table Deutschland im Mittelpunkt stehen.
Versteigern für einen guten Zweck – eine Idee, die du auch zu Hause umsetzen kannst
Zum Schluss haben wir vom Hotel Das Rübezahl noch eine Aktion erfahren, die ebenso simpel wie genial ist. Einmal im Jahr veranstaltet das Team einen Hüttenabend mit Herz: Fundsachen der Rohrkopfhütte und des Hotels – dazu gestiftete Sportartikel, Gutscheine oder kleine Schätze – werden in lockerer Atmosphäre zugunsten der Bergwacht versteigert.
Was als fröhliche Gaudi beginnt, endet jedes Jahr mit einer beeindruckenden Spendensumme, die die Gastgeberfamilie Thurm am Ende sogar noch großzügig aufstockt.
Eine solche Aktion kannst du auch zu Hause organisieren. Eine kleine Versteigerung im Freundeskreis, im Büro, im Verein oder in der Nachbarschaft reicht völlig aus. Jede*r bringt etwas mit, das versteigert werden darf, und der Erlös geht an ein Projekt, das euch wichtig ist. So wird aus Dingen, die sonst verstauben würden, konkrete Hilfe für andere.

Wie viel sollte man eigentlich für soziale Projekte abgeben?
Die Antwort ist individuell – aber es gibt inspirierende Modelle. Oxford-Philosoph Toby Ord, Gründer von Giving What We Can, schlägt als „Further Pledge“ vor, alles Einkommen oberhalb eines bewusst niedrig gehaltenen Lebensstandards zu spenden, weil es für andere unvergleichlich mehr bewirken kann. Autor Rutger Bregman wiederum inspiriert viele Menschen damit, 10 % des eigenen Einkommens zu spenden, ein Konzept, das Giving What We Can ebenfalls fördert.
Wie reich bin ich?
Wenn du neugierig bist, wie privilegiert du im globalen Vergleich wirklich bist, kannst du das übrigens ganz einfach testen: Der Online-Rechner „How rich am I?“ zeigt dir, wo dein Einkommen im Weltvergleich liegt – oft mit überraschenden Ergebnissen, die den Blick verändern und den Wunsch stärken, etwas zurückzugeben.
Ganz egal, für welchen Ansatz du dich entscheidest: Schon kleine Beträge, kreative Ideen oder bewusstes Teilen können Großes bewirken. Und dazu gehört auch die bewusste Auswahl von Reisezielen und Unterkünften.
Hast du noch weitere Ideen und Beispiele? Dann schreibe sie uns doch in die Kommentare.
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