Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, ist ein wunderbares Erlebnis. Ein Reh in der Morgendämmerung, ein Bussard, der über die Felder gleitet. Und jetzt stell dir vor, im Urlaub siehst du Wildtiere, die du sonst nur aus dem Zoo kennst. Da steht doch tatsächlich ein Nashorn. Du weißt, dass es zu den am stärksten bedrohten Tierarten der Welt gehört. Bist du als Tourist*in da völlig fehl am Platz?
Naturschutz durch Tourismus

Wildtier-Tourismus kann auch Schutz bedeuten – wenn er richtig aufgezogen ist. In Ländern wie Kenia ist Safari-Tourismus eine tragende Säule der Wirtschaft. Die Einnahmen finanzieren Nationalparks, sichern Lebensräume und helfen, Wilderei zu bekämpfen. Die Jahre der Corona-Pandemie haben weltweit gezeigt: Wenn die Touristen wegbleiben, steigt die Wilderei. In Europa sind besonders Raubvögel bei Wilderern begehrt, in Afrika besonders die Nashörner.
Entscheidend ist, wo und wie du Tiere beobachtest. Tiere in ihrer natürlichen Umgebung – oder als Attraktion? In unserem Artikel „Tierschutz auf Reisen“ erklären wir genau, wie verantwortungsvoller Umgang mit Tieren unterwegs aussieht. (Mit konkreten Tipps zu Themen wie Selfies, Fütterungen, Souvenirs, Auffangstationen etc.)
Wenn du den Weg des Respekts vor der Tierwelt mit uns gehen möchtest, stellen wir dir hier einige Orte vor, an denen das nachhaltig möglich ist – inklusive der passenden Unterkünfte!
#1 Safari in Nepal – Auf den Spuren von Tigern und Elefanten

Inmitten dichter Dschungel, saftig-grüner Graslandschaften und geheimnisvoller Flussläufe liegt der Chitwan-Nationalpark – Nepals ältester Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe. Hier kannst du mit etwas Glück seltene Tiere wie Panzernashörner, Bengalische Tiger, Lippenbären oder Gangesgaviale (Krokodile) beobachten – und das auf nachhaltige Weise.
Unser Green PearlsⓇ Partner, das Eco-Resort The Pavilions Himalayas – The Farm in Pokhara, etwa fünf Autostunden vom Nationalpark entfernt, empfiehlt dafür bewusst die Safaris mit ihrem Partner Tiger Tops. Diese kleine, familiär geführte Lodge liegt am Rand des Nationalparks und verbindet Komfort mit Naturerlebnis – ob in charmanten Zimmern oder in einem von neun Safarizelten mitten im Dschungel.
Tiger Tops arbeitet eng mit der International Trust for Nature Conservation (ITNC) zusammen und unterstützt seit Jahrzehnten Schutzprojekte wie das „Longterm Tiger Monitoring Project“ oder das erste Gangesgavial-Zuchtprogramm Nepals. Der Gangesgavial ist der einzige heute noch lebende Vertreter der Gavialis-Gattung innerhalb der Krokodile.
Elefantenreiten? Nein, danke.
Vielleicht denkst du bei einer Safari in Asien automatisch an einen Elefantenritt. Aber wusstest du, dass genau das für die Tiere enormen Stress bedeutet? Tiger Tops hat deshalb schon 2015 alle Elefantensafaris eingestellt und stattdessen ein neues, respektvolles Konzept entwickelt.
Statt zu reiten, verbringst du den Tag mit den Elefanten auf eine ganz andere Weise. Du beobachtest sie beim Fressen, Ruhen, Herumlaufen und lernst ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten kennen. Sie leben auf einem 18 Hektar großen Gelände mit viel Platz zum Bewegen, Sozialkontakt und Entspannen. So entsteht eine stille Nähe, bei der du nicht nur viel über Elefanten lernst, sondern auch über dich selbst und deinen Einfluss als Reisende*r.
Mit deiner Entscheidung für diesen Weg unterstützt du ein neues Modell für den Umgang mit Elefanten – und setzt ein Zeichen für nachhaltiges Reisen in Nepal.
Übernachten mit Impact – zurück nach Pokhara

Empfohlen wurde uns Tiger Tops von Rajiv, dem Leiter des The Pavilions Himalayas – The Farm. Auch hier in der Pokhara-Region stehen Verantwortung und Wirkung im Mittelpunkt: Bio-Landwirtschaft, soziales Engagement und ein eigenes Charity-Projekt zum Schutz von Kindern und Frauen.
👉 Lies hier die ganze Geschichte:
Tourismus mit Impact: Ein Resort in Nepal bekämpft Kindersterblichkeit und Menschenhandel
#2 Meereswelt – Begegnungen mit Delfinen, Korallen und Schweinswalen

Kroatien: Delfine rund um die Insel Iž
Du suchst Ruhe, Natur – und erhoffst dir einen Blick auf einen Delfin? Dann ist das Hotel Korinjak auf der kroatischen Insel Iž genau dein Ort. Die Insel liegt in der Adria, umgeben von unberührter Natur. Bei Bootsausflügen kannst du mit etwas Glück Delfine sichten, die hier in den klaren Gewässern leben.
“Die Begegnung mit den Delfinen, die im Archipel von Zadar leben, ist ein unvergessliches Erlebnis. Ich war selbst dort und die Tiere zu beobachten war wirklich unvergesslich. Ich fühlte mich wie ein Kind: Sie schwimmen und spielen zu sehen macht einen ganz aufgeregt und glücklich.” – Anna vom Hotel Korinjak
Auch an Land wartet die Tierwelt auf dich: Seevögel, Eulen und eidechsen zeigen sich bei Wanderungen, die von lokalen Guides geführt werden. So lernst du die wilde Schönheit der Insel noch intensiver kennen. Als Ausdruck der Tierliebe verzichtet das Hotel übrigens komplett auf Fleisch, Milch und Eier.
Malediven: Korallen schützen im Gili Lankanfushi

Die Unterwasserwelt der Malediven ist atemberaubend – und gleichzeitig stark bedroht. Viele Riffe wurden bereits durch Klimawandel und Verschmutzung zerstört. Der Tourismus ist daran nicht ganz unschuldig … Im Gili Lankanfushi kannst du jedoch zum Teil der Lösung werden. Du schaust den Meeresbiolog*innen beim Züchten neuer Korallen über die Schulter oder erfährst in Vorträgen, wie das fragile Ökosystem funktioniert. Wenn du tauchen kannst, kannst du sogar aktiv mithelfen – bei Unterwasser-Reinigungen oder dem Aufbau neuer Coral Lines. Dein Engagement hinterlässt hier echte Spuren – im besten Sinne. Erfahre mehr dazu in unserem Blogartikel über nachhaltigen Urlaub auf den Malediven.
Deutschland: Schweinswale in der Ostsee
Wusstest du, dass es in der Ostsee noch Schweinswale gibt – eine der letzten Walarten, die in deutschen Gewässern leben? Vom Lifestylehotel SAND an der Ostsee aus kannst du sie mit etwas Glück beobachten, wenn das Meer ruhig ist. Das Hotel unterstützt aktiv den Schutz dieser bedrohten Tiere – denn, wie sie sagen: „Walschutz ist Klimaschutz“.
Wenn du wissen willst, wie es ist, einem dieser seltenen Tiere in freier Wildbahn zu begegnen, dann lies diesen Erfahrungsbericht von Beatrice von Reisezeilen, die im Lifestylehotel SAND übernachtete und genau in dem Moment als die Schweinswale auftauchen folgendes erlebte …
👉 Hier geht’s zum Artikel
#3 Naturparks & Nationalparks in den Alpen und Mittelfranken

Dolomiten: Wildtiere direkt vor der Hoteltür
Im Paradiso Pure.Living Vegan Hotel im Herzen der Dolomiten beginnt dein Naturabenteuer direkt vor der Tür. Das vegan ausgerichtete Hotel liegt auf über 2.000 Metern Höhe mitten im UNESCO-geschützten Naturpark Schlern-Rosengarten – hier begegnest du Rehen, Füchsen, Murmeltieren, Bergziegen, Adlern und Falken bei deinen Wanderungen rund ums Hotel. Auch die Wälder rings um den Schlern sind artenreich: von beerentragenden Zwergsträuchern über Spechte und Eulen bis zum Auerwild (große Wildhühner).
👉 Hier erfährst du mehr über den Naturpark Schlern-Rosengarten.
Nationalpark Hohe Tauern: Mit dem/r Ranger*in unterwegs

Der Nationalpark Hohe Tauern ist einer der ältesten und größten Nationalparks in Österreich. Geschützt wird die imposante Alpen-Natur rund um imposante Dreitausender Gipfel wie den Großglockner, Großvenediger und Kitzsteinhorn. Auf Grund der Größe des Nationalparks kannst du hier so ziemlich alle Tier- und Pflanzenarten der Alpen entdecken. Alpensteinbock, Gämse, Murmeltiere und Steinadler – erfahrene Ranger*innen sind bestens darin ausgebildet, dich durch den Lebensraum dieser Tiere zu führen (und sie auch zu finden. Das ist manchmal nämlich gar nicht so einfach.)
Nächtigst du im Naturhotel Outside, bekommst du eine geführte Ranger*innen Tour kostenlos. Zusätzlich hat das Hotel auch eigene Wanderführer*innen und eine hauseigene Wanderconcierge, die dir in diesem Artikel einige Insider-Tipps zum Nationalpark Hohe Tauern gibt. Weitere Highlights des Hotels sind der große Wellnessbereich mit mehreren Pools, sowie die ausgezeichnete Kulinarik. Das Restaurant hat drei Falstaff-Gabeln.
Mittelfranken: Wildpferde und Mikrowald
Nur wenige Kilometer vom Hotel Luise in Erlangen entfernt liegt der Tennenloher Forst, ein außergewöhnliches Naturschutzgebiet mit Wildpferden, Ziegen und seltenen Vogelarten. Es werden auch verschiedene Führungen angeboten. Für die Wildpferde-Führung müssen allerdings 15 Personen zusammenkommen.
Auf dem Hotelgelände selbst, kannst du ebenfalls viel entdecken – denn obwohl es ein Stadthotel ist, wird Artenvielfalt gefördert. Direkt vor dem Haus wurde ein Mikrowald gepflanzt, in dem schon jetzt Igel, Libellen, Frösche und Eichhörnchen zu Hause sind.
#4 Wildtiergehege – nachhaltig oder nicht?

Wildtiergehege sind aus nachhaltiger Sicht nicht per se problematisch – entscheidend ist das Konzept dahinter. Gehege, die auf möglichst artgerechte Haltung, Umweltbildung und Schutz gefährdeter Arten setzen, können eine sinnvolle Ergänzung zum Natur- und Artenschutz sein – besonders dort, wo Rückzugsräume in der freien Wildbahn fehlen. Wichtig sind dabei ausreichend große Flächen, natürliche Lebensräume, Rückzugsorte für die Tiere, transparente Bildungsarbeit und die klare Abgrenzung zu reiner Tierunterhaltung, wie sie in Zoos stattfindet. Wenn du mit deinen Kindern oder Freund*innen ein Wildtiergehege besuchst, lohnt es sich also, genauer hinzusehen: Dient der Ort dem Schutz und der Aufklärung? Oder nur der schnellen Unterhaltung? Hier zeigen wir dir einige Gehege, die unsere Partner empfehlen (und sogar selbst betreiben):
Wildgehege Dobeltal – Schwarzwaldidylle in Bad Herrenalb
Wenn du mit Kindern unterwegs bist oder einfach selbst Lust hast, heimische Wildtiere aus der Nähe zu erleben, dann schau dir das Wildgehege Dobeltal im Schwarzwald an. Nicht weit vom SCHWARZWALD PANORAMA entfernt, erwartet dich ein kleines Paradies mit Hirschen, Rehen und Wildschweinen – eingebettet in die stille Natur des deutschen Musterwaldes. Die verschlungenen Wege eröffnen dir ganz neue Perspektiven auf heimische Tiere in naturnaher Umgebung. Besonders im Herbst oder Winter ist ein Spaziergang dort ein echtes Naturerlebnis.
Wildtiergehege Feichti am Kobl – über den Dächern von Pfunds
Tief im Wald, hoch über dem Tiroler Ort Pfunds, liegt das Wildtiergehege Feichti am Kobl. Von Ende Mai bis Anfang Oktober kannst du dort freitags an einer geführten Wanderung teilnehmen – kostenlos mit der Sommercard. Perfekt, wenn du in einer der Summit Lodges Pfunds übernachtest. Das sind zwei nachhaltige Ferien-Blockhäuser mit Bergblick, privater Sauna und Kamin. Der Aufstieg zum Wildtiergehege dauert etwa 30 Minuten. Dann öffnet sich dir eine ruhige Waldlichtung mit Blick auf Hirsche, Rehe und Wildschweine. Tipp: Nutze den Wanderbus – ganz im Sinne eines entspannten, autofreien Naturerlebnisses.
Wolfcenter Dörverden – Faszinierende Begegnung mit dem Rudel

Wölfe in freier Wildbahn zu sehen, bleibt den meisten von uns verwehrt – im Wolfcenter Dörverden kannst du diesen faszinierenden Tieren jedoch ganz nah kommen. Hier lernst du nicht nur, wie Wölfe leben, sondern auch, warum sie in Westeuropa lange Zeit fast verschwunden waren. Das Wolfscenter hat sich klar einem Bildungsauftrag verschrieben und betrachtet sich und seine Tiere als Botschafter für die wildlebenden Artgenossen. Ein spannender Ausflug für Grundschulkinder, aber auch für Teenager, die sich für Wildtiere (oder für Twilight 😉) interessieren. Als Unterkunft empfehlen wir dir das nahegelegene Eco-Hotel Okelmann’s: ein familiär geführtes Hotel mit gemütlicher Atmosphäre, Yoga, Klangschalenmassagen und achtsamem Lifestyle.
Naturresort Gerbehof – Wildbeobachtung direkt auf dem Gelände
Wenn an den Bodensee reist und nachhaltige Erholung suchst, bist du im Naturresort Gerbehof genau richtig. Auf dem Gelände selbst findest du ein Gehege mit Schweinen und Wildschweinen – ideal, um mit Kindern Tiere zu beobachten und gleichzeitig mehr über deren Lebensweise zu lernen. Aber auch Rehe, Füchse oder sogar ein Dachs lassen sich mit etwas Glück in der Umgebung blicken. Eine perfekte Kombination aus Naturkontakt und nachhaltigem Urlaub auf dem Land.
#5 Wildtierfütterung in Schwangau – Wintertour mit Aha-Moment

Im Allgäu wird im Winter an einem jahrhundertealten Brauch festgehalten – der Wildtierfütterung. Was auf den ersten Blick nach Eingriff in die Natur klingt, ist in diesem Fall ein Schutzmechanismus für den Wald: Ohne zusätzliches Futter würden Rehe und Hirsche junge Bäume anknabbern und so langfristig ihren eigenen Lebensraum gefährden. In Schwangau haben die Jäger deshalb feste Futterstellen eingerichtet – und das Hotel Das Rübezahl bietet geführte Touren dorthin an.
Ob zu Fuß oder mit der Pferdekutsche – die Wanderung durch die verschneite Landschaft ist schon für sich ein Highlight. Und wenn dann plötzlich aus dem Wald ein Hirsch auftaucht, ganz langsam zur Futterstelle schreitet und du in aller Ruhe beobachten kannst, wie er sich in sicherer Entfernung bedient, dann ist das ein echter Gänsehautmoment. Geführt werden die Touren von Bergführer Baschdi oder der Gastgeberfamilie Thurm, die dabei auch Spannendes zur Region erzählen. Wichtig zu wissen: Hunde dürfen bei der Fütterung nicht dabei sein – zum Schutz der Wildtiere.
#6 Tiere im ländlichen Raum entdecken – ganz ohne Gehege
Wenn du aufmerksam bist und dir Zeit nimmst, entdeckst du wilde Tiere im Urlaub ganz ohne Eintrittskarte und Zäune. Viele nachhaltig geführte Green PearlsⓇ Unterkünfte liegen so naturnah, dass tierische Begegnungen fast garantiert sind – besonders in den frühen Morgen- oder Abendstunden.
Im Birkenhof***** Spa & Genussresort im Oberpfälzer Seeland lohnt sich ein früher Spaziergang: Regelmäßig zeigen sich Rehe, Hasen oder sogar ein Fuchs auf den Waldwegen rund um das Hotel. Auch das Hotel Weihrerhof auf dem Ritten in Südtirol bietet beste Aussichten – und das ganz wörtlich: Vom Zimmer aus lassen sich Eichhörnchen und Wildvögel beobachten, manchmal sogar Rehe. Zudem blickst du auf den Wolfsgrubener See, der im Sommer als Badesee und im Winter zum Eislaufen genutzt wird.

Wer im energieautarken OLM Nature Escape in Sand in Taufers übernachtet, hat gute Chancen, abends oder nachts Rehen, Wildhasen und Füchsen zu begegnen. Und das direkt vor dem Aparthotel, das eingebettet im Tal liegt und sich mit seinem runden Bau organisch in die Natur einfügt. Im STURM in der Rhön wird Artenschutz zum Urlaubserlebnis: Hier summen die Bienen im Garten, Frösche quaken am Naturteich und nachts leuchten die Sterne besonders hell – denn in der Umgebung findest du statt Großstädten Lichtschutzgebiete, in denen sich auch nachtaktive Insekten wohlfühlen.
Fazit: Erlebe die Tierwelt mit Respekt
Ob Safari oder Wildgehege mit Schutzfunktion, begleitete Fütterungen oder zufällige Begegnung in der Dämmerung – wenn du mit offenen Augen reist, erkennst du, wie vielfältig die Beziehung zwischen Mensch und Tier im nachhaltigen Tourismus gelebt werden kann. Entscheidend ist dabei immer: der respektvolle Abstand und das Verständnis dafür, dass echte Tierbegegnungen nicht inszeniert, sondern ermöglicht werden. Denn das größte Naturerlebnis ist oft das, das sich ganz still ergibt.
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