Dies ist ein Update von unserem Artikel über nachhaltige Tipps für zu Hause vom 30. November 2017
Geht das nicht nachhaltiger? Dies ist eine Frage, die viele unserer Green PearlsⓇ Partner laufend beschäftigt. In den Hotels und Ferienunterkünften wurden daher verschiedene Maßnahmen implementiert, um Strom, Wasserverbrauch und Heizkosten zu reduzieren sowie Müll und CO₂-Emissionen zu vermeiden. Viele Dinge kannst du davon leicht für zu Hause übernehmen! Das Tolle: Oft reicht ein einziger Schritt, um für viele Jahre grüner zu leben.
Going greener – Planung und Implementierung
Nachhaltig leben umfasst so viele Dinge … Hast du da auch manchmal das Gefühl, inkonsequent zu sein, dich zu verzetteln und vielleicht zu viel Aufmerksamkeit auf die falschen Dinge zu legen? Da bist du nicht allein! Und du darfst beruhigt sein: Es ist nahezu unmöglich, in allen Bereichen perfekt zu sein. Doch von Zeit zu Zeit lohnt es sich, das eigene Verhalten zu überprüfen und zu sehen, wo man sich verbessern kann. Hierfür betrachten wir mehrere Bereiche im Haushalt und sehen, welche Optimierungs-Möglichkeiten es gibt und welche davon den größten Einfluss haben.
10 Tipps für zu Hause
#1: Stromquelle
Bevor wir uns mit den größten Stromfressern im Haushalt beschäftigen, kannst du zuerst einen Blick darauf werfen, aus welchen Quellen du Strom beziehst. Einer der einfachsten Tipps: Wechsle zu Ökostrom! Der Wechsel zu einem neuen Stromanbieter ist simpel – besonders, da es zum Service der Ökostromanbieter gehört, dir dabei zu helfen.
Achte beim Wechsel darauf, dass es sich um echten Ökostrom handelt, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien besteht und kein Atom- und Kohlestrom enthalten ist. Für Deutschland findest du hier einen Vergleich der Ökostromanbieter von Utopia. Da siehst du auch die Stromtarife – in der Regel ist Ökostrom etwas teurer, doch wenn du gleichzeitig ein paar Stromsparmaßnahmen umsetzt (siehe Punkt 2), sollte es sich nicht bemerkbar machen.

Eigenes Balkonkraftwerk
Viele unserer Green PearlsⓇ Partner generieren ihren eigenen Strom. Einige Unterkünfte wie das neu eröffnete OLM Nature Escape in Südtirol sind sogar komplett energieautark. Viele andere erzeugen zumindest einen Großteil ihres Stroms selbst. Das süddeutsche Boutiquehotel Das Rübezahl in der Nähe von Schloss Neuschwanstein produziert seit 2021 etwa 90 Prozent des benötigten Stroms durch eine eigene Photovoltaikanlage und ein Blockheizkraftwerk.
Wenn du auch ein aktiver Teil der Energiewende werden möchtest, aber jetzt nicht die Möglichkeit hast, eine komplette Solaranlage auf dem Dach zu errichten oder Erdwärmesonden zu installieren, könntest du über ein Balkonkraftwerk nachdenken. Ein solches lohnt sich besonders, wenn du einen Südbalkon hast. Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine, steckerfertige Solaranlage, mit der du – ohne Genehmigung oder bürokratische Hürden – bis zu 600 Watt Strom (bald sogar 800 Watt) generieren kannst.
- Die Installation von einem Balkonkraftwerk ist einfach und kann von Privatpersonen durchgeführt werden. Die Anlage lässt sich (über mitgelieferten Wechselrichter und Kabel) mit einer Haushaltssteckdose verbinden.
- Der Strom wird nicht gespeichert oder ins Netz eingespeist. Das heißt: Der Strom muss direkt verbraucht werden. Es lohnt sich demnach besonders für den Betrieb von Kühlschrank und Kühltruhe.
- Laut der Verbraucherzentrale kann ein (optimal positioniertes) Standard-Balkonkraftwerk mit 380 Watt Leistung im Jahr 280 kWh erzeugen. Dies entspreche dem Jahresverbrauch von Kühlschrank und Waschmaschine in einem Zwei-Personen-Haushalt und spare rund 56 Euro Stromkosten.
- Die Anschaffungskosten für ein Ein-Stecker-Modul liegen etwa zwischen 360 und 600 Euro. Es dauert demnach mehrere Jahre, bis sich die Anschaffung rechnet. Du solltest dir also sicher sein, dass du das Balkonkraftwerk optimal positionieren kannst, um die Leistung voll auszunutzen. Ansonsten ist es leider nur eine nette Spielerei, die dir ein gutes Gefühl verschafft.

#2: Stromverbrauch
Im Haushalt lässt sich an sämtlichen Ecken und Enden Strom sparen. Hierdurch schonst du nicht nur Ressourcen, sondern sparst auch noch Geld. In vielen Fällen verbraucht man Strom ohnehin völlig unnötig durch Stand-by-Funktionen etc.
Das sind die 10 Top-Stromfresser im Haushalt laut eon:
- Alte Heizungspumpen
- E-Herd
- Gefriertruhe
- Kühlschrank
- Beleuchtung
- Wäschetrockner
- Geschirrspüler
- Waschmaschine
- Fernseher
- W-LAN
Auch wenn Fernseher und W-LAN erst auf den hinteren Plätzen stehen, spricht man mittlerweile davon, dass unsere Unterhaltungselektronik etwa ein Drittel des gesamten Stroms verbraucht! Hier lohnt es sich, auf energieeffiziente Endgeräte zu setzen.
- Beim Fernseher solltest du insbesondere darauf achten, ob dieser mit HDR (High Definition Range) ausgestattet ist. Dieses Feature lässt das Bild noch plastischer wirken, verbraucht aber eine Unmenge an Energie. Besonders, wenn du solche Dinge wie Nachrichten, YouTube-Shows oder Kochsendungen siehst, kannst du HDR getrost abschalten!
- Weiterhin sparst du Strom durch Steckerleisten mit rotem Ausschalte-Knopf. So kannst du mit nur einem Knopfdruck alle Geräte vom Stand-by trennen.
Schlafen ohne “Elektrosmog”

Von allen elektrischen Geräten (auch Haushaltsgeräte, Telefone etc.) geht eine gewisse Abstrahlung ab. Diese ist im eigentlichen Sinne kein “Smog”, was eine sehr hohe Schadstoffbelastung der Luft ist, wird aber im umgangssprachlichen Gebrauch als “Elektrosmog” bezeichnet.
Auch wenn die Abstrahlung von Haushaltsgeräten wissenschaftlich als gesundheitlich unbedenklich gilt, so sorgen sich doch einige Menschen um die Auswirkung.
In den Pariser Green Spirit Hotels gibt es Zimmer, die durch eine alternative Technologie ihre Zimmer speziell gegen Elektrosmog abschirmen.
Wenn du ebenfalls “ohne Strahlung” schlafen möchtest, kannst du das Handy in der Nacht aus dem Schlafzimmer verbannen und andere elektrische Geräte vom Strom trennen.
#3: Heizen
Um Heizkosten zu sparen, kannst du smarte Heizthermostate an deinen Heizkörpern installieren. Auf solche hat z. B. das Naturhotel Outside im Alpennationalpark Hohe Tauern in Osttirol kürzlich umgestellt. Durch “optimierte Heizkurven” sollen dadurch rund 25 Prozent Heizenergie eingespart werden – ohne, dass die Gäste auf warme Zimmer verzichten müssen.
Einen aktuellen Test zu Heizthermostaten findest du bei der Stiftung Warentest. Die Temperaturregulierung funktionierte bei fast allen Modellen “sehr gut” oder “gut”. Allerdings bemängelten die Tester*innen, dass die Bedienung der smarten Geräte oft nicht so einfach sei.
#4: Licht
Eine weitere Möglichkeit, dein Zuhause nachhaltiger zu gestalten, ist ein Umstieg auf LED-Lampen: Im Gegensatz zu Energiesparlampen ist in ihnen kein Quecksilber enthalten. Ein weiterer Vorteil: sie leuchten direkt nach dem Anschalten mit voller Helligkeit und sind extrem langlebig. Viele Hotels wie das Biohotel Bella Vista Zermatt setzen deswegen schon lange auf LEDs in Kombination mit Zeitschaltuhren und Bewegungsmeldern und sparen so viel Energie. Und für zu Hause gilt: Immer brav das Licht ausmachen, wenn du den Raum verlässt 🙂
Nachhaltige Tipps für zu Hause
#5 Reparieren, Renovieren und Restaurieren
Das Renovieren oder gar Restaurieren von alten Gebäuden und Möbeln spart viele Ressourcen und trägt so zu einem deutlich geringeren CO2-Ausstoß bei, als immer Neues zu kaufen und zu bauen. Besonders schön: Die alten Materialien erzählen unendlich viele Geschichten, die Jahrzehnte und manchmal sogar Jahrhunderte alt sind und eine ganz besondere Atmosphäre mit sich bringen. Ein Vorbild hierfür ist das Hotel Klosterbräu in Seefeld, Tirol. Das Hotel wurde auf 500 Jahre alten Klostermauern errichtet und befindet sich bereits seit 200 Jahren im Familienbesitz. Familie Seyrling setzt die alten Mauern durch sanfte Umbau-Maßnahmen gekonnt in Szene.
Ein Neukauf ist oft günstiger, als alte Möbelstücke zu erhalten. Doch erhältst du dafür bei Weitem nicht die gleiche Qualität und billige Pressmöbel können sogar Schadstoffe wie Formaldehyd ausdünsten.
Ich habe schon selbst die Erfahrung gemacht, dass das Angebot vom Polsterer für die Restauration einer alten Couch höher liegt, als der Preis für eine neue Couch. Doch letztendlich konnten wir uns beim Polsterer genau den Stoff aussuchen, die Couch passte bereits wunderbar in die Ecke und er hat uns sogar noch passende Kissenbezüge und eine Schondecke dazu genäht. Am Ende hat man noch das regionale Handwerk unterstützt und etwas für die Nachhaltigkeit getan.
Auf Gut Sonnenhausen bei München stehen wunderschöne alte, restaurierte Bauernschränke aus dem 18. Jahrhundert.
Tipp: Tolle Upcycling-Ideen für deine Wohnung findest du auch in diesem Blogartikel über Upcycling-Inspirationen
#6: Natürliche Materialien

Inmitten von Möbeln und Materialien aus natürlichen Rohstoffen fühlt man sich doch einfach wohler. Dem heimischen Zirbenholz sagt man beispielsweise eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung nach, worüber wir in unserem Blogartikel über Zirbenholz mehr berichten.
Im Lifestylehotel SAND am Timmendorfer Strand schlaft ihr besonders gut in den Naturbetten von Coco-Mat, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Baumwolle, Algen, Wolle und Holz in Griechenland handgefertigt werden.
Generell gehen immer mehr Hotels dazu über, ganze Hotelzimmer aus natürlichen Materialien zu errichten, die nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft vollständig kompostierbar oder recycelbar sind. Das SCHWARZWALD PANORAMA wurde für sein “Circular Living”-Hotelzimmerkonzept kürzlich ausgezeichnet. Es landete auf Platz 3 beim “Deutschen Tourismuspreis” und war ebenfalls unter den drei Finalisten des “Deutschen Nachhaltigkeitspreis Unternehmen”.
#7: Wasser sparen

Wer möchte – gerade im Winter – schon gerne auf die warme Dusche verzichten? Dass dabei Unmengen an Wasser verbraucht werden, nehmen wir oftmals in Kauf, um es uns noch eine Minute länger auf die Haut prasseln zu lassen. Das Hotel Luise in Erlangen setzt daher auf Astronautenduschen von Orbital Systems: das schwedische Unternehmen entwickelte die Duschen für die NASA, inzwischen gibt es sie nicht nur im Creativhotel Luise, sondern auch für zu Hause. Durch eine spezielle Technologie wird das Wasser während des Duschens in einem stetigen Kreislauf gereinigt und wieder verwendet. So spart ihr nicht nur bis zu 90 % Wasser und Energie, sondern könnt auch ganz ohne schlechtes Gewissen duschen!
#8 Putzmittel – ganz ohne Chemie!
Viele unserer Partnerhotels, wie das HUBERTUS Mountain Refugio Allgäu oder das Hotel Weihrerhof in Südtirol setzen auf Mirodampfreiniger bzw. Micro-Trockendampfreiniger. Wie das Hotel Weihrerhof berichtet, können damit auch Polstermöbel und Vorhänge gereinigt werden.
Vorteile der Reinigung mit Microdampf:
- Reinigung ohne chemische Putzmittel
- Geringer Wasserverbrauch
- Körperlich weniger anstrengend
Dampfreiniger gibt es auch für zu Hause. Sie sind natürlich kleiner, doch bieten ebenfalls eine vielversprechende Möglichkeit für eine umweltfreundliche Reinigung. Die Liste natürlicher Reinigungsprodukte in den Supermärkten und Drogerien wächst und wächst und macht es auch dem Otto-Normalverbraucher leicht, auf chemische Reinigung zu verzichten. Ein Großteil der anfallenden Reinigungsarbeiten lässt sich zudem mit nur wenigen Hausmitteln, wie beispielsweise Essigessenz, Natron, Soda und Zitronensäure, erledigen.
#9: Zero-Waste Küche

In der Küche entsteht ein Großteil unseres täglichen Mülls: durch Verpackungen von Fertigprodukten, aber auch von frischen Zutaten. Auf den Wochenmärkten in Stadt bekommst du meist regionale und vor allem saisonale Zutaten und kannst sie direkt ohne Umverpackungen aus Plastik in deinen Einkaufsbeutel packen. Einige Lebensmittel kannst du auch Zuhause anpflanzen, hier gilt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Das Gili Lankanfushi auf den Malediven hat es beispielsweise mit Hilfe eines besonderen Kompostiersystems geschafft, einen Bio-Garten anzulegen: Wo früher nur Sand war, wachsen heute Kartoffeln, Karotten und vieles mehr. Wenn du keinen Garten hast, kannst du dich kreativ mit vertikalen Indoor-Wandgärten, Blumenkästen für die Fensterbank oder einfach mit ein paar Kräutern in der Küche austoben.
#10 Ein bisschen veganer werden
Nachdem wir nun über unser Verhalten bei Verpackungsmüll, Strom- und Wasserverbrauch nachgedacht haben, sollten wir auch einen Blick auf den Inhalt unseres Speiseplans werfen. Wie bekannt ist, verursachen insbesondere tierische Produkte viele klimaschädliche Treibhausgase. Eine Alternative sind vegane Lebensmittel. Das LA VIMEA Hotel in Südtirol ist das erste rein vegane Hotel in Italien – hier findest du überhaupt keine tierischen Produkte. Andere Hotels sind weniger radikal, haben ihre Speisekarten und Frühstücksbuffets aber um vegane Alternativen erweitert. Wie wäre z. B. mit selbst gemachtem Hummus zur Abwechslung oder veganen Schokoladen Brownies? Beide Rezepte stammen aus dem Hotel Paradiso Pure.Living auf der Seiser Alm, welches vegan/ vegetarisch ausgerichtet ist.
Haben wir noch was vergessen? Bestimmt! Bitte schreib uns doch in den Kommentaren, ob du auch noch nachhaltige Tipps für zu Hause hast, die du mit uns teilen kannst.
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Vielen Dank für den hervorragenden Artikel zur energetischen Umstellung von Häusern
Hallo Hanna,
ich finde es super, dass ihr hier auch Tipps für das alltägliche Leben gebt! Einige der Punkte lassen sich ja mehr oder weniger leicht integrieren. Ich selbst habe mir seit diesem Jahr vorgenommen, einfach bewusster zu konsumieren. Vor allem beim Heizen, Strom und Wasser erstmal. Anfang des Monats ist dann auch noch mein Laptop kaputt gegangen, da habe ich mich auch gleich über refurbished Modelle informiert und bin auch fündig geworden.